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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-01-01 · 1 (1.1.1916) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
1 (1.1.1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 1 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 15 kranken und verwundeten israelitischen Mannschaft dem Patriot. Hilssvereine vom Roten kreuze in Wien. 1. Bez., für die spontane, reichhaltige Liebesgabensendung. Lektüre. Gebäck und Zigaretten enthaltend, die ihr anläßlich Chanukka zur Verfügung gestellt wurde. Jnsbesonders gebührt herzlichster Dank Frau Rabbiner Dr. G r u n w a l d, Wien, deren Initiative und Auswahl diese Liebesgaben ermöglichten. Dr. Gustav Sieber. Feldrabbiner. Löbl. Redaktion! .. 12. Dezember 1915. Ich bitte höfl» die mir anläßlich des Chanukkafestes zugekommenen Liebesgaben in Ihrem geschätzten Blatte veröffentlichen zu wollen: 1. Isr. Kultusgemeinde Brody, erhalten durch den Kultuspräsidenten Herrn Nathan Gelber, 4 Pakete Cakes, 50 Stück feine Zigarren. 2 Pakete Toilettenfeife, 2 Pakete Miichschokolade. 2. Aus der Sammlung der Frau Rabbiner Dr. E r u n w a l d. Wien, 2. Bez., Ferdinandsstraße Nr. 23, erhalten durch Herrn Rabbiner Bela Fischer, isr. Seelsorger des- Patriotischen Hilfsvereines vom „Roten Kreuz" - für Nieder-Oesterreich, Wien. 1. Bez.. Milchgasse Nr. 1. im Wege des k. u. k. Kriegsmmisteriums: 700 Stück feine Zigaretten, 3 Pakete Cakes. 3 Pakete Bonbons, kandierte Südfrüchte, feine Bäckereien, eine Flasche Cognac, 1 Paket Chanukkalichter. 20 Stück Taschengebetbücher. 9 Paketchen Milchkakao und diverse Kleinigkeiten, ferner Zeitschriften und Zeitungen. 3. Emil H o l z s ä g e r. Gemeindesekretär, Brody, 300 Stück feine Zigaretten. 4. Malvine und Flora Grünwald. Wien. 3. Bez., Radetzkystraße Nr. 17: 100 Eremplare des von ihnen verfaßten Chanukkaliedes „Gott ist mein Licht und mein Heil". Für die Zusendung der reichlichen und schönen Liebesgaben dankt verbindlichst im Namen der jüdischen Soldaten hochachtend Dr. Albert Schweiger, k. k. Feldrabbiner. Weitere Bestätigungen für Cha.nukka-LiebeSgaben. i. Weitere Bestätigungen, angelangt bei Frau Dr. Grünw a l d . von Herrn Feldrabbiner Dr. K a r p e l i s: Eigentlich kann ich Ihnen nicht genug danken, für die mir übersandten Liebesgaben. Sie haben mir dadurch Gelegenheit gegeben, andere zu beglücken. Das bedeutet einen schönen Höhepunkt im Wirken eines Seelsorgers. Wie große Freude empfand ich beim Auspacken der Geschenke! Ich ordnete sie stilgerecht auf einem Tische und rief mir dann meine kleine Soldatengemeinde, deren Hirt ich hier in der Sanitätsanstalt bin. um mich. Wie erst vollends ward da mein Herz von der Seligkeit erfüllt, als sich die Augen der Braven, die alle seit Kriegsbeginn im Dienste des Vaterlandes stehen und fast alle bereits ausgezeichnet sind, vor Wonne leuchten sah. sWir alle waren freudig berührt ob der vielen Aufmerksamkeiten untt Gefälligkeiten, die vor uns ausgebreitet lagen. Der Hauch der Heimat strömte uns aus ihnen entgegen. Sie erzählten uns vom Herzen, vom jüdischen Herzen unserer Brüder und Schwestern. Sie verrieten uns. daß ihre Gedanken zu Chanukka, zur Lichtfestzeit, sie hinaustrugen zu uns. Wie wohltuend ist dieses Bewußtsein! Feiern wir. ja ach, schon zum zweiten Male in den Tagen dieses großen Krieges das Heldentum der Makkabäer auf Feindesboden, fern dem heimatlichen Gotteshauses. Unwillkürlich ziehen die talmudischen Worte durch meine Seele: „Die Wohltat wird belohnt, entsprechend der Liebe, die durch sie offenbar wird." Die Liebe, die hier geübt ward, haben Ungenannte und Unbekannte Unbekannten erwiesen, die sie nie gesehen haben, denen sie niemals begegnet sind. Das wundersame Merkmal, das die Gaben, die hier gespendet wurden, äuszeichnet. ist, daß sie deni Grunde eines frommen, weichen Gemütes erwuchsen. Weit entfernt von allem Persönlichen, nur um des Guten und Edlen allein willen, in stiller Treue wurden sie gebracht. Leid tut es mir. daß die Geschenke erst heute, am 6. Tebeth, eingetroffen sind. Vielmehr wären sie nach der Chanukkapredigt - - im heiligen Glanze des Festlichles zur Geltung gekommen. Bittend will ich noch eins hinzufügen: Meiner Seelsorge sind nicht nur die wenigen Soldaten jüdischen Bekenntnisses in der Sanitätsanstalt anvertraut, der ich bloß in Hinsicht meiner Verpflegung zugeteilt bin, sondern vor allem Hunderte Glaubensbrüder in der ersten Kampfeslinie, in den Stellungen und Schützengräben der 46. Division. Sie leisten ihr Aeußerstes. Sie liegen in Schnee und Wasser, frieren im Sturme und in der Kälte des Winters, wehren dem Schlaf von ihren Augen, um Wacht zu hallen für den heimatlichen Boden. Täglich stehen sie ein für ihn mit Leib und Seele. Auch ihnen einmal nach einer Stunde der Andacht, die sie mit mir zum Gebete vereint und in der ich ihnen das Heilwvrt der Religion verkünde, im Namen der Heimat Grüße überdringen zu tonnen, in Form von schlichten Liebesgaben, ist mein sehnlichster Wunsch. Vielleicht könnte er es fei mir die Freiheit gestaltet . in bescheidener Weise erfüllt werden. Von Gefühlen aufrichtiger Dankbarkeit bewegt, setzen di.' diesmal beschenkten Soldaten ihre Namen unter mein Schreiben: t Zugsführer Samuel Braunsilber (Silbernes Verdienst- Kreuz am Bande der Tapferkeilsmedaille, bronzene Ehrenmedaille vom Roten klreuz). Gefreiter Eduard Brod: Zugsführec Armin Gros (Silbernes Verdienst-Kreuz am Bande der Tapferkeitsmedaiile). Gefreiter David Fuchs: Sani ätsso dal Alste) Löfs (Bronzene Tapferkeilsmedaille). Zugsführer Adolf P a l 1 e r e r (Silbernes Verdienstkreuz nin Bande der Tapferkeitsmedaille). Rechnungs-Unteroffizier 1. KI. Leo Pollak: Zugsführer Adolf Rose (Bronzene Tapferkeilsmedaille). Wachtmeister Jul. S ch ö n g u t (Goldene Tapferkeitsmedaille und silberne Tapferkeitsmedaille 1. Kl.). Feldwebel Isidor Sonnenschein (Silbernes Verdienstkreuz am föande der Tapferkeitsmedaiile). Feldwebel Siegmund Z e h n g u t. .. 14. Dezember 1915. Mit dem Ausdrucke ergebener Hochachtung Dr. Oskar K a r p e l i s. k. u. k. Feldrabbiner. II. Sehr geehrte Frau Doktor! Für die zwei Pakete, eniha'.tend verschiedene Liebesgaben feinsten und besten Inhaltes, nehmen Sie auf diesem Wege im Namen der jüdischen Helden meinen besten Dank entgegen. Leider kamen die Chanukkakerzen erst nach Chanukka in meinen Besitz, so daß ich für diese sehr wenig Verwendung hatte. Nichtsdestoweniger hatte ich auch diese verteilt und mit Genugtuung gesehen, welche kindische Freude unsere braven jüdischen Soldaten an allen Gegenständen hatten. Nehmen Sie auch mein Kompliment dafür entgegen, wie sinnreich die Geschenke ausgedacht würden, da sämtliche sehr erwünscht waren. Nehmen Sie nochmals meinen herzinnigsten Dank für alles entgegen. Gott belohne Sie dafür. Mit Handkuß Ihr Ergebener Feldrabbiner Ign. L 5 w y. Feldpost 56, am 14. Dezember 1915. III. Im Felde, 15. Dezember 1915. Empfangen Sie hiermit für die freundlichst übermittelten Liebesgaben sowohl meinen Dank als auch den der Beteiligten. Hochachtungsvoll ' Dr. Bernhard Templer Oberrabtüner Dr. Jgcheskiel Caro s. A. Am 24. d. M. starb hier in Wien im 7t. Lebensjahre der langjährige Oberrabbiner von Lemberg, Doktor Jecheskiel Caro. Der Heimgegangene, geboren am 26. November 1844 zu Pinne in der Provinz Posen, b." suchte das Gymnasium zu Bromberg, absolvierte das jüdisch^theologische Seminar in Breslau und wurde zum Doktor promoviert an der Universität zu Heidelberg. Zeine erste Stellung erhielt er bei der deutsch-jüdischen Gemeinde in Lodz; 1870—1879 mar er Rabbiner in Dirschau; 1879—1882 in Erfurt; von 1882—1891 in Pilsen (Böhmen); seither wirkte er als Prediger am Temvel in Lemberg. Bon ihm sind erschienen: „Ausgewählte Gelegenheitsreden" (Danzig 1874>; „Ein Bier.eljahrhuudert städtischer Verwaltung" (Dirschau 18801; „Geschichte der Juden in Lemberg bis zur Teilung Polens" (Ärakall 1894). Der Verstorbene war ein ungemein wirksamer Redner und hat sich in Lemberg eine einflußreiche Stelle zu schaffen gewußt. Er wirkte auch Jäh-re hindurch, als Mit glied des Lemberger Gemeinderates. In den letzten Jahre» allerdings war sein Gesundheitszustand ein sehr nu

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