Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 13 (24.3.1916)
- Date
- 1916-03-24
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 215 Nr. IN (Zügen Zeiger. Ganz unerwartet und plötzlich starb' dieser Tage an gebrochene»» Herzen, 53 Jahre alt, Eugen Zeiger, Gesellschafter der seit mehr als 60 Jahren aus hiesigem Platze bestehenden, hochangesehenen Fettwaren-Firma Eduard Sachs it C o. N a ch f. Michael L i ch t e n st e r n. Als Jüngling ist der Dahingeschiedene in diese Firma noch zur Zeit eingetreten, als dieselbe von Eduard Sachs |. A. geführt worden ist, gehörte der Firma auch zu der Zeit an, als dessen Schwiegersohn Michael Lichten st er n dieselbe führte, und ward Gesellschafter der Firma, als Gustav L i ch t e n st e r n die Firma seines Vaters übernahm. Der Dahingeschiedene war also drei Generationen hindurch in der Firma tätig und ward derart ein in der Fettbranche hochangesehener Fachmann. Außcrdem hat der Verstorbene ungemein regen Wohltätigieitsfinn bekundet und lauteten die Vorgefundenen Verfügungen desselben derart, daß aus seinem Nachlaß eine ganze Anzahl hervorragender Wohltätigkeits-Institutionen sofort reichlich beteilt wurden. Eugen Zeiger war Junggeselle, doch trauern an seinem Grabe nebst Verwandtschaft, eine zahlreiche Freundschaft aus ersten Handelskreisen. Moses Kartenberg. Herr Moses Gartenberg, Ehrenbürger der Stadt Drohobycz, Großindustrieller und Großgrundbesitzer, ist am 15. d. M. im 75. Lebensjahre verschieden. Der Verblichene war vor ungefähr 55 Jahren einer der Schöpfer der Petroleum-Industrie in Galizien, an deren ersten Entwicklungsstätte in Drohobycz-Boryslaw. Er gründete auch die große Petroleum-Raffinerie in Drohobycz, die später in den Besitz der Aktiengesellschaft „Galicia" überging. Er war der hauptsächlichste Mitbegründer der Rohölgrubenwerke in Boryslaw-Tustanowice, in Schodnica und in Ilrycz. Die Petroleum- Industrie verliert in dem Verstorbenen einen ihrer Pioniere, der durch seinen Scharfblick und Unternehmungsgeist bahnbrechend für diesen Industriezweig gewirkt hat. Der Verblichene war durch seinen Wohltätigkeitssinn weitbekannt und hat sich durch die Errichtung eines Spitales und eines Altersversorgungshauses in Drohobycz ein ehrendes Andenken erworben. Bei der Beerdigungsfeierlichkeit, die unter besonders zahlreicher Beteiligung stattfand, hielt Rabbiner Dr. M. E r u n w a l d dem Verblichenen einen ehrenden Nachruf. Am Grabe sprach der Reichsratsabgeordnete für Drohobycz Dr. Nathan von L ö w e n st e i n im Namen der Stadt, die dem Heimgegangenen ihr Emporblühen und Gedeihen verdankt, Worte herzlichsten Dankes. Purimball im Felde. Das ,,Czernowitzer Tagblatt" schreibt: Daß unsere Soldaten stets bei guter Stimmung und bei Humor sind, konnte bereits vielfach aus ihrem Briefwechsel mit den Angehörigen im Hinterlande ersehen werden. Auch uns liegt ein Schreiben von der Front vor, welches den guten Humor unserer Braven im Felde illustriert. Das Schreiben lautet: „Purimball im Felde. Alle Purimlustigen werden zu dem am Sonntag, den 19. März l. I., im großen Saale „Freies Feld", Schützengrabengasse Nr. 26. stattfindenden Purimballe höflichst eingeladen. Die Musik besorgt eine ausgezeichnete Schrappnelmusikkapelle unter dem Kommando des berühmten Kapellmeisters „Feuer"! Das Programm lautet: 1. Gewehrfeuer-Polonaise: 2. Maschinengewehrfeuer-Schnellpolka; 3. Handgranaten- Apachentanz; 4. Sprungvorwärts-Cakewalk; 5. t2er Konzert-Solo; 6. Trommelfeuer-Gemischter Chor; 7. Flankenangriff-Tango; 8. Sturm-Quadrille; 9. Rückzug der Russen-Galopp; 10. Gefangenennahme der Russen mit Mahlzeit. NB. Jeder Besucher bekommt einen lebendigen Russen zum Geschenk. Die Herren werden ersucht, nur in Militäruniformen zu erscheinen und sich mit einem Passierschein zu versehen. Die Damen können zu Hause bleiben. Entree nach Be'ieben. Anfang bei Morgengrauen. Ende unbestimmt. Das R e i n e r t r ä g n i s fällt dem a tuten Serbien zu. Mit Rücksicht auf diesen humanen Zweck werden Ileberzahlungen entgegengenommen und nicht veröffentlicht. Für die richtige Abschrift des Programmes zeichnen Jakob Zeiger, Benno Bohrer, Meier Gelber, Simon Lenzer und Rubin Bäcker." Ameldungen für die Ferienkolonien. Die Anmeldungen für das Ferienheim und das Seehospiz finden Montag und Donnerstag, von 4—7 Uhr, int Josesine Mendl-jStiftungshaus, 20. Bezirk, Denisgasse 33, statt. Eltern und Vormünder werden hiemit ansgesordert, unter Mitnahnrc des anzumeldenden Kindes und eveni tueller Vorweisung eitles Mittellosigkeitszeugnisses sich att den oben angeführten Tagen im Anmeldungslokal ein- Anfinden. Wien. Der Israel. Svnagogeil Verein „Bell) Israel" hält Sonntag, deil 26. März ix I., präzise 3 Uhr nach mittags, im Sit'nngssaale, 2. Bez., Leopoldsgasse 20, die diesjährige ordentliche (Generalversammlung ab. Israelitisches Hospital in Kleichenberg. Der Vorstand des "Vereines zur Errichtung eines israelitischen Hospitalen in Kleichenberg gibt bekannt, daß das Vereinshospital in Kleichenberg im lausenden Jahre wieder eröffnet werden wird und daß die bezüglichen (besuche tun Aufnahme in das Hospital, mit einem ärztlichen Zeugnisse oersehen, bei Herrn Dr. Ferdinand Reich, Hof- und Eerichtsadookaten in Wien, l. Bez., Fischerstiege 10, welcher die Kanzlei des oerftorbeneu Vizepräsidetlten der israel. Kultnsgemeinde, des Herrn Dr. Gustav St o h n, übernommen hat, bis Ende März 1016 einzubringen find. Der Verein, der für arme kranke Glanbensgenosfetl eine Wohltat und auch für erkrankte Soldaten eine.Notwendigkeit geworden ist, wendet sich an edelherzige Men schenfrennde um Unterstützung und Förderung seiner Aufgaben, sei es durch Spenden oder durch. Beitritt als förderndes Mitglied, um so beizutragen, daß der Verein seine segensreiche Mission auch in Zukunft erfüllen kann. Bar-Mizwah-Fest Samstag, den 1. April, vormittags, findet im Josefstädter Tempel, 8. Bez., Neudeggergasse 12, beim Hauptgottesdienst die Bar-Mizwah des Knaben Heinrich, Sohn unseres Mitarbeiters Herrn Kantor Joses Grob und seiner Gemahlin Regina statt. Gratulation: Samstag und Sonntag in der Wohnung, 8. Bez., Lerchenfelderstraße 46. „Beth Haam" (Jüdisches Volksheim), 16. Bez.. Wurlitzergasse 11. Samstag, den 18. Mürz, hielt Herr Professor Dr. S. K r a u ß vor einem zahlreichen Publikum einen sehr interessanten Vortrag über das Thema: „Aus der jüdischen Volksküche" mit besonderer Berücksichtigung der Purim- und Sabbatspeisen. Reicher Beifall lohnte die fesselnden Ausführungen des Vortragenden. Samstag, den 25. März, halb 8 Uhr abends, Konzert unter freundlicher Mitwirkung der Damen Emmy Gerold, Hedwig Skai, Louise W anbei und der Herren Leo und Bernhard Oe st erreicher und des Humoristen Fritz Brunne r. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Anmeldungen von Vortrügen und Milwirkungen bei Konzerten wolle man an den Präsidenten Herrn Dr. Martin F ö r st e r, 16. Bez., Thaliastraße 22, gelangen lassen. G. H. Jüdische Toynbechalle, 20. Bezirk, Denisgasse Nr. 33. Fräulein Fanny F r e y st ü d t, welche am letzten Samstag im Rahmen der musikalischen Veranstalkungen dieses Winters ihr zweites Konzert gab, darf den ihr gezollten reichen Beifall ihren wirtlich vortrefflichen Leistungen gutschreiben. Für diese Meisterin, die selbst unermüdlich die Klavierbegleitung aller Portrüge besorgt, selber alle vorkommenden Soli auf künstlerischer Höhe singt, gibt es in der Leitung ihrer Frauenchöre überhaupt keine Schwierigkeit, gleichviel, ob rhythmische Feinheiten oder sprachliche Präzision zu überwinden sind. Sie läßt ihre Schülerinnen deutsch, ungarisch oder im norddeutschen Dialekt singen, und immer wieder verblüfft die seltene Genauigkeit des Taktes und die erquickende Reinheit der Aussprache. Deutsche Meister wurden bei diesen Frauenchören zu Gehör gebracht, und der uns durch seine echtwienerischen „Donauwellen" bekannte Fcantsurter Komponist Emil S u I z b a ch kam erfreulicherweise auch diesmal mit seinem stimmungsvollen Liede „Erwachen" zur Geltung. In den Gefangssolis zeichneten sich die Damen P o l I a k, K ü st e r, F i n st e r, E ß l a u, die beiden letzteren mit erheblichem Fortschritt, aus. Frl. 2 o b o t t a, deren Vortrag so viel gewinnende Anmut atmet, und Fri. L ö w mit ihrem schön- und hellklingenden Sopran wurden reich applaudiert. Ebenso errangen wohtve.'diente Erfolge die Damen Frl. von Eperjessy durch die mit prachtvollem Temperament und entzückender Charme gesungenen Lieder, und Frl. H o f m a n n, deren pastoser Mezzosopran eine schöne Bühnenstimme verrät, mit dem durchaus volksmäßigen und kunstvollen Liede „Vor der Schmiede" vom Berliner Kapellmeister Rud. E a h n - S p e y e r. Auch Instrumentalmusik, am Cello gut besorgt durch Frl. Fischer, und Rezitation, geboten mit herzstärkender Natürlichkeit von der elfjährigen Etta Weiß, fehlten in der durchaus gelungenen Ver-