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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-17 · 50 (17.12.1915) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
50 (17.12.1915)
Date
1915-12-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 50 Dr. Bloch's Wochenschrift Sette 919 sriedhose statt. Mit dem Tode des 25 jährigen Heldsen hat nicht nur seine Familie und der weitere Kreis seiner Freunde einen schweren Verlust erlitten. Joses Z i r n e r hatte eine außergewöhnliche musikalische Veranlagung, der sein Lehrer Professor Franz Schmidt sowie Felix v. Weingartner, unter dessen Leitung er ein Jahr lang am Hamburger Stadttheater tätig war, eine glänzende Zukunft prophezeiten. Er war nicht nur eilt virtuoser Klavierspieler, sondern besaß neben einem immensen Gedächtnis und absoluten Gehör ein echtes und starkes kompositorisches Talent, dessen Früchte, Trios, Sonaten und Lieder, einer günstigeren Zeit Zur Veröffentlichung 'Vorbehalten bleiben. Er hatte acht Monate lang im Felde gestanden, bis ihit, nach einer Verschiebung seines Regiments in die Bukowina, bei einem Sturmangrisf ein Brustschuß aus geringer Entfernung traf. Er geriet in Gefangenschaft, wurde aber von den sich zuruckziehenden Russen liegen gelassen. Dreißig Stunden später brachte den Todwunden sein bester Freund. Kadett Georg Fröscht, den er monatelang nicht gesehen und der bis dahin auf einem ganz verschiedenen Kriegsschauplätze gekämpft hatte, ins Spital und war ihm 'bis zu seinem wenige Tage darauf erfolgten Mleben treu zur Seite. Für sein beispielgebettdes Verhalten wurde Josef Zirner nach seinem Tode mit der silbernen Tapferkeitsmedaille erster Klasse ausgezeichnet. Bei der Trauerfeier fungierten: Herr Rabbiner Dr. T a g licht und Feldrabbiuer Dr. F r a n kfu r t e r, die Trauerpsalmen sang Oberkantor Schleifer mit den Chorsältgeru. Unter den Anwesenden sah man vom k. u. k. Tragonerregiment Nr. 3 ,/König August vor: Sachsen" Vertreter des Offizierskorps und Einjahrig-Freiwillige: von der Knltusgetneinde die Rabbiner Doktor G x u ii wald und Tr. F e u ch t w a n g, Vorsteher Dr. Spitzjer und S. Steiner, Obmann C. Lemb eg g er; Pom Tempelverein des 13. Bezirkes Obmann Dr. K r e n b c r g e r und die Mitglieder Herren H o f fm a n n, B e r n f e l d, Huppert, Winter; vom Humanitären Verein „Goethe" Präsident Kopetzky, Architekt S ch ö n, I. O t t e, G l a ß, L ö w y; vom Zentralverband der österreichischen Detailleure der Juwelen-, Uhren-, Gold- und Silberwarenbranche die Präsidenten M a u t h n e r und Hoflieferant L u k a c s; vom Verband der Edelmetall- und Uhrenbranche Präsident kais. Rat Ludlvig hontet, Vizepräsident Kommerzialrat Roß - perger und I. Alsegg; vom Hietzinger Frauenverein Frau Dr. K r e n b e r g e r, die Damen Hoffman n, A l s e g g, B e r n f e l d, Bier m a n n, K ö u i g; von der „Weiblichen Fürsorge" Frau Professor Roth, Frau Benedikt; 'vom Ausspeisungsl-Kuratorium Frau Güns, Frau Regimentsarzt Dr. Ältmann. Ferner waren anivesend: die Herren Kommerzialrat Hutter und T s ch e lnitz, Präsident der Spiritus-Industrie Dr. Josef Kranz, Stabsarzt Dr. Endlicher und Frau, Schulrat Prof. D u s ch i n s k i und Frau, Generalkonsul Egon Frankl und Frau, Dr. Siegmund Kranz und Frau, Generaldirektor Here z e g und Frau, Dr. Robert Tugend h a t und Frau, Militär-Rechnungss-Oberoffizial PH. Blau, Direktor Rosenbaum usw.; sämtliche Mitglieder der Familien Z i r n e r, Z w i e b a cf, Dr. I. Bra u n, K o ch und Wiener. Kadett Josef Englisch. Auf dem Felde der Ehre gefallen ist Josef E n g l i s ch vom k. u. k. Tiroler Kaiserjägerreginrent Nr. 3. Der Verewigte war das Vorbild eines patriotischen Oesterreichers. In jungen Jahren hat er weite Reisen unternominen und gründete sich eine Existenz in Amerika, wo er für die österreichische Industrie tätig war. Als die Nachricht vom Kriegsausbruch über den Ozean drang, begab er sich unter den größten Fährlichkeiten auf die Rückfahrt nach Oesterreich und stellte sich seinem Regimente zur Verfügung. Nach kurzer Zeit kam er an die Front. Sein Kommandant schrieb seiner Mutter: „Mil schwerem Herzen habe ich die Pflicht zu erfüllen, Ihnen mitzuteilen, datz der liebe Gott Ihren ^>ohn in Erfüllung seiner Pflicht für Kaiser und Reich zu sich berufen hat. Ich sichle^lebhaft mit Ihnen, verehrte gnädige Frau, in Ihrem grotzen Schmerze und bitte Sie. meine tiefempfundene Teilnahme ausdrücken zu dürfen. Ich trauere umsomehr mit Ihnen, als ich in der kurzen Zeit meiner Kommandoführung Ihren Sohn wirklich schätzen lernte und ihn gern hatte wegen seiner liebenswürdigen heiteren Art. seiner gewissenhaften, verläßlichen Pflichterfüllung. Gr gab sich Mühe, seine Vorgesetzten zu unterstützen, und es gelang ihm dies derartig, daß ich. wie alle meine Vorgänger, gewiß ewig dantbar seiner gedenken werden. Auch als Kamerad werden ihn alle vermissen, die näher mit ihm in Kontakt traten. Datz er als Soldat im Regimente unvergeßlich bb.idt, hat der Arme selbst durch die Art seines Todes erreicht. Um 5 Uhr früh griffen wir eine starke russische Stellung an. Ich war bei einem anderen Zug und sah ihn nur in männlicher ^-chneis seinem Zug voran dem russischen Hindernis entgenstürmen. unentwegt als erster immer seine Leute anfeuernd. Das Bild tatsächlich soldatischer Tapferkeit mit Todesverachtung. Ich habe den Armen auch für eine allerhöchste Auszeichnung eingegeben. Für kurze Zeit geriet er mir aus den Augen, und nach dem Angrisf meldet mir eine Charge, datz er gefallen. Als wir ihn fanden, lag er bereits tot in derselben vorwärtsstürmenden Stellung, in der die Kugel, ein Kopfschutz, ihn offenbar getroffen. Gr mutz sofort tot gewesen sein. Gs war am 18. März bei Sokova-Gorlice (Galizien). Wir begruben Ihren armen, tapferen Sohn zusammen mit einigen seiner Braven, die er treu und begeistert bis zum letzten Augenblicke ansübrte. Hans v. Werbt, Oberleutnant." Seinen Mruder vegraöen. Wilhelm Burger in Ungvar hat drei Söhne, welche infolge des Krieges zum Militärdienste eingerückt sind. Ter älteste. Bela, war bereits im Juni 1914 eingerückt und hat als Kandidat der Medizin Sanitätsdienste versehen, und zwar erst in Spitälern, später auf dem nördlichen Kriegsschauplätze, wo er mit den Agenden eines Bataillonsarztes betraut und nach einem Monate zum Fähnrich befördert wurde. In Anerkennung seiner Tätigkeit wahrend dieser Zeit wurden ihm die silberne Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse und das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes mit der Kriegsdekoration verliehen. Während fünf Monate an der Front hat er zahlreiche Wunden verbunden und viele Schmerzen gelindert. Nun ist er selbst trostesbedürftig geworden, denn er mußte, wie „Egyenlöseg" berichtet, seinen Bruder Max, einen ausgezeichneten Techniker, welcher jant 3. v. M. auf dem nördlichen Kriegsschauplätze den Heldentod starb, selbst begraben. Ueber den Heldentod des Max Burger berichtete dessen Bataillonskommandant durch das folgende, schöne Schreiben an den Onkel des Verstorbenen, den städtischen Oberingenieur Joses Racz in Ungvar: „Sehr geehrter Herr Oberingenieur! Gine traurige Pflicht zwingt mir heute die Feder in die Hand, um die Bitte auszusprechen. Sie möchten die Güte haben, die Familie Burger zu verständigen, datz Kadettaspirant Mar Burger heute vormittag einen Kopfschutz im Laufgraben erhalten hat und kurze Zeit darauf. ohne das Bewutztfein erhalten zu haben, verschied, eben als fein Bruder, der Doktor, hinzukam. Im Aufträge des Letzteren, der ganz gebrochen und momentan nicht fähig ist. zu schreiben, bitte ich Sie, die Gltern auf den schweren Schlag schonend vorzubereiten. Ueber Bitte des Doktors werde ich trachten, datz derselbe einen 14 tägigen Urlaub erhält, um seine geliebten Gltern zu trösten; doch wäre es gut. wenn zur Zeit seines Eintreffens der erste Parorismus des Schmerzes de? Eltern bereits überstanden wäre. Als Trost für den Verlust kann ich nur das eine .sagen, datz Mar Burger mitten in der Tätigkeit von der Kugel getroffen wurde, mit lächelndem Gesichte, ohne nrehr zunr Bewutztfein zu kommen, verschied. also ohne jeden Kamps und Schmerz. Seine Tüchtigkeit und sein ganzes nobles Wesen hatten in der kurzen Zeit seines

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