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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-05-12 · 19 (12.5.1916) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
19 (12.5.1916)
Date
1916-05-12
Page
– (sequence 14)
Language
German
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li.tuc 326 Tr. Vloch's Wochenschrift Nr. 19 niemals Männer des öffentlichen Leberls nach ihrer konfessionellen Zugehörigkeit beurteile, so erlaube ich mir doch, als Beweis dafür, daß in Ungarn viel liberalere Auffassung herrscht, zur Ergänzung Ihrer Mitteilung folgendes beizutragen: Dr. Salomon Reichard war Jahre hindurch in Satoralja-Ujhelh. Vor 8—10 Jahren war die wirtschaftliche Lage dieser Stadt eine sehr triste. Auf allgemeines Verlangen!wurde Dr. ,R e ichar d an Lie Spitze der Stadtverwaltung gestellt, für den es ein großes wirtschaftliches Opfer bedeutete, diese Stelle anzunehmen. In wenigen Jahren hat er die Finanzen der Stadt in Ordnung gebracht und in 'jeder Hinsicht glänzende Beweise seiner Energie geliefert. Nach Ablauf seines Mandates zog er sich jedoch 'von seinem Amte zurück. Dr. Erdelyi Gyula war zirka 30 Jahre hindurch Beamter der königlichen Freistadt Baya. Ein Dezennium lang bekleidete er das Amt des Obernotärs (Vizebürgerbürgermeisters), dann wurde er zu nt Bürgermeister erwählt. Vor Jahresfrist ging er in Pension. Beide Herren sind Juden. Doch finden wir auch im Verwaltungsdienste der Komitate. (Bezirkshauptmannschastenj und Ortsgemeinden Glaubensgenossen in leitender Stellung in großer Anzahl. Wien, am 7. Mai 19l6. Mit vorzüglicher Hochachtung Tr. R. M." Zu de Ni selben Thema bemerkt auch „Egyenlöseg^ in seiner jüngsten Nummer, daß der erste jüdische Bürgermeister in Ungarn iu den Sechzigerjahren gleichfalls in Baya in der Person des dortigen Advokaten Moritz Hauser gewählt wurde. X. Tätigkeitsbericht des Arme n - Amb u la to r in m s des Zionistischen Zentralkomitees flir KMgsflttchtlittM, Wien, II., Taborstratze 20 s. In der Besuchszeit vom 1. bis 30. April 1916 wurden behandelt in der Ambulanz für: Augen 239, Chirurgie 174, Fräuenlranlheitcn I 272. Frauenkrankheiten- II 11, Haut- und Geschlechtskrankheiten 167, Interne, I 154, Interne, II 192, Interne III 291, Kinderkrankheiten I 88, Kinderkrankheiten li 58, Nase und Kehlkopf 110, Nerven 207, Ohrenkrankheiten 43. Orthopädie 95, Zahnheilkunde I 59, Zahnheilkunde II 67. zusammen 22>27 Patienten. Seit Bestand des Ambulatoriums: 61,600 Patienten. Infolge der Osterfeiertage war das Ambulatorium fünf Tage geschlossen. Unsere Kriegs-Sederfcicr in Budweis in Böhmen. Mit dankbarem Herzen müssen wir der herzlichen Sedcrabende in Budweis gedenken, an denen über 60 Soldaten, zum größten Teil Verwandte und Kranke, sowie auch in der Umgebung Stationierte teilnahmen. Die Sederfeier, die in der Loge des Vereines „Bene Beriß" ftattfand, ließ uns alle durch die überaus herzliche Bewirtung, die alles äufbot, um uns die Abende häuslich-festlich zu gestalten, vergessen, daß mir dieses schönste unserer Feste nicht im Kreise unserer Familien feiern konnten. Vor allem sind wir zu tiefstem Danke Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Karl Thieberger verpflichtet, der nicht nur die Anregung zur Veranstaltung dieser Feier gab, sondern selbst in liebenswürdigster Weise die schwierigen Vorarbeiten überwand und selbst dafür sorgte, daß den Verwundeten und Kranken, sowie den in anderen Städten Stationierten ein Urlaub erteilt wurde. Nicht minder gilt unser Dank der 'Budweiser Kultvsgemeinde, an deren Spitze Herr taiserl. Rat F o n 11 steht, sowie Herrn Dr. H e s k y, die an beiden Sederabenden in unserer Mitte weilten und als Hausväter die Sederfeier abhielten, als auch dem Damenkomitee für ihre große Bemühung, die sie in reizendster Weise vollbrachten. Wir werden alle, noch nach Jahren, gerne der schönen Feier gedenken. Korporal Mar Breda, Gmünd. Klagcnjurt. Für die während der Pessachjeiertage in Klagenfurt und Umgebung weilenden jüdischen Soldaten unserer Armee und Kriegsgefangenen wurden dank dein Entgegenkommen des k. u. k. Staiionskommandos und der tatkräftigen Unterstützung der Vorstehung der kultuellen Institution, die zu diesem Zwecke eine größere Spende widmete, zwei Sederabende veranstaltet und auch zu den anderen Mahlzeiten der beiden Hauptferertage rituelle Kost verabreicht. An den beiden echt kriegsgemäßen Sederabenden, die in einer ärarischen Baracke stattfanden, nahmen das erstemal 120 und den nächsten Tag 130 Soldaten teil. Es bot ein ergreifendes Bild, die verschiedenen Typen des jüdischen Volkes mit gleicher Andacht, mit gleicher Inbrunst von dem Auszuge Israels aus Aegypten erzählen zu hören. Alle Teilnehmer werden den Herren und Damen, die sich um das wohltätige Werk liebevoll bemühten, vielen Dank wissen. Olmütz. Im Redoutensaale, dem schönsten Saale der kgl. Hauptstadt Olmütz, welchen der Stadtrat zur Verfügung gestellt hatte, fand während neun Tagen die unter streng ritueller Aufsicht des galizifchen Schächters H. S e i f m a n n stehende rituelle Osterverlöstigung der viele hunderte zählenden, in 41 Ersatz-Körpern und Anstalten eingeteilten israelitischen Soldaten der Garnison statt. Von dieser Zentrale aus wurden mit Ausnahme des Kriegsspitals, woselbst eine dem Redoutensaale unterstehende Filiallüche dieses sowie das angrenzende Epidemiespital versorgte, das Earnison-Landwehr-Reserve-Landesspital, den Garnisonsarrest und das Kriegsgefangenenlager verköstigt, während die in den Dörfern zcrstreuten Batterien vom Redoutensaale die rituellen Lebensmittel faßten. Die unbeschreiblich mühselige, aber mit Erfolg gekrönte Arbeit wurde von einem Komitee, bestehend aus den Herren Feldrabbiner Dr. Sicher, Hickl, Mayer, Sachs, Lauer, Deutsch, Bezirksrichter Dr. Meißner, B r o l I, den Damen Beckmann, Brach, Deutsch, Diamant, Dr. G r ü n - berge r, Hickl, Iellinek, Kohn, Lauer, Dr. L e w i 1 h, Monk, Singer, Spitz, Stößler, geleistet. Seitens des Militärs wurden als Ordner israelitische Offiziere des I.-Rgts. Nr. 54, L.-I.-Rgts., Schw. Art. 2. als Rechnungsunteroffizier Wachtmeister Lauer, als Menagemeister Korporal Engelniflnn und Infanterist Büchner, als Küchenchef Korporal Tabak, als Küchenarbeiter zahlreiche Mannschaften kommandiert. Diese, sowie insbesondere die jungen Mädchen und Knaben des jüdischen Wanderbundes „Blau-Weiß" unterstützten das Komitee in hervorragender Weise. Außer dem Menagegeld. stellte das Militär einzelne Menageersparnisse, zahlreiche Kessel. Fahrküche. Küchengeräte, Menageartikel sowie Spenden zur Verfügung. Der Kultusvorstand subventionierte die" Verköstigung durch eine namhafte Spende. Die Vorstandsmitglieder H. Hickl und Mayer erwarben sich Verdienste um hochherzige Spenden seitens der Kultusgemeindemitglieder. Auch von auswärts, insbesondere aus Wien, liefen Spenden ein."Die Sederabende. bei welchen der Feldrabbiner unter stürmischen Hochrufen von Offizieren und Mannschaften auf Seine Majestät toastierte, die Volkshymne gesungen, der gesangliche Teil des vorangehenden Abendgottesdienstes durch den vom Militär-Kommando Krakau der Militär-Seelsorge zugewiesenen Rewyorker Kantor Infi. Kaufmann besorgt wurde, insbesondere aber der zweite Sederabend, an welchem der. die Station kommandierende Herr Generalmajor Walter Schreitter Ritter. von Schwarzenseld sich durch den Platzkommandanten und einen Stabsoffizier vertreten ließ, werden allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben. Im Tagesbefehle 111 vom 20. April 1916 befindet sich folgende, den Festverlauf charakterisierende Danksagung des genannten Generals: „Feldrabbiner Dr. Gustav Sieber, mit der Zentralisierung des anläßlich des israelitischen Osterfestes im Sinne des K.-M.-Erlaß, Abt. 12. Rr. 113, 483 von 1915. an die zahlreichen Angehörigen israelitischer Religion der Garnison zu verabreichenden Kost betraut, hat diese schwierige Aufgabe in hervorragend mustergiltiger Weise gelöst. Dank seiner Umsicht hat er ausgiebige Geldmittel aufgebracht, um die Beschaffung der mit großen Kosten verbundenen rituellen Kost in ausgiebigem Maße zu erreichen, dank seiner Fürsorge wurden auch jene Mittel beschafft, um dem Feste den erwünschten Glanz zu verleihen. Unverdrossen stellte er sich in den Dienst der Sache. Dank schulden dem Feldrabbiner die Teilnehmer des Festes. Die Ersatzkörper zollen dem Feldrabbiner Dank, daß die Arbeit allein für sie geleistet hot. Ich sage ihm Dank für das Gesamtarrangement des Festes, überzeugt davon, daß es an Glanz und Würdigkeit kaum von anderer Seite übertroffen wird." Das Hauptverdienst bei der Versorgung der Verköstigung hat Herr Em. Sachs. Kattowitz. Ter Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Kattowitz, Herr Dr. Jacob Cohn, ist um 23. v. M. im 73. Lebensjahre verschieden. Der Heimgegangene, der 44 Jahre in derselben Gemeinde segensreich wirkte, war in den weitesten Kreisen des deutschen Judentums hochverehrt und sein Tod bedeutet einen schweren Verlust. Ueber die Beerdiaungsfeierlichkeit berichtet die „Kattowitzer Ztg.": Unter einer Beteiligung, wie man sie in der Stärke wohl hier kaum früher gesehen haben dürste, wurde gestern der verblichene Rabbiner der Synagogengemeindc Dr. E o h n zu Grabe getragen.

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