Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 10 (3.3.1916)
- Date
- 1916-03-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 156 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 10 Tapferkeitsmcdaillen, zusammen 184 Auszeichnungen; hievon 43 an Offiziere des Soldaten standes, 30 an Aerzte und Militärbeamte, 111 an Personen des Mannschaftsstandes. _ Weitere Auszeichnungen. Oberleutnant des k. k. Ldst.-JnfanterieregimenteS 25 Bernhard Reich aus Buchlowitz (Mähren), welcher ohne Unterbrechung seit Beginn des Krieges inr Felde steht, wurde für hervorragende Dienste im Felde mit dein Signum laudis ausgezeichnet. Dem Leutnant Dr. Josef Kaßler, Infanterieregiment Nr. 1, wurde in Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde das Militärverdienstkrcuz 3. Kl. verliehen. Er kämpfte Zuerst in Serbien und wurde bei einem Sturmrangriff bei Görz zum zweitenmal verrvundet. Joh. Hofbauer, Landsturmkanonier von der Feldhaubitzendivision 1/8, Bat. 2, erhielt taxfrei die bronzene Ehrenmedaille vom Roten Kreuze mit der Kriegsdekoration. Oberleutnant Hugo Meist, der Verbandsspielleiter des Oesterreichischen Fußballverbandes, wurde mit dem Signum laudis ausgezeichnet. Der k. u. k. Leutnant d. R. Herr Ing. Robert Weinberger, im Zivilberufe Betriebsassistent der Wienerberger Ziegelfabriks- und Baugesellschaft in Wim, dessen Auszeichnung mit dem Signum laudis vor nicht allzulanger Zeit gemeldet werden konnte, wurde vor kurzem neuerdings ausgezeichnet. Es wurde ihm diesmal für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Militärverdienstkreuz 3. Klasse — eine für einen Reserveleutnant ziemlich hohe Auszeichnung — verliehen. Seit Kriegsbeginn im Felde stehend, hat Leutnant W e i n - berger den ersten Feldzug gegen Serbien mitgemacht, stand sodann ohne Unterbrechung bei allen vier Görzer Schlachten, zeitweise auch als Kompagnieführer, im Frontdienste und ist bei der letzten Görzer Schlacht verwundet worden, jedoch wieder an die Front abgegangen. Die große silberne Tapferkeitsmedaille 1. Kl. wurde dem Feldwebel des Ldw.-sJnfanterieregiments Nr. 7, Herrn Rudolf Brunner, Sohn des Kaufmannes Simon Brunner in Pilsen, verliehen. Für tapferes Verhalten vor den: Feinde mit der großen silbernen TapferkeitsMedaille ausgezeichnet und gleichzeitig zum Leutnant befördert wurde Kadett d. R. des Feldjägcrbataitlons Nr. 6 Friedrich Zeckendorf aus Popovie bei Beraun (Böhmen). Auszeichnung eines Ketdraöviners. Der Kaiser hat in Anerkennung vorzüglicher und auf-? opferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde dem Feldrabbiner Dr. Bernhard Templer das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. Der vielseitige Hrdonnanzofftzier. - Der Leutnant in der Reserve Dr. Paul S ch l e s i n - ger des Ulanenregiments Nr. 6, der Ordonnanzoffizier der 2. Jnfanterietruppendivision, erhielt die militärische Verdienstmedaille am rot-weißen Bande. In dem Gefechte bei Turobin war eine Vorhut vom Wege abgeirrt und konnte, im unwegsamen Gebiete und vom feindlichen Feuer stark belästigt, nicht zu ihrer Truppe ge-, langen, und es fiel an Leutnant Schlesinger die Aufgabe, die Leitung der Abteilung zu übernehmen und seine Orientierungsgabe und Umsicht verließen ihn auch diesmal nicht; erbrachte die kleine Truppe in Sicherheit und zu ihrem Regiment und ritt dann wohlgemut zu seinem Kommando zurück. Bei Sobieska-Wola hatte er eine Meldung zu überbringen, die ihn so tief in die Kampflinie brachte, daß er sich plötzlich ganz allein, ohne Begleitung, einer feindlichen Abteilung gegenübersah. Tie Bestürzung war gegenseitig, aber der energische Offizier zögerte keinen Moment. Er fingierte eilten Ueberfall, rief den Russen zu, sich zu ergeben, und die Kosaken, die selbstverständlich annahmen, daß hinter dem Ossi-? zier eine starke Truppe in Verteidigung stand, streckten die Waffen. So konnte der einzelne Mann seine Ge-, fangenen im Triumph ins eigene Lager bringen. — Bei Jzdebno machte es die strategische Lage notwendig, unsere Frotit zu verändern und einen Stellungswechsel vorzunehmen. Um zur Gruppe des Obersten Klein zu gelangen, inußte Leutnant Schlesinger ein vom heftigsten Artilleriefeuer beschossenes Terrain durchqueren. Wie er es anstellte, rasch und heil den feindlichen Ge-, schossen zu entgehen, blieb ein Rätsel. Aehnlich bravourös verhielt er sich in den Gefechten bei Szlusczyn und Olechow. An der Opatowka riß ihn die Leidenschaft des Kampfes derart hin, daß er sich in überaus schneidiger Weise am Gefecht selbst beteiligte. Er fand auf seinem Wege versprengte Schwarmlinien, die er anhielt, sammelte und mit Elan selbst gegen den Feind führte. („Fremdenblatt" vom 25. Febr. 1916.) Zugsführer Kmanuel Salamon. Emanuel Salamon, Kaufmann in.Losoncz, Zugsführer im k. u. k. Infanterieregiment 25, Kommandant eines Aufklärungsdetachcments, hat sich durch seinen Heldenmut, seine Tapferkeit und Geistesgegenwart wiederholt ausgezeichnet und sich die Anerkennung und das Lob seiner Vorgesetzten im vollsten Maße erworben. Zuletzt gelangtes' ihm,"mit seiner Truppe' auf einvm' etwa' 500 m langen Wege auf dem Bauche.kriechend, in die unmittelbare Nähe des Feindes zu gelangen und eine glän-i zende Kriegstat zu vollbringen, nach der es ihm gelang, inmitten des feindlichen Kugelregens, mit seiner Mannschaft bei einem Verluste von nur zwei Mann zu seinem Bataillon zurückzukehren. Diese Heldentat des Salamon hat sein Offizierskorps so sehr überrascht, daß sein Major ihn für eine Auszeichnung mit der Tapfer-? keitsmedaille in Vorschlag brachte und in einem Tagesbefehl an die Mannschaft folgendes bekanntgab: „Ueber Vorschlag des Regimentskommandanten und aus persönlicher Ueberzeugung belobe ich den Zugsführer Salamon für seinen hervorragenden Charakter, fein tapferes, unerschrockenes Verhalten an der Front, seine vielseitige Verwendbarkeit in seiner Kompagnie und im Dienste jeder Art. Ich drücke ihm die Anerkennung und das Lob aus sowohl im eigenen Namen als auch namens des Allerhöchsten Dienstes. Satzinger m. p., Major." _ („Ggyenlöseg.") Aer Sofia des Wavöinatsasfeffors. Das Armeeoberkommando hat dem Kadetten Leopold Lischt, Honved-Jnf.-Reg. Nr. 302, 4/2. Bataillon, einem Sohne des Rabbinatsassessors in Gyula, für fein heldenmütiges Verhalten vor dem Feinde die silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse verliehen, welche ihm durch den Bataillonskommandanten am 30. Januar feierlich an die Brust geheftet wurde. Kadett Licht )hat sich diese Auszeichnung durch eine heldenmütige Waffentat verdient, indem er mit 33 Kameraden, welche sich Hiezu freiwillig gemeldet hatten, die Russen bei ihrem Durchbruchsversuch in der Bukowina aus einem wichtigen feindlichen Graben durch einen Sturmangriff vertrieb und die Stellung der Russen besetzte. („Eghenlöseg")