Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 11 (10.3.1916)
- Date
- 1916-03-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr, 11 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 177 tratvereins, Herrn Siegfried Liebers, Prag, Grabeir (Palais des Bankvereins), oder an den Kassier des Ko-, mitees, Herrn Dir. Wilhelm W e r t h e i m e r, Prag, Porie Nr. 6, gelangen zu lassen oder auch.auf bei^ liegendem 'Posterlagscheine einzuzahlen. Prag, am 20. Februar 191.6. Oberrabbiner Dr. Heinrich Brody. Dr. Arnold R o s e n b a ch e r, Präsident der israel. Kultusgemeinde. Dr. Heinrich R o s e n b a u m, Obmann der böhmischen Landesjudenschaft. Für den Zentralverein zur Pflege jüdischer Angelegenheiten . in Prag: Dr. Theodor W e l t s ch, Geschäftsleiter. Siegfried Lieber s, Obmann. Hilfsaktion für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien und Russisch-Polen. In der am 22. Februar d. I. abgehaltenen Plenarsitzung des Vorstandes der „I s r a e l i t i s che n A l l ia n z" zu Wien wurde u. a. über die bisherige ^Hilfsaktion der „Israelitischen Allianz" für die Opfer des Krieges ein ausführlicher Bericht erstattet. Die .Fürsorge für die jüdischen Flüchtlinge irr Wien, Böhmen, Mähren und in dem übrigen Westösterreich, welche neben der großzügigen Aktion der Regierung helfend eingriff, hat seitens der „Israelitischen Allianz" bis jetzt zirka 500.000 Kronen an Zuschüssen erfordert; durch die noch fortlaufenden monatlichen Unterstützungen für die noch bestehenden Flüchtlingslager, die Gemeinden und Hilfskomitees dürften sich d,ie Ausgaben noch um weitere 100.000 bis 150.000 Kronen erhöhen. 'Das Hilfswerk in Galizien wurde seitens der „Israelitischen Allianz" in Gemeinschaft mit dem Verbände der Humanitätsvereine „B'nai B'rith" und dem galizischen Hilfsvereine sofort nach der Befreiung des Landes in der Weise organisiert, daß 'für die Ünterstützungstätigkeit in Lemberg und in den meisten notleidenden jüdischen Gemeinden Ostgaliziens das in Lemberg konstituierte jüdische Hilfskomitee das Zentrum bildet. Von dort aus werden durch Delegierte dieses Komitees Informationen an Ort und Stelle eingezogen und wird hierüber an das Zentralkomitee in Wien berichtet, welches sodann die erforderlichen Geldmittel insbesonders für die Errichtung von 'Volksküchen, Waisenkinderheimen und sonstigen Wöhlsahrtseinrichtnngen gewährt. Außer dem Lemberger Komitee funktionieren in gleicher Weise für Ostgalizien besondere Hilfskomitees in Brody, Stanislau und Kolomea, für Mittelgalizien in Przemysl, Sambor, Jaslo, Jaroslau und Gorlice. Die Hilfsbedürstigkeit für Westgalizien wird durch ein Zentralkomitee in Krakau geleitet; für die Bukowina besteht ein Hilfskomitee in Czernowitz. Die Aktion der „Israelitischen Allianz" erstreckt sich aber überdies auf den in österreichisch-ungarischer Verwaltung stehenden Teil von Russis ch -iPolen, wo an zahlreichen Orten eine drückende Not herrscht. Der Sekretär der „Israelitischen Allianz" berichtete über seinen im Aufträge des Vorstandes im Januar d. I. erfolgten Besuch der größeren jüdischen Gemeinden und die Organisierung der Hilfsaktion in der Weise, daß in Lublin, Radom, Kielce und Petrikau im Einvernehmen mit beit Vorständen der Gemeinden Hauptkomitees eingesetzt wurden, in welchen alle religiösen Richtungen vertreten sind und welchen zahlreiche Lokalkomitees unterstehen. Dieses vielfach gegliederte Hilsswerk hat einen sehr bedeutenden Geldaufwand in Anspruch genommen. Die bisher bewilligten Unterstützungssummen belaufen sich auf zirka eine Million Kronen. Die von der „Israelitischen Allianz" und dem Verbände der Humanitätsi vereine „B'nai B'rith" eingeleiteten Spendensammlungen, einschließlich der Sammlung der „Neuen Freien Presse", haben zwar ein sehr ansehnliches Ergebnis geliefert, doch hätte die Aktion sich nicht in solchem Maße entfalten können, wenn nicht unsere amerikanischen Glaubensbrüder uns in besonders hochherziger Weise durch munifizente Zuwendungen, die wir durch das Relies- Com'mittee in Newyork erhielten, zu Hilfe gekommen wären. In dem dem Vorstande erstatteten Berichte wurde aber auch weiter darauf hingewiesen, daß eine große Anzahl von galizischen Gemeinden noch der Unterstützung harrt, daß ferner die zugesicherten fortlaufenden monatlichen Subventionen noch bedeutende Geldmittel in Anspruch nehmen werden und daß insbesondere auch in allernächster Zeit die Aufgabe an die „Allianz" heranH treten wird, den durch den Krieg zugrunde gerichteten kleinen Gewerbsleuten und Handwerkern zum Zwecke der Wiederaufrichtung ihrer Existenz durch Gewährung von Darlehen, Dotierung von Vorschußkassen bis zu jenem Zeitpunkte Hilfe zu bringen, in welchem die staatliche Aktion eingreisen wird. Mit Rücksicht aus den großen Umfang der sonach noch zu bewältigenden Hilssarbeit werden sich die noch vorhandenen Bestände in Hinkunft als unzureichend erweisen, und es muß daher neuerlich an die Hochherzigkeit aller Wohltäter appelliert werden, daß sie — und zwar zur Vermeidung einer nachteiligen Zersplitterung der Hilfsaktion — zu Händen der „Israelitischen Allianz" oder einer der ihr angegliederten oben genannten Körperschaften weitere Geldmittel im großen Maße zur Verfügung stellen mögen. Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheim. Am 28. Februar 1. I. fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Kaiserin Elisähet h-Lehrmädchen-und Arbeiterinnenheim statt. Die zahlreich,erschienenen Mitglieder und Gäste gaben ein beredtes Zeugnis für das lebhafte Interesse und die großen Sympathien, welche sich dieser hiM die Fugend- und Kriegsfürsorge hochverdiente Verein in allen Kreisen der Bevölkerung erworben hat. Unter den erschienenen Gästen bemerkten wir Herrn Dr. Heinrich Schreiber als Delegierten der Kultusgemeinde, Herrn Bezirksrat Edmund Hofmann als Delegierten des Zweigvereines Wien-Leopoldstadt des Patriotischen Hilssvereines vom Roten Kreuze, Herrn Dr. Armand Kaminka in Vertretung der Israel. Allianz, Herrn Bernhard Hosbauer, Präsident des Vereines „Einheit", Herrn Georg Friedländer, Zentralinspektor, Herrn Dr. I. S. B l o ch, Herausgeber der „Oesterr. Wochenschrift", Herrn Dr. Löwy, Sekretär der Zentralstelle für jüdisches Armenwesen, Herrn und Frau Alex. Steiner, Delegierte des Vereines zur Unterstützung armer alter Frauen, Frau Anna Brandt, Frau Dr. Frank, Frau Bernseld, als Delegierte des „Hietzinger Frauenvereins", Frau Direktor Ullmann für den „Mädchen-Unterstützungsverein", Frau Dr. David, Frau Dr. Flesch, Frau Bertha Käs, Ehrenmitglied des Vereines. Ihr Fernbleiben hatten entschuldigt Frau Baronin Königs Wärter und Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Grunwald und Gemahlin. Nach Begrüßung der Erschienenen durch den Präsidenten kais. Rat Dr. S. Krüger gedachte derselbe in ehrender Weise der dahingeschiedenen Vorstandsmitglieder des Vereines, der Herren Edmund Groag, Jaques Renyi, Salomon Stein und Moritz Wilheim; des Kässaverwalters Herrn Ferdinand Löwy sowie des um den Verein hochverdienten Vizepräsidenten der israel. Kul-