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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-11-12 · 45 (12.11.1915) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
45 (12.11.1915)
Date
1915-11-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 45 Dr. BLoch's Wochenschrift Seite 843 trotz schwieri-ger Terrainverhältnisse errungene Erfolg zu danken. Auch die umsichtige, ausdauernde Vorbereitung des Unternehmens, die durch mehrere Tage erfolgte Rekognoszierung haben einen Anteil an diesem ohne eigene Verluste erreichten Erfolge. Ich spreche dem tapferen Kommandanten und jedem einzelnen Manne lvärmsten Dank und Anerkennung im Namen des Dienstes aus. Gleichzeitig verlautbare ich die soeben eingelangte telegraphische Depesche des Herrn Divisionärs: Dem braven Kadettaspiranten der Kompagnie 2/4 und seiner tapferen Patrouille vollste Anerkennung. B., G.-M." Dies ist allgemein zu verlautbaren: „Kompagnie-Befehl: Auch ich als Euer Kompagniekommandant beglückwünsche Euch alle, daß Ihr die heutige Unternehmung mitgemacht habt. Ich bin stolz darauf, so viele brave und unternehmungslustige Soldaten in meiner Kompagnie zu haben. Ihr habt wieder viel beigetragen, den alten, guten Ruf der Kompagnie aufzusrischen und die Kompagnie zu einer der besten im ganzen Regiment zu machen. Mit Stolz kann jedermann sagen: „Ich diene bei der zweiten Kompagnie." Beweis dafür die vielen Gratulationen der hohen Kommandanten. Ich danke Euch herzlich dafür." Abends 7 Uhr war ich zur Regimentsmcsse im Beisein des Herrn Oberstbrigadiers und Oberstleutnants, Regimentskommandanten und vieler Offiziere geladen und mußte alles genau erzählen. Um 8 Uhr kam telegraphisch meine Beförderung zum Kadetten von der Division. Der Herr Oberst ließ mir sofort die goldene Borte aufnähen. Ich war voll Glück, Ihr könnt es Euch ja vorstellen. Es war auch Musik dort, lauter Wiener Weisen, ein Abend, wie es ihn nicht schöner geben kann! Ich blieb bis 11. Uhr dort. Herr Oberst lud mich ein, dort zw schlafen, ich dankte aber mit dem Bemerken, daß ich ab 12 Uhr Dienst habe, was ihn sehr freute, daß ich so diensteifrig bin. Antwortet gleich bestätigend Empfang, mit herzlichen Grüßen und Küssen Euer Willi." Toast, gebracht dem« Kadetten Pentlicka, von Öauptmann Vogl. Hurra! Frisch gewagt ist halb gewonnen. Ist ein Sprichwort, alt und gut, Um die Sache ganz zu machen, G'hört gewöhnlich auch noch Mut. Beides hat er nun getroffen, Unser heut'ger Tagesheld, Zu dem Wagen hat der Mut sich Auch zur richtigen Zeit gestellt. Vorwärts, flott mit einigen Kühnen, Suchte er den Schleichweg sich, Und so machte er den Russen Den Moment ganz fürchterlich. Zehn hat er eingebracht, Mit ihm mußten sie nun gehen, Ja, sie mutzten kennen lernen, Einen Sprotz der von Kolin. Nur so weiter, bleib so tapfer, Denn es ist ja auch ganz nett, Wenn man so vom Korporalen In paar Wochen wird Kadett. Und jetzt bitt ich „Kameraden" Rust's „Hurra" dem jungen Held, Der in diesen ernsten Stunden Würdig seinen Mann gestellt. Hurra! Vogl, Hauptmann m. p. Im! Felde, 13. Oktober 1915. Gesprochen von Hauptmann Vogl in der Osfiziersmesse in Gegenwart des Herrn Oberstbrigadiers und sämtlicher Offiziere. Literatur. Mortz Frühling: „Jüdisches Kriegsgedenkblatl", Verlag des Verfassers. Wien, 1. Bezirk, Maysedergasse 5. Soeben erscheint das dritte Heft dieses anerkennenswerten Kriegsmonumentes, das meist Gedenlb'ätter an vor einem Jahre Gefallene mit ihren trefflichen Porträts enthält. Vor dem Feinde gefallen sind: Reserveleutnant Oscar Berger, Oberleutnant Hugo Bermann, Freiwilliger Ferdinand Feiner, Einj.-Freiw. Paul F i s ch l, Reservekadetten Paul und Eduard Fürth (zwei Brüder). Reservekadett Kamill K r a u tz, Leutnant Dr. Otto K o h n, Einj. Joses Mandl, Kadett Paul M a r k u s. Carl Neubauer. Offftiersaspirant Dr. Eduard S p i r a, Milan Steiner (mit goldener und silberner Tapferkeitsmedaille), Egon Stern (gold. Medaille), Bruno Strebinger (gold. Medaille), Sigmund V e l l i n i, Leutnant D. Wechsberg und Freiwilliger Raubt t s ch e k, dessen Mutter in Jägerndorf ihren Schmerz ebenso in der Kriegsfürsorge zu betäuben sucht, wie unsere Sofie Grünfeld; an Krankheiten gingen zugrunde: Freiwilliger Wilhelm Bank (serbische Gefangenschaft), Ai^t Dr. Hugo Ehrlich und Dr. Hugo Stammet, ferner Dr. Mar Landau, ein Unersetzlicher, dessen Nachruf sein Vorgesetzter im Laboratorium in Freiburg im Breisgau Professor A s ch o f s schreibt. — Erfreulicher sind das Bild und die Biographie des Leo L u st i g (gold. Medaille), mit zwei Erzherzoginnen und einem Erzherzog abgebildet, dann sehen wir Herrn Rabbiner Dr. Grunwald als Verfasser des ausgezeichneten, von allen Behörden anerkannten Kriegsgebetbuches, Feldrabbiner Dr. Frankfurter unter den russischen Kriegsgefangenen in Kicalyhida, Dr. K a m i n k a als Verfasser eines hebräischen Liedes für die galizischen Flüchtlinge, das Chanukalied des Dr. Berthold Singer. Leutnant Sender, Blätter der Erinnerung für seine Freunde. Aus seinen Feldpostbriefen zusammengestellt von Dr. M. Spanier. Mit einem Bildnis Senders und einem Gedicht Jakob Lo ewenbergs. Vornehm ausgestattet. Preis Mk. 1.—, in schönem Geschenkeinband Mk. 2.—. Ter Reinertrag wird einer wohltätigen Kriegsstistung zugesührt. Verlag M. G l o g a u jun., Hamburg, Bleichenbrücke 6. Aus dem Vorwort des Herausgebers: Es ist die Aufgabe dieses Büchleins, das Bild eines im tiefsten Sinne des Wortes liebenswürdigen Menschen f.stzuhal:en. Wir möchten, auch wenn die Zeiten wechseln, ihn nicht, aus dem Auge verlieren, und unsere Kinder sollen sich seiner vorbildlichen Art freuen. Aus den Briefen, die er aus dem Felde an seine Freunde gerichtet hat, gestaltet sich sein Bild unmittelbar. Zugleich erleben wir seines Daseins stolzeste Zeit und sind Zeugen seines Wachsens zur Heldengrötze. Als Held gehört er zu der großen, unermeßlich großen Schar deutscher Jünglinge und Männer, die in diesem Weltringen, für die Heimat heilig erglühend, rücksichtslos gegen sich selbst, im Dienste der allgemeinen Sache Leistungen vollbrachten, die das Maß des Menschenmöglichen zu sprengen scheinen. Alter Heldenruhm verblaßt vor der Summe dieses Opfermutes. Unsere Freude, daß Gottfried Sender als Jude sich so herrlich im Heeresdienste bewährt hat, soll nicht verheimlicht werden. Aber wir verschmähen es. aus diesem Wirken irgendwelche Verallgemeinerungen zu Abwehrzwecken zu ziehen. Gegen Vorurteile einer gewissen Art kämpfen auch Tatsachen selbst vergebens . . . Zweiter Bericht über die Verwaltung der Deutschen Bücherei des Börsenvereines der Deutschen Buchhändler zu Leipzig im Jahre 1914. Erstattet von Dr. Gustav Wahl, Direktor der Deutschen Bücherei. Mit sechs Tafeln. Leipzig 1915. Börsenverein der Deutschen Buchhändler. „Aus der Enge." Zwei Kanzelreden, gehalten am 1. Neujahrsmorgen des Kriegsjahres 5676 (1915) und an einem Sabbath (zur Propagierung der 3. Kriegsanleihe) im Tempel Wien-Mariahilf von Rabbiner Dr. I. Drobinsky. Herausgegeben vom Vorstände des israel. Tempeloereines für die beiden Gemeindebezirke Mariahilf und Neubau in Wien. Jung-Juda. Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XVI. Jahrgang, Nr. 21. Prag, den 5. November 1915 (28. Marcheschwan 5676). Redaktion und Administration: Prag» II., Stefansgasse 629. Jnha't: Aus gbahntem Wege — Ben Jehuda. — ^>o,ef Harr: Wolf. (Forts.) — Moritz Antscherl: Vom Bäumchen das Kaddisch sagen wollte. — Dir bulgarischen Juden. — Palästina während des Krieges. — Albert Löw: Än den Zar. — Martin Buber: Die Legende der Chassidim. — Guck in die Welt. — Die militärischen Ereignisse im Völkerkriege. — Uebersetzungsaufgabe und Rätsel.

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