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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-10 · 11 (10.3.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
11 (10.3.1916)
Date
1916-03-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 178 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 11 tusgemeinde, Herrn Dr. Gustav Ko h u, und der Frau Betti Fränkl, welche letztere nicht nur bei Lebzeiten jederzeit die Interessen des Vereines tatkräftigst förderte, sondern auch in ihren letztwilligen Anordnungen den Verein in reichlicher Weise bedachte. Sodann erstattete die Schriftführerin des Vereines Frau Lina Weiß den mit lebhaftem Beifalle aufgenommenen Bericht über die Vereinstätigkeit während der abgelaufenen beiden Vereinsjahre. Im Anschlüsse hieran erwähnte der Präsident, daß der Verein im heurigen Jahre seinen 20 jährigen Bestand feiert; von einer festlichen Begehung dieser Feier sei aber mit Rücksicht auf die Kriegsereignisse Abstand genommen worden. Irr seinen weiteren Ausführungen wies der Präsident darauf hin, daß Ungeachtet derUmwandlung des Heimes in das Kriegsspital die Fürsorge um die Heimschützlinge keinerlei Beeinträchtigung erfahren hat, indem dieselben in gemieteten, entsprechend adaptierten Wohnräumen untergebracht wurden, woselbst sie, unter ständiger Aufsicht des Vorstandes und der Heimoberin stehend, nach wie vor ihren gewerblichen Berufen nachgehen. Auch der körperlichen und geistigen Entwicklung der Schützlinge wurde das sorgsamste Augenmerk zugewendet. Der Präsident besprach sodann die erfolgreiche Tätigkeit des im Heime untergebrachten Spitales und die außerordentlichen, in demselben erzielten Heilerfolge. Der Vereinsvorstand hat sich aber mit der Fürsorge für seine Schützlinge und der Pflege der verwundeten und erkrankten Krieger nicht begnügt, sondern sein Augenmerk auch auf die durch die Kriegsereignisse dringend notwendig gewordene Fürsorge für die Kriegswaisen gerichtet. Zur Verwirklichung dieser patriotischen Aufgabe hat der Vereinsvorstand in jüngster Zeit den Beschluß gefaßt, das an das jetzige Heim, 2. Bezirk, Leopoldsg. 15, angrenzende Haus Leopoldsgasse 13 anzukaufen und dasselbe zur Unterbringung von 80 weiblichen Kriegs-l warfen im Alter von 8—14 Jahren einzurichten. Der Kauf des Hauses ist bereits durchgeführt und werden demnächst die erforderlichen Adaptierungsarbeiten vorgenommen werden. Der Präsident dankte zum Schlüsse allen Vorstandsmitgliedern für ihre unermüdliche Tätigkeit im Interesse des.Vereines und erklärte, daß es nur durch die hingebungsvolle Mitwirkung aller Vorstandsmitglieder und das rege Interesse der Mitglieder und Gönner des Vereines möglich geworden ist, die bedeutenden Erfolge auf den mannigfachen Gebieten charitativer Tätigkeit zu erzielen. Rach den mit allseitigem, lebhaftem Beifalle aufgenommenen Ausführungen des Präsidenten machte die Schriftführerin Frau Dr. Weiß und Herr Hofrat Dr. Schlag der Generalversammlung die Mitteilung, daß der Vereinsvorstand, in Anerkennung der ganz besonderen Verdienste, welche sich der Präsident kais. Rat Dr. Krüger um den Verein seit seinem Bestände erworben hat, sowie in Würdigung seiner unermüdlichen Tätigkeit im Interesse des Vereines Herrn kais. Rat Dr. Krüger züm Ehrenmitgliede des Vereines ernannt hat, welche Mitteilung die Generalversamnckung mit großem Beifalle und lebhafter Sympathiekundgebung für den Präsidenten zur Kenntnis nahm. Hieraus erstattete der Kassaverwalter, Herr Ingenieur Erwin Abel es, den Kassabericht, gemäß welchem das .Vereinsvermögen in den beiden abgelaufenen Vereinsjahren eine nicht unerhebliche Vermehrung erfahren hat, was umso erfreulicher und notwendiger sei, als durch die Ausdehnung der Vereinstätigkeit aus die Fürsorge für Kriegswaisen dem Vereine neue Lasten erwachsen werden. Nach diesem beifälligst aufgenomwenen Berichte wurde auf Antrag des Herrn Revisors, Professor Doktor Steif, dem Vorstande einstimmig das Absolutorium erteilt. Der in der Versammlung erschienene Vertreter der Israel. Kultusgemeinde, Herr Kultusvorsteher Doktor Schreiber, würdigte in eingehender Weise die überaus segensreiche Tätigkeit des Vereines und erklärte, daß die Kultusgemeinde die Bestrebungen des Vereines mit größtem Interesse verfolgen und dieselben jederzeit nach besten Kräften fördern wolle. Der Delegierte des Zweigvereines des Roten Kreuzes, Herr Bezirksrat Hosmann, dankte dem Vereine für seine außerordentliche humanitäre Wirksamkeit und teilte mit, daß der Zweigverein dem Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheim als Mitglied mit einem Jahresbetrage von 20 Kronen beitrete. Hierauf erstattete das Vorstandsmitglied, Herr Einil Bar dach, das Referat über die infolge der Fürsorge um die Kriegswaisen notwendig gewordene Statutenänderung. Die vom Vorstande vorgeschlagene Statutenänderung — insbesondere die Aenderung des Namens des Vereines in „Kaiserin Elisabeth-Heim für Kriegs- Waisen, Lehrmädchen und Arb ei t er in ne it" — wurde einstimmig genehmigt. Vor der sohin zu vollziehenden Neuwahl des Vorstandes ergriff der Herausgeber der „Oesterr. Wochen-s schrift", Herr Dr.J.S. Blo ch, das Wort. Er erörterte die großen Verdienste, welche sich der Verein seit seinenr 20 jährigen Bestände auf dem Gebiete der charitativ-/ sozialen Tätigkeit erworben hat, und beantragte, in Anerkennung und Würdigung dieser Verdienste, sowie als Zeichen des ungeschmälerten Vertrauens zur Vereinsleitung, die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes, welchem Anträge die Generalversammlung einmütig zustimmte. In der Generalversammlung wurden für das zu gründende Waisenheim bereits namhafte Beträge gespendet, und es wäre nur zu wünschen, daß die äußerst segensreiche Tätigkeit des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheimes allseits auf das tatkräftigste gefördert werden möge. Gedächtnisfeier für den Gründer der „Heimstätte für jüd. Kinder" Tr. Maximilian Steiner. Mittwoch, den 1. März 1916, dem Todestage Dr. Maximilian Steiner s, fand in der „Heimstätte für jüdische Kinder", 15. Bezirk, Herklotzgasse 21, eine Ge-< dächtnisfeier für den Mitbegründer der „Heimstätte" Dr. Maximilian Steiner statt, bei welcher Gelegenheit die Bilder der verewigten Gründer Dr. Maximilian Steiner und Gottlieb Bettelheim enthüllt wurden. Im Lehrsaale der Anstalt hatte sich das Kuratorium mit dem Obmanne Dr. I. Samuely, in Vertretung des Kultusvorstandes Vorsteher S. Steiner, Kultus-! Vorsteher Em. Grünwald und Frau, die Familien Dr. Steiner und Gottlieb Bettelh e i m, Frau Jda Berliner in Vertretung des Ausspeisüngsvereines XII. bis XV., sowie Direktor Camillo Baum garten mit den Zöglingen der Heimstätte eingefunden. Der Obmann Dr. Samuely begrüßte die Erschienenen und gedachte in warmen Worten der Verdienste Dr. Steiners. Insbesondere wies er auf die außer-, ordentliche Fürsorge für die „verlassenen Kinder" hin und hob hervor, daß die Errichtung der Heimstätte zum großen Teile seiner Initiative zu verdanken sei. „Durch die hochherzige Widmung des 'sel. Gründers Dottlieb Bettelh e i m und eines tzum Andenken an den verstorbenen Prediger Dr. Mannheimer gesammelter: Fonds war

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