Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 4 (21.1.1916)
- Date
- 1916-01-21
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 60 Nr. 4 Tr. Bloch's Wochenschrift Pirschen. Kaufmann Ludwig Kaatz, Offizier-Stellvertreter im Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 46. Posen. Kriegsfreiwilliger, Gefreiter Martin Fischer. Richt-Kanonier, Gefreiter Siegfried Hirsch, von der 4. Bat. des Feldartillerie-Regiments Nr. 53. Unteroffizier der Reserve Alerius L e w i n, Mitinhaber der Firma Loebel Lewin. Ratzebuhr i. Pom. Hugo Will, Unteroffizier bei der Futz- Artillerie, 230. Batterie. Schwedt a. O. Gefreiter Alfred Meinhardt. Schw.-Gmünd. Vizefeldwebel Fritz Mayer. Seligenstadt (Hessen). Adolf Platschet, Gefreiter im Pionier- Regiment Nr. 25. Sutmirschütz (Pr. Posen). Veterinär Eugen Moritz. Steele. Alfred Stern. Tempetburo. Carl L e i b h o l z, Leutnant der Reserve im Infanterie-Regiment Nr. 151. Trachenberg. Unteroffizier Walter Weigert. Weseke i. Wests. Artillerist Friedrich Frank. Westerburg. Moritz Schaumburger. Wiesbaden. Hermann Herz, Reservist im Königs-Infanterie- Regiment Nr. 145. Wolfenbüttel. Mar Pohly. Unteroffizier Alfred Benschn e r, auch mit dem Braunschweigischen Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz am weiß-schwarzen Bande. Grotz-Vorstel. Dr. Heinrich S p i e r o, zurzeit Sektionsleiter der Rohftoffabtei'ung im Kriegsministerium. Ire Lage der Juden in Tarnopol. Baron Alexander Ginzb.urg in Petersburg richtete an den bekannten Philanthropen Hermann Landau in London einen Brief über die verzweifelte wirtschaftliche Lage der Süden in Tarnopol, welche galizische Stadt sich ja noch im Besitze der Russen befindet. Die Lage sei so schlilmm, daß der russische Kommandant von Tarnopol dieserhalb einen Besuch bei dem jüdischen Hilfskomitee in Petersburg machte. Kin Jude amerikanischer Gesandter in Sofia. Aus Amerika kommt die Nachricht, daß die Regierung der Bereinigten Staaten Zum Gesandten in Sofia einen Juden, Mr. Louis Einstein, ernannt hat. Finanzsekretär M o n t a g u wurde an Stelle Samuels zum Kanzler des Herzogtums Lancaster v ernannt und erhielt einen Sitz im Kabinett. Er bleibt daneben Finanzsekretär des Schatzamtes. ßin Milkionenkegat an die Uew-Aorker jüdische Gemeinde. Der vor kurzem verstorbene jüdische Philanthrop A. L. Reis in Newyork hinterließ Her jüdischen Gemeinde eine Million Dollar für die Gründung eines Krankenhauses, das seinen Namen tragen wird. Antisemitische Worrvürfe gegen die englischen Inden. Antisemitische Zeitungen in London haben Anllagen gegen die dortigen Juden gerichtet wegen ihrer angeblichen Minderbetelligung bei der Rekrutierung. Darauf antwortete Lord Rothschild durch einen „Offenen Brief"", in welchem! er nachweist, daß gerade die Juden prozentuell die meisten Soldaten liefern. Iie Auswanderung der „Ksijuden" nach Deutschland eine Wsiantasie. Das „Warschauer Tageblatt"" schreibt: Die vorausgesehene Auswanderung der „Misrachjuden"" nach! Deutschland i.st nicht mehr wie eine Phantasie, für gewisse Kreise — ein böser Traum. Diese Hypothese gehört zu den „Bauch-Kvores" (Ideen aus leerem Leib, nicht aus dem Kopf). Die Eilender türkisch-jüdischen Union, die Auswandernden schon „abzuschieben"", ist verfrüht. Man will „verchappen die Krenk", ehe sie ausgebrochen ist. Das erweckt keine Sympathie. Verhaftungen von Inden in Saloniki. Nach Meldungen des „Secolo"" dauern die Verhaftungen in Saloniki fort. Namentlich wurden viele Levantiner und Juden verhaftet, die sich mit Ausfuhr beschäftigten. Ein Protest des Rabbiners sei erfolglos geblieben. Die Bestürzung unter der jüdischen. Bevölkerung sei groß, viele flüchten. Im unteren Piräus sei ein griechischer Dampfer angehalten worden, auf dem sich viele jüdische Flüchtlinge aus Saloniki befanden. Die Flüchtlinge seien verhaftet und nach Saloniki Zurückgebracht worden. Aus dem Leben der russisch-jüdischen Kriegsgefangenen. Ueber Ersuchen des Kommandanten des Kriegsgefangenenlagers in-.sandte der Pester Rabbiner Dr. Elias Adler den dort befindlichen jüdischen Kriegsgefangenen 500 Gebetbücher. Rabbiner Dr. Adler erhielt nun, wie „Egyenlöseg"" berichtet, dieser Tage von einem Offizier des Gefangenenlagers das nachfolgende Schreiben: „Euer Ehrwürden! Besten Dank, daß Sie die Güte hatten, den hier lebenden jüdischen Gefangenen — wenn sie auch russische Untertanen sind — anläßlich der verflossenen Feiertage Gebetbücher zu senden. Wahrlich, Euer Ehrwürden können es sich nicht vorstellen, welch' kulturelles Leben unsere jüdischen Gefangenen hier führen. Die erste Organisation war ein „Bikur-Chaulim""- Berein, welcher 'die Versorgung der armen Kranken mit Milch auf sich genommen hat; überdies verschafft dieser Verein den .Kranken' auch ein Stückchen gutes Fleischwenn sie dessen bedürfen. Derselbe Verein versorgt ungefähr vierzig jüdische Gefangettd, welche nicht aus der gemeinsamen Küche essen wollen, mit Koscherkost. Und wovon all dies?.Von jenen wenigen Hellern, welche sie für besondere Arbeiten erhalten. — Es gibt hier auch eine jüdische Bibliothek: „Bibliothek-Gesellschaft der jüdischen Kriegsgefangenen in.'". Ein großer Teil dieser Bücher wird hier geschrieben und es sind schon 300 Bände" vorhanden. Sie haben ihr eigenes Blatt, mit hebräischen Lettern im russisch-jüdischen Jargon geschrieben."" irorrespondenzen. Komitee zur Aufklärung über ostjüdische Fragen. Mittwoch, den 12. d. M., hielt Herr Dr. Nathan Birnbaum im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines den dritten der Vorträge des angekündigten Zyklus. Wie zu erwarten, fand der Gegenstand seiner Ausführungen „D i e S p r a ch e d c r O st j u d e n" in ihm einen Interpreten von werbender Wärme und eindrucksvollster Beherrschung des Themas. Seine begeisterte Beweisführung für die These, daß das Jüdische als eine besondere Sprache zu achten sei, war der Niederschlag jahrzehntelanger Bemühungen, diesen: Stiefkind unter den Idiomen Geltung und Anerkennung zu erkämpfen. Im Zuhörerraum bemerkte man Herrn Oberst H u s s e r l, dem von der Versammlungsleitüng die Bitte vorgetragen wurde, den hohen Militärbehörden für das bewiesene Entgegenkommen den Dank des Komitees zu übermitteln. Ferner waren u. a. außer den Mitgliedern des Komitees, dem in jüngster Zeit die Herren Rabbiner Dr. Feuchtwang, Rosenmann und Taglicht bcigctreten sind, die HerrenUniversitütsprosessorDr.Ben edikt, Re-