Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 20 (19.5.1916)
- Date
- 1916-05-19
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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■)u 20 Dr. Bloch's Wochenschrift Serie 3-tö beugt, Worte größten Leides spricht. Stets wird der Oelbaum mit dem Namen dieses teueren Toten prangen, die Mahnung rms tündend: „Weinet nicht ob des Heldentodes unseres geliebten Gesinnungsgenossen Leopold Reuhoj-s! Israel, dem Gotteskimpfer entsprechend, fiel er fürs Vaterland, im Kampfe mit jenem Volke, das unsere Brüder so knechtet, ging er zur Nutze ^:n Wege der Vollendung seiner Ideen. Wie oft hat er uns die Schicksale dieser unserer armen Brüder erörtert und uns sodann gemahnt, nie Herzl's Worte zu vergessen: „Helfet, wo nur zu helfen möglich ist." Leopold Neuhoss war aber auch der wahre Voltsmann, und als solcher einte er uns zu einem Ganzen, gab sein letztes Scherflein für ein edles Werk, gewährte jedem Fremden Hilfe und Schutz. Darum kann auch nur ein Psalmistenwort uns trösten: »Ni-« lo?i i iWnen ,>i. ki :,«<> *'/i o< (Was sollen wir tun. Du. Allvater, hast es gewollt!). Nur seine irdische Hülle ruht im Grab, sein Geist ist unter uns, und wenn einstens in friedlichen Zeiten wir die Gräber unserer gefallenen Brüder besuchen werden, wird dieser Hügel uns ein Altar sein! Jüdischer Handlungsgehilfen verband P r o tz n i tz. Meran. Auf den Aufruf der Gefertigten in diesem Blatte und auf Grund persönlicher Intervention sind folgende Spenden eingegangen : Israel. Kultusgemeinde in Wien Kr. 1500.—, Budapester israel. Religionsgemeinde 1000.—; Budapester orth.-israel. Gemeinde 500.— und 100 Feldflaschen Wein; Herr Bondi, Wien. 50.—; Herr Rabbiner Friedmann, Husiatyn, 100.—; Herr Rabbiner Friedmann, Tschortkow, 130.—; Herr I. M. Herschl, Kipischinik, 72.—; Herr L. Türkei, Wien, 100.—; „Agudas Jisroel", Wien, 200.—; Frau Dr. Grünwald. Wien. 40.—; Herr Wolf Pappenheimer, Wien, 10.—; Sammlung „Ggnenlöseg", Budapest, 130.—; Rabbiner Dr. Altmann, Meran. 20.—; Messingwerke Erich Levi, Berlin. 200.—; Leutnant Finkenstein 100.—; N. R.. Meran, 100.—; N. N., Meran. 20.—; N N.. Meran. 20.; N. N.. Meran. 10.—; N. N.. Meran. 20.-; M. F., Meran, 6.—; N. N., Meran, 6.—; Frau Brabander, Meran. 20. -; N. N., Meran. 10.—; N. N., Meran. 5.—; Emilie Karo. Meran, 10.—; Jonas Schachtitz. Wien. 10.— : Elise Kramer. Wien, 10.—; Moriz Breda. Brünn. 10.—; „Jüdische Korrespondenz", Wien. 12.—; John Stoddard. Meran, 10.—; N. N.. Meran, 10.—; Familie Götz, Meran. 10.—; Direktor Turetzki. Meran, 20.—; Rudolf Brumelik 10.—; N. N.. Villa Placida. Meran, 5.—; Anna Pick, Meran. 10.—; Eisenstein 2.—; Frau Löw, Meran. 5.—: Mayer Stütze!. Meran. 30.—; Herr Glück, Meran, 2.—; N. N., Meran. 5.—; N. N.. Meran, 2.—; Aron Hirsch. Berlin. 71.45; Anna Lamberg. Meran. 5.—; Frau Wechsberg, Meran. 5.—; Wilhelm Spitzer. Meran. 10.—; Oskar Andres, Meran, 10.—; Frau Sofie Nie, Meran, 10.—; Marco Man dl. Meran, 10.—; Rosa Mändl, Meran. 10.—; S. Rosentower. Meran, 10.—; Isidor Fränkel. Meran. 10.—; Zoltan Stössel. Meran, 30.—; Adjunkt Geliert, Meran, 4.—; N. N.. Meran, 10.—; Hermann Zipper, Meran. 10.—; Jenny Altmann. Meran. 10.—; Wilhelm Buchsbaum, Meran, 5.—; Frau Stranski. Meran. 5.—; Herr Seif, Meran. 2.—: Franz Telisch. Wien. 5.; N. N.. Meran. 2.—; Valerie Stössel. Mödling. 10.—; Therese und Alfred Heller, Wien. 12.--; Isak Lickt. Krakau. 10.—; Lazar Weinreb, Ezernowitz, 10.— : N. N.. Meran, 10.—; Dr. von Gara. Meran, 10.—; Rudolf Kohn. Wien. 50.—; Frau Josef Eurka, Wien, 10.; Armin Einqedenk. Pirnik, 5.—; Ignaz Breuer, Berndorf. 5.—; Elias Barber. Orlau. 5.— : N. N.. Meran. 100.—; Jakob Bermann. Meran, 20.—; Elias Bloch, im Felde, 20.—. Gegen 1000 jüdische Soldaten und Kriegsgefangene der Südwestfront wurden mit Mazzos und teilweise auch mit Wein versehen. Nahezu 100 Mann von Meran und Umgebung erhielten volle rituelle Verköstigung während der ganzen Festdauer. Leider mußten viele zu spät eingelanqte oder der Verhältnisse wegen unerfüllbare Wünsche unserer lieben Feldgrauen unerfüllt bleiben. Allen hochherzigen Spendern, insbesondere den löblichen Porstehungen der angeführten Gemeinden und Körperschaften, den Herren Rabbinern, Redakteuren, den geehrten Damen: Frau Rabbiner .Dr. Altmann und Frau Dr. Bermann. die sich in der tatkräftigsten Weise der Aktion annahmen, wie auch dem Hotelbesitzer Herrn Leop. Bermann in Meran, der die Ausspeisung in der selbstlosesten Weise auf das Allerbeste durchführte, spricht namens unserer wackeren jüdischen Krieger den herzlichsten Dank aus Für das Komitee für Verköstigung jüdischer Soldaten und Kriegsgefangener in Südtirol: Rabbiner Dr. A l 1 m a n n als Feldseelsorger des k. u, k. Landesverteidigungskommandos in Tirol. v? Sandor Ries. Jakob Bermann. Feuilleton. Me Tragödie dreier Kruder. (Aus dem „Ungarisch-jüdischen Kriegsarchiv". Mitgeteilt von Dr. A. Fürst, Szekesfeh^rvar.) Bon den (Mitteln meines Großvaters, Salamon Pollak, des ersten Juden und Knltnsprüsldenten 2o prons, von den drei prächtigen Salzer-Jungen spricht die Mär, die, im Frieden vereint, auch im Kampfe nicht voneinander ließen. Ihr Vater, Moritz Salzer, Wien (Malzgasse 12;, hatte nebst anderen drei diese drei Söhne. Eduard, der jüngste, wollte bereits vor zwei Jahren Soldat werden, tonnte aber den gestrengen Ansprüchen einer Friedens assentkommission nicht entsprechen. Sigmund, der intelligenteste, ein feuriger Anhänger der zionistischen Ideen, wurde in seinem ganzen Tun und Lassen von dem edlen Trotze geleitet: und doch werde ich es chnen zeigen, was wir Juden tonnen. Jungoerheiratet, der glück liche Gatte einer Proselytin, war der dritte, Bela. ein ganzer Mensch, der die Lasten und Sorgen des Lebens mit überlegenem Humor bewältigte. Und der Knabe, der Jüngling und der Mann erhielten zu gleicher Zeit den Mahnruf des Vaterlandes: auf einmal kamen sie zur Musterung, zusammen eilten sie unter die Fahnen, an einem Tage rückten sie ein zu dem ruhmreichen Soproner (Oedenburger; Hausregiment Nr. 76. In eine Kompagnie, in einen Zug, in einen Schwarm wurden sie eingeteilt und in einer Reche, Schulter au Schulter', marschierten sie strammen Schrittes durch die Straßen der Kaiserstadt Wien — drei Infanteristen wie soviele Hunderttausende. Aber im Regimente kannte und liebte jedermann daS Geschwistertrio und dank dem Wohlwollen ihrer Vorgesetzten, konnten sie meist auch ihre „Urlaubszeiten" gemeinsam im elterlichen Hause verbringen. Ende April schlug endlich die schwere Stunde des MschiedS. Noch ein heißer Lebewohlkuß und eine sorgenvolle Mahnung entringt sich den Lchpen der Mutter: Bela, achte auf deine Brüder! Als ob sie geahnt hätte, daß der Bruder für die Brüder, der ältere für die jüngeren zu leiden.haben werde. Das Marschbataillon ging ab und kam gerade zur rechten Zeit nach Galizien, zum siegreichen Turchbrüch bei Gorlice. Wir haben sie noch in lebendiger Erinnerung die herrlichen Tage des vorjährigen Wonnemonates, als da droben die genialste Strategie der Weltgeschichte den Feind sozusagen Heraussog aus den Tälern der Karpathen und hier zu Haufe eine berauschende Siegeswonne warmen, fröhlichen Frühling in unsere fast schon erstarrenden Glieder zauberte. Glücklich konnte sich jeder schätzen, der bei diesem übermenschlichen Siegeszug mitsein und mittun konnte, und glücklich waren die Eltern, wenn nicht der Höfer, sondern die Feldpost anlangte. Tie rosaroten Karten kamen auch pünktlich, bald schrieb der eine, bald der andere: wir befinden uns wohl; gottlob es fehlt uns nichts: wir gehen vorwärts. Gemeinsam war auch jetzt ihr Zelt, gemeinsam ihre Menage, teilten — wenn es schlecht ging — den Bissen .Brot und den Schiluck Wasser und schliefen gemeinsam in ein und demselben Schützengraben. Aber das grausame Schicksal zerstörte leider allzubald auch diesen sin wahrer Bruderliebe geschlossenen Dreibund. Bei Lemberg geschah eS, wo sich der Russe, für sein letztes Prestige kämpfend, verzweisjelt wehrte. 'Am 25. Juni in der Nacht bekam Eduard, der jüngste, bei einem Sturmangriff ein Dumdumgeschoß, das ihm das Gelenk des Oberschenkels zertrümmerte. Beim Morgengrauen, als die hin- und herwogende Schlacht ein