Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 14 (31.3.1916)
- Date
- 1916-03-31
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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N .14 Dr. Bloch's Wochenschrift L>. te 229 zu gelten. Mazzoth und Mazzothprodukte (Grieß) dürfen nur in Gewichtsmengen von 50 Granrm oder eines Vielfachen dieser Menge und nur gegen Abtrennung je eines Brotkartenabschnittes für je 50 Gramm Mazzoth oder Mazzothprodukte entgeltlich abgegeben werden. Die entgeltliche Abgabe von Mazzoch darf n i ch t v o r dem 8. Apri l 1916 erfolgen. Uebertrctungen dieser Verordnung werden, insoweit nicht die strafgerichtliche Verfolgung eintritt, von der politischen Bezirksbehörde mit einer Geldstrafe bis zu 2000 K. oder nnt Arrest bis zu drei Monaten, bei erschwerenden Umständen aber mit einer Geldstrafe bis zu 5000 K. oder mit Arrest bis Zu 6 Monaten bestraft. Bei einer Verurteilung kann auch auf den Verlust der Gewerbeberechtigung erkannt werden. Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Kundmachung in Kraft. Das einzige jüdische Altenhaus Palästinas mit Sperrung bedroht. An die „Hilfskommission 1915 für Palästina" gelangte am 24. d. M. aus Jerusalem die telegraphische Mitteilung: „A l t e n h a u s „Vereinigte M o s ch a b S e k e n i m" Notlage dro h e n d A u f l a s s u n g bitten sofortige U n t e r st ü tz u u g. V o r st a n d." Das jedem Besucher Jerusalems auf das vorteilhafteste bekannte jüdische Greisenheim, eine der verdienstlichsten Schöpfungen der Heiligen Stadt, in der hunderte und aberhunderte würdige jüdische Greife und Greisinnen liebevolle Pflege gefunden und in Frieden ihre Tage beschlossen haben, ein herzerhebendes Denkmal pietätvoller Fürsorge für das darbende Alter, muß jetzt aus Mangel am Unentbehrlichsten seine Pforten schließen! Der Krieg mäht nicht allein die wehrhafte Manneskraft, auch das hilflose Alter fällt ihm zum Opfer. Eine Ehrenpflicht der gesamten Juden heit ist es, das drohende Unheil zu verhüten. Unter der Pflegschaft dieses Altenhauses befinden sich Väter und Mütter zahlreicher jüdischer Männer, die jetzt auf blutiger Wählstatt fürs Vaterland gefallen sind. Sie haben damit ihren einzigen Ernährer ver-; loren. Dem Hilferufe Folge leistend, bitten wir alle edlen Herzen, durch beschleunigte Spenden der dringenden Gefahr vorzubeugen, daß diese Alten, darunter namhafte Gelehrte, auf die Straße gesetzt und zum Hungertode verurteilt werden. Die bisherigen Zuwendungen für diese Anstalt, selbst die Jahresbeiträge der Mitglieder, sind infolge der Schwierigkeiten des Postgeldverkehres seit langem ausgeblieben. Wir übernehmen die kostenfreie pünktliche Uebermittlung auch solcher Beträge aus allen Ländern für das bedrohte Institut. Die Hilfskommission 1915 für Palästina. .Zahlstelle.' für Oesterreich: Bankhaus S. M. von Rothschild, Wien, 1. Bez., Renngasse 3; für Ungarn: Altanos Hitelbarrk, Budapest; für Deutschland: Deutsche Bank, Berlin, Postscheckkonto Nr. 1000; (sämtlich auf das Konto „Hilfskommission 1915 für Palästina" mit dem Vermerk: „für Mo schab Seien im"). Dringende Bitte für unsere jüdischen Feldgrauen im Kriegsgeb wle Südtirols. Zum zweitenmale werden wir, allem Anschein nach, ' das Pessachsest im Getümmel des Weltkrieges begehen. Ter Augenblick der Weltrühe ist noch nicht gekommen. Ist es schon für den frommen, gesetzestreuen zivilen Jehudi unter den Heuer obwaltenden Umständen überaus schwer und mühsam, das Nötige zu beschaffen, um den rituellen Anforderungen des schönen mnd gestrengen Festes gerecht zu werden, so besteht diese Schwierigkeit umso mehr für die von der religiösen Betätigung vielfach ganz abgeschlossenen Feldgrauen. Und doch wird die jüdische Gesamtheit und jeder einzelne gute Jude nichts unterlassen, um auch Heuer der Schwierigkeiten Herr zu. werden und das geliebte heilige Fest in gewohnter, altererbter Vätersirte zu feiern. Darf da unserer braven, heldenmütigen Vaterlandsverteidiger und der glaubensgenössischen Kriegsgefangenen vergessen werden? Gewiß nicht! Jeder, der einen Sohn, einen Bruder. Freund oder Verwandten im Felde hat, weiß und muß fühlen, was im Herzen des Geliebten vorgeht, wenn der Zeitpunkt des weihevollsten aller Feste, des Pessach, mit den herrlichen Sederabenden herannaht. Wer noch dazu, wie der mitgefertigte Milüärfeelsorger, Gelegenheit hat, mit den Soldaten in religiöse Fühlung zu treten und immer und wieder die flehentlichen Bitten zu vernehmen, ihrer für die rituelle Pessachversorgung eingedenk zu sein, wird begreifen, wieso man sich, wenn auch nicht leichten Herzens, entschließen kann, mit einem Weckruf wie den vorliegenden an die ohnehin stark belastete jüdische Dessen t lichkeit 'heranzutreten. Die besten und edelsten jüdischen Söhne Oesterreichs und Unganrs stehen hier gemeinsam mit ihren Kameraden anderer Konfessionen in treuer, todesverachtender Wacht gegen den wätschen Erbfeind. Sie verdienen, daß auch ihren heißen seelischen Wünschen, wenn auch unter den schwersten Opfern, Rechnung getragen werde. Von der hohen k. u. k. zuständigen militärischen Oberbehörde wird, über Einschrstten der Gefertigten, das gewöhnte, verständnisinnige Entgegenkommen in weirmöglichstent Maße nicht ausbleiben, weshalb es die Gefertigten unternehmen, schon jetzt die Bitte auszusprechen: Helft uns umgehend, Euren Söhnen und Brüdern, Gatten und Anverwandten eine große seelische Sorge abzunehmen und ihr frommes, für Gott, Kaiser und Vaterland treu schlagendes Herz, zu erfreuen. •. Das Komitee für die rituelle Verköstigung der österr.- ungar. ifr. Armeeangehörigen und jüd. Kriegsgefangenen in Südtirol. Adresse: Jsr. Seelsorge für Südtirol in Meran, Rabbiner Dr. A l t m a n n. Nandor Ries, Vorstandsmitglied des isr. Kultus-Kom. für Südtirol in Meran. Rabbiner Dr. Altmann, als Militärseelsorger. Jakob Bermann, Mitglied des Kuratoriums der Königswarter-Stiftung in Meran. Alle Spenden werden in den Zeitungen ausgewiesen. Wien. (Verband der i s r a e l. Religion slehret an den ö sterr. Mittelschulen.) Montag, den 20. d. M., fand unter dem Vorsitze des Obmannes Rabb. Dr. M. 'Rosenmann die vierte Ausschuß- Sitzung in diesem Schuljahre statt. An derselben nahmen teil Obmann-Stellvertrerer Prof. Dr. H. P o l l a k, Kassier Prof. Dr. L. Gold h a m m e r, Schriftführer Doktor M. Huß, sowie die Ausschußmitglieder Rabbiner Dr. D. Feuchtwang, Prof. M. Kanitz, Prof. Doktor K. Kupfer, Prof. Dr. H. Redisch. Der Vorsitzende widmete zunächst dem verstorbenen Rabbiner D^. Adolf Frankl-Grün ehrende Worte des Gedenkens. Hierauf berichtete derselbe über die bei dem hiesigen k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht unternommenen Schritte im Interesse der nichtdefinitiven israel. Religionslehrer an den Mittelschulen. Dieselben hatten das Resultat, daß die gemäß der Verordnung des hiesigen k. k. Finanzministeriums vom 9. Februar 1916, R.-G.-Bl.