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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-17 · 50 (17.12.1915) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
50 (17.12.1915)
Date
1915-12-17
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 928 Dr. BLoch's Wochenschrift Nr. 50 als Meister der Eesangskunst erworben. Herr Jura war als Gcsangspädagoge am Berliner Konservatorium tätig, in London, München. Frankfurt a. M. Budapest und in anderen Großstädten haben seine Konzerte stets die schönsten Erfolge gehabt, so das; er trotz seiner Jugend bereits viele Anerkennung erhalten hat. Aus religiösen Gründen hat er sein Fach als Opernsänger aufgegebrn und dem Kantorat. sich zugewendet, und damit snner religiösen Ueberzeugung nicht geringe Opfer gebracht. Nun führte ihn sein Stern nach Baden, wo ein gesangssreundliches Publikum seine Leistungen mit starkem Beifall begleitet und selbst christliche Musikkenner ihm vielfach Anerkennung zollen. Das war dir Ursache. daß man von hervorragender Seite an den Sänger Jura hrrangetreten ist, bei den eingangs erwähnten Wohltätigkeitskonzert. Mitwirken zu wollen. Hoffentlich gelingt es ihm, seinem Ruhme ein neues Lorbeerblatt beizufügen. Oberhollabrunn. Freitag, am 10. d. M., fand in Obcrhollabrunn das Leichenbegängnis de; aus Lemberg gebürtigen polnischen Legionärs (Art.-Reg. 3) Mar Sar statt, der im hierortigen Kaiser Franz Josef-Spital seinen an der Front erlittenen Verwundungen erlegen ist. Bevor die Leiche gehoben wurde, hielt der hiesige Religionslehrer S. Jellinek dem Verblichenen einen tiefempfundenen Nachruf, ausgehend vom ewig starken Geist der Makkabäer, hob er rühmend die tapferen Helden der jüdischen polnischen Nalirn hervor. Unter Beisein der Spitzen der Behörden, des Veteranen- und Feuerwehrvereines, der gesamten Pflegeschwestern, bewegte sich der traurige Zug dem israelitischen Friedhofe zu. Am Grabe, welches ihm als Ehrengrab von' der israelitischen Kultusgemeinde, bezw. von der Chewra-Kadischa gevidmet wu:de, wurde ein Grabgebet abgehalten und zum Schlüsse sangen polnische Legionäre Nationallieder im Chore als le^te Grütze. Karlovac. Auf Veranlassung Sr. Ehrw. des Herrn Dr. B. Schick wurde am ersten Chanukkaabend die nach Hunderten zählende Mannschaft jüdischer Konfession des k. k. Landwehr-Infanterieregimentes Nr. 23 zu dem Gottesdienste in den hiesigen Tempel befohlen. Unter den stimmungsvollen Orgelklängen und Chorgesängen unter Leitung des ehrwürdigen Kantors Herrn Isidor G r o tz gewann die Andacht ihr der jetzigen Sümmung angrpatztes Gepräge. Die von patriotischem Geist getragene Rede, in der Seine Ehrwürden die anwesenden Kombattanten als würdige Nachfolger der Makkabäer feierte, löste bei allen Anwesenden einen wahren Strom von Tränen. Die Feier endete mit einem Gebet für Kaiser und Vaterland und dem endlichen Sieg unserer Fahnen. Mahrisch-Ostrarr (Festgottesdienste.) „Siesta" vom 6. Dezember berichtet: Aus Anlatz des Regierungsjubitäums Seiner Majestät wurden am 2. Dezember in den Gotteshäusern aller drei Konfessionen Festgottesdienste abgehalten und auch in sämtlichen Schulen dieser Erinnerungstag in festlicher Weise begangen. Besonders erhebend gestaltete sich der am Nachmittage im hiesigen israelitischen Tempel abgehaltene Festgottesdienst, welcher mit dem Lichtweihsest verbunden war. Nach den künstlerischen Psalmenvortrügen des Oberkantors L ö w y hielt Rabbiner Dr. S p i r a eine so formvollendete und gedankenreiche Festpredigt, datz sie aus die zahlreichen Anwesenden tiefen Eindruck machte. Di:sem Gottesdienste wohnten die Chefs sämtlicher Staatsbehörden und Mittelschulen, Bürgermeister Dr. Fiedler und Vizebü'germ.iter Dr. Glatzner, an fünfzig Stabs- und Oberoffizie.e der hiesigen Garnison sowie der Kultusvorstand bei. Sowohl der Herr Bezirkshauptmann <rls auch die Chefs der militärischen Behörden gabrn dem Herrn Rabbiner und dem Kultusvorsteher gegenüber ihre lebhafte Anerkennung über den solennen, schönen Verlauf dieser patriotischen Feier Ausdruck. _ Chanukkaftier und Kmserhuldigung der Talmud-Thora- Schule in Mährisch-Ostmrr. Am 2. Dezember veranstaltete di: von Sr. Ehrwürden Herrn Dr. R. Faerber gemeinsam mit dem Beth-Hamidrasch-Vorstande vor nunmehr drei Jahren begründete Talmud-Thora-Schule die diesjährige Chanukkabescherung in Verbindung mit einer Kaiserfeier. Ein reiches Programm abwechselnder hebräischer und deutscher Darbietungen der Schüler entzückte die zahlreichen Gäste. Herr Doktor Faerber hielt die eindrucksvolle Festrede, die in ein stürmisches. vom ganzen Auditorium enthusiastisch mit angestimmtes Hoch auf den geliebten Kaiser auskiang. Vielfache Anerkennung erwarben sich einige Produktionen der Schüler, so das Vorbeten des Maariw, das Anzünden der Lichter mit Moau; zur, di: dramatische Darstellung der Menorah, das Gedicht Jwrinr anachnu, Moritz Antscherls Trenderl-Lied, wie auch ganz besonders di: Gesänge: Franz Josef hoch, Seemanns Los und Zuckermanns Reiterlied. Unter dem den Saal gedrängt füllenden Publikum sah man die Herren Kultusräie Salomon Reschovsky und Moriz Wechsler in Vertretung de; Kultusvorstandes, d:n Beth- Hamidrafch-Vorsteher Dr. Mar Beer, Dr. L ö w y aus Wien, Oberlehrer Jakob K o h n, Ausschutzmitglied Mar Adle r, viele angesehene Damen der jüdischen Gesellschaft usw. Die Talmud- Thora-Schüler, zirka 80 an der Zahl, wurden mit Geschenken bedacht. Hierzu hatten an freiwilligen Spenden beigetragen die Herren: Fabrikant Otto Stern Kr. 20.—, Bernhard Krieger Kr. 10.—, Dr. Jakob Beer und Dr. Herbatsch ek je Kr. 5.—, Moritz Freud und Moritz Wechsler je Kr. 4.—, Bankdirektor Sigmund Czu czka Kr. 3.—, Herin. Preis und Moriz Huppert je Kr. 2.—. Ferner hatten Gegenstände gewidmet die Firmen Adolf H o ch st i m m, M. B a ch n e r. Wachsberger und die Bücke.'ei Meinhart. Das Klavierhaus Goldm a 11 n stellte einen Flügel zum Abend bei. Den Spendern und Mithelfern gebührt der wärmste Dank; nicht minder au h der Frau Olga Faerber für die Bemühung um die Geschenke. Ein ansehnlicher Betrag, welchen der Programmverkauf ergab, wurde bei der Mähr.-Ostrauer Volksbank zur Best.eltung der künf-igei Brscherungsfeier hinterlegt, so datz nächstesma! eine Spenden'anrmlung zu diesem Zwecke unterbleiben wird. Przemysl. Freitag, den 3. Dezember, hat in Przemysl in der Hauptsynagoge anlählich des Chanukkafestes ein fei:rlicher Militärgottesdienst stattgesunden, an welchem die israelitische Mannschaft der Garnison Przemysl teilgenommen hat. Die Frau:ngal:ri:n mutzten den zahlreich erschienenen jüdischen Kri:gern eingeräumt werden. Unter den Erschienenen sind die Besitzer von Tapferkeits- Medaillen und sonstigen Dekorationen .angenehm aufgefallen. Die Festpredigt hielt der Feldrabbiner des Przemyjler Militärkommandos Dr. Josef Mieses. In seiner Ansprache gedachte der Feld- Feldrabbiner des Allerhöchsten Regierungsjubiläums und spornte die Erschienenen an, dem inniggeliebten Monarchen und obersten Kriegsherrn nicht blotz mit' Gefühlen und Gedanken, sondern auch durch die männliche tapfere Tat die schuldige Treue und Dankbarkeit zu zollen und gleich den Tausenden dekorierter jüdischer Krieger den Ruhm und die Ehre der Armee und des jüdischen Volkes nach Kräften zu mehren. Insbesondere forderte der Feldrabbiner Dr. Mieses die Soldaten auf, das Losungswort des Kaisers: „Viribus uniiis" sich zueigen zu machen und einander stets und überall die treue Kameradschaft unentwegt zu bewahren und in den Reihen unverzagt auszuharren. Die Rede machte auf alle Krieger sichtlich einen tiefen, nachhaltig wirksamen -Eindruck. Przemysl. (Rabbinats-Assessor Juda Leib Meise l s s. A.) Am zweiten Chanukkatage ist hier Herr Rabbinats- Assessor Leib Meisels im Alter von 73 Jahren nach kurzem Leiden verschieden. Seine Frau, eine Tochter des Jassyer Rabbiners Schmelke Taubes, ist ihm vor vier Monaten im Tode vorausgegangen. Der Verblichene war der älteste Sohn des Przemysler Rabbiners Lipe Meisels, der als talmudische Autorität und Verfasser gediegener rabbinischer Werke weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus bekannt war. Rabbiner Leib Meiseis hat in unserer Gemeinde ein halbes Jahrhundert lang als Rabbinats-Assessor segensreich gewirkt und sich wegen seiner talmudischen Gelehrsamkeit und wahren Gottesfurcht in unserer Gemeinde und weit darüber hinaus eines grotzen Ansehens erfreut. Er hinterlätzt vier Kinder; sein ältester Sohn, Lipe Meisels ist Rabbiner in Monasterzyska sein zweiter Sohn ist der Schriftsteller Samuel Me.srls und einer seiner Schwiegersöhne ist Osias Herfchel Babad, Rabbiner in Tarnopol. Unsere Gemeinde wird dem Verewigten ein ehrendes Andenken bewahren. Radautz. Am ersten Abend des Chanukkafestes, der in diesem Jahre mit dem Vorabend des 2. Dezember zusammenfiel, hat über Anregung Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiners Jakob Hofsmann in unserer Gemeinde eine Kaiserfeier, verbunden mit einer Chanukkafeier für die im Etappenbereiche Radautz stationierten jüdischen Soldaten stattgefunden. Die Feier hatte einen herze.chebenden Verlaus und wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. In der grotzen Synagoge, die gedrängt voll war, hatten sich unter anderem eingesunden: das ganze Offizierskorps unter Führung des Obersten des Etappenkommandos und des Obersten des Feldgerichts, die Vertreter sämtlicher Staatsbehörden und eine zahl-

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