Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 4 (21.1.1916)
- Date
- 1916-01-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Ecrtf 62 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 4 chrung, ihre wärmsten Sympathien und ihre herzlichsten Glückwünsche in schlichter, aber umso innigerer Weise zunr Ausdrucke bringen. Ucber die Feier wird uns gemeldet: Um die zehnte Vormittagsstunde fanden sich, die ersten Deputationen und Gratulanten ein. Zuerst sprach die Deputation der Pester israel. Kultusgemeinde unter der Führung des Präsidenten Ludwig Adler vor; die Deputation bestand aus den Herren Dr. Moriz Stiller, Hofrat Sigmund L. B r e i t n c r, Dr. Dela Feleki und Generalsekretär Dr. Julius Weißburg. Präsident Ludwig Adler richtete an den Gefeierten eine schwungvolle Ansprache, in der er seiner großen Freude darüber Ausdruck gab, daß es ihm vergönnt sei, M e z e i an seinem Jubeltage begrüßen zu können. Die Deputation der Ofner israel. Gemeinde machte unter der Führung des Präsidenten Dr. Isidor S z a b o l c s i ihre Aufwartung, der auf dir schweren und großen Kämpfe hinwies, die Mezei im Interesse der ungarischen Judenheit siegreich bestanden hat. Der Deputation des Pester „Heiligen Vereins" gehörten Präsident Hofrat Julius Winterberg, Vizepräsident Julius Adler und Vorsteher Joseph Brody an. Hofrat W i n 1 e r b e r g schloß seine Ansprache mit folgenden Worten: „Du bist unser, Du bist unser bester Mann. Aber nicht, weil Dein Name eingereiht ist in unsere Mitgliederlisten, Du bist unser vermöge der edlen Regungen Deiner Seele, vermöge Deiner Nächstenliebe und dank Deiner heiligen Betätigung für das Wohl der ganzen Menschheit, für das Wohl der ganzen Judenschaft." Der Führer der Abordnung des sechsten israel. Gemeindedistrikts, deren Präsident M e z e i ist, war Dr. Franz M e z e y, der darauf hinwies, daß in den letzten fünfzig Jahren in der Geschichte des ungarischen Judentums sich kein bemerkenswertes Ereignis abgespielt hat, an dem Mezei nicht bedeutenden Anteil gehabt hatte. Er gab dem Wunsche Ausdruck, Mezei möge die vielgeprüften ungarischen Juden in den sicheren Hafen führen. Unter der Führung des Szeged'er Reichstagsabgeordneten Dr. Jzso Rosa sprach die Deputation der israel. Distriktspräsidentcn vor, unter der Führung Dr. Franz Mezey' s die Deputationen des israel. Landes-Rabbiner-Seminars und der israel. Landes- Lehrer-Präparandie: unter der Führung des Magnatenhausmitgliedes Geheimrates Leo Lauczy eine Deputation der Direktion der Pester Ungarischen Kommerzialbank, eine Deputation der Budapester Advokatenkammer unter der Führung des Hofrates Dr. . Moriz Brüll, eine Deputationdes Leopoldstädter Kasinos unter der Führung des Hofrates Mar Markus, dir Stadtrepräsentanten des 5. Bezirks unter der Führung Dr. Samuel Glücksthal's, eine Deputation des Professorenkörpers des Satoraljaujhelyer Piaristen-Gymnasiums, wo Mezei seine Gymnasialstudien absolviert hat, eine Deputation seiner Vaterstadt Satoraljaujhely und noch viele andere. Nachmittags sprachen in der Wohnung Mezei's Staatssekretärs Dr. Leopold V a d a ß, Staatssekretär Baron Kazy, Bürgermeister Dr. Stephan V a r c z y, die Magnatenhausmitg.irder Adolf v. llllmann, Manfred v. Weiß, Reichstagsabgeordneter Paul Sandor und andere Persönlichkeiten unseres öffentlichen Lebens vor. In den Abendstunden erschien Moriz Mezei im Klub der Nationalen Arbeitspartei, wo er Gegenstand herzlicher Begrüßung war. Ministerpräsident Graf Stephan T i ß a hat an Moriz Mezei das folgende Gratulationsschrerben gerichtet: Lieber alter Freund! Gestatte mir, daß auch ich mich der Reihe jener gyschließe, die Dich an Deinem heutigen Geburtstage mit ihren Glückwünschen aufsuchen. Von den Gefühlen der wahren Hochschätzunq und Freundschaft erfüllt, wünsche ich Dir, daß es Dir noch viele Jahre vergönnt sein möge, in Kraft und Gesundheit die Jahreswende Deines Geburtstages zu erleben. Es grüßt Dich von Herzen Dein Getreuer _ Stephan Tißa. Professor Tr. Yahuda. Wie englische Blätter melden, ist der frühere Dozent an der Berliner Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Dr. I a h u d a, durch königlichen Erlaß zum Professor für hebräische Sprache und Literatur an der Universität Madrid ernannt worden. Es ist dies seit der Vertreibung der Juden aus Spanien unter Ferdinand und Jsabella der erste Fall, daß ein Jude zum Professor an einer spanischen Universität ernannt wurde. Dr. Iahuda, der einer in Bagdad ansässigen Familie entstammt, ist 1880 in Jerusalem geboren. Nachdem er seine Vorbildung zum Teil auf deutschen Schulen ge-, nosscn, studierte er in Heidelberg und Straßbnrg, hier besonders unter Th. Nöldeke, semitische Philologie. Seit 1905 war er als Dozent für Bibelexegese und hebräische Sprache an der Berliner Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums tätig. Seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen beziehen sich außer auf hebräische .Sprachwissenschaft und Lexikographie auch auf das Gebiet der Folkloristik (Sprichwörter-Weisheit der semitischen Völker): außerdem gab er das arabische Original der „Herzenspflichten" des jüdischen Religionsphilosophen Bachja-ibn-Pakuda heraus. Im Herbst 1913 ging Dr. Da'hu da auf Einladung angesehener spanischer Gelehrter nach Spanien, um dort in verschiedenen Städten der Halbinsel, besonders in Madrid, Vorlesungen über die Geschichte der Juden in Spanien und Marokko zu halten. Seine Vorträge erfreuten sich eines ganz außerordentlichen Beifalls. Gelehrte und Politiker, Parlamentarier aller Parteirichtungen wohnten ihnen in großer Zahl bei. Wiederholt wurde Dr. Iahuda von König Alphons empfangen und mit großer Auszeichnung behandelt. Der Ausbruch des Krieges verhinderte den: in Spanien rasch heimisch gewordenen Gelehrten an der Rückkehr, und schon damals gab die spanische Presse vielfach dem Wunsche Ausdruck, daß es. gelingen möge, Dr. N a h u d a durch eine feste Anstellung dauernd an seinen neuen Wirkungskreis zu fesseln. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Einladung zur öffentlichen Plenarsitzung des Kultusvorstandes äm Sonntag, den 23. Januar 1916, 10 Uhr vormittags, im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde Wien, 1. Bez., Seitenstetkengässe 4, 2. Stock. Gegenstand: Prüfung und Feststellung der Voranschläge der Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde, sowie sämtlicher unter der Verwaltung der Kultusgemeiitte stehender Fonds und Anstalten für bas Jahr 1916. Wien, 19. Januar 1916. D' e r Pr ä s i d e n t. K anzablösungs'peuden zugunsten der Chewra Kadischa in Wien I., Seitcustcttengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Hermine Weishut: Simon und Elsa Kantor Kr. 50.—. Dr. Jak. und Melita Deutsch 50.—, Alois und Camilla Weishut 50.—, Eduard Fanny Back 50.—, Otto Beck, k. k. Kommerzialrat 50.—, Jenö und Sophie Balint 30.—, Leopoldine Taussig 20.—Moriz Hasberg 20.—, Otto und Marie Strakosch 20.—, Dr. Hans Weishut und Frau 20.—, Fritz Hirsch! 20.—, Sigm. Löwy und Frau 20.—, Arnold Weisbut 20.—, Philipp Kohn 20.—, Berta Bloch 20.—, Leonie Weishut 50. : zusammen Kr. 520.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Dr. Ernst Weil: Dr. Albert Singer Kr. 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Brnjamin Rvsenfeld: von Familie Kr. 10.—. Anläßlich des Ablebens der sei. Franziska Herschmann: Ferdinand Krasa Kr. 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Micheal Fleischmann: Fany und Adolf Groß Kr. 20.—, Geschwister Fleischmann 10. —; zusammen Kr. 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Moritz Klinger: Moritz Freund Kr. 5.—, L. Bratmann 10.—; zusammen Kr. 15.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Alexander Rappaport: Dr. Emu Parnes Kr. 20.—, Samuel v. Horovitz 50.—, Familie Rappaport für Flüchtlinge 100.—, Frieda Chajes, geb. Horovitz 20.—, Negisrungsrat Dr. Frantfurter 10.—, Frau Dr. Schröter 10.—, Witwe Steinhof 50.—, F. C. Steinhof 50.—, Rob. und Dora Steinhof 50.—, Dr. Leopold Rappaport 50.—; zusammen Kr. 410.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Adolf Dessauer: Familie Dessauer Kr. 200.—. Anläßlich des Ablebens des sei. Sigmund Baruch: Mar Baruch Kr. 20.—, Jgn. und Mar Löbl 10.—, Johann Glaser 10.—; zusammen Kr. 40.—.