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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-17 · 12 (17.3.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
12 (17.3.1916)
Date
1916-03-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 12 L eile 19t mein zahlreichen Besuches unserer Mitglieder und Tempelbesucher zu ersreuen hatte, und auch durch Entsendung einer Deputation der Bczirksbehorden ausgezeichnet wurde. Ten Mittelpunkt dieser wahrhaft solennen Feier bildete die Festrede unseres Herrn Predigers; die ausgezeichneten Tarbietungen des Oberkanrors und des Chores werden gewiß sowie überhaupt der ganze Verlaus der Feier allen Anwesenden in nachhaltiger Erinnerung bleiben. Ueber Veranlassung des Präsidenten wurde nach dem Gottesdienste an die Kabinettskanzlei Seiner Majestät des Kaisers folgendes Telegramm abgesendct: „Der Vorstand des Israelitischen Tempelvereines, mit zahlreichen Gläubigen im Vereinstempel zu einem feierlichen Dankgottesdienste anläßlich der Wiedereroberung Lembergs versammelt, entbietet Seiner Apostolischen Majestät, unserem Allergnädigsten Kaiser und Herrn, den Ausdruck unwandelbarer Treue und Ergebenheit und erfleht Gottes reichsten Segen auf Sein teures Haupt. ' Hierauf kam folgendes Schreiben dem Vorstände zu: „An den geehrten Vorstand des Israelitischen Teropelvereines von Mariahilf und Neubau. Seine Exzellenz der Herr k. k. Statthalter für Oesterreich unter der Enns hat im Allerhöchsten Aufträge für die vom Vorstande des israel. Tempelvereines für Mariahitf und Neubau anläßlich der Wiedereroberung Lembergs telegrafisch zum Ausdruck gebrachte alleruntertänigste Loyalitätskundgebung den Beteiligten den Allerhöchsten Dank bekannt gegegeben.‘‘ Und mit diesem freundlichen lichtvollen Akkord wollen wir unseren heutigen Bericht schließen. Möge er uns Tin Symptom für kommende glückliche Ereignisse sein, möge er ein Vorbote sein für das, was wir alle in heißer Sehnsucht erflehen, für einen baldigen, ruhmvollen und segensreichen Frieden! Das walte Gott! Ter Bericht wurde ohne Debatte einstimmig zur Kenntnis genommen. Kultusvorsteher Herr Tr. Jakob Deutsch dankte dem Vorsitzenden für die freundliche Begrüßung und erklärte, daß er es als eine persönliche Auszeichnung betrachte, in der Generalversammlung einer der hervorragendsten und vornehmsten Vereinigungen des Wiener Judentums als Delegierter des Kulinspräfidiums zu erscheinen und mit besonderem Vergnügen entledige er sich der Aufgabe, denr Vorstände des Tempelvereines für seine erfolgreiche und segenstiftende Tätigkeit den Dank und die Anerkennung des Kultusvorstandes zu übermitteln. Herr Kultusoorfteher S. Steiner dankte gleichfalls für die ihm zuteil gewordene Begrüßung durch, den Vorsitzenden. Er verwies weiters auf die großen Opfer, die die Kultusgemeinde für die Tempeloereine in anderen Bezirken bringt, und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß der Mariahilfer Tempeloerein, der bisher niemals den Gemeindesäckel in Anspruch genommen hat, beim Kultusvorstande das größte Entgegenkommen finden wird, ivenn er in die Lage versetzt /würde, eine Subvention anzusprechen. _ Herr Philipp W e i ß überbrächte die Grüße des tempelvereines im 8. Bezirk und dankte dem Vorsitzenden für die Beglückwünschung anläßlich seines 70. Geburtstages. In Vertretung des aus Gesundheitsrücksichten fern von Wien weilenden Kassaverwalters, Herrn kais. Rat Friedrich P o l l a k, erstattete Herr kais. Rat Josef Tofsler den Kassabericht unter Hinweis und Erläuterung jener Einnahms- und Ausgabenposten, die infolge der Zeitoerhältnisse eine Verminderung, resp. Erhöhung erfahren haben. Nach dem von Herrn Moriz M a n t l e r erstatteten Berichte der Revisoren wurde dem Vorstände das Absolutorium erteilt und wurden hierauf die Herren Dr. Carl L ö w p und Moriz M a n t l e r neuerdings als Revisoren gewählt. Der Mitgliedsbeitrag pro 1916 ivurde in der bisherigen Hohe von 12 Kronen festgesetzt, wobei der Vorsitzende bemerkte, daß im nächsten Jahre wahrscheinlich eine Erhöhung notwendig sein wird. Zum 6. Punkte der Tagesordnung, „Wahlen in den Vorstand", wurden die Herren Dav. K o hin, Ad. Hirsch und Mittler als Skrutatoren bestellt und nach dnrchgeführtem Wahlakte erschienen die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Dr. Jakob Engel, kais. Rat Friedrich Pollak und Leopold Waller wiedergewählt und Herr Bernhard Wachtl au Stelle des verstorbenen Herrn Ignaz Klei n neugewählt. Herr Dr. Karl Lowy stellte folgenden Antrag: Der Vorstand des Tempelvereines wird ersucht, mit dem Kultusvorstande in Verhandlung zu treten: erstens betreffs Gewährung von Ruhegehältern an die Funktionäre des Tempelvereines nach den für die Angestellten der Kultusgemeinde geltenden Normen und Bestimmungen; zweitens ausnahmslose Verwendung der Funktionäre des Tempelvereines bei den Leichenbegängnissen aller im 6. und 7. Bezirke wohnhaften Israeliten. Im Falle das Ansuchen des Tempelvereines in dieser Form nicht erfüllt werden könnte, soll eine Schadloshaltung durch eine entsprechende Subvention eintreten. Tie Erledigung der Angelegenheit wird bis Ende Mai 1916 erwartet. In ausführlicher Begründung erklärte der Antragsteller, daß mit Worten des Lobes, wie sie bisher immer in den Generalversammlungen seitens des Delegierten der Kultusgemeinde geführt wurden, dent Vereine nicht gedient sei, vielmehr müsse die Anerkennung durch Taten zum Ausdruck kommen. Der Antrag soll auch eine Bresche schlagen in das bisherige System -des Tempelvereines, zur Währung der Unabhängigkeit und Selbständigkeit in finanzieller und kultureller Beziehung eine Subvention der Kultusgemeinde nicht anzusprechen. Der Tempelverein ist heute nicht mehr in der Lage, sich mit dem Mantel des Stolzes zu umhüllen, und da, wie «der Bericht des abgelanfenen Jahres zeigt, seine Mittel kaum mehr genügen, um die berechtigten Ansprüche der Funktionäre zu befriedigen, so ist es nur recht lund billig, daß die Kultusgemeinde dem Tempelverein, der bisher nie etwas von ihr verlangt hat, in ausgiebiger Weise beisteht. Ueber den Antrag entwickelte sich eine sehr lebhafte Debatte, an welcher sich Kultusvorsteher S. Steiner, Präsident Dr. Jakob Engel, der in merito sich gegen den Antrag erklärte, Herr kais. Rat Tofsler, Herr Adolf Hirsch, Herr Moriz Mantler, Herr Nothberg und Herr S p i r a beteiligten. Vereinsvorsteher Herr Heinrich Bäck teilte mit, daß der Vereinsvorstand eine Aktion zugunsten der Angestellten eingeleitet hat, und daß ihm das Los der Angestellten am Herzen liegt. Herr Rabbiner Dr. D r o b i n s k y Plädiert für die Einrichtung-von Sprengeln Hr der Gemeinde, sc^'daß jedem Funktionär ein bestimmter Sprengel zugeteilt würde. Nach beendigter Debatte wurde der zweite Teil des Antrages mit einem von Dr. I. S. Bloch beantragten Zusätze, daß die Funktionäre im Falle der Ausschaltung bei Leichenbegängnissen durch die Parteien entschädigt werden sollen, angenommen. Ueber Punkt 1 unterblieb die Abstimmung,. nachdem einer vom Antragsteller beabsichtigten Modifikation formelle Gründe entgegenstanden. Sodann erklärte der Vorsitzende, Vereinsprüsident Dr. Engel, die Jahresversammlung für geschlossen.

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