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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-31 · 14 (31.3.1916) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
14 (31.3.1916)
Date
1916-03-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
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i 14 Tr. Bloch's Wochenschrift Sette 327 L ch l e s i n g e r, Korporal, rückte im Oktober 1914 zum Infanterieregiment Nr. 12 ein und erhielt im Tezem-» der 1915 die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse; viertens Arpad Schlesinger, Feldwebel, wurde gleich in den ersten Kampstagen bei Lublin verwundet, den Winter verbrachte er in den Karpathen, erhielt dort die silberne Tapserkeitsmedaille 1. Klasse und wurde zum Feldwebel befördert. Bald darauf wurde ,er ein zweitesmal verwundet, ging aber im Frühjahre wieder auf den Kriegsschauplatz. Er kämpfte bei Lemberg und bei Per Zlota- Lipa, uw er mit einem Kameraden eine Stellung hielt und mit seinem Maschinengewehr eine große Uebermacht znrückzühalten verstand. Hier erlitt er abermals eine Verwundung und erhielt -die silberne Tapferkeits-' medaille 2. Klasse und die bronzene Tapferkeitsmedaille. Jetzt ist er zum viertenmale auf den Kriegsschauplatz. Fünftens Zoltan Gesztes, ist.mit 19 Jahren eingerückt und lvar den ganzen Winter über in den Karpathen, wo er eine schwere Erfrierung der Beine erlitt. Jetzt ist er wieder im Felde. Sechstens Alexander G e s z t e s, hat im vorigen Jahre n.aturiert, ist jetzt — 18 Ihre alt — eingerückt und befindet sich in Ausbildung. _ („Egyenlöseg.") Kadett Leopokd Meiß. Kadett Leopold Reiß Infanterieregiments steht seit November 1915 im Felde und hat sich vielfach ausgezeichnet. Beim Sturme auf Oslavija führte er einen Zug an, der zu einem bleibenden Erfolge beigetragen hat. Kadett R e i ß wurde schwer an Schulter und Oberschenkel verwundet und bekam für sein tapferes und mutiges - Verhalten vor dem Feinde die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse. Pom Höersten Sanitälsral. Unter den neuernannten Mitgliedern des Obersten Sanitätsrates befindet sich auch der Vorstand des ^anitätsreferares der Oesterreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz, Herr Dr. I. Lamberger. In dieser Berufung drückt sich die amtliche Anerkennung der genannten Gesellschaft als hervorragender Faktor des öffentlichen SanitätswesenS und die Würdigung der verdienstvollen Tätigkeit Dr. Lambergers aus, der feit Kriegsbeginn die Organisation der sanitären Vorsorgen der Oesterreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz geleitet har. Infolge der ungeahnt großen Ausdehnung der kriegerischen Operationen, denen gegenüber alle nach vorgefaßtem Plane getroffenen Maßnahmen als unzureichend sich erwiesen, mußte die das Wirken der Heeressanität ergänzende Tätigkeit der Oesterreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz auf eine neue, bedeutend erweiterte Grundlage gestellt werden. Dr. Lamberger hat diese Aufgabe in einer großzügigen, den modernen Anforderungen der medizinischen Wissenschaft entsprechenden Weise mit Hilfe seiner reichen ärztlichen Erfahrung und seiner besonderen organisatorischen Begabung zur vollsten Zufriedenheit des Armees-Oberkommandos gelöst. Arih Kohn den Heldentod ertitten. Auf eine wahrhaft tragische Weise hat der im zweinndzwanzigsten Lebensjahre stehende Sohn des im 8. Bezirke, Florianigasse 25, allgemein geachteten Kauft ii.annes Heinrich Kohn, Herr Fritz Kohn, den Heldentod fürs Vaterland gefunden. Gleich bei Ansbruch des Krieges eilte der in Paris weilende junge Held in seine Heimat zurück, um seiner militärischen Dienstpflicht Folge zu leisten. Nach verschiedenen militärischen Dienstleistungen am südlichen Kriegsschauplätze wurde Fritz Kohn einem! Kommando auf einem 2700 Meter hohem Berge in den Dolomiten zugeteilt, woselbst er mehrere Monate, allen Witterungsstrapazen trotzend, seinen schweren Dienst mit Heldenmut versah, bis ihn das Schicksal durch eine Schneelawine ereilte und so ein hoffnungsvolles Leben einen jähen, aber ruhmvollen Mschluß fand. Mit dem nun allzufrüh Dahingeschiedenen verlieren die vor Gram und Schmerz tiefgebeugten Eltern ihren einzige n, zu den schönsten Hoffnungen berechtigten Sohn und wendet sich der schwergeprüften Familie des verunglückten Helden anläßlich dieses tragischen Verlustes die allgemeine Teilnahme zu. Heldentod jüdisch-polnischer Legionäre. Tie letzte Verlustliste der polnischen Legionen enthält die Namen der -vor dem Feinde gefallenen Juden Heinrich K a tz, Salomon K i s ch, Sigmund R a p p a - Port und Leon Reismann. Der Krieg im Kichte der Gefellschaftslehre. Bon Wilhelm Jerusalem. Verlag von F. Enke, Stuttgart Jerusalem's neuestes Werk, in welchem er das ge waltige Phänomen des Krieges mit Hilfe der soziologischen Methode dem Verständnisse näher bringen will, ist ein streng wissenschaftliches Werk. Wenn wir trotzdem diesem Werke eine Besprechung in dem Rahmen dieser Zeitschrift widmen, so geschaht es, weil wir dessen Ergebnisse als eine schöne Frucht der jüdischen Volksseele betrachten. Alle deutschen Philosophen von Namen und Klang haben zu dem Weltkriege Stellung genommen. Das ist ja die Aufgabe der Philosophie, daß sie mit dem wirklichen Leben übereinstimme, den Sinn des Lebens deute. Die Zeit ist vorüber, wo die Philosophie, gleich stillen, traumverlorenen Hochseen, unberührt blieb von den Stürmen, die das wogende Meer des Lebens bis in seine tiefsten Tiefen aufwühlten. 'Alle die großen Denker huldigen dem deutschen Idealismus. Mit der Glut der Vaterlandsliebe sprechen sie in diesen schweren Tagen der Versuchung ihrem Volke Mut und Hoffnung zu und betrachten diesen Krieg als gerechten Verteidigungskrieg. So auch I e r u s a l e m. WaS aber diesem Werke einen besonders hervorragenden Platz in der Kriegsliteratur sichert, ist, daß es in einem messianischen Optimismus ausklingt, wie er aus dem ethischen Urbrnnnen der Propheten quillt. In diesem .Sturmwehen der Gegenwart erblickt Jerusalem Keime einer neuen Weltknltur. Jenseits des blutigen Eisenhagels enthüllen sich ihm Richtlinien einer neuen Staatsethik. Schlicht, ohne Pathos, ohne rethorische Kunstmittel, als ein notwendiges Ergebnis einer objektiv^-wissenschaftlichen Untersuchung trägt er diese schöne Gedanken vor. Der Krieg ist ein moralisches Uebel. Darin stimmen alle Denker überein. Ein unabwendbar notwendiges Uebel, vielleicht gar zum Heile der Menschheit. Die Anhänger von D a r v i n und Nietzsche halten den Krieg für

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