Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 1 (1.1.1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 1 berdo Mitgekämpft, erhielt die bronzene und die silberne Tapferkeitsmedaille2. Klasse. Ludwig Lang, Großwardein, erhielt in der zweiten Jsonzoschlacht für sein heldenmütiges, tapferes Verhalten die silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse. Isidor Klein, israelitischer Volksschullehrer in Neusohl. Auf der Hochfläche von Doberdo hatte der Feind ein Grabenstück bereits besetzt, als er ihn mit einer Truppe Honveds von dort hinausschlug. Für sein tapferes und heldenmütiges Verhalten wurde er von seinem Regimentskommandanten zum Fähnrich befördert und erhielt die große silberne Tapferkeitsmedaille. In den letzten Kämpfen erhielt er einen Bauchschuß, wurde operiert, konnte jedoch leider nicht mehr gerettet werden. Isidor Klein hatte — wie er mir auf seinem Sterbebette erzählte —- mehrere Jeschiboth frequentiert. Er war eine tapfere, echte jüdische Seele. Ich. habe ihn unter großer Teilnahme auf dem Militärfriedhofe in Ranziano in einem eigenen Grabe bestattet. Er hinterließ eine junge Frau und sechs! kleine Kinder. . . Mtteitrwgen des Ieldrabbiners David Ireudiger de Köuda. Dem „Egyenlöfeg"" entnehmen wir die folgenden Mitteilungen des Feldrabbiners David Freudiger de Obuda: Franz Baron, vom Gebirgsartillerie-Regiment Nr. 14, im Zivilleben Kaufmann in Budapest, rückte zu Beginn der Mobilisierung ein. Für seine an der montenegrinischen Grenze geleisteten ausgezeichneten Dienste mit der bronzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet, kam er in die Karpathen, wo er in Anerkennung seines weiteren aufopfernden und heldenmütigen Verhaltens erst mit der großen und dann mit der kleinen silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde. In den Karpathenkämpfen mußte ihm ein Fuß amputiert werden, und so wartet er jetzt in Budapest auf seine Genesung. Bela Farkas. Honved des 12. Honved-Jnfanterie-Regimentes, ein Sohn des orthodoxen Schächters Zsaak Farkas in Szaszregen, ist anfangs November vorigen Jahres eingerückt uns kam anfangs dieses Jahres auf den Kriegsschauplatz. Im bürger-f lichen Leben war er erst Schüler mehrerer Jeschiboth und später Talmudlehrer. Auf dem Kriegsschauplätze meldete er sich freiwillig an Stelle des im Geschützfeuer gefallenen Telephonbeobachters und hat genaue Berichte abgegeben. Für sein selbstaufopferndes Verhalten hat ihn sein Kommandant, Hauptmann K., für die große Tapferkeitsmedaille vorgeschlagen. Inzwischen wurde er verwundet und sieht jetzt in einem Budapester Kriegsspitale seiner Genesung entgegen. Adolf Schultz, der Maschinengewehrabteilung .... zugeteilt, wurde für sein tapferes Verhallen, durch welches er bei Przemysl mit seinem Maschinengewehr einen großen Teil eines russischen Bataillons vernichtete, mit der kleinen silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Wegen Abwesenheit der Männer wird der Gottesdienst eingestellt. Einer Zuschrift an den Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald aus Prcitz in Böhmen entnehmen wir folgende Meldung: „Unsere aus dreißig Familien bestehende Gemeinde ist so belastet, auch durch galizische Kriegsflüchtlinge, daß sie nichts mehr leisten kann. Ueberdies wird sogar in kürzester Zeit der Gottesdienstwegen Abwesenheit der Männer aufhören." / - Jüdische Inmitten iw Jelde. Philipp Be er mann, Großkaufmann in Beregszasz, hat fünf Söhne als Soldaten. Von ihnen hat Emmerich Barta, Kadett, am 15. November die bronzene Medaille erhalten. Sein Bruder, Nikolaus Barta, Oberleutnant des . Honved-Jnfanterieregiments, geriet am 3. November in russische Gefangenschaft, nachdem er seine Stellung mit seiner Kompagnie bis zur letzten Minute verteidigt hatte. Major Gombas sagt von ihm in einem an die Familie gerichteten Schreiben: „Er war ein tapferer, geschickter und gewissenhafter Soldat, wir bedauern ihn sehr." Ein dritter Bruder, Armin Be er m ann, Mediziner, ist bereits am 30. Oktober 1914, während er mit dem Verbinden der Verwundeten beschäftigt war, in russische Gefangenschaft geraten. Die anderen zwei Brüder befinden sich noch aus dem Kriegsschauplätze. Sehr kriegserprobt sind die drei Söhne des Simon Ro scnb aum in Szalka (Ungarn), welche fast auf sämtlichen Kriegsschauplätzen gekämpft haben. Der eine Sohn, Moritz R o z s a, Kaufmann in Budapest, ist am ersten Tage der Mobilisierung als Titnlar- Feldwebel eingerückt und ging auf den serbischen Kriegsschauplatz, wo er viereinhalb Monate kämpfte und zum wirklichen Feldwebel befördert wurde. Später machte er die ganze Karpathenschlacht mit, kam dann durch, ganz Galizien und Russisch-Polen und befindet sich jetzt in Rußland. Außer der silbernen Ehrenmedaille des Noten Kreuzes wurde er 'in Anerkennung seiner hervorragenden treuen Dienste vor dem Feinde mit dem silbernen Verdienstkrenz mit der Krone am Bande der Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet. Sein Bruder, Franz R o s e n b a u m, Beamter in Budapest, ist gleichfalls am ersten Tage der Mobilisierung als Kadettfeldwebel des 17. Honved-jJnfänterieregiments eingerückt. Er hat au den Schlachten in den Karpathen, Galizien und Russisch-Polen, teilgenommen und wurde für seinen Heldenmut außertourlich zum Offiziersstellvertreter befördert. Ende Juni geriet er anläßlich eines Sturmangriffes in Galizien in russische Gefangenschaft. Adolf Rosenbaum, Handlungsgehilfe, rückte am 15. Mar d. I. ein und meldete sich bereirs am 15. Juni freiwillig für den italienischen Kriegsschauplatz. Dort hat er seitdem an vielen Angriffen teilgenommen und wurde zum Patrouillenführer befördert. Leopold P o l n a u e r, Schneiderrneifter in Budapest, hatte fünf Söhne im Kriege, von denen ein Teil schwer verwundet wurde, einer den Heldentod fand und zwei in Gefangenschaft kamen. Moritz Albert Heinrich, Kaufmann in Csaktornya, hat seit Kriegsbeginn vier Söhne und einen Schwiegersohn beim Militär. Leopold ist Lokomotivführer auf einem Spitalszug, Robert ist Marineoffizier und dient an der albanischen Grenze, Josef wurde bei Valjevo schwer verwundet, Franz ist im Alter von 33 Jahren' als Landsturmmann eingerückt, kam an die russische Front und fand, wie seine Vorgesetzten Offiziere den Vater vor einigen Tagen in einer Zuschrift verständigten, in den Kämpfen bei Huta den Heldentod. Er wurde in Huta begraben. Sein Schwiegersohn, Alexander Klein, dient als Landsturmmann. („Egyenlöfeg".) Herr Chaim Stern, Gemeinderat in Bukowsko, hat fünf Söhne im Felde. Lazar Stern auf dem russischen Kriegsschauplatz, wurde vor nicht langer Zeit verwundet und befindet sich derzeit in einem Spital in Wien; Schafe Stern, seit sieben Monaten auf russischem Kriegsschauplatz kämpfend, wurde verwundet, in einem Spital in Krakau auskuriert und nach drei Wochen meldete er sich abermals freiwillig ins Feld. Moses Stern geriet nach siebenmonatlichem Kampfe auf dem italienischen Kriegsschauplatz in Kriegsgefangenschaft. Simon Stern kämpft auch auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz und Peisach Stern verweilt jetzt in einer Rekonvaleszentenabteilung.