Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 18 (5.5.1916)
- Date
- 1916-05-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 18 Tr. Bloch'S Wochenschrift Seite 301 stattet, hingegen wird über vorgebrachte Bitte die Auszahlung des Menagegeldes auf die Hand, j c d o ch n u r au den höchsten Feiertagen bewilligt. Mehrkosten dürfeit keilte erwachsen. Nach Berichten, welche dem k. u. k. INilitärseelsorger in Wien zugegangen sind, ist bereits in mehreren Stationen die rituelle Küche eingerichtet. Z u in Beri ch t über die öffentliche P l e u a r - s i tz u n g der W i e tt e r i s r a e l. K ultu s g e in e i n d e v' 0 in 1 2. A pril 1916. In dem Referate des Herrn Bizepräsidenten Dr. Leopold Kohn über den Rechnungsabschluß Pro 1915 wurde u. a. erwähnt, daß die Beitragsleistung der Militärverwattuug für die rituelle Verköstigung der jüdischen Soldateir Kr. 1,60 Pro Kopf und Tag beträgt. Hierzu ist nachzutragen, bezw. richtig zu stellen, daß laut Militärmnd jStationskommandobefehl vom £2. April 1916 für die gesunde Mannschaft Kr. 2.18 pro Mann ultd Tag, für die kranke und rekonvaleszente Mannschaft Kr. 1.86 pro Marin nnd Tag für die rituelle Verkösti' gütig festgesetzt wurde. AenLrakstelke siir das jüdische Armerrivesen. Unter ungewöhttlich großer Beteiligung fand Donnerstag, den 27. April, 6 Uhr abends, im großen Sitzungssaale der isr. Kultüsgemeinde, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, die Delegierten-Versammlung der Zentralstelle für das jüdische Armenwesen statt. Erschienen waren die Damen: Barottin Charlotte K ö n i g s w a r t e r, Ernilie Weiß, Regirre K o p st e i n, Hermine Kadisch, Katharina Kohn, Charlotte Kisch, Nina Nobel, Frau D!ir. Deuts ch, Frau Dr. S ch u r, Dr. Minna H a l p e r n, Sofie W a l t u ch, Helene S t e i n, Alice Bruckner, -Dr. Rosa Steiner, Henriette Stiaßny, Frau Rabbiner Dr. F e n ch t w a n g, Frt. Hebung Wolfs, Rosa Werne r, Frau S u b a ck, Lina Weiß, Regine Ullmann, Sofie Q' u i t t n e r, Frau H o ch e n b e r g, Frau Dr. K r e n n b e r g e r, Frau H e l - l e r, Frau Jako b, Frau Dozent Sofie G r ü n f e l d, Charlotte F r i s ch a u e r, Frau Bach stez, Frau Professor Friedericke Roth, Marie Kohn, Frau Rabbiner Dr. G r u n w a l d, Frau Dr. B e r n e k, Anna B r a rr d, Frl. Lea B o n d y, Frau Dr. H o p f i n g e r, Grete Fr i sch, Albine Re iß, Frau Rabbiner Dr. K a m i n ka, Amalie Korany, L-ofie Deutsch, Auitta Müller, Therese^S p i r a, Olga v. D o k t o r, Rosalie K a h n, Jenny Frank, Frau Jda Figdo r, Frau. Julie Zerit er; die Herren: Heinrich Mendl, Hofrat Dr. Benjamin Rapaport, Rabbiner Dr. Gruuwald, Karl F r e u rr d, Anton B e ck, Rabb. Dr. F e u ch t w a n g, Leopold Herz, kais. Rat Dr. Krüger, Jakob Kohn, Dr. L a n g, D>r. O st i l l e r, Josef K o h n, Max Der e, Professor Salz mann, Hugo Kadisch, Ämtsleiter F r e i st a d t, Anrtsleiter Rudolf K r a u s, Vorsteher Schwarz, Anton Pisk, kais. Rat Dr. Theodor Lieb e u, Sekretär Euril Adle r, Ignatz Glück, M. Bau m, Börserat Robert K o ti s ch, Rabbiner Dr. R o se n m a n n, Sekretär Emil Engel, Moritz U n g a r, Jakob K rau s, Salo L e in berge r, Arnold Schleife r. Ducke s, Adolf H echt, Vorst. Grün tv a l d, Rabbiner Dr. K a m i n k a, Dr. R i b a z e w s k Y, Dr. Rudolf F ü r t h, S ch afrane k, Dr. I. S. B l o ch, Adolf H o f b a u e r, Professor Dr. Wilhelm Roth, E. F r v st, Dr. M. S ch n e p p, kais. Rat Alfred S a ch s. Der Vorsitzende, Herr Heiitrich M e n d l, eröffnet die Versammlung mit der Begrüßung der Erschienenen und widmet hierauf dem im Vorjahre Heimgegangenen Präsidenten der Zentralstelle, Dr. Gustav Kohn, folgenden Nachruf: „Seit unserem letzten Beisammensein hat die Zentralstelle durch das.Hinscheiden des Herrn Doktor Gustav Kohn einen schweren Verlust erlitten. Trotz vielseitiger Inanspruchnahme hatte derselbe seinerzeit das Präsidium der Zentralstelle übernommen und seinen erstaunlichen Fleiß, seine stets rege Arbeitskraft unb Arbeitslust — Eigenschaften, die ihn so sehr auszeichneten — in den Dienst unserer Institution gestellt. Er war liicfjt nur ein Ehren-, sondern insbesondere ein Arbeitspräsident, der sich um alle wichtigen Angelegenheiteil kümmerte. Ruhig und überlegen, hat er jede Allsicht, jede Ueberzeugung geachtet, und nie ist es vorgekommen, daß er jemanden in schroffer Weise entgegellgetreten wäre. Eiil gütiges, liebenswürdiges Wort hatte er auch für den, dessen Meinung er direkt zurückwies. Bei aller Schärfe des Verstandes, über die er in so hohem Grade verfügte, haben Herz und Gemüt jederzeit einen großen Einfluß auf alle seine Entscheidungen geübt. Das war bedingt durch die Liebe zu den Menschen, welch? delr Hingeschiedenen so sehr erfüllte. Ein Mensch, voll und ganz, eilt Schätzer der Menschheit, ein Träger des Hu luanitätsgedankens, wie sie in unserer so kalten, alif Berechnung und Vernunft beruhenden Zeitepoche kaum lvieder zu finden sind, ein Mensch! in des Wortes edelster Bedeutung ist cs, den lvir betrauern und dem tvir eilt dauerndes, treues Gederlken bewahren wollell/' Weiters gedenkt der Vorsitzende der rerstorbeueil Mitglieder: Dr. Anselm Halpern, Mitglied des Kuratoriums, Tr. James Klang, Ignaz Klein, Salamon Stein und Frau Josefine Lieben. Nach Verlesung und Verifizierung des Prowkolls der letzten Generalversammluna, erstattet Sekretär Dr. M. L ö w y den Tätigkeitsbericht. Ter Bericht konstatiert die bedeutend erhöhte Zahl der Ein- und Ausgänge, der Anfragen und erteilten Auskünfte, die Vermehrung des Katasters, der derzeit bereits 30.268 Katasterblätter umfaßt, die Kinderbekleidungsaktionen in den Jahren 1914 und 1915, lvobei im letzten Jahre durch Vermittlung der Zentralstelle unb unter Mitwirkung hervorragender Wohltäter mehr als 600 Nachbekleidungen ermöglicht wurden, die überaus ersprießliche Tätigkeit des Kurverbandes, der im Jahre 1914 mehr als 200 Kurfälle mit Kurbeiträgen von 30 bis 200 Kronen durchführte, und auch im Jahre 1915 die allerdringendsten Fälle bewältigte. Großen Segen brachte die von unserem verelvigten Präsidenten Tr?Gustav Koh'n angeregte Notstands aktion der Wiener Kultusgemeinde, mit deren Durch' führung die Zentralstelle betraut wurde. Es fei nur übersichtlich konstatiert, daß an Aushilfen und Unterst ü tz u n g e n für notleidende Wiener Familien, für galizische Flüchtlinge, für S o l^ date n, f ü r aus Feindesland z u r ü ck g e k e h r t e Internierte usw. ein Betrag von über 300.000 Kr. verausgabt tvurde. Nach Erstattung des finanziellen Berichtes ergreift der Vorsitzende, Herr Heinrich M e n d l, das Wort zu nachstehenden Ausführungen: „Die schwere politische Erschütterung, die seit der letzten Delegiertenversammlung eingetreten ist, hat eine Desorientieruna, ein Abschwanken von der vorgezeichr eten Richtung und ein Einschwenken in die Richtung der Kr'egsfürsorge bei fast allen Institutionen zur Folge gehabt, wodurch) für eine organisatorische Tätigkeit kein Platz blieb. Verschärft wurde diese Situation durch die Ab^ Wesenheit so vieler, zu Kriegsdiensten Einberufener und durch die Personalfragen im Präsidinnr, welches längere Zeit ganz verrvaist war. Bor kurzer Zeit bin ich von den Herren Kollegen im Kuratorium provisorisch mit der Führung der Geschäfte betraut worden und gleichzeitig ist Vom Herrn Kollegen Beck die Anregung erfolgt, der Ausgestaltung unserer Institution nunmehr energischer