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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-02-04 · 6 (4.2.1916) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
6 (4.2.1916)
Date
1916-02-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seile 94 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 6 Oewattstrciche des engtischen „Sammeleifers". Dr. Gr unwald schreibt in der „N. Fr. Presse" vom 25. v. M. Mer „Spuren von Vandalismus der Engländer und Italiener in Athen": Welches Schicksal die Kunstschätze Athens seitens der Ententetruppen bedroht, ist leicht aus der Art gu schließen, wie Engländer und Italiener in vergangenen Zeiten dort gehaust haben. Bei der Belagerung von Akropolis durch die Venezianer unter Morosini 'im Jahre 1687 wurde der Parthenon und der Mittelbau der Propyläen in Trümmer gelegt. Läßt sich hierfür noch kriegerische Rücksicht oder besser Rücksichtslosigkeit als Entschuldigung anführen, so hat doch aus dem englischen Namen einen unauslöschlichen Schandfleck hinterlassen die Raubgier mit der Lord Elgin die Skulpturen des Parthenon und des Erechtheion zerstörte, um diese noch heute nach ihm benannten „Elgin Marbles" 1814 als mühelosen Triumph heimzubringen. Noch heute liest man an einer Säule des Parthenons Byrons Entrüstungsausbruch über diese Schändlichkeit: mm fec-runf G<<thi. id fec-rm.l acuthu (Elgin war Schotte). 1816 wurde diese Raubbeute vom englischen Parlament für das British Museum angekaust, als dessen Kurator Elgin 1841 gestorben ist. Ms Nachtrag diene die Erinnerung an den von England bestellten Einbruch in die unterirdischen Räume des Tempelberges zu Jerusalem, der eine erhebliche Erschwerung des Besuches des Tempelplatzcs für Fremde zur Folge hatte. M. ♦ Einlauf für vre Plenarsitzung des Kultusvorstandes am 23. Januar 1916. Im Einlaufe befinden sich: Dankschreiben des Vorstandes des Israel. Frauen-Wohltätigkeits-Vereines für die Veranstaltung des Gottesdienstes und für die Gratulation des Vorstandes anläßlich der Feier des 100jährigen Vereinsbestandes. Dankschreiben des Vorstandsmitgliedes Herrn Dr. Jakob Deutsch für die Kondolenz des Vorstandes anläßlich des Hinscheidens der Frau Hermine Weißhut s. A., der Schwiegermutter des Herrn Dr. Jakob Deutsch. Zuschrift der Frau Mathilde Cohn, Annahme des Mandates in das Ehrendamen-Komitee der israel. Versorgungs- Anstalt. An Spenden sind cingelaufen: Legat nach weil. Frau Nanette Goldner als Spende für wohltätige Zwecke nom. 4prozentige königl. ungarische Kronen-Rente mit Kupons per 1. Juni 1916 Anselm und Amalie Wechsler-Stiftung zur Verteilung an Arme Von Frau Clara Nirenstein für den Verein „Soziale Hilfe" Von Herrn Salomon Bergglas für Arme in Jerusalem Von Herrn Bernhard Sturz für die Ehewra-Kadischa anläßlich der Bar-Nizwah seines Sohnes Von Herrn Dr. Rudolf Bunzlau für den „Dr. Gustav Kohn-Fonds" Von Herrn Josef Adler für blinde Soldaten -Von Herrn Dr. Norbert Klinger namens der Frau Charlotte Klinger anläßlich des Sterbetages des Herrn Heinrich Klinger s. A. für galizische Flüchtlinge Von Herrn Heinrich Socholler als Beitrag zur Ausspeisung israel. Schulkinder in der Brigittenau Von Frau Aurelie Melzer für die Wöchnerinnenfürsorge Kr. 1000.— 122.73 60.— 23.— 25.— 20.— 10.— 500.- 5.— 5.— Brünn. In der am 23. v. M. unter dein Vorsitze des Vizepräsidenten Herrn Gustav Tandler abgehaltenen Plenarsitzung des Kultusvorstandes gedachte der Vorsitzende vor Eingang in die Beratung der unver-- gänzlichen Wqffeniat der Eroberung des Lowcen und der Niederwerfung Montenegros. Zugleich gab er dem Wunsche Ausdruck, daß unseren glorreich kämpfenden Armeen, welche draußen im Felde Wunder der Tapferkeit verrichten, bald der endgiltige Sieg über alle unsere Feinde beschicden sein möge, und schloß mit einem dreifachen Hoch auf unseren geliebten Kaiser, in welches die Anwesenden, welche sich von ihren Sitzen erhoben hatten, begeistert einstimmten. Sammelstelle für Soldatcnlektüre an der k. k. Technischen Hochschule in Wien. Seit nun schon mehr als vierzehn Monaten geht von der Sammelstelle für Soldatenlektüre täglich eine größere oder kleinere Anzahl — oft bis zu 200 — von Feldpostpaketen mit Lektüre an unsere Truppen ins Feld ab. Die Sammelstelle unter Leitung des Kanzleidirektors der Wiener Technischen Hochschule, Negierungsrat Dr. E. Nicht e r, hat es sich zur Aufgabe gemacht, gerade die im Schützengraben, in den vordersten Stellen und Quartieren befindlichen Truppen, dir" somit vom heimatlichen Boden fast vollständig abgeschlossen sind, mit Tageszeilungen, illustrierten Blättern und guter Lektüre in kleinerem handlichen Formate zu versehen. Tatsächlich ist es gelungen, dieses Ziel zu erreichen, wovon über 6000 Feldpostkarten mit oft recht fröhlichen, manchmal mit herzlich-innigen Dankesworten Zeugnis ahlegen. Ein eigener Plan verbürgt die gleichmäßige und sichere Beteilung. Allein trotz der Freigebigkeit der Redaktionen und des Publikums und trotz der verhältnismäßig großen Zahl der täglichen Sendungen können nicht immer alle Wünsche befriedigt werden und gar lange muß eine oder die andere Formation warten, bis an sie wieder die Reihe zur Beteilung kommt. Und wie sehnlich diese Grüße aus der Heimat im fernen Quartier gerade jetzt, wo Eis, Schnee und grimmige Kälte das Ausharren so erschweren, erwartet werden, mit wie viel Freude auch alte Blätter und. Bücher verschlungen werden, das weiß nur der, der solches mitgemacht. Es ergeht daher an alle die inständige Bitte um Spenden von Tageszeitungen, illustrierten Blättern, Unterhaltungslektüre im kleinen Formate, ernstes und heiteres. Ja selbst Fachzeitungen, werden von einer oder der anderen Gruppe erbeten, wie die „Chemikerzeitung", „Jngenieurzeitung" u. a. Laden und Kasten, Wohnung und Boden enthalten noch gar vieles, was für unsere wackeren Krieger in ihrer Einsamkeit großen Wert besitzt, haben sie doch seit Monaten ihre gewohnü Lektüre, ihre Zeitung entbehren müssen. Mancher, der früher nur das Neueste an Zeitung und Lektüre zur Hand nahm, ist jetzt auch, mit dem. guten Alten glücklich. ■ , . ■ Besonderen Interesses erfreuen sich naturgemäß Tagesblätter, aus denen unsere Truppen die Vorgänge in der Welt entnehmen können, und von dem so günstigen Stande unserer guten Sache erfahren. Spenden werden täglich, ausgenommen Sonn- und Feiertage, im' Rektorate der k. k. Technischen Hochschule, Wien, 4. Bezirk, Karlsplatz 13, bis 3 Uhr nachmittags entgegengenommen, oder können dahin per Post oder Boten entsendet werden. Größere Bestände werden s über telephonischen Ausruf auch abgeholt. Auskünfte erteilt auch telephonisch Herr Konzipist Will). Jähnl, Wien, Karlsplatz 13, Telephon Nr. 734. Dir Mazzosverforgung der jüdischen Bevölkerung in Deutsch-Polen. Im Gebäude der Kaiserlichen Zivilverwaltung irr Warschau fand vorige Woche unter Vorsitz Sr. Exzellenz des Herrn Vcrwaltungschefs v. Kries eine große Be-< ratung über die Beschaffung von Pessach-Mehl für die jüdische Bevölkerung im okkupierten Gebiete statt. Erschienen waren von jüdischer Seite die Herren Oberrabbinen T r e i st m a n n - Lodz, Liebs ch ü tz - Kalisch, Graubart - Bendin, A s ch - Czenstochau, ferner -Vertreter der Posener Gesellschaft für Wareneinfuhr, der Polizeipräsident von Lodz, und zahlreiche Kreischefs aus der Provinz. Vom Warschauer Rabbinat nahm der Dajan, Rabbi Abraham Siebenberg teil, von der Gemeinde die Herren D a v i d s o n, P r Y w e s und M o rg e n st e r n. Exzellenz v. K r i e s eröffnete die Beratung mit der Erklärung, daß es der Wunsch der Zivilverwaltung sei, den religiösen Bedürfnissen der jüdischen Bevölkerung m der für sie so bedeutungsvollen Frage des Pdssach^- mehls nach Möglichkeit entgegenzukommen. Seitens der Kreischefs wilrden statistische Zusammenstellungen über die in den einzelnen Kreisen vorhandene jüdische Bevölkerungszahl vorgelegt. Hiernach befinden sich im Kreis Czenstochau 27.600 Seelen, in Bendin 49.000, in Lodz

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