Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 10 (3.3.1916)
- Date
- 1916-03-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 10 Tv. Bl och's Wochenscheist Austritte aus -cm Judentum Vom 20. bis 20. Februar 1010. Att Haus, Privatier, geb. 1t. August 1900, Wien, ledig, XV11I., Aumannplatz 2. Alt Karoline. Private geb. 14. Januar 1902, Wien, ledig, XVIII., Anmannplatz 2. Alt Zeline. aeb. Jakl. Private, geb. 22. Jänner 188L, Wien, ger. getr., XVIII., Aumannplatz 2. Badian Alice, geb. v. 4ülecki, Hanptmannsgattin, geb. 15. September >883, Jtzkany, verheiratet, VI., Gumpendorserstraße 36. Badian Max, k. u. k. Hauptmann, geb. 7. August 1876, Sadagora. verheiratet, VI., Gumpendorserstraße 36. Frank Margit. Kontoristin, geb. 27. Juni 1892, Wien, ledig, XVI., Neulerchenfelderstrasse 2. Jellinek Mathilde, Kontoristin, geb. 15. Oktober 1889, Ungarisch- Hradisch, ledig, IX. Lichtenthalergasse 7-9. Königs,lartcu Ernst, Ncntier, geb. 14. Juli 1880, Brunn, ledig, I, Lothringerstraße 3 Krafft Ernst, früher Kohn. Privatbeamter, geb. 9. Mai 1884, Linz, ledig, I!L, Obere Weißgarbcrstraße 11. Mittler Adele Private, geb. 10. August 1878, Wien, ledig, IX., Nußdorferstraße 4. Storch Bruno, Student, geb. 24. Juli 1891, Wien, ledig, VII., Neubaugasse 1. Tattelbaum Max. Handelsagent, geb. 17. Oktober 1873, Wien, ledig, X., Buchengasse 157. W.'Iuberger Adelheid Gastwirtin, geb. 22. August 1879, Hnschowitz (Mähren), ledig, VI., Linke.Wienzeile 12. Nnchod. Herr Gustav 2 ch u r, Fabrikant iu Nnchod, wurde am 3. Februar d. I. einstimmig zum Vorsteher der israel. Kultusgemeinde von Nachod gewählt. Newyork. Iu der hiesigen Columbia-Universität eitle der größten und angesehensten Hochschulen der Vereinigten Staaten — wurde die jüdische Sprache als Lehrfach eingeführt. Zum Lektor wurde der bekannte jüdische Gelehrte Dr. Margolis bestinnnt. Feuilleton. Kriegsmarginatien. Bon Dr. B. Placzek (Brunn). (Jortstmnng.) Der M a g n e t b e r g. Mitten aus dem Meere, so geht eine uralte Lage, ragt ein Magnetberg empor. Vorüberfahrenden Schissen entreißt er mit unwiderstehlicher Anziehungskraft alle eisernen Bestandteile, Klammern, Schrauben, Nieten, so daß die hölzernen Planken auseinanderfallen und die Wogen die Trümmer des Wracks und die Seefahrer verschlingen. . . . Ein grauenhafter Vergleich drängt sich einem bei jener Mythe auf: Sollten im titanischenWelt-, kriege z w i s ch e n U e b e r m e n s ch e n und Untertieren, der sämtliche Zonen verängstigend, betäubend durchbraust, Schrecknisse, entsetzlicher als eine zügellose Phantasie sich nusmaien, als eine rolle Einbildungskraft erfinden, als ein Höllenbrenghel zeichnen, als vertigerte Folterkammerknechte ersinnen können nicht ähnlich zerstörend auf unsere Hcldenkämpser, ans diese größten Heroen aller Zeiten wirken, wie der Magnerberg aus Schisse und Schiffer? „Es ist etwas an dem Eisen im Blute: die Finger erlesener Geister haben und üben einen, magnetischen Einfluß darauf." — Ob die Ungeheuerlichkeiten menschlicher Ungeheuer, der Weltfriedensbrecher, das E i fen im Blut e, in Sehnen und Muskeln, das Stähle r n e in den Herzen und Nerven der Kämpfer zerbröckelnd an sich reißen?! O nein! Mit nichten? Der grauenhafte Kampf verleiht dem Siegeswillen der Streiter d e m a n t e n e Festigkeit und damit auch — wie ein Scite 16b herzerhebendcs Kaiferworl. lauiet Z7. Dezember 19131 „die sicherste Gewähr für eine glückliche, der gebrachten ivendigkeit für eine nnermeßbare Zukunft. . . . o u r 3 a h r e s w e n d e. Vom Weißen Meere bis zum Indischen Ozean tragen die Heldenstreiter für die politische und sittliche Weltordnung, für Menschheit und Menschlichkeit die weithin strahlenden Siegestrophäen. Dabei lassen sie seitlich ihre ruhmbedeckten Fahnen wehen von Oftende bis Bagdad, vom Jfonzo bis zum Baltikum, Oecidenc und- Orient nicht nur zu einer Interessengemeinschaft zusammenlötend, weitmehr noch sie zusammenschweißend, zur Exiftenze i n h e i t v e r s ch m e l z e n d, untrennbar durch eine tief und weit erfaßte nnabweisliche innere und äußere Notwendigkeit für eine nnermeßbare Zukunft. . . . Schreibt Klio in die Taseln der Geschichte Endgiltig von dem Weltenstrafgerichte? Des Schicksals Mittel werden wohl entsprechen, Den ärgsten Trotz und Eigensinn zu brechen. Will das Geschick etwa des Feindes Massen In der Verblendung immer noch belassen, Bis ihre Macht zertrümmert ist für lange? Am wenigsten mag sein darob uns bange. Und flutet edles Blut am Wellgelände, Und knarrt die Steuerschraube ohne Ende, Sei auch des tollen Ha,.es Legion Und türme Osfa ans den Pelrorr Von Greueln unerhört, von Noc und Tod, Der Ohnmacht Groll, blindwütend Machlgebor: Wie lange kann selbstmörderisch noch wahren Die Raserei, die Freude am V.'rheeren? Mag sich der kühnste Triumphator hüten, Ein Friedenswort zu lispeln Zornerglühten Die Fragen wirbeln stürmisch auf zum Himmel Aus diesem wahngepeitschren Erdgetümmel: Was mag der neue Jahres kreis umschließen? Wird Reue bittre Zähren bald vergießen? Welch Unheil werden seine Togasalten Für alle Welrbrandstiseer noch enthalten? . . . Laß schwinden Klage, Trüb und Finstersinn Anshellen sich schon vor dem Lenzbeginn, Laß Tränen trocknen, kiese Wunden heilen, Ten hehren Friedensgruß nicht länger weilen, Gebiete Schweigen allem Schluchzen, Aechzen, Ein Zauberwort sei 1916. Apophthegmata. Für den anrückenden Weltfrieden. Januar 1916. La paix 6-i. en marche. (?vrei nach;5 o 1 a.) Nikit a. Der letzte der Monarchen rann Sich rühmen, was er hat getan: Im Balkankrieg den ersten Schuß Und nun den ersten Friedensschluß. Die Einsicht kam dvch früher schon, Mir blanker Ehr' für Volk und Thron. Was wird Njegus Reineke bei den Alliierten beginnen? Wird er den ehrlichen Friedensmakler machen? Wird er aus Verschlagenheit, ans schlauer Berechnung sich bessern? Das kam zu allen Zeiten vor. Schon die alten Legendenerzähler haben dafür in mannigfacher Form Sprüche geprägt, wie: „Der Ehrenplatz des reuigen Sün ders gebührt nicht dem einwandfreien Gerechten." G r o ß m ä ch t e. Tie Niedertracht ist eine Großmacht von inkommen snrabler Größe — aber auch der Hoch- und Edelsinn.