Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 42 (22.10.1915)
- Date
- 1915-10-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 42 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 783 Samuel RoienOeld. Arbeiter in der Neupester Lederfabrik, hat gleichfalls sechs Söhne beim Militär. Alle sechs dienen seit dem ersten Tage der allgemeinen Mobilisierung. Frau Witwe Moritz S ch w a r z in Jvancsa (Ungarn) hat vier Söhne und drei Schwiegersöhne als Soldaten: von den Söhnen dient Joses bei der Marine, Stefan ist Zugssührer bei den Honved, Ladislaus Korporal bei oer Sanität, welcher jüngst auf dem italienischen Kriegsschauplätze mit der Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse ausgezeichnet wurde. Ihr Sohn Johann, welcher in den Karpathen den Heldentod fand, war Besitzer der Tapferkeitsmedaille erster Klasse. (,Egyenlöseg.") Keschenk eines Hnlareiroöerken für eine Synagoge. Wie aus Nyiregyhaza gemeldet wird, hat der Husarenoberst Akusius N a g y der dortigen israelitischen Religionsgemeinde ein interessantes Geschenk gewidmet. In einer verwüsteten Ortschaft in Russisch-Polen kam unter den.Trümmern der eing.estürzten Synagoge ein großer silberner Armleuchter zum Vorschein, welchen der Oberst in Begleitung eines im warmen Tone gehaltenen Schreibens dem Gemeindepräsidenten Mathias Kun übermittelte. Der Leuchter wurde im Nyiregyhazaer Tempel untergebracht und der Kultusvorstand votierte in einer seiner jüngst abgehaltenen Sitzungen dem Husarenoberst Nagy für sein freundliches patriotisches Gedenken protokollarisch den Dank. Prei Offiziere des ^5andtturminfirritrieregimentes. Der Dombovarer angesehene Advokat Dr. Michael Goldsahn, ein Sohn des Rabbiners von Bacstovolya, Landsturmoberleutnant des Landsturm-Infanterieregiments. hatte schon anläßlich seiner Verwundung auf dem serbischen Kriegsschauplätze für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde das Signum Taudis erhalten. Später wurde er auf dem italienischen Kriegsschauplätze gleichfalls verwundet und mit dem Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Dieselbe Auszeichnung erhielt der Bndapester Landstuinnleutnant Samuel Glück, welcher vor dem Feinde den Heldentod fand. Gr hinterläßt eine Witwe und zwei Kinder. Wie seine Kombattanten erzählen, hat er als wahrer Held gekämpft und bei einer Gelegenheit eine wichtige Position, selbst entgegen erhaltenem Befehl, noch eineinhalb Stunden lang mit seiner kleinen Abteilung verteidigt. Simon Markstein. Landstnrmteutnant im selben Regiments. hat gleichfalls den Heldentod gernnden. In seinem bürgerlichen Leben war er Stenerbeamtw' bei der Steuerdirektion in Rackeve. Auch er ist auf dem italienischen Krieasschauvlatze aefallen. Er genoß bei seinen OsfizierskoUegen allgemeine Achtung und Beliebtheit. Seine Leiche konnte nicht geborgen werden. Heldentod ausgezeichneter Soldaten. Emil Koranyi, Fähnrich im 1. Honved-Jnfanteriereaiment, Besitzer der Tapserkeitsmedaille 1. und 2. Klasse, wurde anläßlich der Dnrchbrnchskämpst bei Moscyska am 7. Juni verwundet und ist am 2. Oktober nach langem, schwerem Leiden seinen Wunden in Bndavest erlegen. Er wurde unter überaus großer Teilnahme beerdigt. Der ausgezeichnete Held war Sekretär der Landesliga der unaarländischen Antialkoholvereine und des ungarländischen unabhängigen Goodtemplerordens. für deren Ideen er mit Hingebung und großem Erfolge gekämpft hatte. Bela Leslauer, Oberleutnant des 30. Honved- Jnfanterieregimentes, Besitzer des Signum laudis, hat auf dem Kriegsschauplätze den Heldentod gesunden. Zweimal kam er verwundet aus dem Kriege nach Hause, und als er das drittemal an die Front ging, erfüllte sich sein Schicksal. Er war im bürgerlichen Leben ein pflichttreuer Beamter der Hatvaner Zuckerfabrik. Dr. Emcrich Biro. k. u. k. Kadett, Besitzer der großen silbernen Tapserkeitsmedaille, der auch für eine Auszeichnung mit der goldenen Tapferkeitsmxdaille in Vorschlag gebracht wurde, hat am 22. August auf dem italienischen Kriegsschauplätze, als er seine Abteilung zum Sturm führte, den Heldentod gesunden. Dr. Biro war, bevor er einrückte, Bankbeamter in Temesvar. Armin Fekete, königt.-ungar. Steuerbeamter,'Reservesähnrich im 62. Infanterieregiment, Besitzer der großen und kleinen silbernen Tapserkeitsmedaille, hat am 4. September, von einer feindlichen Kugel getroffen, aus dem nördlichen Kriegsschauplätze in heldenmütigem Kanipfe den Heldentod gefunden. Fähnrich Fekete hatte schon früher zweimal schwere Verwundungen erlitten und war zum drittenmal an die Front gegangen. Sein Heldentod ereilte ihn im Alter vcn 30 Jahren. Seine Kameraden haben ihn in Pelza, Wolhynien, provisorisch bestattet. Map S p i tz e r, Reservesühnrich, Besitzer des Signum laudis, hat im Alter von 13 Jahren den Heldentod geffmden. Der jugendliche Held war Schüler der höheren Handelsschule in Turocz-St.-Marton und ein Sohn des Pensionierten Kantors der Kultusgemeinde in Bad Stubnya. Seine Offizierskollegen verständigten den tieftrauernden Vater von dem Heldentode seines Sohnes mittelst folgenden Schreibens: Kriegsschauplatz, 31. Juli 19 l5. Sehr geehrter Herr! Großer Schmerz erfüllt mein Herz, indem ich meiner traurigen Pflicht entspreche und Euer Hochwohlgeboren verständige, daß Ihr Sohn Mar, der tapfere Fähnrich unseres Regimentes, der Stolz unserer Kompagnie, im Gefechte bei Jgnatow am 29. Juli, von einer feindlichen Kugel ins Herz getroffen, den Heldentod gefunden hat. Sein glorreicher Tod hat uns tief erschüttert, verursacht uns großen Schmerz. In ihm hat unsere Armee einen überaus hervorragenden Offizier verloren, wir aber haben überdies den Verlust unseres besten Kameraden zu beklagen. Er hat seine Pflicht immer aufs pünktlichste und gewissenhafteste erfüllt und hat in treuer und hingebungsvollster Erfüllung derselben sein teures Blut vergossen. Für sein tapferes Verhalten und das bekundete gute Beispiel wurde er jüngst mit der bronzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Möge Euer Hochwohlgeboren das Bewußtsein trösten, daß Ihr Sohn auf dem Felde der Ehre, im Dienste der erhabenen Sache, im Kampfe für das Vaterland gefallen ist. Wir haben unseren teuren Toten in Jgnatow in einem Holzsarge unter großer Teilnahme zur ewigen Ruhe bestattet. Möge die Zeit Ihren Schmerz lindern. Empfangen Sie den Ausdruck unseres vom Herzen kommenden Beileids. Hochachtungsvoll Otto V a s e k m. p., Hauptmann; Stefan M u n g y e s m. p., Leutnant; Bela L-chinszky m. p., Kadett. Per Heldentod des Clown. Heinrich Steiner aus Arad, der unter dem Künstlernamen Mr. Jack der erste Clown des Berliner Wulfzirkus war. hatte sich bei der Mobilisierung in Arad gemeldet und ging nlit einer der ersten Marschkomvagnien aus den südlichen Kriegsschauplatz. Später kämpste er aus dem nördlichen Kriegsschauplätze, wo er in einem Gefechte am Arme verwundet tourde. Er stand zwei Monate in Pflege und kam dann auf den italienischen Kriegsschauplatz. Und der Artist hat auch gegen die Italiener bravourös gekämpft. Er vollsührte eine ganze Anzahl Heldentaten, für welche er mit der bronzenen und sil-