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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-31 · 14 (31.3.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
14 (31.3.1916)
Date
1916-03-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 230 Tr. Vloch's Wochenschrift Nr. 14 Nr. 33, an Staatsbedienstete gewahrten (Teuerungs-) Zulagen auch an die nichtdefinitiven isracl. Religionslehrer zur Auszahlung gelangten. Weiters, das; die mir Erlas; des Ministeriums für Kultus und Unterricht vom 10. September 1015, Zahl 2956, den Supplenten zuerkannten Remunerationszuschüsse nachträglich auch solchen nichtdefinitiven Israel. Religionslehrern über deren Ansuchen im Wege der Direktion bewilligt werden, welche für die Wochensiunde hundert Kronen jährlich erhalten. Brünn. (Die Preise der jüdischen Osterbrotc.i Unter Führung des kais. Rares A. Fischt aus Olmütz erschien anr 20. März eine Abordnung sämtlicher israelitischen Kultusgemeinden Mährens, bestehend aus Dr. Günzig lLoschitz', Rabbiner Dr. Kanter iZmittauh den Kulrusvorstehern Bramer < Ung.-Brod), H i r s ch lKostet > und Plats ch e k «Gapa) beim Statthalter, um gegen die von der Starrhalterei festgesetzten Höchstpreise für die jüdischen Osterbrote (Mazzothi Stellung zu nehmen. Kais. Rat Fischl führte aus, das; er die für die Stadtgemcirrde Brünn festgesetzten Höchstpreise keineswegs einer Kritik unterziehen wolle, hingegen müsse er gegen die für die übrigen israelitischen Kultusgemeinden Mährens bcftimmtnr Höchstpreise um so energischer protestieren, als in der Regel Höchstpreise als Mindestpreise allenthalben betrachtet werden und diese Preise sich als eine ungerechtfertigte Belastung der weitesten Kreise der jüdischen Bevölkerung seitens der wenigen Mazzotherzeuger erweisen. Diese Ansicht vertrat auch Kultusvorsteher B r a m e r aus Ung.-Brod, der auf Grund statistischer Taten und sorgfältiger Berechnungen den Nachweis erbrachte, das; bei den von der Statthalterei festgesetzten Höchstpreisen für die Gemeinden des flachen Landes die Mazzothbäcker im Vergleich zu den vorhergehenden Jahren mindestens 100 v. H. verdienen müssen. Die Rabb. Dr. G ü n z i g und Dr. Kanter wiesen darauf hin, das; sie behufs Versorgung der Flüchtlinge in den umliegenden Ortschaften ihrer Gemeinde, die zunt Bezirke Policka gehören, mit den maßgebenden Faktoren der Prager Kultusgemeinde wegen Mazzothbcschaffung unterhandelt haben, und es wurden ihnen Preise von 2 bis 2.20 Kronen für das Kilogramm in Aussicht gestellt. Der Statthalter, der die Abordnung im Beisein des Referenten Hofrates Werner aufs freundlichste empfing, versprach, die vorgebrachten Beschwerden eingehend zu prüfen und sie tunlichst zu berücksichtigen. Es ist also zu erwarten, das; der publizierte Erlas; der mährischen Statthnlterei vom 17. d. M., betreffs der Höchstpreise für die jüdischen Osterbrote, eine weitgehende Aenderung erfahren werde. Soldaten-Purim in Lemberg. Es gereicht den jüdischen Frauen unserer Gemeinde zur Ehre, das; sie auch in dieser schweren Zeit, die eigentlich eine rechte Feststimmung nicht aufkommen läßt, es als angenehme Pflicht betrachtet haben, anläßlich des Purim-Festes unseren braven Soldaten eine Freude zu bereiten. Dank der Initiative der unermüdlich wirkenden Präsidentin des zionistischen Frauenvereines, Frau Rosa Pomeranz-Melzer, hat sich denn vor kurzer Zeit ein rühriges Damenkomitee zum Zwecke einer permanenten Fürsorgeattion für jüdische Soldaten, vor allem für die Verwundeten und Kranken in den hiesigen Spitälern, gebildet, an dessen Spitze außer Frau M e I z e r Frau Rabbiner Caro, Frau Dr. Ada R e i ch e n st e i n, Frau Oberlandesgerichtsrat Dresdner, Marie Zipper und Apothekersgattin Äjchkenasy stehen. In einer zu diesen» Zwecke einberufenen Frauenverjammlung legte Rabbiner Dr. Gullmann den Versammelten die Förderung dieser Aktion warm ans Herz. Nach mehrfachen Bemühungen erlangte das Komitee für eine Reihe von Damen die Bewilligung, die jüdischen Soldaten in den Lemberger Spitälern jederzeit betreuen zu dürfen. Die gleichzeitig eröffnete Spendensammlung lieferte nach wenigen Tagen ein recht schönes Resultat, und so konnten denn schon gelegentlich der am Purim-Feste in mehreren Spitälern vom Feldrabbiner Fischer abgehaltenen Gottesdienste Liebesgaben zur Verteilung kommen. Rührend war es, als im Rekonvaleszentenspital Dr. D i ck st e i n namens der kranken Soldaten den Damen in herzlichen Worten Dank sagte. Ueberaus feierlich gestaltete sich der Festgottesdienst im Tempel, wo außer der Gemeinde mehrere hundert jüdischer Soldaten, zumeist vom Bukowinaer Haus-Regiment, versammelt waren. Nachdem Oberkantor S a i tz die Megillah erhebend vorgetragen, hielt Gemeinderabbiner Dr. G u 1 t - mann eine sehr gelungene Festpredigt, in der er die Erinnerung an den alten H a m a n mit den Geschicken dessen den Zentralsmächten zu Loden geworfenen H a m a n der Jetzzeit sinnig verknüpfte. Es folgten Kaisergebet und Volkshymne, worauf die Damen des Komitees sämtliche Soldaten mit reichlichen Liebesgaben beteilten. Kaum ist Purim vorüber, da rüsten unsere wackeren Frauen zur Veranstaltung einer feierlichen Seder-Feicr für die rekonvaleszenten Soldaten. — Heber die schöne Purimfeier für die im jüdischen Kriegswaisenhause untergebrachten Kinder, wie auch für die Flüchtlingstinder soll nächstens von anderer Seite berichtet werden. B ... Keszthely. Anläßlich des Purim-Festes lud die Kultusgemeinde des Badeortes Keszthely am Platten-See die jüdische Mannschaft dieses Ortes, von denen jeder einzelne fern von seinen Angehörigen weilt, zu einem Festessen, das Sonntag, den 19. März 1916, nachmittags unk 3 Uhr, in einem Saal des Tempelgebäudes stattfand, ein: der Vordertrakt des Tempelgebäudes war die Eeburtsstätte des großen Komponisten E o I d m a r t. In Anwesenheit Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiners Dr. B ü ch I e r, des Präsidenten der Kultusgemeinde Herrn Dr. N e u m a r k und des Oberkantors Herrn S ch a p i r a wurde die Mannschaft von den Damen: Frau Rabbiner Dr. B ü ch I e r und Frau Oberkantor S ch a p i r a in der liebenswürdigsten Weise reichlich mit Speisen, Getränke, Zigarren und Zigaretten bewirtet. Nach Daniesworten an die Veranstalter des Festmahles wurden mit Zustimmung Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiners Dr. B ü ch I e r die anwesenden Damen und Herren, umgeben von der Mannschaft, als dauernde Erinnerung jedes einzelnen der Teilnehmer, in einem Gruppenbilde ausgenommen. Nicht unerwähnt bleibe bei dieser Gelegenheit, daß die Kultusgemeinde in Keszthely bereits Vorsorge getroffen' hat, daß die jüdische Mannschaft anläßlich des nahenden Pessach-Festes an den beiden Seder-Abenden zu den einheimischen jüdischen Familien geladen wird, sowie auch, daß die Mannschaft während des ganzen Pessach-Festes streng rituelle Kost bekommt. Purim im Felde. . . " M" .Feldpost 26," am '20. März 1916. Sehr ergreifend und erhebend wurde auch der zweite Purim im Felde gefeiert. Kaum nahte sich der „Sabbat suchaur" seinem Ausgange, sammelten sich schon ungefähr 500 Soldaten und mehrere Opizierc, um den Purim begrüßen und die Megillah andächtig anhören zu können. Das Bethaus war nicht imstande, diese große Menge von Andächtigen zu fassen, so daß ein großer Teil der Anwesenden außerhalb des Bethauses ihren religiösen Pflichten Nachkommen mußte. Zunächst wurde das Abendgebet verrichtet. Nachher hielt Feldrabbiner Dr. Albert Schweiger eine Ansprache, in welcher er die Bedeutung des Purim im Felde schilderte. Der Monat Adar werde von jeher als der freudebringende Monat betrachtet und so könne man hoffen, daß er unserem Baterlande weitere beglückende Siege und uns den heiß ersehnten Frieden bringen wird. Während des Vorlesens der Megillah herrschte eine große Andacht, alles lauschte gespannt dem Vortrage. Es ist leicht erklärlich, daß unter den Soldaten die richtige Purim-Stimmung fehlte, da jeder an seine Lieben dachte, wie schön er sonst ini trauten Kreise diesen Freudentag zu verbringen pflegte. Sehr befriedigt war die Mannschaft, als ihr am Purim- Tage die Liebesgaben in der Infanterie-Divisions-Sanibätsanstalt Nr. 43 verteilt wurden. Dr. Albert Schweiger, k. u. k. Feldrabbiner der Inf.--Div.-San.-Aust. Nr. 43. Tic Unterdrückung der jüdischen Zeitungen in Nuszlnnd. Meldungen der „Rjetsch" zufolge wurde die Unterdrückung sämtlicher jüdischer Zeitungen in Rußland verfügt. Von dem Verbot werden sieben Zeitungen und vier Zeitschriften betroffen. Vermischtes. „Hilfstommission 1915" und „Oefterreichisches Landeskomitee" für Palästina. Spenden- Ausweis: Zentralverein zur Pflege jüd. Angelegenheiten (Lokalkomitee für Palästina), Prag, Kr.v 4000.; Debora Thaler, Belgrad (Er-

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