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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-03-03 · 10 (3.3.1916) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
10 (3.3.1916)
Date
1916-03-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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tfr. 10 Tr. Bloch's Wochenschrift Seite 157 Iranz Weisz und seine acht Söhne. Wie „Egyenlöseg" berichtet, war das Rote Kreuz- Spital in SZentes vor einigen Tagen der Schauplatz einer schönen erhebenden Feier. Der Gefeierte ist Franz Weisz, Kaufmann in Szentes, dessen acht Söhne Militärdienst triften. Seine Majestät Kaiser und König Franz Josef zeichnete Franz Weisz durch ein Geschenk von 500 Kronen und eitler mit feinen Initialen versehenen silbernen Uhr aus. Der Obergespan überreichte dem Ausgezeichneten in Gegenwart eines zahlreichen angesehenen Auditoriums in Begleitung einer patriotischen Rede das Geschenk Seiner Majestät. Franz Weisz dankte gerührten Herzens für die ihm zuteil gewordene Anszeichnung. Auszeichnungen von Staatsbeamten. Ter Kaiser hat verliehen das goldene Verdienstkreuz am Bande der Tapserkeitsmedaille für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Postassistellten Jakob Schorr, Direktion Lemberg; das goldene Verdienstkreuz mit der Krone dem Bauoberkommissär der Staatsbahnen Rudolf Goldberg; das goldene Verdienstkreuz dem Kontrollor der Außig-Teplitzer Bahn Felix Halpern, dem Baukommissär der Staatsbahnen Osias Katz, den Titel eines kaiserlichen Rates dem Inspektor der Süd-; bahngesellschaft Julius Deutsch, dem Inspektor der Oesterr. Staatsbahnen Ludwig Kalmus; ferner im Stande der bosnischen Landesbeamten das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens dem Regierungssekretär Sigmund P o r d e s, dem Sanitätsillspektor Dr. Bernhard Z a u - d e r e r, den Oberbezirksärzten Dr. Josef Katz, Dr. Moses Schisser, Dr. Arnold Lederer. In Anerkennung vorzüglicher Dienstleistung im Eiseubahntriegs-verkehre wurde dem Obe-rrevidenken Heinrich K r u g, Vorstandsstellvertreter des k. k. Bahnbetriebsamtes Krakau, das Ritterkreuz des Franz Joses-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes verliehen. Kin Nachruf im Schutberichl eines Niaristengymnastnms. Im Schulbericht des Piarislengynuiasiums in Nagtz- Karoly für das Jahr 1914/15 widmet der Direktor Daniel V i d a r o v i t s dem den Heldentod gefundenen Advokaten Dr. Emmerich Roth in Nagy-Karoly den nachfolgenden warmen Nachruf: * Dr. Emmerich Roth, geboren am 30. Oktober 1881 in Szentes, israelitischer Konfession, die Mittelschule absolvierte er an unserer Anstalt und legte am 28. Juli 1899 die Reifeprüfung mit gutem Erfolge ab. Er betrat die juristische Laufbahn und erwarb im Jahre 1906 das Adookatendiplom. Tr übte die Advolaturspraris bis August 1914 aus, zu welcher Zeit er anläßlich der allgemeinen Mobilisierung als Reserveleutnant einrückte. Tinen Monat lang blieb er in Nagy-Karoly als Abrichtungsoffizier, von wo er im September mit seiner Marschkompagnie direkt nach Ravaruska abging. Sie gerieten in ein großes Feuer und mutzten sich vor der großen Uebermacht zurückziehen. Di? Marschkompagnie wird in zwei Teile gespalten, den einen Teil führt er selbst als Kompagniekommandant inmitten ununterbrochenen Kämpfen zurück. Tine Kugel trifft den von Lebenskraft strotzenden Soldaten nicht, sondern die Cholera war es, welche ihn niederstreckte. Er wird trank ins Sanoker Spital gebracht, wo er nach zweitägigem, furchtbarem Leiden am 11. Oktober starb. Tr wurde in einem eigenen Grabe beerdigt, der katholische Feldgeistliche vollzieht die Zeremonie. Mit großer seelischer Kraft, mit Ergebenheit in den Willen Gottes, erträgt er sein schweres Los, gedenkt selbst in seinen letzten Minuten seiner seelensguten Mutter und seiner verwaisten Familie. Seine Offizierskameraden haben in ihm einen wahren, treuen Freund, seine Mitbürger einen friedfertigen, fleißigen und sehr gebildeten Mitarbeiter verloren. Er hat seinem Vaterlande ein großes Opfer gebracht, er gab das Wertvollste hin in unserem Kampfe für die Freiheit, er opferte sein Leben auf dem Altäre des Vaterlandes, deshalb ist uns sein Andenken lieb. Unser Freund Emmerich, träume von den siegreichen Kämpfen der Söhne deines heißgeliebten Vaterlandes, dein Tod und dein Verlust hat unsere Tatkraft nur noch 'gesteigert. Unser Gedanke steigt mit Liebe zu dir empor. Gott mit dir l („Egyenlöseg.", Auf dem Iekbe der KHre gefaLen. Gefreiter Leo Nagle r, Sanitütspfleger des mob. Ref.-Spitals 5/2, ist von einem frühzeitigen Tode dahingerafft worden. Der k. k. Stabsarzt richtete an den tieftrauernden Vater nachstehendes Schreiben: 22. Februar 1916. Geehreter Herr R a g l e r! Die traurige Nachricht von dem Tode Ihres Sohnes Leo gab ich Ihnen gestern telegraphisch bekannt. Er starb gestern am 21., 5 Uhr früh, und wurde heute Mittag zu Grabe getragen. Ich spreche Ihnen und Ihrer Familie mein inniges Beileid aus. Dem Begräbnisse wohnten der Herr Feldrabbiner, die Offiziere und ein Teil der Mannschaft des Spitales bei. Am Grabe sprach zuerst der Herr Feldrabbiner, dann hielt ich folgende Rede: „Vor einem Monat standen wir tiefbewegt auf dieser traurigen Stätte und nahmen von einem Kameraden, dem Sanitätssoldaten Kiß, der einer schweren Nierenentzündung erlag, Abschied für immer. Und so bald müssen wir uns wieder hier versammeln, um wieder an der Bahre eines Kameraden zu trauern. In treuer Pflichterfüllung hat sich Sanitätssoldat Leo Nagler den Todeskeim geholt: unsere ärztliche Kunst, mit besonderer Sorgfalt, mit größter Gewissenhaftigkeit angewandt, versagte. Tr starb, aber er starb eines schönen Todes, er starb für unser geliebtes Vaterland. Fern von seiner Heimat, fern von seinen Angehörigen hat er sein junges Leben beendet. Ihn traf nicht die Kugel des Feindes, eine heimtückische Krankheit, die er sich in pflichtgetreuer Ausübung seines schweren Dienstes als Krankenwärter zuzog, warf ihn nieder. So starb er als Held fürs Vaterland. Als Kommandant und im Namen der Offiziere und der gesamten Mannschaft des mobilen Reseroe-spitals 5/2, dem N a g - l e r fast ein volles Jahr angehörte, rufe ich ihm, dem Tapferen, dem Treuen, ein letztes Lebewohl zu." In aufrichtiger Teilnahme Dr. Heribert Ritter von H ö f f e r n, k. u. k. Stabsarzt, Kommandant des mob. Res.-Spit. 5/2. Ein älterer Bruder des Verewigten, Herr Max 9! a g l e r, wurde im Juni 1915 bei Gorlice verwundet, mit der bronzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und kämpft jetzt am südlichen Kriegsschauplätze. Der Mrief eines kaltzokifchen Kekdgeistlichen. Philipp L n st i g, Sohn des ehemaligen Tardoskedder Rabbiners Samuel L u ft i g, hat aus dem Kriegsschauplätze den Heldentod gefunden, lieber eine Anfrage hat, wie „Egyenlöseg" berichtet, der röm.-kath. Feldgeistliche an den Bruder des Gefallenen folgendes Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Luftig! Auf Ihr gesch. Schreiben kauil ich erst jetzt antworten und diene Ihnen bereitwillig mit weiteren Daten über Ihren verewigten Bruder, soweit sie mir zur Verfügung stehen. Vor allem teile ich Ihnen mit, daß in Ermangelung eines israelitischen Seelsorgers ich Ihren, den Heldentod gestorbenen Bruder mit den letzten Tröstungen versah, und ich kann sagen, daß er mit Ergebenheit den Willen Gottes und mit Eedu.d seine Leiden ertrug, lieber mein Ansuchen war die hiesige israelitische Kultusgemeinde so freundlich, ihn im jüdischen Friedhofe nach dem Ritus der eigenen Religion zu beerdigen. Sein Grab habe ich mit einer Nummer (106) versehen. Der genannte Friedhof ist der jüdische Friedhof der Stadt Strvj l Galizien). Betreffend Ihre anderen Fragen, kann ich Ihnen Mitteilen, baß Ihr verewigter Bruder von der Strypa-Front mit einem Spitalszug in unser Spital gebracht wurde, und zwar am 13. Oktober, und starb bereits - am 15. Oktober in der Früh. Tr hatte einen Knieschuß, wahrscheinlich von einem Dum-Dum-Eeschoß, infolgedessen er Blutvergiftung bekam, so daß ihm nicht mehr zu helfen war. Sein Todeskampf währte vom Nachmittag des 14. Oktober bis zum Frühmorgen des nächsten Tages. Sein letzter Wille war bloß, die seinem Legit-mationsblatte angefügte Adresse von seinem eventuellen Ableben zu verständigen, welchem Wunsche ich sofort nach seinem erfolgten Heldentod entsprochen habe. Gott tröste die tiefgebeugte Mutter und auch Sie mit der Beruhigung in dem Gedanken, daß der Heimgegangene für unser teures Vaterland dasjenige hingegeben hat, was dem Menschen

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