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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-04-28 · 17 (28.4.1916) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
17 (28.4.1916)
Date
1916-04-28
Page
– (sequence 16)
Language
German
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<2ii!f 284 Tr. Bloch'S Wochenschrift N. n Vereines von ihrem 8. bis zirka 20. Lebensjahre zu verbleiben. Der Verein, der mit Bewilligung der k. k. niederösterreichische psStatthalterci nunmehr den Namen „Kaiserin Elisabeth-Heim für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen" führt, erbittet sich das geschätzte Interesse und Wohlwollen aller edlen Menschenfreunde für seine eminent sozial-humanitären Institutionen, deren Ausgestaltung noch große Mitteln erfordern wird. Jede Spende an Naturalien, Wäsche, Kleidungsstücken, Einrichtungsgegenständen usw. werden mit großem Tanke cntgegengenommen, ebenso können Anmeldungen zum Beitritt als Mitglied in der Vcreinzkanzlei, 2. Bezirk, Malzgasse 7, erfolgen. Unsere jüdischen Künstler. Während die waffenfähigen jüdischen Mitbürger in hervorragendem Maße an den riesigen Blutopfern beteiligt find, welche der gegenwärtige Weltkrieg heischt, unterziehen sich mit nicht' minderem Eifer als zur Verteidigilng des Vaterlandes, die nicht z u m F ront - dien ste G eeigneten einer ebenfalls sehr wichtigen Aufgabe: der Beschaffung von Geldmitteln zu charitaliven Zwecken. Auf diesem ausgedehnten Gebiete können wir täglich die Namen jüdischer Künstler — und auch Dilettanten lesen, die unentwegt ihr Können in anspruchslosester Weife in den Dienst der öffentlichen Wohltätigkeit stellen, um so auf dem Umwege über das Entzücken des Publikums das grenzenlose Weh und Elend ivenigstens in etwas zu lindern. W i e v i e l e n T a u s e nd e n ch r i st l i ch e n Verwundete lt k o m in t d o ch dieser unermüdliche jüdische K u n st f l e i ß z u - statten! Es muß dies einmal nicht nur ausgesprochen, sondern auch öffentlich anerkannt werden, diese freiwillige, sehr häufig unbelohnte Indienststellung für die heilige Lache, die doppelt hoch anzuschlagen ist, als sie trotz rüder Anrempelungen unserer jüdischen Mitbürger seitens der antisemitischen Organe stattfindet und immer neue Blüten Zeitigt. Gewiß sollen damit die Darbietungen der christlichen Künstler nicht herabgesetzt werden, allein zwischen diesen und den „anderen" dehnt sich angesichts des sehr einseitig gehaltenen Burgfriedens doch eine unüberbrüch< bare Kluft. Bei der Fülle dahingehörender Darbietungen Muß natürlich auf die Einzeln-Anführung verzichtet werden, jedoch können wir uns nicht versagen, auf eiuc Beraum staltung im besonderen zurückzukommen, die aus mehrfachen Gründen des hohen Interesses nicht entbehrt; es war das am 7. April l. I. im Mittleren Konzerthaussaal von einen: Spezialkomitee zugunsten unserer in Tschita, Antipicha und Pietschanka (Sibirien) in Kriegsgefangenschaft schmachtenden Mannschaft unternommene Wvhltätigkeitskonzert. Zunächst erteilten die an der Spitze des Ganzen stehenden Persönlichkeiten demselben eine höhere Weihe. Niemand geringerer als Ihre kaiserl. Hoheit die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Maria Theresia hatte das Protektorat übernommen: an ihrer Seite wirkte das Ehrenpräsidium, bestehend aus Sr. Exzellenz Markus Freiherrn v. Spicgelseld und Frau Thekla Kö v e ß von Kövezhaza, mit dem Tamen-Komitee, bestehend aus den Damen Baronin Lederer, Berta Litt m a n n, Sophie T u sch ins ky und E. S t a ch-H o sma n n. Allein nicht nur die edle Samariterin von königlichem Geblüt hatte in echt königlicher Gesinnung ihre stets der idealtz sten Nächstenliebe gewidmete kostbare Zeit zur Verfügung gestellt, auch ein Sproß aus unserem erhabenen Kaiser hause verschmähte es nicht, seine Geistesblüten dem edlen Zwecke zu schenken. Ihre kaiserl. Hoheit, die dnrchlanclch ligste Erzherzogin Immakulata, verlieh durch ihre Klavier Kompositionen „Arabische Phantasie" nnd „Y.ilse mmiionmG dem Ganzen ein erhöhtes Gepräge. Nicht allein diese Tondichtung selbst, die vom höchsten Feingefühl zeugen, sondern ein anderer wichtiger Umstand von großer Tragweite ist es, der unser höchstes Interesse hiebei fesselte, der, daß gerade ein jüdis cher Kun stjünger z u m Interprete n dieser tiefen Innerlichkeit ausersehen ward, allerdings der durchgeistigsten einer, Prof. Jul. Wolfsohn. Wie überhaupt der ganz?.'. Abend fast lediglich im Zeichen der jüdischen K u n st stand. Nicht unsere Sache ist es, Heren Leistungen zu würdigen. Allein der Lockung, ihrer in aufrichtiger, großer Anerkennung jzu gedenken, können und wollen wir nicht widerstehen. Da ist vor allem die in Petersburg tätig gewesene Opernsängerin Frl. Sonja Herma, eine reizende, jugendfrische Künstlerin, welche hauptsächlich die Kosten des Abends bestritt und mit jeder ihrer neun Nummern höher emporwuchs; sodanu der bereits erwähnte Herr Wolfsohn, dessen Empfindung und Reinheit des Anschlags nichts zu wünschen übrig ließen; die feingestimmte Harfenistin Frl. Steffi G o l d n e r, nicht zum mindesten die Klavierbegleiterin Frau Marie Bross o m e u t, die sich ihrer mitunter sehr schweren Aufgabe glänzend (gewachsen zeigte; endlich der sGeigenkünstter Herr Reinhold Zips. Sie alle mußten über tosenden Beifall des zahlreichen und gewählten Publikums zu mehrfachen Zugaben sich verstehen und wurden sodanu seitens der allerhöchsten Herrschaften durch längere Gespräche ausgezeichnet. Außer den genannten beiden kaiserl. Hoheiten war vom Hofe noch Frau Erzhherzogin Bianca mit drei Töchtern erschienen, so daß dieser Abend wohl zu einem der vornehmsten gezählt werden muß. Ter glänzende Verlaus, glänzend auch ob seines Reinertrages, zeigte so recht wieder, wie das Gute durch die allseitige Betätigung des WahlsprucheS unseres erhabenen Monarchen herbeigeführt, wird.., . Daß gerade Mitglieder unseres allerhöchsten altehrwürdigen Kaiserhauses in so herzerquickender Weise sich mit den Geringsten unserer Gesellschaft „Viribus unitis-' beispielgebend zusammenfinden, um ein edles Werk zu, fördern, liefert zunächst einen Beweis mehr für ihre wahrhaft erhabene Gesinnung, zugleich aber auch siir den Satz, daß wahre Religiösität keinen Antisemitismus kennt. Möge dieses herrliche Vorbild seine erziehliche Wirkung ans die Feinde des Judentums nicht verfehlen! Verein zur Ab w e.hr des An tisemitismlt s. Juden Oesterreichs! Ju ernster Zeit tritt der „Jüdische Nationalverein in Oesterreich" an die österreichischen Juden mit denk Mahnrufe heran, sich zu sammeln und zu organisieren. Die alte Habsburger-Monarchie wird nach dem Kriege, nach siegreicher Ucbcrwindung ihrer äußeren Feinde an ihren inneren Umbau zu einem modernen Völkerstaate, zu einem Rechts-, Kultur- und Wirtschaftsstaate schreiten müssen. Anläßlich dieses historischen Momentes iverden alle Nationalitäten mit ihren Forderungen herantreten. Berücksichtigung aber werden nur jene finden, hinter ivelchen st a r t e Organisation e n als Machtfaktoren stehen. Die Juden der Monarchie iverden dann trotz ihres während des Krieges mit den größten Opfern von Blut und Gut betätigten österreichischen Patriotismus einen harten Kampf für die Gleichberechtigung als Ratio n, R e l i g i o n und Staatsbürger führen müssen. Der „Jüdische Nationalvereiu in Oesterreich", der ans r e i ch s t r e u e r und v o l k s t r e u e r, d ech o k r al i s ch e r u n d so z i a lr e fo r m atoris ch G r u ]t dlage fu ß t, e r st r e b t‘ i n e r st er Li rtvf fd'i e An --

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