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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-04-28 · 17 (28.4.1916) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
17 (28.4.1916)
Date
1916-04-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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'Jh. 17 Tr. Ploch's Wochenschrift -cltc 285 e r k e it it u lt fl b e r I üben a l S g l e t ch b c r c cf> 11 fl t c fl t i o 11 a I i t fl t i it u it s e v o v M o it a r ch i e. Um bicjeu ftampt für seine jüdisch-nationalen, u.odern-österreichischen, delnokratifchen unb sozial-reforinatorischen Anschauungan energisch führen zu können, ist eS Unerläßlich, baß dies durch Massenbeitritt der Hilden Lesterreichs ermöglicht wirb. Schon jetzt harren des „bübischen 9ccutoiunoeieiiiCö" uxichtige Aufgaben sozi al-wir tschaftlicher und nationalpolitischer Natur, an deren Lösung er jedoch naturgemäß während des Krieges unmöglich herantreten kann. Umjo früher und intensiver wird daher seine Wirksamkeit ans allen diesen Gebieten nach dem Kriege einsetzen müssen. Nun gilt eS die gegenwärtige Kriegszeit gehörig auszun ätzen, diese Arbeiten vorzubereiten, sich gleich den anderen Völkern der Monarchie zu sammeln uno zu organisieren. Mögen sich allerorts die gesunden, treujüdischen Elemente iu den Dienst dieser nachtigen OrganisierungSarbeit stellen. Besonders aber die Juden im Osten der Monarchie, die sich gerade während dieses Krieges vom Werte einer p o l i t i f ch e n R c i ch s o r g a - n i s a t i o n mit dem Sitze in der R e i ch S h a lt p t st a d t, ivelche ihre Interessen und Beschwerden direkt und nachdrücklich bei den Zentralstellen zu vertreten in der Lage ist, überzeugen fomitcu. Der „Jüdische Nationalverein in Oesterreich" ist ein politischer Verein. Dein statutarischer Zweck ist die Stärkung des jüdischen Stammesbewußtseins, die Wahrung und Förderung jüdisch-nationaler Bestrebungen und Einrichtungen, sotvie die Geltendmachung der Interessen der Juden Oesterreichs auf politischem, kulturellem und wirtschaftlichem Gebiete. Die Mittel zur Erreichung dieses Zweckes sind: a> Abhaltung von Versammlungen; d) Veranstaltung von Vorträgen und geselligen Zusammenkünften: c! Aufstellung und Unterstützung gesinnuugStüchtiger Kandidaten für die verschiedenen öffentlichen Vertretungskörper in Oesterreich; di Herausgabe und Verbreitung Volt Flugschriften, Broschüren und anderen Druckschriftelt gemäß den Vorschriftelt des PreßgejetzeS: e) Abfassung und Kundgebung von Petitiollen, Abreisen, Denkschriften und Ausrufen; l'i Gelvährung voll Rechtsschutz an eines solchen bedürftigen Jubelt. Mitglied des Vereines kanit jeder großjährige, eigenberechtigte, jüdische Mann sein, der das staatsbürgerrecht in Oesterreich besitzt. Der mindeste Jahresbeitrag beträgt Kr. 1.—. Juden Oesterreichs, wollt ihr in dem werdenden Neu-Oesterreich einen Anwalt eurer nationalen, politischen und wirtschaftlicheil Interessen, wollet ihr die Zusammenfassung aller Juden des Reiches, danit schaffet durch Beitritt zum „Jüdischen Nationalverein tu Oesterreich" eine starke politische ReichSorganisatou. Für den Ausschuß: Advokat Dr. S. K a ß it e r, Ingenieur Robert Stri ck e r, ' Obmann-Stellvertreter. Obmann. Redakteur M. H c n i s ch, Sekretär. Beitrittserklärungen sind ait das Vereinssekretariat, Wien, 2. Bezirk, Zirkusgasse Nr. 33, zu richten. Kriegswaisenhaus. — Jnmlidenstiftung. Die Großwardeiner isr. Kultusgemeinde hat iit ihrer jüngsten Borstandssitzutlg über Vorschlag des Präsidenten Tr. Armin Adorjün beschlossen, ein Knaben,vaisenhaus zu errichten, iu tvelchem in erster Reihe KriegSlwaisen Aufnahme sinden sollen. Die Vorarbeiten silld bereits im Zuge. Für das Waisenhaus sind bereits mehrere namhafte Speltdeil altgemeldet worden. Die Witwe des berühmten llngarischen Reichstagsabgeordneten Dr. Julius Rosenberg, geborene Karol'ii'.a Texeira de Mat tos, hat zugll asten der Kriegs inva'.iden, -Witwen und -Waisen des Eiseaburger Komi late? eine Stiftung im Betrage von 200.l)3t) Kronen errichtet. Aus derl Zinsen der Stiftung sollen nicht vor übergehende Gaben bewilligt werden, sie sollen vielmehr zur Schasfung ovtl Existenzen dienen, dancit die Invaliden, bezi'.huugSweise Witwen und Waisen deS Kriege?, llicht in die beschämende Lage versetzt werben, dauernd aus milde Gäbet! ihrer glücklichere» Mitbürger ange lvicsen zu sein. Aus .er ch nuna ein es orltzodoren Ku! t uevi zepr ä fitrrut e n. Wie uns ans Kiansenburg mitgeteilt wird, wurde dein Kontrollor der königl. nngar. Staarsbahnen Lazar Sasz von Sr. Majestät das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens ain Bande des Mili ä' rerdienstkreuze? rer liehen. Die Anszeichnung erfolgte in Anerkennung der hervorragenden Verdienste, die er sich bei der Abwick lung des Kriegsvelk.hre? envorben hat. Kontrollor Sasz ist gleichzeitig Vizepräsident der orthodoxen israelitischen KultuSgelneiude, nin deren Entwicklnng er sich gleichfalls große Verdienste envorben hat. Ableben eines jüdischen Kurialrichters. In Budapest verschied vor einigen Tagen Dr. Sig lnuttd Reichard, Richter all der königl. ungar. Kurie, dein oberstell (Gerichtshöfe iu Ungarn. Der Verstorbene gehörte zu den anerkannten Autoritäten des ungarischen Richterstandes und der juristischen 'Wissenschaft. Er ging aus denk Advokatenstaude hervor und ist als Richter, in verhältnismäßig kurzer Zeit, fast immer anßertourlich, bis zu seiner zuletzt innegehabten Stellung eneporge' stiegen. Er hatte diesen raschen Aufstieg ausschließlich seinem feinen Rechtsempfinden, seiner anerkannten G^- sctzeskenntnis und seiner gründlichen juristischen Bildung zu verdanken. Persönlich war Dr. Reichard der bescher denste, anspruchsloseste Mensch, der niemals.Protektionen suchte, noch iu der Oessentlichkeit eine Rolle zu spielen trachtete. An seinem Leichenbegängnis nahmen fast sämtliche Richter der obersten Gerichtshöfe unter Führung der Präsidenten der Kurie und der königl. ungar. Tafel sowie die hervorragendsten Verteidiger teil. An seinem Grabe sprach namens der Richterkollegen D r. Bela G a l l i a, Richter an der königl. ungar. Tafel in Budapest. Avleben eines jüdischen Agrariers. Eine sehr interessante Gestalt der ungarisch jüdischen Gesellschaft ist vor kurzem in Budapest gestorben. Es vt dies der Grundbesitzer in Obecse Alexander Galambos, der ein richtunggebendes Mitglied der ungarischen Land wirtekreise war. Der Agrikulturverein des Bacser Ko mitates hat in ihm einen seiner Begründer verloren, der lange Jahre hindurch als Direktor des Vereines wer dienstvoll tätig war. Hervorragende Verdienste hat sich G a t a m b o S auch dadurch erworben, daß er im selben Komitate die Genosseuschalt der Milchproduzenten ins Leben rief und mit dem derzeitigen Leiter der Sektion für Viehzucht im Ackerbaumiuisterium Johann S erb an buchstäblich von Dorf zu Dorf zog und das Volk zur Vereinigung aneiferte. Seine Alsoreter Wirtschaft war mustergiltig und die Landwirte der Umgegend kamen hin, um zu lernen. Er war ein sehr beliebter, wirkungsvoller Volksredner, der auch die Feder geschickt führte. Solang? seine Gesundheit ungetrübt war, spielte er in den polih tischen und gesellschaftlichen Bewegungen eine führende Rolle. Auch an dein konfessionellen öffentlichen Leben

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