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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-11-12 · 45 (12.11.1915) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
45 (12.11.1915)
Date
1915-11-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 832 Dr. Bloch's Wochenschrift Ne. 4b Mit enormer Wucht brachen sich an zwanzig verschiedenen Stellen die Flammen Bahn, zehn Meter hoch züngelten sie gegen den Himmel, das Firmament vergoldend; schon stürzte der linke Flügel des einen Gebäudes ein und es war vorauszusehen, daß die Flammen, unterstützt durch den äußerst kräftigen Ostwind, auch aus die anderen Teile des Gebäudes übergreisen wurden. Unser Gotteshaus, der einzige Ort, wo wir — eine kleine Gemeinde — weit von der Heimat gemeinsam mit unserem Gotte sprechen konnten, war in größter Gesahr. Lemberger, der sich an den Löscharbeiten rege beteiligte, verschwand plötzlich in der brennenden Baracke. Ringsum stürzten die Wände in sich zusammen, die Flammen schlugen übereinander, ein dicker, roter Rauch machte das Atmen unmöglich. Es dauerte nicht lange, stürzte Lemberger in Ziehendem Laus aus der Baracke, freudig strahlte sein Gesicht, in seinen Händen hielt er die heilige Bundes-, lade, in einen Vorhang eingewickelt die silbernen Leuchter und mehr als zwanzig Gebetbücher. Er setzte sein Leben aufs Spiel, aber er tat eine große „Mizwe", die wir ihm stets dankbarst gedenken. Seinen Heldenmut zeigte er nicht als Soldat am Schlachtfekde, er zeigte ihn als Jude, als einer der besten in unserer Mitte. Herr Rabbiner Dr. Diamant aus Vukovar hielt am letzten Freitag abend eine ergreifende Predigt, in der er. seine Verdienste in Form eines „Mischeberach" in glänzender Weise hervorhob. Veröffentlichen Sie, bitte, diese Zeilen als Beispiel des so oft in einziger Weise bewährten soldatischen Heroismus. < Brsadin, 2. November. Arnold Glückselig, Zugsführer. WezirKswachtmeistrr Simon Steinßerger. Wir lesen in der „Wr. Allg. Ztg." vom 5. November unter dem Schlagwori „Unsere Helden an der italienischen Front": Die „Karnisch-julische .Kriegszeitung" vom 4. d. M. meldet: Bezirkswachtmeister Simon Steinberger iit am 20. Juni l. I. mit 20 Mann bis gegen die höchste Spitze des Celonkofels (2226 Meter), auf steilem Hang, ohne Weg, teilweise noch im Schneegebiet vorgedrungen, hat tagelang überlegenen Kräften standgehalten und nur seiner persönlichen Tapferkeit und Umsicht ist es zu verdanken, daß ein weiteres Vordringen der Italiener verhindert wurde. Beim Versuche, den Celon in Besitz zu nehmen — es war dies am 18. Juli— eroberte Wachtmeister Stei nb c rger mit 30 Mann die höchste Spitze des Celonkofels und mußte mit feiner Abteilung nur wegen der/ großen Uebermacht und Verluste die bereits besetzte Stellung wieder räumen. Steinberger erhielt die goldene Tapferkeitsmedaille. Ein Dokument. iDie römisch-katholische Kirchengemeinde in Pest-St. Lörincz führt seit Kriegsausbruch eine Hausgeschichte (Historia Domus) der Diözese. Ein Blatt dieser Hausgeschichte enthält, wie „Egyenlöseg" berichtet, das folgende Dokument: „In unserer Gemeinde hier ist ein jüdischer Mann Melchior Mandel, er verdiente, daß ich seinen Namen aus diesem Blatte verewige. Er hat ein goldenes Herz. Seitdem unser Spital eröffnet wurde, verbrachte er seine ganze freie Zeit unter den Verwundeten. Er trug füjr sie Zeitungen wagenweise und auch Bücher zusammen. Er verschaffte ein Grammophon und unterhielt damit unsere Helden. Da unter ihnen Leute verschiedener Sprachen waren, ging er fast sämtliche Budapester Geschäfte ab, und ruhte nicht eher,, bis er nicht ein oder zwei Platten fand, welche in ihrer eigenen Muttersprache zu ihnen sprachen. Er spielte mit ihnen Karten und belustigte sie. Er versah sie mit Zigaretten und Backwerk, mit Erlaubnis des Arztes nahm er sie gruppenweise zu iAusflügen mit, ließ ihnen eine Jause geben und ging mit ihnen um, wie selbst der eigene Vater seinen Liebling nicht verhätschelt. So stattete er seinen Dank ab dafür, daß er, der über 60 Jahre alt ist, an den Stürmen des Weltkrieges nicht aktiven Teil hat nehmen können. Pest-St. Lörincz, 18. August 1915. Für die Richtigkeit der Abschrift: Dr. Bela Wimmert m. p., Priester." Auch von der Ortsvorstehung der Gemeinde Pest- St. Lörincz erhielt Herr Melchior Mandel ein Anerkennungsdiplom, in welchem ihm für seine hervorragenden Leistungen für die Verwundeten in schmeichelhaften Worten der Dank der Gemeindevorstehung ausgesprochen wird. Ein interessantes Anerkennungsschreiben. Reserveoberleutnant Otto Karo ly, ein Sohn des Budapester Kaufmannes Wilhelm K o h n, hat seit Kriegsausbruch bereits auf vier Fronten Dienst gemacht, und zwar auf der serbischen, russischen, französischen Front und ist jetzt auf dem Wege zum italienischen Kriegsschauplatz. Wie „Egyenlöseg" berichtet, erhielt Oberleutnant K a r o l y von seineni KomMando das folgende anerkennende Belobungsdekret: 4. Infanteriedivision, 15. Oktober 1915. Hochwohlgeboren Herrn k. u. k. Oberleutnant und Zugskommandant Otto Karoly! Euer Hochwohlgeboren spreche ich meinen aufrichtigsten Dank für die treuen und unermüdlichen Dienste aus, welche Sie mit den Ihnen anvertrauten k. u. k. Bundestruppen der Division geleistet haben. Die Zeiten, in denen wir Schulter an Schulter mit unseren tapferen Bundesgenossen im Osten siegreiche Kämpfe bestanden, werden ein dauerndes Band treuer Kameradschaft auch nach ehrenvollem Frieden bilden. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener gez. Freyer, Generalmajor u. Kommandeur der 4. Infanteriedivision. Wititärische Ernennungen. Dr. Leopold Knopf, ein Wiener Arzt, Schwiegersohn des verewigten Vizepräsidenten der Kultusgemeinde, wurde am 8. Oktober laut Befehl des Armee-Oberkommandos außertourlich zum Oberarzt ernannt. Der Regimentsarzt hat in einem vor versammelter Mannschaft verlesenen Befehle vom 1. November das besondere Lob für sein vorzügliches!, aufopserungs- und mutvolles Verhalten vor dem Feinde ausgesprochen. Dr. Knopf ist derzeit als Oberarzt Kommandant einer Krankenhaltstation in Karasin in Wolhynien. Se. Majestät der Kaiser hat ernannt zum Feldrabbiner i. d. R. den Seelsorger und Religionslehrer Chaim Leser Fränkel, Landwehrregiment Nr. 32, zu Oberleutnants-Auditoren d. R. den Tit.-Feldwebel Dr. Josef S i l b e r m a n n, die Kriegsfreiwilligen Elias E i sner und Dr. Otto Jo uns. Verteilung von Ehrenzeichen des Aolen Kreuzes. Seine Kaiserliche Hoheit Erzherzog Leopold Salvator hat in seiner Eigenschaft als Protektor des Roten Kreuzes in Vertretung des Kaisers dem Gruppenleiter der hebräischen Zensur Herrn Sigmund Haber für hervorragende Verdienste als Leiter obiger Zensurgrüppe

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