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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-02-04 · 6 (4.2.1916) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
6 (4.2.1916)
Date
1916-02-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 90 Tr. Bloch's Wochenschrift Nr. 6 Julius S t r a u s z, Leutnant im 60. Honved-Jnfanteriercgiment, wurde für seinen auf de re nördlichen Kriegsschauplätze bekundeten Heldenmut noch als Fähnrich mir der großen und kleinen silbernen Tapferkeilsmedaille ausgezeichnet. Im 3. Honoed-Artillerieregiment erhielten Oberkanonier Ignatz Fried mann, Kanonier Josef Klein und Kanonier Josef Szekely die kleine silberne Tapferkeitsmedaille. Fähnrich Dr. Ke PP ich daselbst wurde mit der kleinen, Fähnrich Low daselbst mit der großen silbernen Tapferkeirsmcdaille ausgezeichnet. ßine besondere Auszeichnung. Eine besondere Auszeichnung wurde, laut einer Meldung des „Egyenlöseg", dem Nikolaus Roth, einem Sohne des Obcrkontrollors der ungarischen Staatsbahnen Joses Roth in Balassaermat zuteil. Für sein heldenhaftes und erfolgreiches Verhalten vor dem italienischen Feind schenkte ihm Armee-Oberkommandant Erzherzog Eugen zu Weihnachten seine mit einer Widmung versehene Photographie und einen Brillantring. Ueberdies wurde Nikolaus Roth im Festungsartillerieregiment 6 außertourlich zum Leutnant befördert. Auszeichnung eines 58jährigen Kriegsfreiwilligen. Heinrich Fried, geboren am 28. November 1858 in Großwardein, welcher am 15. August 1915 als Kriegsfreiwilliger eingerückt war, wurde für hervorragend heldenmütiges Verhalten an der russischen Front mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 2. Klasse und mit der bron-, zenen ausgezeichnet. In der Redaktion des „Egyenlöseg", wo er das Originaldekret über die Auszeichnungen vorwies, erzählte Fried seine interessanten Kriegserlebnissc: „Ich war seinerzeit Reserveoffizier, habe auch die bosnische Okkupation mitgemacht. Im August entschloß ich mich, auf den Kriegsschauplatz zu gehen und um die Wiederverleihung meiner Charge anzusuchen. Ich meldete mich zur Audienz beim Honvedminister Hazai, welcher mich sehr freundlich empfang. Ich wurde einem Spitalszug zugeteilt. „Ich danke für Ihr gnädiges Wohlwollen", sagte ich „aber auf einem Augustazug gehe ich nicht auf den Kriegsschauplatz. Aus einem solchen Zug kann ich vom Kriegsschauplatz nur zurückkehren — als Verwundeter." Es blieb mir danach! nichts anderes übrig, als mich vorschriftsmäßig in mein Regiment aufnehmen zu lassen. Ich reiste noch am selben Tage nach Großwardein zu meinem Ergänzungskommando, dort sprach der Arzt der Assentkommission über mich das Urteil: „Tauglich ohne Gebrechen!" .Am anderen Tage war ich bereits hei Meinem Regimente in Obecse, wo ich "den Oberstleutnant bat, mich gleich in die nächste Marschkomvagnie einzurechen. An der Front wurde mir ein aus Freiwilligen bestehendes Detachement übertragen. In Vojnitza wurde mir eine aus zehn Mann bestehende Patrouille anders traut, um ein Dorf aufzuklären. Das Dorf war voll mit Russen, aber mit schwerer Mühe konnte ich bis zum ersten Hause herankommen. Da begannen sie furchtbar auf mich zu schießen, auch mit Maschinengewehr, und als ich sah, daß wir auch so nicht weiterkommen können, zündete ich das erste Haus im Dorfe an. Der Wind blies in die Richtung des Dorfes und in einigen Sekunden stand bereits eine große Anzahl von Häusern in Flammen. Die Russen waren im Dorfe gründlich ein-i gerichtet, sie hatten auch Munitionslager, welche bald darauf explodierten. Kopflos mußten die Russen aus dem Dorfe fliehen. Für diese Tat erhielt ich die bronzene Tapferkeitsmedaille." Später erhielt Fried für eine andere Waffentat die silberne Tapserkeitsmedaille, und als nach einigen Wochen der Thronfolger die Truppen inspizierte, zeichnete er auch Fried mit einer Ansprache aus und frug ihn, nachdem er ihm die Hand reichte, lächelnd: „Sind Sic der alte Herr?" Infolge Erkrankung wurde Fried jetzt beurlaubt. > ' j Jüdische Inmitten im Iekde. Benjamin Pasternak, Mühlenbesitzcr in Tallya (Ungarn), hat sieben Schwiegersöhne und zwei Söhne beim Militär. Drei Schwiegersöhne stehen jetzt noch an der russischen Front, ein Schwiegersohn ist seit dein 9. September 1915 in russischer Gefangenschaft, während die übrigeil noch in Ausbildung begriffen sind und der Schwiegersohn Emanuel Schön infolge seiner auf dem Kriegsschauplätze eingetretenen schweren Erkrankung als Invalide beurlaubt ist. Moritz Kuttner aus Kaposvar hat fünf Söhne auf dem Kriegsschauplätze. Der eine Sohn, Edmund, Feld-i webel bei den 86ern, erhielt die goldene Tapferkeits-j Medaille; ein anderer Sohn, Josef Körmendy, Mit-' glied der kön. ung. Oper, ist als Sanitätsfeldwebel auf dem Kriegsschauplätze und wurde erst jüngst mit dem Ehrenabzeichen 2. Klasse vom Roten Kreuze ausgezeich-, net. Der jüngste Sohn, Arpad K ö r m e n d y, Zugsführer bei den 44 rat, Mitglied des Budapester Königstheaters, war neun Monate auf dem Kriegsschauplätze, wo er für seinen Heldenmut mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 2. Klasse ausgezeichnet wurde. Ignatz Schwarz, Privatier in Budapest, hat seine sämtlichen fünf Söhne auf dem Kriegsschauplätze. Der älteste, Samuel, im Zivilberuf Detektiv, seit der Mobilisierung an der Front, ist Besitzer des silbernen Ber-/ dienstkreuzes am Bande der Tapferkeitsmedaille. Als Verpflegsunteroffizier hat er selbst inmitten des heftigsten Feuers für die regelmäßige Verpflegung der an der Front Kämpfenden gesorgt. Auch die übrigen Brüder sind seit dem ersten Tage der Mobilisierung eingerückt. Witwe Sigmund Büchler aus Vamosmikala hat vier Söhne beim Militär. Der Vater starb am Tage der Mobilisierung. An seinem Leichenbegängnisse konnte nur ein Sohn teilnehmen, da die anderen chnrücken mußten. Alle vier Brüder kämpfen seit ihrer Einrückung mit Heldenmut und Unerschrockenheit. Moritz K o h n in Antalfalu, Komitat Zala.(Ungarn), hat sechs Söhne auf dem Kriegsschauplätze. Der eine fiel bei Krasnik, ein zweiter ist, nachdem.er von einer Verwundung wiederhergestellt war, an die Front gegangen, woselbst auch seine übrigen vier Brüder kämpfen. Ar. Kart Slernöach. Der im Jahre 1914 mit dem Signum laudis ausgezeichnete, im November 1915 zum Stabsarzte beförderte und laut Verordnungsblatt Nr. 8 für das k. u. k. Heer in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde mit dem Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes ausgezeichnete Herr Dr. Karl Sternbach ist der Sohn des Herrn Marcus Sternbach in Prohobycz. Herr- Marcus Sternbach tritt in den Fußstapfen seines Vaters, Osias Sternbach sel. Andenkens, der zirka vierzig Jahre an der Spitze der jüdischen Gemeinde in Drohobyc stand, ist seit vielen Jahren Kultuspräsident und Magi stratsrat in Drohobycz, Mitbegründer des vor einigen Jahren für 200 Kinder mit einem Kostenaufwande von zirka 500.000 Kronen erbauten jüdischen Waisenhauses

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