Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 1 (1.1.1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 16 Nr. i Dr. Bloch's Wochenschrift i Öi günstiger, was ein wirksames Auftreten in der Oeffentlichkeit ihm erschwerte. Die irdischen Ueberrefte des Verblichenen wurden provisorisch Montag, den 27. DeKember 1915, in der israelitischen Mteilung des Zentralfriedhofes beigesetzt. Bei der Beerdigungsfeierlichkeit hatte sich eine zahlreiche Trauerversammlung eingesunden. Insbesondere aus den vornehmsten Lemberger Ftüchtlingssaniilien sah man zahlreiche Vertreter. Der Präsident Dr. Schlafs mit den Mitgliedern des Lemberger Kulrusrates, L-pitalspräsident Rußmann, die Abgeordneten von Löwenst e i n und Dr. K o l i s ch e r, Rabbiner G. S ch m e l k e s ans Przemysl, die Vertretung der Tempelverwaltung waren erschienen, um dem verewigten Prediger das letzte Ehrengeleite zu geben. Ferner waren anwesend: Kultusvertreter Dr. Markus Spitzer, der Vorsteher der Chewra-Kadischa Carl Lemberger, von der „B'nai B'rith"-Loge Dr. Edm. Kohn, Oberkamor Don Fuchs mit dem Gesamtchor versah trefflich die kantoralen Funktionen. Oberrabbiner Dr. Güdemann widmete dem Verblichenen herzliche Worte des Nachrufes; dann sprach Advokat Dr. Grüder aus Lemberg und würdigte die kulturellen Bestrebungen des Verstorbenen. Nach ihm ergriff das Wort der Präsident der Tempelverwaltung Dr. O. Wasser, um von dem verewigten Prediger Abschied zu nehmen. Der Lemberger Oberkantor Zaitz sang ergreifend das „El mole rachantim", woraus die. irdische Hülle Zu Grabe getragen wurde; hier sprachen im Namen des Verbandes mosaischer Religionslehrer Univ.- Prosessor Dr. S.chorr und im Namen der engeren Freunde Mg. Dr. Löwen st ein. Dienstag vormirtag fand über Einladung des Kultuspräsidenten Dr. Schaf f eine Trauersitzung des Lernberger Kultusrates statt, zu welcher Repräsentanten des Spitalsrates und der Tempelverwaltung erschienen waren. Präsident Dr. Schaff widmete dem Verstorbenen einen, sehr warm gehaltenen längeren Nachruf. Zum Zeichen der Trauer hatten sich alle von ihren Sitzen erhoben. Hugo ZuckewUnn-Mend. Mittwoch, den 5. Januar, 8 Uhr abends, findet im mittleren Konzerthaussaale ein Hugo Zuckermann-Abend statt, an welchem ausschließlich, Dichtungen des jüdischen Dichterhelden zum Vortrage gelangen. Dr. Otto A b e l e s hält die Gedenkrede. Lia Rosen, Berlin, und Egon Brecher, Wiener Stadttheater, die Zuckermann im Leben nahe standen, lesen aus seinen Werken und Konzertsänger Viktor Heim singt Zuckermann-Lieder. 'Am Klavier Alfons Blümel. Der Mend wird vom „Vereine zionistischer Hochschüler Theodor Herzl" veranstaltet, zu dessen Gründern Zucker mann gehörte. Karten von 1 Krone bis 6 Kronen an der Kassa des Konzerthaussaales, im Kartenbureau Kehlendorfer, in den Buchhandlungen Hugo Heller, I., Bauernmarkt 3, R. Löwit, I.. Rotenturmstraße 22, und im „Zionistischen Zentralbureau", II., Zirkusgasse 33. _ „Jüdische Toynbechalle", XX., Denisg. 33. Samstag, den 1. Januar: Konzert, veranstaltet von Herrn Oberkantor I. B asser. Sonntag, den 2. Januar: Vortrag des Schriftstellers Herrn Jacques Jäger: „Der Sieg ist unser." Konzert: S. Perl stein (Klavier), Frau Dr. I. Adler und Herr M. Rücz (Gesangsduette), Herr L. P l ohn (humoristische Vorträge). Mittwoch, den 5. Januar: Dr. I. A. Merk: „Die Ele-, mente der Faustsage im Talmud." Jüdische Toynbechalle, 20. Bezirk, Denisgasse Nr. 33. Samstag, den 25. Dezember 1915, fand in der Toynbeehalle eine von Herrn Moriz Ungar, Offizial im Wohltätigkeitsamte der isr. Kultusgemeinde, arangierte Akademie statt. Als erste Nummer brachten Frl. Paula Roth und Herr Ernst Grünberger, ein trefflicher Rose-Schüler aus dem Grundsatz, daß das Beste für das Volk gut genug ist, Mozart's köstliches Violinkonzert, Opus 5 in D moll. Wir hoffen, dem jungen Geiger bald an anderer Stelle zu begegnen; während Frl. Roth in der diskreten Art ihrer Begleitung ihren Eltern, den um den Wiener Wohlfahrtsvereinen so hochverdienten Professor Wilhelm und der Frau Friedric Roth alle Ehre macht. Frl. Roth begleitete als zweite Nummer eine vielversprechende Sopranistin, Frl. .Fanny Gottesmann, welche vollen Beifall fand. Frau Nonny P a l d o, deren reizender Vortrag und prächtige Koloräturstimme ja bekannt ist, erfreute dir Gäste mit einigen Arien und Liedern. Der berühmte Charakterdarsteller Adolf Wolln e'r erntete durch seine ernsten und heiteren Darbietungen nicht endenwollenden Applaus. Herr Opernsänger German erwarb sich auch hier die Sympathien des Publikums. Reizend war Frl. Elsa A s k e n a s y, die mit ihrer prächtigen Stimme einige Lieder zum Besten gab und zum Schlüsse noch einen lustigen Scherz zur Laute vortrug. Herr Julius Schwarz, ein äußerst begabter Bariton, erfreute das Publikum mit einigen Opernarien - und mußte, durch den andauernden Beifall veranlaßt» noch den „Lockrufs von Rückauf zugeben. Frl. Lilly Herzog brachte einige Rezitationen wirkungsvoll zuni Vortrag. Recht herzig war Frl. Merker, die in ihrer feschen, reschen Art einige Wiener Lieder brachte. Herr Leo Freund, Konzertpianist, fand wie gewöhnlich reichen Beifall. Die. Begleitung der meisten Mitwirkenden hat in liebenswürdigster Weise die Pianistin Frau Staub übernommen. Wien. (Jüdischer Handlunsgehilfen-Verband.) Anfangs Januar 1916 veranstaltet die Ortsgruppe Wien des I. H.-V. neue Unterrichtskurse in Stenographie, Buchhaltung, Kaufm. Rechnen, sowie in hebräischer Sprache für Anfänger und Vorgeschrittene. Regiebeitrag pro Gegenstand Kr. 1.— monatlich. Einschreibungen werden bis 6. Januar an Wochentagen von 8—9 Uhr abends und Sonntags von 11—12 Uhr vormittags in der Verbandskanzlei, 2. Bez., Obere Donaustraße 65, Tür 4, entgegengenommen. . . . . ., .. .... _..... Wien. (Freitagabend-Vorträge am Ve 1 - Hamid rasch „Talmud-Thora", 2. Bez., Malzga sse!6.) Am 31. d. M. spricht Se. Ehrw. Herr Rabbiner H. Schenk und am 7. Januar k. I. Herr Wolf Pappen heim. Beginn jedesmal um 7.30 abends. Kinderfest im Elternverein „Pestalozzi". Am 12. Dezember' 1915 fand in den ausgedehnten Räumen der Speisehalle des Elternvereines „Pestalozzi", 2. Bez., Sperlgasse 31, eine Jause für die Schützlinge des Vereines statt. In der geschmückten Halle, die sonst zur täglichen Ausspeisung von 500 bis 600 Kindern der Eingerücktey dient, versammelten sich zahlreiche Gäste und Freunde des Vereines, darunter der Bezirksvorsteher-Stellvertreter der Leopoldstadt nebst Bezirksräten, Mitglieder des Ortsschulrates und Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde, welche vom Vorsitzenden-Stellvertreter des Vereines, Herrn Josef S t e rn aufs wärmste begrüßt wurden. Hierauf hielt derselbe an die versammelten Kinder eine tief zu Herzen gehende Ansprache, welche in eine Huldigung unseres erhabenen Monarchen ausklang. Nach Absingung der .Volkshymne hielten noch Ansprachen: Bezirksvorsteher-Stellvertreter Herr R ö l l, Inspektor Professor Kanitz und das Mitglied des Ortsschulrates Herr Antscherl, welche das segensreiche Wirken des Vereines in beredten Worten priesen. Nachdem noch mehrere Schützlinge die Anwesenden durch Vorträge eftreut hatten, verließen die Kinder reich beschenkt das Heim des Elternvereins „Pestalozzi". Knabrn-Volksschule, „Talmud-Thora", 2. Bez. Malzgasse 16. Am ly. Dezember, nachmittags 3 Uhr, fand anläßlich des Ablebens des Herrn kaiserl. Rates Adolf Schramek, der viele Jahre verdienstvoll als Mitglied des Vorstandes gewirkt hat, die Trauerfeier der Schule statt. Zu derselben waren die Mitglieder der Familie S ch r a m e k. der Vorstand der Schule, und zwar die Herren: Präses Mark. Bondi, Siegm. Kauders und A. Hofbauer sowie viele Abordnungen erschienen. HerrRabb.Dr. Funk sprach die lies empfundene Trauerrede, worauf der Oberlehrer der Schule, Herr Jakob Kohn, in ergreifenden Worten das Wirken und das Verdienst der Heimgegangenen Herren Dr.