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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-12-10 · 49 (10.12.1915) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
49 (10.12.1915)
Date
1915-12-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 49 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 899 in den Karpathenkämpfen erkrankt, kam ins Spital, voll wo er über sein eigenes Verlangen abermals an die Front geschickt wurde und befindet sich jetzt auf dem südlichen Kriegsschauplatz; 6. Max/ wohnhaft in Nagymegyer, und 7. Bernät, Kaufmann in Ersekujvar, wurden bei den jüngsten Musterungen geeignet besullden. Filipp FillenZ, Privatier in Budapest, hat fünf Söhne und zwei Schwiegersöhne beim Militär. Von ihnen hat Dr. .Jarl F illenz, Regimentsarzt, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes, bereits aus sämtlichen Kriegsßchauplätzen schient; die übrigen sind teils auf dem teils auf dem italienischen Kriegsschauplätze. Karl Bloch, Gastwirt in Paks, hat vier Söhne und zwei Schwiegersöhne als Soldaten. Sein Sohn Artur war schon zweimal auf dem Kriegsschauplätze und wird jetzt wegen eines Beinbruches in einem Spitale gepflegt. Der zweite Sohn, Max. ist schon am 15. April im Alter von 23 Jahren in den Karpathen gefallen; die übrigen kämpfen noch auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen. („Egyenlöscg.") Jsak Breitkopf, Händler in Labowa, Bezirk Neu- Sandez, hat fünf Söhire im Felde stehen: Samuel Wall a ch, vel B r e i t k o p f, beim 20. Infanterieregiment: Mendel beim 32. Landwehr-Infanterieregiment; Abraham beim 32. Landwehr-Infanterieregiment (geriet tu russische Gefangenschaft); Chaim bei der Maschinengewehrabteitung des Landsturm-Infanterieregiments 32; Osias beim Jnfanteriereginlent Nr. 20 (schwer verwurtdet, wurde im Spital in Wien operiert). Sigmund und Therese Kohn, Gemischtwarenhandlung in Roßhau pt (Böhmen), haben sechs Söhne, von denen bereits vier Militärdienst leisten, und zwar: Alexander, 20 Jahre alt, Geschützmeister bei der Haubitzendivision Nr. 46, mit der bronzenen Medaille dekoriert und vom Hauptmann in Gegenwart der Mannschaft öffentlich belobt; Karl, seit 1914 im Felde und cm der Front; Emil, beim 6. Landwehr-Infanterieregiment in Budweis mrd der Marschkompagnie bereits zugeteilt; Oswald dient derzeit bei einem Prager Regiment in Prag.! Are Zahl der Ieldraööiner. Im Heere Deutschlands beträgt gegenwärtig die Zahl der jüdischen Feldgeistlichen 14. Davon amtieren 7 auf dem westlichen Kriegsschauplatz, 6 auf dem russischen und einer bei den Balkantruppen. Eine Anzahl Feldrabbinen hielt jüngst eine gemeinsame Beratung über wichtige Fragen ihrer seelsorgerischen Aufgaben ab und haben den Beschluß gefaßt, von der deutschen Heeresleitung die Heranziehung von Hilssrabbinen zu erbitten. Daraufhin wurden auch drei Hilssrabbinen ermannt. Die deutsche Heeresleitung wendet der Institution der Feldrabbinen die nötige Sorgfalt zu. Gewiß würde seitens der österreichisch-ungarischen Heeresleitung dem neuen Institut das gleiche Entgegenkommen gewährt werden, aber von seitens der Judenschast und deren Führung wird der Angelegenheit kein genügendes Interesse gewidmet. Deutschlands jüdische Bevölkerung zählt etwa 600.000 Seelen, die Judenschaft Oesterreich-Ungarns hingegen beträgt fast das Vierfache dieser Zahl. Und auch die Verhältniszahl der jüdischen Soldaten der beiden Monarchien dürfte so ziemlich dieselbe sein. Mit anderen Worten: Die Zahl der jüdischen Krieger Oesterreich-Ungarns' Jft etwa viermal so groß als die Zahl der jüdischen -Soldaten Deutschlands. Nach der Anzahl der deutschen Feldrabbinen müßte das Heer Oesterreich- Ungarns ettva sechsundfünfzig jüdische Feldgeistliche haben. Und es ist selbstverständlich, daß die gegenwärtige Zahl der Feldrabbinen nicht vollständig genüg'. Nachdem nun die Vermehrung der Zahl solcher Feldrabbinen, die ihrer Aufgabe mit der erforderlichen Gewissenhaftigkeit erfüllen, in vielfachen Hinsichten ein sehr wichtiges religiöses Interesse bildet, sollten die kompetenten jüdischen Kreise doch der Angelegenheit eine höhere Sorgfalt zuwenden und zu erwirken trachten, daß die Anzahl der Feldrabbinen auf die erforderliche Höhe gebracht wird. Lohe Anerkennung. Anläßlich des am 1. Dezember d. I. stattgefundenen hohen Besuches Sr. t u. k. Hoheit des Herrn Erzherzogs Carl Stefan im Rudolfinum zu Prag wurde auch Se. Ehrwürden Herr k. u. k. Feldrabbiner Phil. Dr. H i r s chberger-Prag dem Herrn Erzherzog vorgestellt, bei welcher Gelegenheit sich Se. k. u. k. Hoheit beim k. u. k. Feldrabbiner Tr. H i r s ch b e r g e r über die k. u. k. isr. Militärseelsorge zu Prag lebhaft informierte und hiebei unserer tapferen jüdischen Krieger mit folgenden ehrenden Worten bedachte: „Die Israeliten haben sich ausgezeichnet geschlagen." Herrn Isidor König, Wien. 2. Bez., Gr. Mohrengasse 25, wurde das Ehrenkreuz 2. Klasse vom Roten Kreuz für Verdienste um die Gesellschaft taxfrei verliehen. Frau Mimi Hock und Fräulein Martha Schlesinger, welche seit Kriegsbeginn unermüdlich im Vereinsspital, Wien, 7. Bez., Neubaugasse 44, als Wirt e schaftsschwestern tätig sind, erhielten in Anerkennung dessen die bronzene Ehrenmedaille mit der Kriegsdekoration vom Roten Kreuz. Dem Fräulein Stella H albe r st a m, die seit Kriegsbeginn beim Roten Kreuz tätig ist, wurde die silberne Ehrenmedaille mit der Kriegsdekoration verliehen. Erzherzog Franz Salvator hat als Generalinspekwr der freiwilligen Sanitätspflege dem Landsturmmann Hirsch Eber st a r k l Krankenhaltstarion Krakau > die bronzene Ehrenmedaille vom Roten Kreuz mit der Krie gsd e ko rat io n v? r l i' h e n. Neu-Rantznitz. Unserem verdienstvollen und langjäh rigen Kultusvorsteher und Bürgermeister Herrn Richard L ö iu wurde in Anerkennung seiner ersprießlichen Leistungen im Dienste des Roten Kreuzes vom Erzherzog Franz Salvator int Namen des Kaisers die silberne Ehrenmedaille vom Roten Kreuz n;i" der Kriegsdeko ration verliehen. Bor dem Keirrde gefallen. Am 29. November erlitt auf dem jübcce'l ich ei Kriegsschauplätze den Heldentod Dr. Ludwig Fischt. k. u. c. Leutnant eines Feldkanonenregiments. Einziger Sohn seiner in Aimasa (llnc.) ansähigen Eltern tzand der Gefallene im 25. Lebensjahre und war Advokaturskandidat. Als er einen vor unseren Sie hingen liegende "i, verwundeten Italiener in den Schüseng aben eingebrncht halle und ihn labte, traf ihn eine 'feindliche Gewehrkugel in den Kopf, die ihn sofort tötete. Der junge Offizier war im Regiment: aligemein beliebt und das ganze Of.i ie.slorps trauert um den 'Verlust des auf so tragische Weise gefallenen Kameraden. Die Beteiligung am Begräbnisse war auch sehr grost, es wurde mit der liebevollsten Pietät von seinen engsten Kollegen arrangiert. Die irdischen Ueberreste des Gefallenen wurden auf einem Soldatenfriedhofe bestattet. Feldrabbiner Dr. M. Tauber hielt die Trauerrede, worin die edle Gesinnung und das menschenfreundliche Empfinden des Dr. Fisch! auch dem Feinde gegenüber gewürdigt wurde. Gesegnet sei sein Andenken. Am 29. November erlag im Spi'al einer schweren, auf dein südwestlichen Kriegsschauplätze erlittenen Verwundung Dr. Saina Sandor, Einjährig-Freiwilliger-Zugs-ührer eines k. u. i. Infanterieregiments Nr. aus Nagy-Barad (Ungarn). Er stand im jugendlichen Alter und ging bei Ausbruch des Krieges als Kriegsfreiwilliger ins Feld. Ec zeichnete sich durch besonderen Mut aus, bis er einen Bauchschutz erhielt, der den Tod herbeiführte. Seine Leiche wurde auf einem So'.dwenfriedhofe b.e.digt. Um ihn trauern nutzer den Eltern und der Braut chas ganze Regiment und die ihn im Spital gepflegt haben. Ehre seinem Andenken.

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