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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-17 · 50 (17.12.1915) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
50 (17.12.1915)
Date
1915-12-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 918 Dr. Bloch'S Wochenschrift Wr. 50 zung in die Feuerlinie kam. Der Feind gebrauchte die Taktik, unsere Truppen möglichst nah an sich herankommen Zu lassen und sie dann ans ungefähr 300 Schritt Entfernung mit furchtbarem Feuer zu empfangen, wodurch das weitere Vordringen infolge der Verluste der ersten Schwarmlinie außerordentlich erschwert wurde. In dieser Situation hat nun, wie „Egyenlöseg" berichtet, Infanterist Kalmar, welcher in der ersten Schwarmlinie war, nachdem mehrere seiner Vorgesetzten verwundet waren, an einer Front seiner Kompagnie die Führung an sich genommen und die Mannschaft Zum weiteren Vordringen angefeuert. Der Angriff gelang an der ganzen Front und die Russen wurden Zum RüHug gezwungen. Vor der Front des Kalmar schlichen sich 120 Russen in eine Scheune. Diese nahm Kalular mit einigen seiner Leute unter Feuer, so daß sie sich ergeben mußten. Außer diesen Gefangenen nahm er noch 100 Russen gefangen. Für fein tapferes und heldenmütiges Verhalten wurde Kalmar mit der silbernen Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse ausgezeichnet. ZugsfüHrer Wasiervoget. Zugsführer Wasser v o g e l wurde im Jahre 1892 in Kisujszallas (Ungarn) geboren und ist im Zivilleben Schriftsetzer. Im Jahre 1913 rückte er zum Feldhaubitzregiment Nr. 4 ein. Im Frieden arbeitete er in der Kanzlei. Als jedoch der Krieg ausbrach, verlangte er selbst unter die Kombattanten gereiht zu werden. Er wurde auch der zweiten Batterie zugeteilt, deren Kommandant der berühmte Hauptmann — inzwischen schon Major — Csernyk ist. Ladislaus Wasservog-el wurde berittener Telephonist und Aufklärer. Einen schwereren Dienst gibt es bei der Artillerie kaum. Jur Dezember 1914, anläßlich der ersten Verteilung von Auszeichnungen, erhielt Wasservogel, damals noch Korporal, die kleine silberne Tapferkeitsmedaille dafür, daß er die schwierigsten Ausgaben mit beispielgebender Tapferkeit. Ausdauer und Erfolg gelöst hat. Einen Nhonat später, im Januar 1915, wurde ihm die große silberne Tapferkeitsmedaille an die Brust geheftet. Nicht nur in der Batterie, sondern auch, in der Division war er der erste und lange Zeit auch der einzige, -der diese Auszeichnung verdiente und auch erhielt. Aus der Begründung dieser Auszeichnung in dem seinerzeitigen Vorschläge geht, wie „Egyenlöseg" aus Grund des ihm vorgelegenen beglaubigten Akt berichtet, hervor, daß Ladislaus jWasferVogel arn 8. Januar 1915 mit feiner Patrouille in dem am Oftende von Svirchow gelegenen Hause auf der Beobachtungsstation zwanzig Schritte vor der ersten Schwarmlinie als Telephonist gewirkt und sich Hervorragend ausgezeichnet hat. Gegen dieses Haus hatte der Feind ungefähr 40 Schrapnelle gerichtet. Die Geschosse explodierten in unmittelbarer Nähe des Hauses, wodurch jfimf Bosniaken schwer verwundet uitb zwei getötet wurden. Ein Schrapnell schlug auch in das Haus ein, aber Korporal W a f se r v o g e l blieb mit seinen Kameraden mit beispielgebender Tapferkeit auf seinem Platze und versah den Dienst. Das feindliche Artilleriefeuer Zerstörte die Leitung, Korporal W a s s e r v o gse l stellte im heftigsten Feuer die Leitung wieder her. Für dieses im heftigsten Artilleriefeuer bekundete heldenmütige Verhalten und hervorragende Betätigung wurde dieser tapfere Unteroffizier und seine Genossen der Allerhöchsten sichtbaren Auszeichnung enrpsohlen. Auszeichnung eines jüdischen Volksschullehrers. Vom italienischen Kriegsschauplatz erhält der „Egyenlöseg" die offizielle Mitteilung, daß Isidor Klei n, Lehrer an der israelitischer: Volksschule in Besztercebanya (Neusohl), für sein in der dritten Schlacht bei Toberdo tapferes, heldenmütiges und hingebungsvolles Verhalten vor dem Feinde die silberne TapferkeitsMedaille erster Klasse erhielt und außertourlich.zun: Fähnrich befördert wurde. _ Per Gymnasiast Sigmund Korn. Wien, 13. Dezember 1915. Sigmund Korn, Schüler der siebentert Gymnasialklasse, ist im September 1914. aus Czernowitz während der russischen Invasion heimlich, unter großer Lebensgefahr, geflüchtet und meldete sich bald darauf freiwillig bei unserem- Armeekommando zum Militärdienste. lieber seinen Wunsch nach Wien in das Hoch- und Deutschmeisterregiment eingeteilt, erhielt er hier die erste militärische Ausbildurrg, von wo er, nach absolvierter Ergänzungsprüfung mit gutem Erfolge, in die Offiziersschule nach Bazin bei Preßburg und dann nach Leva transferiert wurde. Von. dort ging er als Kadett mit den: k. u. k. Infanterieregiment Nr. 77 auf den russischen Kriegsschauplatz ab, wo er alsbald izum Fähnrich befördert und wegen feines tapferen Verhaltens vor dem Feinde wiederholt belobt wurde. Seit längerer Zeit blieben von ihm jedwede Nachrichten aus, bis endlich seine kleine Schwester auf das' zufällig von ihr eingelangte Schreiben in: Felde nachp stehende Feldpostkarte erhielt: „Feldpost Nr. 110. Ms.: Paul Glück, Major, J.-R. 77. Geehrtes Fräulein! Nun lasse ich Ihnen die unangenehme Mitteilung wissen, daß Ihr Bruder Sigmund in russischer Gefangenschaft sich befindet, jedoch wohlauf. Er hat fich in den letzten Kämpfen ausgezeichnet und wird auch dekoriert. Als Held geriet er in Gefangenschaft. Verbleibe mit Heilgrüßen vom Felde Paul G l ü ck m. p. Rußland, am 27. September 1915." Wir erhalten diese Mitteilung von dem Vater des Helden, Herrn Salamon Kahane aus Czernowitz, dzt. Wien, 2. Bezirk, Raimundgasse 2/19. Jüdische Aamttien im Kelde. Moritz Grünbaum in Alwernia, Bez. Chrzanow, hat fünf Söhne im Felde stehen. Die ältesten, Paul', 39 Jahre alt, und Leon, 35 Jahre alt, sind beim Ldst- Jnfanterieregiment Nr. 32, Wilhelm ist bei der Bahusicherung, Sigmund bei einer Feldbäckerei beschäftigt; Samuel, ist bei der letzten Musterung assentiert worden. Neun Knkek im Kriege. Neun Enkel der Frau Netti Ko hu sind, wie mar: dem „Egyenlöseg" berichtet, Soldaten. Mathias Schwarcz, Leutnant (96. Infanterieregiment), Besitzer der kleinen silbernen Tapferkeitsmedaille; Geza Schwäre z (26. Infanterieregiment), kriegsgefangen; Eugen Gara in Preßburg, Michael Pekusz, Kanonier an der Front; Artur Ku t as (14. Honv.-Infanterie-, regiment), vermißt; Eduard Engel, kriegsgefangen; Ferdirmnd Kohr: (26.-Infanterieregiment), verwundet; Michael Kohn (26. Infanterieregiment), an der Front, Aladar Federweisz, Korpopal (12. Infanterieregiment). __ Kapellmeister Josef JirZer. Am 12. d. M. fand die endgiltige Beisetzung des Kapellmeisters Josef Zirr:er, Kadettaspirant in einem Dragonerregiment, in der Familiengruft auf dem Zentral-

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