Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 19 (12.5.1916)
- Date
- 1916-05-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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N. 19 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 32b Herr Spitzer regte an, die Kinder zur Gartenarbeit heranzuziehen. Herr Dr. Stricker begrüßte die Ausführungen des Herrn Mendl rnit lebhafter Befriedigung und trat gleichfalls für eine Vergrößerung des Heimes zum Zwecke der Aufnahme von Kindern der bemittelten Klassen gegen Entgelt ein. Zu einer solchen Vergrößerung seider Boden da und das Kapital vorhanden. Redner bemerkte, daß der Direktor des künftigen Kinderspitals, Herr Doktor Zappert, mit der Verwendung der Heimstätte Laa als Rekonvaleszentenheim sich einverstanden erklärt habe. Herr Freund führte aus, daß!der Verein eine große Wohltat üben würde, wenn er auch Kinder gegen Entgelt aufnehmen würde. Als ehemaliger Landwirt tonftatierte Redner, daß in der Landwirtschaft um 50 Prozent mehr produziert werden könnte und erklärte sich bereit, die Wirtschaft zu besichtigen. (Beifall.) Präsident Eißler betonte, daß der Verein in keinem Falle seine Selbständigkeit aufgeben dürfe. Der Vorstand könne nur bauen, wenn der Baufonds beisammen ist. ^Hebitcr dankte für jalle gegebenen Anregungen, welche die Vereinsleitung in sorgfältige Beratung ziehen werde. Herr Keleti führte aus, daß die Heimstälte vor allem beit a r m e n Kindern Heilung bieten müsse, für welche niemand zahlt. Herr Ignaz Glück sprach sich gleichfalls für eure schrittweise Entwicklung des Vereines aus. Die Landwirtschaft des Vereines sei für die jetzige Zahl der Kinder ausreichend, es fei jedoch zweifelhaft, ob deren Produkte auch einer größeren Kinderzahl geirügen würden. Auf Antrag des Revisors, Herrn Ignaz Urbach, erteilte die Versammlung dem Vereinsvorstande einstimmig das Abfolutorium. In den Vorstand wurde Herr Ignaz Glück neugewählt und die Revisoren Armin Wall es z und Ignaz Urbach wurden in ihrer Funktion bestätigt. Mit Worten herzlichen Dankes an die erschienenen Damen und Herren schloß der Vorsitzende die Versamnrlung. Tie 10. Generalversammlung des Kaiser Franz Josefs- Kinderhortes (2. Bez.. Angartenstraße), fand mit Rücksicht auf den Krieg und die erst im November stattgehabte Feftversammlung in bescheidenem Rahmen statt, ohne Versendung von Einladungen. Trotzdem hatten sich eingefunden: Baronin Charlotte von K ö n i g s w a r t e r („Weibliche Fürsorge"), Sofie G r ü nfeld („Ferienheim" und Sektion Kinderfürsorge), Frau G e i f e n h e i m e r („Frauenhort"), Brandt (..Providentia"), kais. Rat Krüger (,,Elisabeth-Lehrmädchenhort"), Dr. Wolf und Rosenblatt („Treubund"), Amtsleiter Krauß. Frau Dr. Charlotte Frischauer begrüßte in formvollendeter Rede die Anwesenden, worauf Fräulein Jenny Löwy. 'die mit ihrem Bruder, Herrn Siegfried Löwy, so verdienstvoll im „KaiserFranz Josefs-Kinderhort" wirkt, den Rechenschaftsbericht als Schriftführerin erstattete, in dem sie auf die erhöhte Kriegsarbeit des Vereines hinwies, der nicht nur durch die gesteigerten Lebensmittelpreise /.sondern auch durch die Entsendung von 28 Schützlingen (als Zweig der „Weiblichen Fürsorge") in die Ferienkolonien in Neulengbalch seine Mittel aufs äußerste anzustrengen gezwungen war. Auf Antrag der Frau Brandt wurde der Gesamtvorstand per Akklamation wiedergewählt, Fräulein Dr. Herzberg-Fränkl und Frl. Röschen Schur neugewählt. Frau Brandt drückte noch dem Vorstand die Anerkennung der Mitglieder ans, während die „Weibliche Fürsorge" schriftlich für die aufopfernde Tätigkeit des Vereines gedankt hatte. Frau Tr. Frischauer schloß die Versammlung mit einem Hoch auf den Kaiser, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. Der älteste Wiener Kinderhort, der sich auch bei Schulen und Behörden so großer Förderung erfreut, hat seine Not wendigkeit nie mehr dargetan, als in dieser traurigen Zeit, wo Ernährung, Erziehung und Aufsicht der Kriegsjugend oberste Pflicht jedes Patrioten und Menschenfreundes sein sollte. _ Tier Leopoldstädter Israelitische Frauenverein tritt demnächst ins Leben, nachdem Mittwoch, 3. Mai, eine Vorbesprechung des gründenden Komitees im Zeremoniensaal des Tempels des zweiten Bezirkes stattfand, in der die von Frau Direktor Ul mann verfaßten Statisten mit einigen Aenderungen genehmigt wurden^ die der Statthalterei nunmehr unterbreitet werden. Frau Dr. G r u n w a l d. die erste Anregerin des Vereines, wurde per Akklamation zur Präsidentin, Frau Anitta Müller und Frau Bezirksrat R üb n e r zu Vizeprüsi dentinnen, Frau Dr. Ka Minka und Dr. Weiß zur Schriftführerinnen, Natalie Beran und OlgaFischer zu Kassierinnen, Frau Regine May zur Vertreterin der Fürsorge ernannt. Der Stifterbeitrag wurde mii' 300 Kronen, der Gründungsbeitrag mit 50 Kronen, der Mitgliedsbeitrag mit 5 Kronen festgesetzt, so daß es weiten Schichten ermöglicht wird, dem so notwendigen neuen Vereine, der die von Juden so dicht bevölkerten Bezirke der L e o p o l d st a d t und der Weiß g ä r b e r (III.) zu seinem Betätignngsrayon erwählt hat, ihre werktätige Sympathie zuzuwenden. Es haben sich sofort vier Gründerinnen, Frau Natalie v. Gold sch in i d t, Frau Bertha D o n r e i ch, Frau Olga F r i e d m a n n, Frau Dozent Sofie Grünfeld, angemeldet, während Frau Anitta Müller und die „Weibliche Fürsorge" den ersten Propagandafonds unterstützten. Wir zweifeln nicht, daß jede jüdische Frau, jedes jüdische Mädchen les ist auch eine Jugend gruppe in Aussicht genommen) diesen. Vereine beitreten werden. der geeignet ist, einer der wirksamsten Faktoren jüdischer Armenpflege zu Werdern und endlich dem namenlosen Elend in der Leopoldstadt beizuspringen. Herr Amtsleiter K r a u ß, dessen Gattin in den Vorstand eintritt, hat die Vorarbeiten mit seiner werktätigen Sympathie begleitet, während Frau Baronin Charlotte v. K ö n i g s w a r t e r und Frau Direktor Ulmann durch ihre Anwesenheit di" Sympathien der „Weiblichen Fürsorge" ausdrückten, aus deren Schoß der neue Verein hervorgeht. Möge es Frau Rabbiner Dr. Grunwald, deren organisatorische Tätigkeit, Aufopferungsfähigkeit und Menschenliebe sich zuerst im MasWl el Dol, dann als Leiterin und Anregers der Kartoffelaktion der „Weiblichen Fürsorge" so unvergeßlich bewährt haben, unter Beihilfe aller Kreise der beiden Bezirke, namentlich aber unter Mithilfe ihrer Mitarbeiterinnen, zu denen sie estre Anitta Müller und Frau Rübner zählen darf, gelingen, sich durch Schaffling des Vereines ein unvergeßliches Verdienst um die Wiener jüdische Armut zu erwerben. — Spenden und Mitaliedsanmeldungen nimmt schon jetzt Frau Rabbiner Margarethe Grün w a l d, 2. Bezirk, Ferdinandsstraße 23. entgegen. Clotilde Benedikt. Jüdische Bürgermeister. Zu dieser in der Vorwoche gebrachten Notiz tvird uns geschrieben: „Mit aufrichtiger Freude lese ich Ihre Kriegsmitteilungen, und als guter Ungar, jedoch keineswegs in* transigenter Chauvinist, habe ich mit Genugtuung wahrgenoiNmen, daß Sie mit viel Sympathie die Angelegenheiten meines Vaterlandes behandeln. Nr. 18 Ihres werten Blattes bringt den Artikel: „Ein jüdischer Bürgermeister in Ungarn". Obzwar ich