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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-17 · 12 (17.3.1916) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
12 (17.3.1916)
Date
1916-03-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 12 Tr. Bloch's Wochenschrift Gründung eines Leopoldstädter israelitischen Frauenvereines. Wie wir aus sicherer Quelle vernehmen, hat sich im Schoße der „Weiblichen Fürsorge" ein kleines Komitee angesehener Frauen gebildet, welches an die Gründung eines Frauen-Wo'hltätigkeitsvereines im 2. Bezirk schreiten will und feilte Vorarbeiten soeben begonnen har. Durch die Schaffung dieses Vereines würde einem dev dringendsten Bedürfnisse in der jüdischen Armenpflege abgeholfen werden, und sowohl die Recherch.Tätigkeit cLs auch die Kassa der schon bestehenden Vereine entlastet werden, welche wie der Verein im 1. Bezirk, die. Providentia, der Frauenhort, die Greisinnenfürsorge und andere größere Summen in die Leopoldstadt zu senden gezwungen sind, ohne dadurch der Not in diesem größten jüdischen Wiener Bezirke steuern zu können, während die angesehenen im Bezirk selbst wirkenden Vereine alle ein spezielles Gebiet der Armenpflege sich erwählt haben, also nicht sich für die Leopoldstadt spezialisieren können. Unser Blatt begrüßt die Nachricht von der geplanten Bildung des Vereines mit um so größerem Anteil, als wir schon wiederholt auf diesen fühlbaren Mangel aufmerksam gemacht haben. Wir sind daher schon heute bereit, Spenden zu diesem eminent wohltätigen Zweck in Empfang zu nehmen und in unserem Blatte auszuweisen. Kriegs-Seder für verwundete und rekonvaleszente Glaubensbrüder. Von den: heißen Wunsche beseelt, unseren tapferen jüdischen Soldaten, die derzeit in den Wiener Spitälern behandelt und gepflegt werden, in ihrer traurigen Lage eine freudige Ueberraschung zu bieten, haben sich einige hochherzige Damen des 9. Bezirkes entschlossen, unseren von glühender Vaterlandsliebe erfüllten Kriegern, die nun das zweite Pessachfest fern von ihrer Heimat und ihrer Familie freudlos begehen sollen, einen rituellen Seder-Abend zu bereiten. Das Damenkomitee wendet sich vertrauensvoll cm alle Glaubensgenossen Mit der innigen Bitte, durch Geldspettden dieses schöne Werk fördern zu helfen. Die „O e st e r r. Wochen s ch r i f t" hat sich bereit erklärt, unter dem Motto „K r i e g s - S e d e r" Spenden entgegenzunehmen und auszuweisen. Auch die nachstehend gefertigten Komiteedamen nehmen dankbarst Beiträge entgegen: Frau Dr. Jenny Weiß, 9. Bez., Universitätsstr. 10; Frau Landesgerichtsrat Auguste Fleischer, 9. Bez., Liechtensteinstr. 61; Frau Bertha Bunzel, 9. Bez., Grüne Torgasse 14;Frau Hermine Al das, 9. Bez., Sobieskigasse 37. Wien. Montag, den 28. Februar 1916, fand in einem Abteile des Bürger-Cafös im 20. Bezirke die ordentliche Generalversammlung des humanitär-gemeinnützigen Vereines zur Bekleidung armer Schulkinder, „Die Brüder", bei zahlreicher Beteiligung von Damen und Herren statt. Der Obmann, Herr Heinrich Wriner, begrüßte als Ehrengäste: Frau Dr. Emilie Weiß, die Präsidentin des Brigittenauer Frauen-Wohltätigkeits-Vereines, und Herrn Leopold Spira, den Obmann-Stellvertreter des Tempelvereines, sowie die zahlreich erschienenen Gäste und Mitglieder, und erteilte sodann dem Schriftführer Herrn Kommunallehrer Josef Fattitsche! das Wort zur Erstattung des Jahresberichtes. Demselben ist zu entnehmen, daß dieser Verein trotz der ungeheuren Teuerung aller zur Beschuhung und Bekleidung notwendigen Materialien und trotz des überaus fühlbaren Mangels an entsprechenden Arbeitskräften im Berichtsjahre dennoch 561 Paar Schuhe und 103 Mäntel zur Verteilung gebracht hat. Diese Bekleidungsaktion verursachte einen Aufwand von zusammen 10,972 Kronen, welche Leistung um so anerkennenswerter ist, als die Gaben der Wohltäter Heuer mic Recht vor allem den bedauernswerten Opfern des Krieges zugeführt werden. Innige Dankesworte richtete der Schriftführer darum an alle Mitglieder, Spender und Förderer des Vereines „Die Brüder", da nur mit deren Hilfe diese bedeutende Leistung zustande gebracht werden konnte. Nach diesen beifällig aufgenommenen Worten, wurde dem Vereinsvorstande einstimmig Li: Entlastung für die Gebarung mit den Vereinsmitteln erteilte. Sodann berichtet: der Obmann- Stellvertreter Herr em. Sekretär Josef Kohn den Anwesenden, wieso es in diesem grausigen Kriegsjahre möglich geworden, diese geradezu enorme Leistung des Vereines zustande zu bringen. Der innigste Dank hiesür gebühre dem greisen Präsidenten der israel. Kultusgemeinde Herrn Dr. Alfred Stern, welcher in richtiger Würdigung der ungeheuren Rot bei so vielen armen jüdischen Schulkindern cs durchsetzte, daß dem Vereine „Die Brüder" von der Zentrale für .das jüdische Armenwesen die außerordentliche Subvention von 4710 Kronen zugelommen ist. Es erfolgten hieraus die Wahlen in den Vorstand, und zwar wurden gewählt die Herren: Joses Beer, Jstdor Bceiner, Joses Fa,titsche», Prio. Jakob Koh», Sekretär Joses Koha, o. Liebet, I. Markstein, Isidor Poppre, Dr. Jakob Roth, Prof. Dr. M. Rosen,e»d, Adoh Stern, Isidor Strasser und Heinrich Meiner. Der Obmann schloß dann die Sitzung. Im Anschlüsse an diese Generalversammlung fand eine sebr herzliche Feier zu Ehren der Frau Präsidentin Dr. Emilie Weiß statt. Es überreichte nämlich im Aufträge der Vorstandsdamen des Brigittenauer Frauen-Vereines Herr Rabbiner Prof. Dr. M. Rosenseid nach einer die Gefühle der Wertschätzung und Dankbarkeit in prägnanteste: Weise Ausdruck gebenden Ansp ache in welcher er, der Diener der religiösen, synagogalen Andacht, sich vor der Vertreterin der sozialen' Andacht huldigend neigte, vor jener Andacht, die nicht durch das Wort erzeugt wird, sondern durch die Tat, die nicht nur erbaut, sondern die Wankenden stützt, Sinkende erhebt und Gesunkene emporrichtet das Ehrendiplom, ein von Meisterhand ausgesührtes Diplom, dessen Inhalt der Redner oorlas. Auch dir Beiräte, die Herren Joses Ko.-u und Heinrich Weiner sowie di: Kontcollorin Frau Katha.ina Kohn» priesen die Liebe und Güte, die Arbeitssreudigkeit und rüstige Tätigkeit des gefeierten Ehrenmitgliedes Frau Dr. Weiß» die mit herzlichen Worten für die Ovationen dankte. Rach einigen von der Künstlerin Frau Käthe Kies.a-Werbion mit Temperament zu Gehör gebrachten Vorträgen, unter welchen ein von Frau Dr. Sofie Großmann verfaßtes Huldigungsgedicht besonders gefiel, endete der schöne Abend. _ Jüdisches Hilfskomitee, Lemberg. Bernsteinagasse 12. Das Jüdische Hilfskomitee in Lewberg teilt uns mit: Nachstehende jüdische Krieger der österr.-ungar. Armee find in russischer Gefangenschaft in Kiew im Jahre 1914/15 bis zum 16. Februar raff. Stils, d. i. bis zum 1. März 1915, gestorben und am dortigen jüdifcherl Friedhofe bestattet worden: 1. Apfelsch.nitt Abraham, 32 Jahre alt, gestorben am 2. Oktober 1914 (19. Tifchri' an Tysfenterie. 2. Haber Jsachar Ber, am 2. September 1914 dl. Elul», aus Lemberg. 3. Esner Michel, am 23. September 1914 >7. Tifchri', an Schußwunde. 4. Erich Nuchim, am 24. Februar 1915, an Piämie. 5. Klein Leufch lLeibufch?', am!. Oktober 1914 (18. Tifchri', an Pneumotoraz. 6. M i l l e r (M ü l l e r > Herfch, am 16. Nov. 1914. 7. .',P e t f ch e n i k Leo (Peczenit ', ain 4. Nov. 1914. 8. Frata Eno, am 26. September 1911 <6. Tifchri an Piämie, 38 Jahre alt. 9. C'hazyns Moritz, am 2. Oktober >19. Tifchri>, an Tetanus. 10. Zeichne r Jsak Maer, am 9. November 1914. 11. Steren (S t e r n? > Uren Johann > Aron Johann? am 11. September 1914 (20. Elul', an Tetanus. 12. Schwarzwarer Moses lMoush am 23. September 1914 (3. Tifchri», zom Gedaljah, an Wunden. Seelcnandacht im Felde. Anläßlich des Todestages unseres großen Lehrers Moses fanden bei den Regimentern 30 und 80 feierliche Gottesdienste mit einer Seelenandacht für die gefallenen Krieger statt. Feldrabbiner Dr. M. Tauber würdigte in seiner Predigt die Bedeutung Moses als Heerführer und Erzieher des jüdischen Volkes zuin Heldentum. Dieser Heldengeist wirkte während der politischen Selbständigkeit .der Juden nach, er feierte Triumphe während der Makkabäer- und Bar Kochba-Kämpfe, er schuf die großen Märtyrer für unsere Religion, er feiert jetzt seine Auferstehung in den jungen Makkabäern, die im Weltkriege teilnehmen. Viele dieser Helden sind auf dem Wege der Geschichte des Volkes gefallen und haben mit ihrem Heldentod den Ruhm des jüdischen Volkes ver

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