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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-05-12 · 19 (12.5.1916) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
19 (12.5.1916)
Date
1916-05-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 324 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 19 für Ungarn: an die Magyar Altalanos Hitelbank, Budapest, für Deutschland: an die Deutsche Bank, Berlin, Postscheck-Konto Nr. 1000 — für sämtliche auf das Konto ,K riegsfpitalshilfe für Palästina" — zu senden und uns .zu erlauben, Ihren löblichen Verein in unserer Mitgliederliste als Gründer zu führen. Mit vorzüglicher Hochachtung Dr. Alfred Stern, Präsident der israel. Kultusgemeiude Wien. Dr. Julius Schlag, k. k. Hofrat. Hermann W c i n b e r g c r, Präses der Chewra-Kadischa für die westlichen Bezirke Wiens. Adresse für Zuschriften: K. k. Hofrat Dr. Julius Schlag, Wien, 2. Bezirk, Obere Donaustraße 109. Verein „Kinderheim". Der „Verein zur Errichtung und Erhaltung von Heimstätten für verkrüppelte, schwäche und rekonvaleszente Kinder jüdischer Konfession" hielt am 15. April d. I. im Restaurant Tonello unter dem Vorsitze seines Präsidenten, Herrn Moriz Eißt er, seine 18. ordentliche Generalversammlung ab. Zu derselben waren erschienen in Vertretung des Kultus-Vorstandes Herr Dr. I. Samuel y, in Vertretung der Zentralstelle für das jüdische Armenwesen die Herren Kultusvorsteher Heinrich M e n d l und Sekretär Dr. Löwy, in Vertretung des „Kinderhort" Herr Karl I r e u n d, in Vertretung des „Hietzinger Frauen Vereines" Frau Elsa Kling er und in Vertretung des „Mädchen-Unterstützungsvereines" Frau Regine U l lmann. — Dem Jahresberichte entnehmen wir, daß der Verein nach Ausbruch des Krieges seine Heimstätte in Laa dem Fürsorgeamte des k. u. k. Kriegsministeriums zur kostenlosen Unterbringung und Verpflegung von dreißig Kindern armer Reservistenfamilien oder solcher, deren Erhalter durch den Krieg arbeitslos geworden waren, für die Dauer von sechs Monaten zur Verfügung gestellt hat. Nach Abschluß dieser Aktion ist dem Verneine das imchfolgende Anerkennungsschreiben zugekomimen: .! , [ i j j Gruppe I. — Zahl 2709. Wien, den 26. März 1915. An den Verein „Kinderheim" in. Wien, 9. Bez., Universitätsstraße 8. Unter freundlicher Mitwirkung der k. u. k. Gesellschaft für Kinderschuh ist die Rückstellung der während voller sechs Monate in Ihrem so vorzüglich geleiteten Kinderheim in Laa versorgten Reservistenkinder am 20. d. M. ordnungsgemäß erfolgt. Es gereicht daher jetzt dem k. u. k. Kriegsministerium (Kriegsfürsorgeamt) tzum besonderen Vergnügen, dem sehr geschätzten Verein „Kinderheim" für die überaus hochherzige Widmung, welche es ermöglichte, armen Reservistenfrauen durch ein halbes Jahr die schwere Sorge um deren Kinder zu benehmen, den allerinnigsten Dank auszusprechen. In seinem Wirkungskreise .hat damit Ihr sehr geschätzter Verein eine wahrhaft patriotische Tat vollbracht, welche voll gewürdigt und ehrend anerkannt wird, sowie der besonderen Anerkennung wert ist. L ö b I, Feldmarschall-Leutnant. Im Spätsommer 1915 konnte das Heim durch Aufnahme krüppelhafter und schwacher jüdischer Kinder feiner ursprünglichen Bestimmung wiedergegeben werden. Mer auch jetzt noch zwang die mittlerweile eingetretene ganz außerordentliche Verteuerung aller Lebensmittel die Vereinslcitung, die Aufnahme auf das notwendigste Maß zu beschränken. Der Bericht schließt mit einem dringenden Appell an die jüdische Oeffentlichkeit, dem Vereine in dieser schweren Kriegszeit nach Möglichkeit die erforderlichen Mittel zuzuführen, um den armen Eltern kranker jüdischer Kinder eine gegenwärtig doppelt notwendige Erleichterung zu bieten. Hiezu ist das opferwillige, treue Aus harren aller b i s h e r i g e n M i t g l i e - der, die Anwerbung neuer Mitglieder und die werktätige H il fe l eistun g aller jüb is ch en Nien schenfreunde crfordcrlich. „So sehr auch der Krieg gegen übermächtige Feinde," heißt es wörtlich, „die unser teueres Oesterreich bedrohen, alle Kräfte aitzspannt, so darf doch deshalb der Krieg gegen die Feinde der menschlichen Gesellschaft, gegen Krankheit und Elend, keinen Augenblick stillstehen, und vor allem müssen wir die Kinder schützen, welche die künftige Lebenskraft des Staates bedeuten." Der Verein hat seit seinem,Bestände in der Heimstätte zu Laa 886 kranke Kinder in 51.338 Verpflegstagen mit einem Kostenaufwande für den bloßen Haushalt von 145.892 Kronen, somit per Tag und Kind 1.59 Kronen, verpflegt. An Milch allein, welche der Verein ans seiner eigenen Landwirtschaft bezieht, wurden im Jahre 1914 9333 Liter und im Jahre 1915 4785 Liter konsumiert. Die Einnahmen betrugen im Jahre 1914 26.153 Kronen, die Ausgaben 19.801 Kronen. Im Jahre 1915 beliefen sich die Einnahmen auf 21.985 Kronen, die Ausgaben auf 12.377 Kronen. Nach Begrüßung der Versaimnlung und der erschienenen Delegierten hielt Herr Präsident Eißler den verstorbenen Vorstandsmitgliedern Ignaz Klein und Solomon Stein einen warmempfundenen Nachruf und sprach den edlen Wohltätern, welche die Humanitären Zwecke des „Kinderheim" durch Spenden förderten, sowie den Professoren und Aerztcn für deren selbstlose Tätigkeit den innigsten Dank ans. Von der Verlesung des gedruckt vorliegenden Jahresberichtes wurde Umgang genommen und es erstattete sodann der Obmann des Geschäftskomitees, Herr Vizepräsident Emil Keleti, ein eingehendes Referat über die Heimstätte in Laa. Redner wies auf die großartige »'Heilerfolge hin. welche durch die ausgezeichnete Ernährung und den Aufenthalt in frischer, reiner Luft an ckrüppelhaften Kindern erzielt wurden. Es-waren - erstaunliche Gewichtszunahmen schon nach wenigen Wochen, und zwar von zwei vis sechs Kilo, ja sogar bis zehn und zwölf Kilo, zu verzeichnen. Kinder, welche bei ihrer Aufnahme Hände und Füße zur Hilfe nehmen müßten, konnten schon nach! kurzer Zeit aufrecht gehen. Besonderes Lob zollte der Redner der Oberin Frau Kreuze r, welche in wahrhaft mütterlicher Weise für die Kinder sorgt. Der Verein hat. die Absicht, nach Maß gabe der zu fließenden Geldmittel feine Heimstätte weiter auszubauen. doch wird der Umfang der Erweiterung von der Höhe der zur Verfügung stehenden Mittel abhängig sein. Das in der eigenen Landwirtschaft insvestierte Kapital verzinst sich mit sechs bis sieben- Prozent. In der Diskussion über den Bericht verwies Herr Generalkonsul Jaques Weiß darauf, daß die Kultusgemeinde dem Verein in dankenswerter Weise eine Subvention gewähre, und lud den Vertreter der Kultusgemeinde, Herrn Dr. Samuel y, zu einem Besuche der Heimstätte ein. Herr Kultusvorsteher Dr. Samuely erklärte, daß er für die Erhöhung der Subvention eintreten werbe, und empfahl neuerdings den schon einmal erörterten Gedanken, daß die Heimstätte in Laa mit dem von der Kultus^ gemeinde zu erbauenden Kinderspitale als Rekonvaleszentenheim in Verbindung gebracht werde. Er dankte namens des Kultusvorstandes für die Einladung zum Besuche des Heimes, welcher er gerne Folge leisten werde. (Lebhafter Beifall.) Herr Kultusvorsteher M e n d l betonte, daß die Geldfrage leicht gelöst werden könnte, wenn der Verein auch Kinder des Mittelstandes gegen Bezahlung aufnehmen würde. Die hieraus erzielten Einnahmen könnten den armen Kindern zugute kommen. Auf solche Weise wäre, es möglich, den Fassungsraum zu vergrößern, ohne den Betrieb zu verteuern. (Lebhafte Zustimmung.)

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