Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 11 (10.3.1916)
- Date
- 1916-03-10
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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€eiU 176 Dr. Bloch's Wochenschrift 'Nr. 11,8 schießung löste er mit großer Unerschrockenheil seine Aufgabe, wobei er einen Schuß in die linke Schulter und einen in den rechten Oberschenkel erhielt, der einen Bruch de- Beines verursachte. Der Lohn für seinen Mut ist die Tapserkeitsmedaiile, die ihm die Gräfin Lodro.i, die Gemahlin des Landespräsidenten, an die Brust heftete. Kanonier Tpch ist im Zivil Uhrmacher in Wien. Jüdische Kamikien im Jetde. Das Kultusgemeindemitglied von Karlstadr Max Herlinger hat zurzeit fünf Söhne auf verschiedenen Kriegsschauplätzen, wovon zwei, Ivo und Gjuro, auf dem bessarabischen Kriegsschauplatz ausgezeichnet wurden. Ivo Herlinger erhielt die große silberne, Gjuro die kleine silberne Tapferkeitsmedaille. Heldentod eines jüdischen Stabsarztes. Am 22. v. M. ist Stabsarzt Dr. Leon D e m aus Stanislau in Ausübung seines edlen Berufes einer tückischen Krankheit, die er sich am Kriegsschauplätze zuzog, erlegen und wurde in einem kleinen Dorfe L. in Wol-f hynien unter großen Ehren und großer Beteiligung seiner Vorgesetzten und Kameraden beerdigt. Das ganze Kommando des Korps, welchem Dr. D e m angehörte, war unter persönlicher Führung Sr. Exzellenz des Herrn Feldmarschalleutnants Kaiser bei dieser Feier erschienen, ein Beweis, welcher an Verehrung grenzenden Wertschätzung sich der Verstorbene erfreute. Nach den rituellen Gebeten und Wschiedsworten durch Herrn Feldrabbiner Ignaz Löwy hielt Se. Exzellenz Feldmarschalleutnant Kaiser einen warmen Nachruf, in welchem er den Verstorbenen als wahren Helden pries, der in Erfüllung seiner Pflicht für Kaiser und Vaterland den Heldentod erlitt, und brachte schließlich den Dank des ganzen Korps für dessen aufopferungsvolles Wirken zum Ausdrucke. Hierauf dankte Herr Regimentsarzt v. Hohenberg im Namen der Untergebenen, indem er in ergreifenden Worten 'die Herzensgüte, den edlen Charakter und das stete Entgegenkommen des Verstorbenen hervorhob. Zum Schlüsse sprach noch Herr Feldrabbiner Löwy ein Gebet für das Seelenheil des Verewigten, worauf die Feier, die auf die zahlreichen Anwesenden einen tiefen Eindruck machte, ihren Abschluß 'fand. Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. Bisher wurden 5671 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer 31, zusammen 5702. Das Eiserne Kreuz 2. Klage. : Antoniehütte (Oberschlesien). Josef Triber, zurzeit im Lazarett in Neunkirchen a. Saar. Barmen. Gefreiter W o h l g e m u 1 h, zurzeit im Lazarett, im 70. Infanterie-Regiment, 1. Komp. Berlin. Gefreiter Alfred A r o n h e i m. Feldzahnarzt Dr. Ehrenhaus. Kriegsfreiwilliger-Vizewachtmeister HeinzTirfcht i g e l. Berlin-Wilmersdorf. Feldzahnarzt Fritz L e f f e r. Bocholt. Paul L ö w e n st e i n. Breslao. Hellmut Taucher, Feldartillerie-Regiment Nr. 6, zugleich zum Unteroffizier befördert. __ Bublitz. Unteroffizier Arthur Behrendt. Cöln. Gerichts-Assessor Siegfried Jkenberg, Offiziers- Stellvertreter in einem Feldartillerie-Regiment. Eberswalde. Bernhard L ö w e n t h a l, vom Leibgrenadier- Regiment Nr. 8. Fiiehne. Mafchinengewehrschütze Georg N e u m a n n. Frauftadt i. Pos. Musketier Salo L a ch m a n n. Jäger Bruno S a lisch. Friedberg (Hessen). Vizefeldwebel Karl Neuhof. ■’< Gogav. Gefreiter Arthur Jakob. Hamburg, Leutnant und Kompügnieführer. .Heinr. A b e r l e, Inhaber der Württembergischen goldenen Militär-Verdienstmedaille. Karlsruhe. Gefreiter d. L. Kaufmann Wilhelm E h r m a n n. Leipzig. Landsturmmann Sirgmund Adler, zurzeU beim Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 3. Liegnitz. Zahnarzt Hermann Kramer, Vizefeldwebel, unter gleichzeitiger Beförderung zum Offiziers-Stellvertreter. Mannheim. Vizewachtmeister und Offiziers-Aspirant Julius Süß, Inhaber der Badischen silbernen Verdienstmedaille, Sohn des Herrn Samuel Süß, der als Unteroffizier am Kriege 1870/71 teitgenommen hat. Ludw. Wolf, Kaufmann. Mayen. Dr. Sally Mayer, Assistenzarzt der Reserve, bei der 3. bayerischen Fetdpioniertompagnie. PiaNtstadt (Baden). Landwehrmann Abraham Kolb. Piachingen. Vizefetdwebel M. Nußbaum, im Infanterie- Regiment Nr. 127. Rogasen. Oberapotheker der Reserve Leo K u t t n e r. Stettin-Bredow. Georg Dannemann. Wittlch. Gefreiter Emil M e n d el Wittmund. Unteroffizier Iwan Cohen. Wolgast. Hornist Hermann R o s e n t h a l. Korrespondenzen. Hilfskomnnssion 1915 für Palästina. Zur Förderung unserer Notstandsaktion hat sich in Prag ein Landeskomitee für Böhmen gebildet, welches den folgenden Aufruf versendet: An die gesamte Juden schuft Böhmens! Zu seinem neuen Hiebeswerke gilt es heute vuszurnsen: In Palästina, das durch den Krieg gänzlich vom Verkehr abgeschnitten ist, sind heute viele Zehntausende von Juden, darunter eine ganz bedeutende Zahl öster - r e i H i s ch e r Staatsangehöriger, Not und Elend, ja geradezu dem Hungertode preisgegeben, wenn ihnen nicht von auswärts rasche Hilfe wird. Wien, Berlin und allen voran Amerika haben ja schon durch eilige Sendung von Geld- und Lebensrnitteln in hochherziger Weise vielfach rettend eingegriffen, die Not hat sich aber — da jede Zufuhr mangelt, die Getreidepreise ins Unermeßliche gestiegen und die sonst gewohnten Unterstützungen an die vielen Alten und Arbeitsunfähligen ausgeblieben sind — im gegenwärtigen Zeitpunkte furchtbar gesteigert, so daß viele der Bedauernswertesten, siech und entkräftet, des einfachen Bissens trockenen Brotes entbehrend, dem fürchterlichen Gespenste nicht nur des Hungers, sondern des Verhungerns hoffnuügs- und rettungslos entgegensehen müssen, wenn sich nicht das oft gerühmte jüdische Herz .ihrer erbarmt und die weitesten Kreise zu diesem eminenten Werke der Barmherzigkeit herangezogen werden. Und so ergeht denn heute der Aufruf zu neuer Fürsorgetätigkeit — die auch von den zuständigen staatlichen Behörden afö derzeit dringend berechtigt gefördert wird —, wenn auch nicht verkannt werden soll, wie sehr bereits die Kräfte aller 'durch die vielfachen nächstgelegenen Hilfszwecke angespannt und zum Teil erschöpft sind. Nichtsdestoweniger schließe sich aber auch von dieser jüdischen Ehrenpflicht niemand aus, keine Gemeinde und Korporation, aber auch nicht der einzelne, nicht, wer vermöge der Pflichten des Besitzes großzügig spenden, nicht, wer von dem Ertrage seiner Arbeit nach seinen Verhältnissen beitragen kann, aber auch nicht der Minderbemittelte, der, nicht gewillt, bei guter Tat zurückzubleiben, sein Scherflein zur Linderung der unmittelbarsten Lebensnot beitragen will. Doppelt gibt, wer rasch gibt und rascheste Hilfe tut not. Vom Zentralverein zur Pflege jüdischer Angelegenheiten, über Anregung der Wiener leitenden Kreise, ms Leben gerufen, ist in Prag ein Lokalkomitee für ganz Böhmen zusammengetreten und bittet, Spenden zu dem vorgedachten Zwecke entweder an den Obmann des Zen-