Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 6 (4.2.1916)
- Date
- 1916-02-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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N-. 6 Dr. Bloch's Wochenschrift Teile 93 Magdeburg. Ofsiziers-Slellverlreter Ludwig Schild. Mannheim. Juckus Stern, Un.ecofti'ieim Reftreoe-Infanterie-Regiment Nr. 250, und Inhaber der Basischen Süvernen Verdienstmedaille am Bande der Militärischen Karl Friedrich-Verdienstmedaille, zurzeit im Heinrich La.:z-Krankenhaus. Leutnant der Landwehr Richard Kauffmann, Inhaber der Badischen Verdienstmedaille am Bande der Karl Friedrich-Medaille. Ostrowo (Posen). Gerson Nathan, Saniläts-Unterossizier beim Brigade-Ersatz-Balaillon Nr. 55. Roden.irchen b. Cöln. Vizewachtmeistec Ad. Alsberg, Rechtsanwalt. Rügenwaide. Feldmagazin-Oberinspertor Emil D a I l m a n ti, Inhaber des Kaufhauses A. S. Dahlmann. Rülzheim (Pfalz). Sally Feibelmann. Samter. Arthur G o l d b a ch, Chefarzt bei einer Krantentransportabteilung. Steele. Stabsveterinär A. Lieh! ich. Willi Stern, Unteroffizier in einem Pionier-Regiment. Trier. Ernst Israel. Russische Kreuettalen. Aus dem Kriegs pressequartier wird gemeldet: Aus der reichen Sammlung amtlicher Belege über die russischen Schandtaten in Galizien und in der Bukowina fei die folgende protokollarische Aussage eines st ä d r i s ch e u Beamten als b e s o nd e r s ch a r a k r e r i st i s ch w i e d e r g e g e b e n: Moses Taunenbaum, Staoftekretär in Kotzmau, gab über die Behandlung der v )u den Russen nach Nordostgalizien verschleppten jüdischen Bewohner folgendes zu Protokoll: „Ich bin am 15. Februar, um 2 Uhr morgens, von russischen Gendarmen ans dem Bette geholt und mit anderen jüdischen Geiseln nach Galizien ge-> bracht worden. Ich und meine Schicksalsgenossen wurden auf dem Wege von den eskortierenden Soldaten schwer ntißhandelt. In Zaleszczyki wurden 60 Personen in einen nur wenige Quadratmeter fassenden Arrest gesteckt, wo lvir, wie Heringe znsammengedrängl, die ganze Nacht bleiben mußten, um am nächsten Tage weiter nach Nordostgalizieu gebracht zu werden. Tort blieb ich ungefähr Dreivierteljahr und habe mit eigenen Augen gesehen, welche Schandtaten die Russen an meinen Glaubensgenossen begangen haben. Nur die schrecklichsten Greuel will ich hier erwähnen. Am'17. April wurden in der Nacht in Zaleszczyki sämtliche 5009 Juden, Jüdinnen und ihre Kinder zusammengetrieten und aus Zaleszczyki aasgewiesen. Sie wurden unter Eskorte in der Nacht in der Richtung nach T lüste getrieben. Die Kosaken, welche die traurige Schar eskortierten, schlugen die Greise, welche nicht rasch genug gehen tonnten, blutig. Ost stachen auck die Kosaken in die Menge, wenn sie sich nicht rasch genug fortbewegte. Selbst die kleinen Kinder und Frauen wurden von den Nagaikahieben nicht verschont. Irl vierzehn Stunden wurden so von schwachen Greisen, schwangeren Frauen und kleinen Kindern und den anderen vierzig Kilometer zurückgelegt. Ein Teil der armen Geschöpfe blieb vor Hunger 'und Durst entkräftet liegen. In diesem Zuge befand auch i ch mich. Ich habe es mirerlebt, wie im Monat Juli in Ulaszkowos, Jezierzeny, Jagielnica, Tluste und Czortkow, wo die mitgeschleppten Inden aus Zaleszczyki und Srla in Buden, Scheunen und Stallungen wohnten, die Cholera wütete. Infolge des Hungers, der Kälte, der gänzlich unhygienischen Wohnungen und der sonstigen schlechtsn Verhältnisse, unter denen diese Juden lebten, andererseits infolge des Mangels jeder sanitären Maßnahme von Seite der Russen lgingen in ganz kurzer Zeit mehrmals laufend (Juden an dieser Krankheit zugrunde. Tie Kinder der an der Cholera verstorbenen Eltern wälzten sich zu Dutzenden im Staube der Straßen und bettelten um Brot. Tie vor-- beiziehenden russischen Offiziere und Soldaten schlugen diese Kinder blutig. Die überlebenden Inden wurden von beit Russen zu Schanzarbeiten am Sereth gezwungen. Selbst die Schwerkranken wurden dazu genötigt. So war ich im Monare August Zeuge, wie zwei russische Soldaten einen trebskranken Juden aus dem Nette holten und ihn zu den Schanzarbeiten schleppten. Auf dem Wege stürzte er zusammen Blut entquoll seinem Munde und in einigen Stunden war er tot. Unter furchtbaren Mißhand-, lungen mußten die schwachen, zu Schanzarbeiten nicht mehr genug kräftigen Leute von 6 Uhr morgens dis. 8 Uhr abends graben. Fortwährend wurden sie von den Kosaken geprügelt. Sie wurden nicht beköstigt, es wurden ihnen nur 50 Kopeken an Taglohn zugewiesen, von dem die Hälfte, manchmal auch der ganze, nicht ansbezahlt wurde. Ich weiß bestimmt, daß in der ersten Zeit zehn Juden aus Snyatin an Hunger starben. Vergewaltigungen waren an der Tagesordnung. In Ulaszkowce kamen an einem Tage dreißig Vergewaltigungen an wehrlosen Frauen und Mädchen durch russische Soldaten vor, nachdem die Männer und die Eltern vorher aus den Häusern gewaltsam entfernt worden waren. Zweimal wurden kaum zwölfjährige jüdische Mädchen in Gegenwart ihrer Eltern von den russischen Soldaten genotzüchtigt. Bei der Eskorte der Inden wurden oft die Jüdinnen ihren Männern entrissen und inGlegssnwart ihrer Männer von den Soldaten vergewaltigt. In Ulaszkowce wurden am 1. September eine Jüdin und ihre zwei Kinder im Alter vott zwei bis vier Jahren von den russischen Soldaten mutwillig niedergestochen.-mn Offizieren und Kameraden ein Schauspiel zu bieten. Moses Tannenbanm." („Ick. Extrabl.", 29. Jan. 1916. Nr. 29.) Samuel, Srrkel und Reffe. Bei der Neubildung des englischen Kabinetts, die eigentlich auf einige Berschiedungen hinausläuft, ist durch den Rücktritt sir John Simons Herbert Samuel Minister des Innern geworden. Herbert Samuel ist Jude. Im Mai vorigen Jahres hat er bekanntlich das Ministerium des Innern, als das Koalitionsministerium gebildet wurde, an den Tory Walther L o n g abgetreten und das sehr beschwerliche Postamt übernommen, das keinen Kabinettsrang har. Nun ist dieser junge, äußerst begabte Mann wieder im Kabinett. Außer ihm ist aber noch ein zweiter Jude, sein Neffe Edwin Montagu, der jüngere Bruder des zweiten Lord S w a y t h l i n g, jus Kabinett gekommen, und zwar als Kanzler des Herzogrums von Lancaster -- bekanntlich einer der zahlreichen Titel des englischen Königs. Der kaum dreißigjährige Minister behält aber seine Stelle als Finanzsekretür des Schatzamtes trotzdem bei. Das ist bedeutsam, da es die Verbrüderung der hohen jüdischen Finanz mit dem Mi-, nisterium Asquith bedeutet. Der erste Lord Swaythl i n. g war nämlich ein fabelhaft reicher Bankherr, dessen Machtwort auch nach seinem Tode von seinen Söhnen geachtet und befolgt werden mußte. Edwin Montagus Frau, die Tochter des Lord Sheffield, mußte zum jüdischen Glauben übertreten, bevor sie Mrs. Montagu werden konnte. Wer das Bankhaus Samuel, Montagu n. Co. ist, um ein bekanntes Wort des Franzosenkönigs Heinrich. V. zu gebrauchen, eine Messe wohl wert. Hat doch auch der frühere Schatzkanzler Lloyd George Frie-> den machen müssen mit Lord Rothschild und ist als einer der ersten Leidträger der Bahre gefolgt, die dessen Leiche trug. Tie silberne Kanonenkugel, der Lloyd George als Schatzkanzler den Sieg voraussagte, haben die Rothschilds und Montagus seither vergoldet. Wenigstens zwei Drittel des alljährlich produzierten und auf 98 Mil" lionen Pfund Sterling geschätzten Goldes stammt aus britischen Besitzungen, sagt der Jahresbericht der Firma Samuel, Montagu u. Co.