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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-05-19 · 20 (19.5.1916) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
20 (19.5.1916)
Date
1916-05-19
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 20 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite?47 Ritualmord in Ungarn. Jüdische Tragödie in fünf Aufzügen von Arnold Zweig. Preis: Mk. 2.60, in Leinwand gebunden Mk. 3.50. Hyperionverlag, Berlin. Die Handlung des Dramas folgt im wesentlichen den historischen Begebenheiten des weltbekannten Prozesses von T i s z a - E s z - l a r. Wohl hauptsächlich für diese Tragödie, die sich doch als eine Angelegenheit von allgemeinster Bedeutung erweist, erhielt der Verfasser im vorigen Jahre den Kleist-Preis. Die germanische Verbindung von mystischer Phantastik und wuchtig gestaltendem Realismus, der dies Gedicht „außerhalb der irdischen Zeit und von April 1382 bis Mai 1883" spielen läßt, zeigt Zweig als ein dramatisches Talent von ganz urgewaltiger Kraft und Eigenart. Einen ähnlichen Furor urdramatischer Leidenschaft hat es in der deutschen Dichtung vielleicht seit Georg Büchner nicht gegeben. Bei dem Interesse, das gegenwärtig für das Problem der osteuropäischen Juden wieder in Europa und in Amerika auflebt, wird das Werk sicherlich zunächst als Buchdrama Aufsehen erregen. Die geschmackvolle äußere Ausstattung des Buches verdient hervorgehoben zu werden. Mauschelpredigt eines Fanatikers von Abraham Schwadron. Ein neu- und eigenartiges Schriftlein, eine Laien- und „Wüstenpredigt" an und gegen jüdische Unjuden. Doch nicht mit Religion fuchtelt der Prediger, nicht mit Nationalität, mit Idealen oder Ynit „Fragen": er spricht nirgends „im Namen von", konvulsiver sittlicher Zorn, nirgends Begriffe, nur Anschauung, keine befrackte „sittliche Entrüstung" — aber tiefer Ekel. Der schwingt bald die Wortgeißel über „schminkgebeizte" Gesichter, bald sagt er zornig überschnappt einen Kindervers auf. Dann wieder lugt ein putzig-herbes Gleichnis hervor, oder aber es wird in Verzweiflung dem Heuchler eine Lehre an den Kopf geworfen — eine Lehre, die über den Rahmen des Jüdischen hinaus sich weit i n d a s Menschliche verfliegt. Und mag die äußere Attitüde an Nietzsche erinnern, die Leidenschaftlichkeit der Stimmung an einen mönchischen Eiferer — im Ton und in der modernen Wesensform hat dieser weltliche Prediger kein Vorbild. Denn die Propheten und Evangelisten predigten Schlechten und Schlichten, Kierkegaard Schwankenden und Philiströsen. Nietzsche Verführten und Verführern, Rabbiner und Pfarrer Gläubigen oder Ungläubigen — er aber Heloten, Aeffenden, Verschminkten, Qualligen, Eklichten. D i e will . er nicht bessern, nur geißeln: mit Morten von JUang und .Bild und Zorn und „heißer, weher Galle". Doch aber ist der derbste Ausdruck noch voll keuscher Resonanz: ein kindhaft naiver Fanatismus, gestählt durch verantwortungsvollen Ernst. Unsere antiassimilatorischen Schriften bis jetzt waren auf Ueberzeugen eingestellt oder Ersühlenlassen. Was aber für neuzeitlich nervierten Menschen kein Leitartikel und Feuilleton und kein Ruf des Blutes bewirkt, das will der Fanatiker: mit vergiftetem Hammer in die Köpfe eine Bresche schlagen, die geistig verschmalzt sind, oder objektiv und abgeklärt, für „nichts Kleineres zu haben sind, als Menschheit und Allheit". „Jeschurun". Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. 3. Jahrgang. Heft 4. Herausgeber: Dr. I. Wohlgemuth. Verlag des „Jeschurun" Berlin N. 24. Inhalt: Deutschland und die Ostjudenfrage <3. Aufsatz); A. Blau : Mar Brods Roman „Tycho Brahe's Weg zu Gott"; M. Ben-Elieser; Die alte Zeit; F. Kanter: Der „große" Sabbat. „Deutschlands Eroberung der Luft". Verlag Hermann Montanus, Siegen. Preis 2 Mark. Deutscher Mut und deutsche Kühnheit haben in langer, eifriger Friedensarbeit eine Luftwaffe geschaffen, die nun das Vaterland schützt und dem Feinde Tod und Verderben bringt. Die Entwicklung des deutschen Flugwesens hat hier Ingenieur W. Hackenberger an der Hand von 315 Photographien dargestellt. Hellmuth Hirt hat das prachtvolle Buch mit einem Geleitwort versehen. „Jeschurun", Monatsschrift für Lehre und Leben im Judentum. 3. Jahrgang. Heft 3. Heraugeber: Dr. I. Wohlgemuth. Verlag des „Jeschurun" Berlin N. 24. Inhalt: I. Heinemann: Jüdische Weltanschauung und patriotische Geschichtsbetrachtung. A. Blau: Gustav Meyrinks Roman „Der Golem". D. Hoffmann: Probleme der Pentateucheregese XI (von Noah bis Abraham, die Völkertafel: Gen.-Kap. X und XI). S. Schiffe r: Talmudische Miszellen. Aus dem Korban-Mincha-Siddur. Mitteilung. Neuerscheinungen der talmudischen Literatur. Dr. phil. Siegfried Gelles, Rabbiner der Synagogen-Eemeinde Lissa in Posen. Vom wahren Leben. Gedanken und Themen zu Predigten für das ganze Jahr. Verlag von Louis Lamm, Berlin. Dr. I. Rosenberg. Der Weltkrieg im Spiegel des Psalmbuches. Verlag von Louis Lamm, Berlin. Hei mann Gunkel. Israelitisches Heldentum und Kriegsfrömmigkeit im Alten Testament. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht. Göttigen 1916. Birjrmin Segel. „Die polnische Judensrage." Verlag Georg Stilke, Berlin NW. 7, Hofbuchhändler Seiner kaiserl. und königl. Hoheit des Kronprinzen. Tätigkeits-Bericht des Hilfskomitees für die Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina in Aussig a. d. E. unter Leitung des Obmannes Oscar P i ck, Vorsteher der israel. Kultusgemeinde. Erstattet vom Schriftführer Rabbiner Dr. Arthur Rosenzweig in Aussig a. d. E. Selbstverlag. Flugschriften zur Au,Gärung über ostjüdische Fragen. Rr. 1. Dr. Nathan Birnbaum. „Was sind Ostjuden?" Zur ersten Information. Wien, 1916. Verlag R. Löwit, Wien, 1. Bez., Rotenturmstraße 22. „Der Jude". Eine Monatsschrift. Heft 1. April 1916. Herausgeber: Dr. Marlin B u b e r, Heppenheim a. d. Bergstraße (Hessens. Inhalt: Marlin B u b e r : Die Losung; Hermann Gien n : Das Volk und der Einzelne; Hugo Bergmann : Der jüdische Nationalismus nach dem Kriege; Fritz Mordechai Kaufmann : Grenzsperre; Alfons Paquet: Gedanken zum jetzigen Problem; Moses C a I v a r y : Jiddisch; Mar B r o d : Erfahrungen im ostjüdischen Schulwerk; A. D. Gordon : Arbeit; R. Salmann: Emanzipation und Entjudung; R. Bern st ein: Russische und jüdische Feldpost. Bemerkungen: Ernst Rappeport: Das neue Wort zwischen den Völkern; Arnold Zweig : Das Mittel des Geistes; Siegfried Bernfeld: Jüdische Wissenschaft; M. A.: Helden und Drückeberger; Ai. C.: Die Probe; Berl Locker : Eine Denkschrift; S.: Palästinische Literatur im Kriege; Ludwig Strauß: „Wir Deutschjuden"; S. R.: Antisemitismus; M. M.: „Ostjuden"; B.: Argumente. Vom Verlag R. L ö w i t. Abt.: „Der Jude". Berlin N. 37. Weißenburgerstraße 6. oder Wien. 1. Bez., Wollzeile 6. zu beziehen. Der Äbonnementspreis beträgt für den Jahrgang 10 Mark (Kr. 14. ), für das Halbjahr 6 Mark (Kr. 7. ), für das Vierteljahr Mk. 2.50 (Kr. 3.50). Das Einzelheft kostet 1 Mark (Kr. 1.40). Krirfkastr«. B. Der Feldpostbrief in Nr. 18 ist von Herrn Samuel Bäudler anhergelangt. Der Name des Einsenders wurde aus Versehen ausgelassen. K. F., Prag. Eine Geschichte der Familie Kuh eristiert unseres Wissens noch nicht; eine solche Monographie wäre eine würdige Aufgabe für einen jüdischen Historiker. K. B. Dem soeben erschienenen American Jewish Pearbovk 1915/16 ist zu entnehmen, daß die Zahl aller Juden 13.277.542 beträgt, und zwar leben in Europa 9.988,197 (hiervon im europäischen Rußland 5.939,770 und in Oesterreich-Ungarn 2.258,262). in Asien 356.617. Afrika 413,259, Australien 10,415 und in Amerika 2.500,054 (allein im Staate Newyork 2.258,262) Juden. Den Angaben liegen die Resultate der letzten Volkszählungen zu Grunde. K. Wer kann uns in Oesterreich oder in Ungarn ein Institut für Realschüler mit jüdischer Erziehung und ritueller Verpflegung in einem Internat empfehlen? Zuschriften an die Redaktion. Noliz. Jüdische Bühne. Direktion S. Podzamcze, 2. Bez., Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). Wochenprogramm : Freitag, den 19. Mai: „Jschu Rah"^ Samstag, den 20. Mai: „Das zehnte Gebot" von Goldfaden. Sonntag, den 21. Mai. nachmittags: „Madame Mirel" von Hancrykrak; abends 8 Uhr: „Schulem Bajes". Mittwoch, den 24. Mai: „Das gebrochene Mutterherz". Danksagung. Moritz L. Bondi, Vor st and des Tempelvereines „Tefilath Jeschurun". Prater, spricht seinen herzlichen Dank aus für die aus Anlaß des Hinscheidens seiner sei. Mutter ihm zugekommenen zahlreichen Zeichen der Teilnahme und der Sympathie. PJ«n Q|q11q sucht als Sekretär, Torleser oder Instruktor OICllC ein 25jähriger Akademiker, der ganz besondere Fähigkeiten als Stilist und selbständiger Konzeptsarbeiler besitzt. Offerten an R. Halpern, Wien, IX., Thurngasse 13, T. 10. 6.

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