Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 49 (10.12.1915)
- Date
- 1915-12-10
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 34 Setze 909 Dr. Blochs Wochenschrift von den jetzt in den Räumen des Mendl-Wohlfahrtshause untergebrachten galizischen Baron Hirsch-Schulen, etwa 50 Kinder der gleichfalls im Hause plazierten hebräischen Schule, während die übrigen eigene Hortkinder sind. Alle diese Kinder wurden mit einer Festjause gelabt, am Schlüsse mit süßen Gaben beschenkt, und es werden alle diejenigen, die von den Bekleidungsvereinen nicht bekleidet wurden, durch die aufopfernde Fürsorge des Ehepaares F r e u n d mit warmer Unterwäsche versehen und beschuht. Die Feier, die von dem Ehepaar Berwalter Joses Klein und Frau Hortlehrer Zwirn ganz ausgezeichnet veranstaltet worben war, begann mit der herzlichen Begrüßung der zahlreichen Festgüste durch Herrn F r e u n d. Er hoo hervor, daß das Fest durch den Besuch des greisen Präsidenten der isr. Kulrusgemeinde Herrn Dr. Alfred Stern eine besondere Auszeichnung erfahren habe. Unter Vorbringung der Entschuldigung für den abwesenden Spender des „Wohlfahrtshauses", Herr,! Kommerzialrat Heinrich M c n d l, begrüßte er dann die Herren Kultusvorsteher und Obmann Dr. S a m u e l y, Anton Beck, Vizepräsidenten des Bethausvorstandes, die Vorstandsmitglieder der „Toynbeehalle" Bcrth. G s ü cfr Dr. 2 ch o r, Dr. Wilhelm L ö w y, ehem. Präsidenten der „B. Br.", Dr. Kohn, vom Bekleidungsoerein „Die Brüder", Jnsp. Pros. K a n i tz. Pros. K u h n e r, W e i ß. als Vertreter des „Unentgeltlichen Arbeitsnachweises" Kann usw. Die Damen, die durch ihre Anwesenheit die Feier verschönten, seien besonders erwähnt, so Frau Dr. Bunzel, Frau Borge s. Frau B e ck, Frau 05 l it cf, Frau Dr. Löwy, Frau Kohn, Fräulein Kann und Frau Weiner und Frau Weiß. Nach dent weihevollen Auzündeu der Chanukkalichter durch Herrn Kantor F unke sangen die Kinder mit ihren frischen Stimmen das alte, innige ^,Moaus zur jeschuossi". worauf Herr Sekretär Dr. I. B r o n n e r eine kindlich ansprechende Exhorte hielt. Daraus folgten die Ausführungen der Hortzöglinge, eingeleitet durch ein patriotisches Festspiel, das ergreifend den Dank der Kinder an unseren gütigen, greisen Monarchen zu dessen volleudetenc 67. Regierungsjahre zum Ausdruck brachte. An die Absingung der Volkshymne schlossen sich,noch andere Darbietungen, in denen dank der vorzüglichen Leitung Ausgezeichnetes geleistet wurde, wobei die Verwalterin Frau Klein sich als tüchtige Klavierbegleiterin bewährte. Herr Inspektor Professor K a n i tz, der gegen Schluß den Veranstaltern der herrlichen Feier, dem edlen Kindersrennd Karl Freund und dessen wohltätigen Gattin unter allgemeinen, begeisterten Ovationen Worte des Dankes zollte, traf sicherlich den besten Ausdruck für den Genuß des erhebenden Nachmittags, der allen Teilnehmcrn, den Kindern in ihrer ärmlichen Stube, den Festgüsten in ihren Herzen, noch lange nachhallett wird. —t— Wiener Brockensammlung für jüdische Arme. Zu der am Dienstag im Vereiitslokal A l s e r - straße 42 stattgehabten Verteilung hatten sich mehr als 80 Arme eingefunden; nur 20 konnten mir Kleidern, Wüsche usw. beteilt werden. Groß ist die Nachfrage nach warmer Wäsche, Schuhzeug, Mänteln ustv. Es kommen Frauen, -krank und elend nussehend, denen Vs an der nötigsten Kleidung fehlt, Kinder, deren Schuhe ohne Sohlen sind, Männer in ganz defekten Sommerüberziehern. Da klagt einer: „Ich suche seit Wochen eine Stelle; kann mich aber nirgends vorstellen, da ich keinen Rock habe!" Ein anderer erzählt, Rock und Stiefel seien ihm in einem Massenquärtier gestohlen worden; nur dem Mitleid eines Kollegen, der ihm Stiefel und Rock für einen Tag geliehen, verdankt er es, daß er zur Verteilung kommune konnte. Ein 80jähriger Greis, der mir Frau und Kind von der italienischen Grenze geflüchtet, erzählt, daß er mit den Seinen auf Stroh liegt; er bitte um ein Polster, eine Decke für feine kranke Frau. Leider konnten wir nicht allen, die hilfesuchend kamen, auch nur das Nötigste verabfolgen: deshalb die Bitte an edle Menschen, tunlichst bald, was ihnen entbehrlich, an unsere Samm e l st e l l e A l s e r st r a ß e 42 senden zu ivollen. In letzter Woche erhielten wir Spenden von Frau Dr. Subak, Gold mann, All in er, Honig, A d a t h, K u h n e r, C h a j e s, N e u g e b a u e r, Dpi tz e r, Dr. W e i ß, Dr. H o r o v i t s, W e i n b e r g, R e i s n e r, F i s ch. D e. M o n a t h, K o l is ch, M i t t e l rn a n v, M o r g e n st e r n, M a n d l, K a u s in a n tl. W a s s e r b e r g e r, W i t t e n b e r g. Brau n. Wüßten die gütigen Spender, wie dankbaren Herzens die Armen, denen es am Nötig« ften fehlt, für jedes warme Kleidungsstück sind, sie würden für ihre Guttat reichlich belohnt sein und im Bewußtsein, geholfen zu haben, wahre Herzensfreude empfinden. I. B. Wien. (25 jährig es D i e n st j u b i I ä u m.) Am 1. Dez. feierte Herr Gustav Fischer. Inkassant der Kultusgemeinde. sein 25 jähriges Dienstjubiläum. Der Juki ar. der sich ob lener außergewöhnlichen Di.'nstbef.issenheit, strengen Rechtlichkeit und seines bescheidenen Charakters besonderer Sympathien erfreut, war Gegenstand vielfacher Ehrungen. §err käste c?. Rat Dr. Theodor sieben überreichte ihm in Gegenwart des Kcststnchefs mst einer humorvollen Ansprache das ansehnliche Ehrengeschenk des Klsttusoorstandes und der Beamtenschaft Rach Schluß des Kastenoerkehrs veranstaltete die Beamtenschaft der Hauptkassa noch eine intime Feier. Aus sämtlichen Abteilungen kamen Abgesandte, welche die Glückwünsche 'der Beamtenschaft überbrach en. Herr Kas enchef Josef P e t e r s e l k a überreichte dein Gefeierten das Angebinde der Ka'senbeantzen. Tiesgerührt dankte der Jubilar für die erwiesene Ausmertsamkeil und die Zeichen des Wohlwollens und schloß mit dem Wunsche auf die baldige glückliche Rückkehr der so zahlreich im Felde stehenden Kollegen. Wien. (Bekleidungsfest des F r a u e n - W o h l t ä t igle i t s oe r e i n e s im 21. Bezirk.) Montag, den 6. d. M., fand im Festsaale des Hotels „Zum goldenen Engel" seitens des hiesigen Frauen-Wohltätigkeitsoereines die Betei ung sämtlicher armen Kinder unseres Bezirkes - darunter der der Flüchtlinge — mit Schuhen und Kleidern statt. Die Präsidentin Frau Henriette Grünwald gab aus diesem Anlasse eine Zause für sämtliche Kinder, wobei letztere durch Deklamationen. Biolin-, Klavier- und Gesangvorträgen sich auszeichneten. Unter den Anwesenden bemerkte man dir Herren Rabb. Dr. M. R o s e n m a n n, Kultusoorsteher Emanuel G r ü n w a l d, die Damen Vizepräsidentin Frau Rabbiner Dr. Rosenmann. Frau Dr. Tauber, Frau Dr. König. Frau Antonie Blatt. Frau Direktor Barsch, Frau Margarete T r e i b l u. v. a. Herr Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n pries in einer erhebenden Ansprache die Verdienste der Vorstandsdamen, im besonderen aber die der Präsidentin Frau Henriette G r ü n w a l d. deren Fürsorge in dieser schweren Zeit als segensreich auf jedem Gebiete sich erwies. Verband der ifr. Religionslehrer an den ö fiten. Mittelschulen. Mit Rücksicht auf die derzeitigen Verhältnisse wurde in der letzten Ausschuß-,Sitzung einstimmig beschlossen, von der Abhaltung eines V e r b a n d S t a g e S in diese m Ia h re abz u se h e n. Wien-Mariahilf. Wie alljährlich, rverden auch Heuer sämtliche armen israelitischen Schulmädchen im 6. und 7. Bezirk, die um Bekleidung angesucht haben, vom Mariahilfer Frauen-Wohlrätigkeits'verein mit kompletter Winterkleidung und Schuhen bereilt. Die Beteilung erfolgt am 19. d. M. mir Ausschluß der Oeffentlichkeit, doch können die Kleidungsstücke am 16. d. M., nachmittags, von 3—6 Uhr. in der Wohnung der Frau Vizepräsidentin Frida Strauß, 6. Bezirk, Gumpendorferftraße 72, besichtigt werden. Wien. Freitagabend-Vorträge am Bel-Hamidrasch, „Talmud-Thora". 2. Bezirk, Ma!zga',se 16. auch F.auen zugänglich: Am kommenden Freitag, den 10. d. M., spricht Prof. A n t s ch e r l über:• „Hundert Jahre vor und nach dem ersten Chanukkafeste." Beginn halb 8 Uhr abends.