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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-01-21 · 4 (21.1.1916) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
4 (21.1.1916)
Date
1916-01-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 4 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 61 gierungsrat Dr. Frankfurter, Hof- und Gerichtsadvoka' Dr. Wilhelm K n ö p f m a ch e r, Rabbiner Dr. Schwarz und Uinverfitätsdozcnt Dr. Torczyner anwesend. Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. Siebenter Tätigkeitsbericht des Armen-Ambulatoriums des Zionistischen Zentral- Komitees für Kriegsflüchtlinge, II.. Tcchorstr. 20 a. In der Besuchszeit vom 1. November bis 31. Dezember wurden behandelt in -der Ambulanz für: Augenkranke: November 341, Dezember 267; B r i l l e n b e st i m m>iu ngen: Nov. 146, Dez. 53; Chirurgie: November 315, Dezember 289; Frauenkrankhejten: Nov. 525, Dez. 539; Hautu. Geschlechtskrankheiten: Nov. 247, D ez. 211; Interne I: November 209, Dezember 239; Interne II: November 218, Dezember 231; Interne III: November 488, Dezember 577; Kinderkrankheiten: Nov. 66, Dez. 115; Kinderkrankheiten II: Nov. 134, Dez. 112; Nase und Kehlkopf: Nov. 386, Dez. 280; Nerven: November 195, Dezember 215; O hr e n k r a n k h e i % e n: Nov. 95, Dez. 96; Orthopädie: November 145, Dezember 140; Zahnheilkunde u. Zahnersatz: November 225, Dezember 335. Zusammen: 7425 Patienten; feit Bestand des Ambulatoriums: 48.605 Patienten. Eine Ehrung des Sultans für Professor Israel. Bor einigen Monaten wurde Professor Israel, der bekannte Berliner Chirurg, nach Konstanrinopel berufen, um an Sultan Mahmed eine Eallensteinoperalion vorzunehmen. Die schwierige Operation gelang aufs beste, und der 65 jährige Patient wurde vollständig wiederhergestellt. Jetzt hat der Sultan seinem Danke für die Genesung einen besonderen Ausdruck gegeben, indem er Professor Israel sein Bildnis mit eigenhändiger Unterschrift übersandte. Um die Ehrung doppelt eindrucksvoll zu gestalten, beauftragte der Sultan einen Sonderkurier mit der Ueberreichung des Bildes, die kürzlich in feierlicher Weise stattfand. Dabei konnte der Kurier im Aufträge des Sultäns Professor Israel mitreilen, daß der Beherrscher der OsManen seine vollständige Wiederherstellung als ein wahres Wunder betrachte, und daß er nicht müde werde, die unaus öschlichp Dankt arkeit zu betonen, die er seinem Arzte gegenüber hege. Aus Polen wird uns geschrieben: Oberleutnant Dr. Hans Redlich von Veszeg, bisnun landwirtschaftlicher Referent des Kreises Michow, wurde nach Lublin versetzt, wo er beim neugegründeten „Wirtschafts-Ausschuß" des Militär-Generalgouvernements das landwirtschaftliche Referat leiten wird. Während seiner zirka vierjährigen Amtierung in Michow hat Dr. von Redlich einen nie erlahmenden Fleiß und ausgezeichnete Fähigkeiten bekundet und ist dank seiner Umsicht, seiner anerkennenswerten Leitungsgabe, seinem fachlichen Wissen und seiner Tatkraft der Kreis Michow in landwirtschaftlicher Hinsicht so gediehen, daß er geradezu musterhaft genannt werden kann. Dr. von Redlich war aber nicht nur ein ausgezeichneter Verwaltungsoffizier, der die Mittel und Wege gekannt hat, um die Landwirtschaft im Kreise Michow zu heben, sondern auch ein guter, edler Mensch, der es verstanden hat, die Amtsgeöote mit echtem Menschentume und größtem Wohlwollen für die weiteren Bevölkerungskreise zu paaren. Allen Schichten des Kreises, sowohl dem Adel als dem Bauernstände, sowohl den Christen als den Zudem brachte er stets nur Liebenswürdigkeit und wahres Verständnis ihrer ökonomischen Bedürfnisse entgegen und erfreute sich deswegen auch allgemeiner und ungeteilter Beliebtheit. Alle Stände bedauern dessen Scheiden und firtb_ der k. u. k. 'Militärverwaltung von Herzen dankbar, daß sie das Glück hatten, ihn vom Beginn der Kreierung des Kreiskommandos zu den Ihrigen zu zählen. Jedem war er ein aufrichtiger Gönner und Berater, für jedes Leid hatte er eine offene, tatkräftige Hand — denn das- Wohl und Gedeihen des Kreises war bei ihm!>iinm lex. Wenn ich noch hinzufüge, daß Dr. v. Redlich nie seine Zugehörigkeit zum Judemume verleugnete und stets ein warmes Herz für seine Glaubensbrüder hat und daß selbst die eingefleischtesten Antisemiten ihm die größte Achtung entgegentrugen, so ist es klar, daß dieser junge Offizier dem Judentume nur zum Stolze und zur Freude gereichen kann. - Budapest- Moriz Mezei, einer der anerkannten Führer und rastlosen Vorkämpfer der ungarischen Juöenheit, beging am Montag, den 17. d. M., seinen achtzigsten Geburtstag. Seit mehr als einem halben Jahrhundert nimmt er an allen Bewegungen der jüdischen Konfession hervorragenden Anteil; die Emanzipalion und. später die Rezeption der Israel. Konfession, die Landesorganisation der Juden, die Ausgestaltung der kulturellen und Humanitären Institutionen der ungarischen Juden, sie alle sind mit seinem Namen eng verknüpft. Er war Mitbegründer des ersten ungarischen konfessionellen Blattes, des „Magyar Jzraelita". Zu dessen Mitarbeitern Sigmund B r o d y, Drl Berthold Stiller, Sigmund Decsey (derspätere Senatspräsident an der Kurie), Adolf Agai, Paul Tencer u. a. gehörten. Eine wichtige Rolle fiel ihm auf dem von Baron Joseph E ö t v ö s einberufenen jüdischen Kongresse zu, dessen Schriftführer er war. 1904 wurde er Präsident der Israelitischen Landeskanzlei, welche die Angelegenheiten der neologen Judenschaft leitet. Der Repräsentanz und dem Ausschüsse der Pefter israel. Kultusgemeinde gehört er seit 1861 an. Auch im sozialen, kommunalen und politischen Leben der Hauptstadt betätigte er sich in markanter Weise. Seit Jahrzehnten ist er Mitglied der Stadtrepräsentanz. Nach dem Tode Moriz W a h r m a n n s wurde er dessen Nachfolger als Wgeordneter der Leopoldstadt, die er zwei Zyklen hindurch im Reichstag vertrat. Die ebenso selbstlose wie Hingebungspolle Wirksamkeit im Dienste der Konfession hinderte Moriz Mezei nicht in der Leitung seiner seit einem halben Jahrhundert bestehenden Advokaturskanzlei, einer der angesehensten der Hauptstadt. Ms Anwalt und Direktionsmitglied der Pester Ung. Kommerzialbank hat er zum Ausbau des ungarländischen Kreditwesens beigetragen. In juridischen Fragen war er wiederholt der Ratgeber der leitenden Staatsmänner; feit Ausbruch des Krieges hat er bei der Vorbereitung der Moratoriumsverordnungen sowie anderer in den Bereich des wirtschaftlichen Lebens gehörender wichtiger Gesetze und Verordnungen mitgewirkt. Auf allen Gebieten, auf die sich seine so vielseitige Tätigkeit erstreckte, hat er mit Einsetzung seines umfassenden Wissens und seines nimmer erlahmenden Eifers voll und ganz seine — meist freiwillig übernommene — Pflicht getan. Trotz seiner achtzig Jahre geht Mezei noch rüstig einher und seine Arbeitslust ist noch nicht erschöpft. Rauschende Ovationen, die ihm zu seinem 80. Wiegenfeste zugedacht waren, hat er sich, als seinem Wesen widerstrebend, verbeten, aber er wird es jenen, die seine auf mehr als ein halbbs Jahrhundert sich, erstreckende segensreiche und ersprießliche Tätigkeit kennen und schätzen, nicht nehmen können, daß sie ihm aus diesem 'Anlasse ihre aufrichtige Ver-

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