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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-11-19 · 46 (19.11.1915) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
46 (19.11.1915)
Date
1915-11-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 46 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 849 Nach seiner Wiederherstellung wurde;er an die italienische Front geschickt. Hier wurde er eines Tages mit der Erkundung der Stellung der feindlichen Batterien betraut. Er gelangte bis! in den Unterstand des Feindes, durchforschte die ganze Stellung in Begleitung zweier Kameraden und es gelangt ihnen sogar, mehrere Offiziere uub einige italienische Soldaten zu Gefangenen zu lnachen. Bei diesem Anlasse wurde er abermals schwerverletzt und bevor er nach Stuhlweißenburg abtransportiert wurde, Zeichnete ihn der Thronfolger damit auch daß er ihn persönlich belobte, seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß die Verletzung nicht tötlich war, und befahl, Richter für eine Auszeichnung vorzuschlagen. Bei der Feier im Stuhlweißenburger Militärspital wurden mehrere Reden gehalten. .Unter anderen sprach auch der römisch-katholische Feldgeistliche Alexander S o r g, welcher den Helden in schwungvollen Worten feierte. Bemerkenswert ist noch, daß der ausgezeichnete Patrouillenführer ein Sohn des Kantors Ignatz Richter ist, und daß er seinerzeit noch vor Abschluß seiner Ausbildung sich freiwillig an die russische Front gemeldet hatte. Sitöerne Tlipferkeilsmedaiire erster Ktaste. Emil O e st e r reich e r, dienstführender Feldwebel, hat, wie wir dem „Egyenlöseg" entnehmen, die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse erhalten. Der Anlaß zu dieser Auszeichnung war folgender: Das Komorner k. u. k. 12. Infanterieregiment hatte seine Stellung bei Tarnova Nischna eingenommen. Es entwickelten sich starke Kämpfe, in welchen der Kommandant des Feldwebels fiel und der Feldwebel die vorläufige Führung übernahm. Ein Teil der Kompagnie, und zwar 27 Mann, hielt unter dem Kommando des Feldwebels die Höhe 650 jenseits des Flusses besetzt. Ungefähr um 10 Uhr abends bemerkte der Feldwebel, daß sich ihm eine ungefähr 250 Mann zählende feindliche Truppe näherte. Er verlangte Hilfe, aber der Oberst befahl ihm, die Stellung bis zun: letzten Mann zu halten. Hierauf kommandierte O e st e rr e i ch e r starkes Feuer, doch ging ihnen bald die Mn-, nition aus. Sie konnten schon kaum hie und da einen Schuß abgeben. Da befahl er Sturm. Von der feindlichen Truppe wurden 120 gefangen genommen, der übrige Teil floh oder blieb tot oder verwundet auf dem Kampfplatze. Für diese Heldentat wurde ihnr die silberne Tapserkeitsmedaille verliehen. Der Hörer der Pharmazie Andor Kis, lvelcher bereits zweimal auf dem Kriegsschauplatz war und bereits einmal mit der silb. Tapferkeitsmedaille 2. Klaffe ausgezeichnet wurde, erhielt jetzt für sein tapferes und heldenmütiges Verhalten vor dem Feinde die große silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse und wurde überdies zum Kadett befördert. In dieser seiner Eigenschaft geht K i s «in den nächsten Tagen zum drittenmale an die Front. Are Mille des Sakamon Jederbusch. Der Budapester Journalist Emmerich S z a b o erzählt im „Egyenlöseg" das folgende Erlebnis: „Unlängst ging ich nachts auf meinem Heimwege nach Mitternacht durch den finsteren und ■ zu solcher Stunde überaus unfreundlichen oberen Teil der Rakoczistraße. Vor einem Kaffeehause, in welchem um diese Zeit nicht gerade sehr vertrauenswürdige Elemente zu hausen pflegen, .verstellt mir mitten auf dem Gehsteig ein hünenhafter Krieger den Weg. Er steht mit ausgebreiteten Füßen da, seine Mütze keck auf dem Haupt, man sah ihm an, er kam vom Kriegsschauplatz. Ich wich ihm aus. „Sie, Herr," schrie er mir zu, haben Zie kein Mojre." Schon um ihm zu zeigen, daß ich ihm nicht aus Furcht ausgewichen bin, gehe ich auf ihn zu. Er reicht mir die Hand. Erst jetzt bemerke ich, daß die große und die kleine Tapferkeitsmedaille seine Bluse schmücken. Ich gehe mit ihm in ein Kaffeehaus und bei einein Glase Bier erzählt er mir die Veranlassungen seiner beiden Auszeichnungen. „Ich bin 48 Jahre alt," erzählt er, „aber ich meldete mich bei Kriegsausbruch freiwillig in Stanislau bei den 31 er Feldkanonieren, wo ich vom Jahre 1888 bis 1891 diente. Seit fünf Jahren gehöre ich nicht mehr dem Heeresverbande an, aber als der Krieg ausbrach, rückte ich freiwillig zu meinem Regiment ein und war mit geringer Unterbrechung, die ich im Spitale verbrachte, draußen in der Front. Die „kleine" erhielt ich dafür, weil ich im Frühjahre neben dem Wieprz beim Dorfe Puczajew auf meine eigene Verantwortung mein Geschütz, mit welchem ich mich hätte zurückziehen sollen, an einer geeignewn Stelle anbrachte und meine ganze Munition auf eine Brücke verfeuerte, über welche der Feind bereits hinüberzumarschieren begann. Es gelang mir auch, die Brücke zu zerstöret!, die bereits diesseits der Brücke befindlichen Russen nahmen wir gefangen, während es gelang, die jenseits gebliebenen feindlichen Kräfte tagelang an dem' Vorwürtsdringen zu verhindern. Die „große" wieder verdiente ich mir dadurch, daß ich beim Torfe Zaklikow im Flusse San einem Russen den von uns erbeuteten Telephonapparat entriß. Das war lvohl keine besondere „Leistung", aber es war in unserer dortigen Position sehr wichtig, daß der Feind unser Telephon nicht benützen könne. Ich bin auch für die „goldene" in Vorschlag gebracht. Für welche Leistung, werde ich erst dann erzählen, wenn ich sie auch bekommen habe. Tenn bis dahin könnte jeder glauben, daß ich die Geschichte einfach erfunden habe." „Wie heißen Sie eigentlich?" frug ich ungeduldig. „Salamon Federbusch," antwortete er. „In Zivil bin ich Photograph in Stanislau, ich bin der Mann einer guten Gattin und Vater zweier schöner Kinder. Aber warum notieren Sie sich das alles?" Ich erkläre ihm, daß ich Journalist bin. „Ich habe Ihnen all' diese Dinge wahrlich nicht deshalb erzählt, damit Sie sie in die Zeitung schreiben-. Meine Kriegsaffären find auch nicht wichtig. Worum ich Sie aber ja bitte, ist folgendes: Meine Mutter, die Witwe Malke Dvoire Federbusch, ist schon vor mehr als einem Jahre aus Nadworna fort. Wer von ihr etwas weiß, möge Sie verständigen, und Sie werden die Freundlichkeit haben, mir es mitzuteilen. Nicht wahr. Sie versprechen es Mir?" Ich versprach es ihnr. Wir stießen an und nahmen voneinander Abschied. „Vergessen Sie an meine Mutter nicht," schrie er mir noch nach. „Alles andere ist nebensächlich." Aus dem Tageöuche des Ietdraößiners Ireudiger de Höuda. Der Feldrabbiner David Freudiger d e O b u d a, lvelcher den serbischen Kriegsschauplatz bereist, teilt dem „Egyenlöseg" aus seinem Kriegstagebuche folgendes mit: „Ich besuchte die Kranken in einer Zwischenstation, bevor sie, von der serbischen Front gebracht, in ein Spital weiter befördert wurden. Da bemerkte ich in einem Winkel drei nebeneinander liegende Soldaten. Es waren ihrer

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