Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 42 (22.10.1915)
- Date
- 1915-10-22
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 790 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 42 lichem Sinne hobt Ihr jetzt Gelegenheit zu einer heilbringenden, segensreichen Anlage Eures Geldes: „Zeichnet die dritte Kriegsanleihe!" Wir Juden beten an jedem Morgen den hundertsten Psalm, der den Namen des Dankpsalms trägt. Danken kommt von Denken. Denket daran, was Ihr dem Vaterlande schuldet, daß es Euch aus der Nacht zum Licht erhoben, daß es Euch zu freien Menschen gemacht und Euch allen Staatsbürgern gleichgestellt hat. Das Vaterland hat 'seine Schuldigkeit getan, tut Ihr die Eurige, beweiset chm Eueren Dank und zeichnet die dritte Kriegsanleihe! q- * * Aus meinem vollen Herzen schließe ich mich. diesem Aufruse unseres ehrwürdigen Oberrabbiners Herrn Dr. G ü d e m a n n an. Der Präsident der israel. Kultusgemeinde Wien. Dr. Alfred Stern. Brockensammlung für jüdische Arme. Bei der letzten Verteilung am Dienstag konnten wir dank den jüngst eingelaufenen Spenden mehr als 30 Arme mit Kleidern und Wäsche versorgen. Unser Aufruf hat ein volltönendes Echo in den H^MN edler Menschen gefunden. Gaben sandten: Frau Böhm, Mariahilf; I. T heumann, Türkenstraße; Austern, Obere Donaustraße; Eibenschi tz, Hamburgerstraße; U n g e r, Währingerftraße; Weinr eb, 9. Bezirk; B a l o g h, Weißgäriberstraße; Lang, Eisvogelgasse; kais. Rat Sachs von Sachsenhall; Frau Dr. Goldberg; Frau Rabisek,' Rögergasse; kais. Rat Gewitsch; Dr. S. Schorr; M o r b a ch> Taborstraße; Frau Fisch l, Kasernengasse; L. Wantoch, Schottenbastei; Frau Weinberg, 3. Bezirk; Frau- Kohn, Dißlergasse; L. Horowitz, 3. Bezirk; Pollak, Hernalser Hauptstraße; Frau Haas aus Straßnitz; Frau Stranskv aus Atzgersdorf; Frau L. Markbreiter, 6. Bezirk; I. Läwitz 15. Bezirk; Frau Ing. Braun, Cottagegasse; Frau B. Tausky, 17. Bezirk; Frau Wert heim) Cottagegasse. Da noch mehr als 40 Parteien vorgemerkt sind, die dringend warmer Kleider und Wäsche bedürfen, bitten wir, es uns zu ermöglichen, daß bei der am Dienstag, 2 Uhr, Alserstraße 42, stattfindenden Verteilung der Armen Hilfe werde. Besonders erwünscht sind Kinderkleider, Kinderschuhe und für die Flüchtlinge von der italienischen Grenze warme Kleider. Ohne auch nur das Nötigste mitnehmen zu können, wurden sie abgeschoben; im Vertrauen aus ' die Hilfe guter Menschen sehen sie gottergeben der Winterzeit entgegen, die ihnen doppelt fühlbar ist, da sie daheim des Winters Unbilden nicht kannten. Wer je das Glück hatte, in der Sonne des Südens die kalte Jahreszeit zu verleben, gToenke jener schönen ^Tage und spende dankbaren Herzens, was irgend entbehrlich. Eine Karte genügt und wir lassen die Sachen abholen. Die Hilfsaktion in Galizien. Der Vorstand der Israelitischen Allianz versendet folgendes Zirkularschreiben: „Ein erschütternder Notschrei dringt aus dem'durch unsere tapferen Heere von der feindlichen Okkupation befreiten Galizien. Von der nahezu 900.000Seelen zählenden jüdischen Bevölkerung, gegen die sich, die Wut der Feinde in besonders grausamer Weise gewendet hat, ist ein großer Teil durch Zerstörung von Hab und Gut, durch Verwüstung ganzer Gemeinden in unsägliches Elend gestürzt worden. Die allmählig zurückkdhrenden Flüchtlinge finden vielfach kein schützendes Obdach, nichts von ihrem Besitze und, solange der Krieg dauert, infolge der ungeheuren Verkehrsschwierigkeiten auch nicht die Möglichkeit, eines Erwerbes. In Ostgalizien, wo aus vielen gänzlich zerstörten Ortschaften die Juden sich als Flüchtlinge nach den größeren Städten'retten mußten, ist es dringend notwendig, durch Erhaltung von Volksküchen an zahlreichen Orten Zehntausende von Menschen vor dem Verhungern zu schützen. In großen Städten, wie Lemberg, wo durch die traurigen Ereignisse während der russischen Gewaltherrschaft, durch die Ermordung und Verschleppung vieler Familienväter, große Scharen jüdischer Kinder, aus der ortsansässigen armen Bevölkerung und aus den verwüsteten kleineren Städten der Umgebung. verwaist, schutzlos, verwahrlost, ohne Nahrung und ohne Unterkunft in den Straßen h e r u m i r r e n, müssen Asyle errichtet werden, um die unglücklichen Geschöpfe vor dem Verkommen zu bewahren. Die herannahende kalte Jahreszeit wird die Not noch besonders steigern. Während seitens unserer hohen Regierung eine Aktion geplant ist, der notleidenden Bevölkerung aller Bekenntnisse, die durch den Krieg und die feindliche Invasion so furchtbar gelitten hat, dadurch Hilfe zu bringen, daß die zerstörten Städte und Gemeinden wieder planmäßig ausgebaut werden sollen, ist, es für die nächste Zeit eine unabweisbare Pflicht der privaten Wohltätigkeit. in m ö a l i ch st weitem Ausmaße Hilfe z n bieten, um eine Katastrophe von Hunderttausenden von Menschen a b z u wenden, .welche inzwischen im bittersten Elend schmachten lint) selbst im günstigsten Falle noch längere Zeit der Wiederherstellung ihrer normalen Existenz entgegenharren müssen. Wir wenden uns daher an unsere Gönner und Wohltäter mit der innigen Bitte, uns durch Ueberweisung hochherziger Beiträge in den Stand zu setzen, in den so zahlreichen schwer heimgesuchten jüdischen Gemeinden Galiziens die. Not der nächsten Zeit zu lindern und Hunderttanwnde von Menschen vom Untergänge zu retten. Die Hilfsaktion, welche unser Verein gemeinsam mit dem .Verbände der israelitischen Humanitätsvereine B'nai B'rfth für Oesterreich" und mit dem .Hilfsverein für die' notleidende jüdische Bevölkerung Galftiens" leitet, wird sehr hohe Summen erfordern. Wm hoffen und erivarten für unser großes, weit ausgreifendes Hilfswerk auch eine großzügige Opferberektschaft zu finden." Spenden sind an die .Israelitische Allianz zu Wien", 2. Bez„ Untere Do n au st r. 33 (Postsparkassenkonto 8152) zu senden. Stamslau. 12. Oktober 1915. Hochwohlgeboren Herrn Dr. I. S. Bl o.ch, Herausgeber der „Oesterr. Wochenschrift", Wien. Als bisheriger Leiter der jüdischen Volksküche in Buczaez (Galizien) sehe ich mich verpflichtet, Ihnen, wie auch dem Komitee in Lemberg, den vollsten Dank ausz/usprechen. Einzig und allein dem obgenannten Komitee haben wir es zu verdanken, daß wir 4000 jüdische Seelen eine Zeit von sechs Monaten hindurch speisten und so dem Hungertode entrissen. Außer der einheimischen jüdischen Bevölkerung, unter welche auch die Reservistenfamilien fielen, hatten wir noch die schwierige Aufgabe, oen von den Russen v ' triebenen unglücklichen jüdischen Familien wie aus NiUtio', Uscic Ziewna Ottynia. Monasterzyska, Borysz, Koropiec, Jazlowee, Potok-Zloty und Dörfern, -Kost und Quartier zu verschaffen. Diese