Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 8 (18.2.1916)
- Date
- 1916-02-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 136 Dr. Bloch's Wochssnfchrist Nr. 8 fein Dienstverhältnis den weiteren Erfordernissen des Gesetzes für die Befreiung von der Pcnsioneoersicherungs-i Pflicht entspricht, insbesondere ob er normalmäßrge Ansprüche auf Invaliden- und Alterspension sowie auf Pensionen zugunsten seiner Hinterbliebenen hat oder nicht. Wien, am 3. Dezember 1915. Korrespondenzen. Ein Notschrei, gerichtet an die Hilfskommission 1915 Mr Palästina (4. Bezirk, Frankenberggasse 14).*) Von der K. u. k. Konsular-Agentie für Saffed und Tiberias. Löbl. Hilfskommission 1915, Wien. Hiermit bestätige ich meine Depesche vorn 6. i, M., womit ich im Namen der hiesigen, von der jüdischen „Hilfskommission" so hochherzig unterstützten drei Gemeinden Wiznitz, Bukowina, Kossow, die Gewährung eines Fonds von 20.000 Kronen anstrebte. Was mich zu diesem Schritte veranlaßte, ist die unbegrenzte Spekulation der Wucherer, welche die Preise aller unentbehrlichsten Nahrungsartikel von Tag zu Tag derartig steigern, daß es dem armen Familienvater fast unmöglich wird, das trockene Brot zu besorgen. Wie es Euer Ehrwürden wohl wissen, leben die meisten hier wohnenden Juden von den ihnen zukommenden Spenden aus der Heimat; und da infolge der sehr kritischen Zeit das Maß der Spende sich auf kaum die Hälfte bewährt, andererseits die Unterhaltskosten im gelegentlichen Verhältnis gestiegen find, ist die zunehmende Armut eine herzergreifende. Um wenigstens zu verhältnismäßig angemessenem Preise die Mitglieder dieser drei Gemeinden mit dem täglichen Brot zu versorgen, stimmte ich dem Vorschlag der beiden Vorstandsmitglieder, Herrn Chaim S. Klinge r und Hersch Brecher, bei, um den Beistand der Hilfskommission zu dieser Aktion zu gewinnen, besonders da sie es versprachen, dieses Werk unter die direkte Kontrolle des unterfertigten Amtes zu stellen. Die drei Gemeinden in Saffed und Tiberias umfassen zirka 1200 mittellose Seelen. Es wird hier pro Kopf und während einer Woche zweieinhalb Kilo (ein Rotel) Mehl gerechnet, daher monatlich! ein Quantum von 12.857 Kilo Mehl verbraucht, was auf Grund des gegenwärtigen Preises einen Betrag von 18.642 Kr. ausmacht. Die Vorstände schlagen vor, das Kilo Mehl mit einer Ermäßigung von zirka 10 Heller vom Kaufpreis? abzugeben. Hiedurch wird eine große Hilfe geleistet, da der Arme erstens der Spekulation entzogen wird und dann nicht, wie es schon vorkam', einen Tag ohne Brot bleiben müßte, weil die Wucherer wegen verneinten Weizenmangels den Mehlverkaus einschränkten. Den Verlust am Kapital außer den unumgänglichen Vermittlungsspesen, welche bei jedem neuen Weizenankauf, bezw. -Ausverkauf sich Herausstellen wird, müßte das Komitee in Abzug vom vorgestreckten Kapital bringen, so daß der gewährte Hilfsbeitrag nach einigen Monaten *) Diesem Gesuche haben wir durch Einsendung der 'gewünschten 20.000 Kronen umgehend entsprochen. Tinen dringenden Hilferuf des k. u. k. Konsulates in Jerusalem um 70.000 Francs zu Mehlankäufen für unsere dortigen Schützlinge haben wir bisher mit der Einsendung einer ersten Rate von 50.000 Kronen beantwortet, über die wir demnächst des Näheren berichten wollen. Die Hilfskommission 1915. sorgsainen Wirkens nominell als gedeckt zu betrachten sein würde. Indem ich diese Hilfsaktion in Vorschlag bringe, glaube ich dem Sinne der Hilfskommission und der hiesigen bedürftigen Familien gedient zu haben. Hochachtungsvoll Der k. u. k. Konsularagent. C. L. Miklasienicz. Aufruf! Gedenket der kranken Brüder im Heiligen Lande! Herzzerreißende Klagen aus dem Lande der Väter schildern uns das dortige Spitalselend als nicht mehr zu überbieten. Tausende von Kranken drängen sich an den Pforten der Krankenhäuser und Kliniken, insbesondere die Augenleidenden haben erschreckend überhandgenommell. Die Spitäler und sonstigen jüdischen Heilanstalten sehen sich jedoch, anstatt den ansteigenden Anforderungen entsprechen zu können, aus Mangel an Medikamenten, Verbandzeug, am Allernotwendigsten geradezu gezwungen, eine Abteilung nach der anderen zu sperren, und dies zu einer Zeit, da der Hungertyphus und andere Epidemien täglich zahlreiche Opfer fordern. Seit dem Eintritt der Türkei in den Weltkrieg wurden und werden auch mohammedanische Soldaten, soweit möglich, in Spitalspflege und ambulatorische Behandlung ausgenommen. Durch diese Hilfe leisten wir auch unseren Verbündeten große Dienste, die von der kaiserl. ottomanischen Regierung gewiß nicht unbeachtet bleiben werden. Die Unterzeichnete Chewra-Kadischa richtet deshalb an alle Chewra-Kadischas und anderen jüdische Krankenunterstützungsvereine die herzliche Bitte, einen entsprechenden Betrag von ihren Jahreseinnahmen der K r a nkenpflege im Heiligen Lande zuzuwenden und, da Gefahr im Verzüge ist, ehestens, etwa bis Ende März l. I., die Subventionen an das Bankhaus S. M. von Rothschild auf Konto: Hilfskommission 1915 für Kriegs- Spitalshilfe einsenden zu wollen. Die Hilfskommission 1915, Wien, 4. Bezirk, Frankenberggasse 14, wird von uns ersucht, diese Aktion zu leiten, und wir bitten, die unserem Zwecke gewidmeten Geldbeträge mittels Erlagscheines oder Postanweisung — Postscheck auf Konto HilsÄommission 1915 für Kriegs- Spitalshilfe an das Bankhaus S. M. von Rothschild, Wien, 1. - Bezirk, Renngasse 3, zu überweisen. Die Subventionen werden in den jüdischen Zeitungen, eventuell auch Tageszeitungen veröffentlicht. Die Chewra-Kadischa Troppau. . M. Spiegel, Obmann. Vorstehender Aufruf der Chewra-Kadischa Troppau wird von uns wärmstens unterstützt und gefördert. Wer die schreckliche Not im Heiligen Lande, die Zahl der dort am Hungertyphus Verstorbenen kennt, wird ohne weiteres bereit sein, das Hilfswerk zu unterstützen. Hilfskommission 1915. Tempelverein im IX. Bezirk. Unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. M. Schn epp fand Montag, den 7. d. M., 7 Uhr abmds, im Zeremoniensaale des Tempels, 9. Bez., Müllnergasse 21, die diesjährige Ge'- neraiversammlung des Bethaus-Veuines..ChewraBeth-Hatfilah" im 9. Bezirke statt, die insbesondere durch die Diskussion der bereits wiederholt und zuletzt in der Generalversammlung des Tempelvereines im 8. Bchirke neuerdings angeregten Fragen der Heranziehung der Vereinsfunktionäre zu den Leichenbegängnissen in den betreffenden Bezirken allgemeineres Interesse bot. Im nachstehenden der Bericht: