Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 42 (22.10.1915)
- Date
- 1915-10-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 781 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 42 bernen Tapferkeitsmedaillc ausgezeichnet wurde. Bor kurzem schlug ein Schrapnell in seiner unmittelbaren. Nähe nieder, wobei zwei Splitter in seine Brust cindrangen. Eine Stunde später hatte der heldenmütige Clown ansgerungen. („Egyenlöseg.") Korporal Josef Bobker im Infanterieregiment 45 siel am 10. September auf dem Felde der Ehre. Er war 21 Jahre alt, ein Sohn von Mendel Bobker aus Dukla, und rückte im August v. I. als Rekrut ein. Im Juli dieses Jahres wurde er zum Korporal befördert und erhielt wegen tapferen Verhaltens vor den: Feinde die goldene Tapferkeitsmedaille. K. u. k. Major David Schapira. Sonntag, den 17. d. M., um 10 Uhr vormittags, fand auf dem Zentralfriedhof (isr. Abteilung) das Leichenbegängnis des Herrn David Schapira, k. u. k. Majors d. R. eines Infanterieregiments, Besitzers des Offiziersverdienstzeichens 2. Kl., Allerhöchsten Belobung rc. statt. Wir sind stolz darauf, daß er zu uns gehört hat. Edmund Schwarz trat mit 18 Jahren, nachdeni er die Reifeprüfung bestanden hatte, freiwillig in die Armee ein. Nach Äbfolvierung der Offiziersschule kam dieser junge Mann, der aus 'Szekely-Udvarhely stammt, zum 50. Regiment und ging auch mit demselben auf den Kriegsschauplatz ab. Sein Regiment hat in der Armee des General Köves Zu Beginn der großen Offensive in Galizien in der erfteit Linie den Sturmangriff ausgeführt. Edmund Schwarz, welcher damals bereits acht Monate lang mit seiner Truppe in den polnischen Schneefeldern gelegen hatte, würde dazumal bereits züm Fähnrich befördert. Bei Jwangorod fiel der junge Fähnrich anläßlich eines mit besonderem Heldenmute durchgeführten Sturmangriffs. Sein Regimentskommandant richtete die folgenden herrlichen Zeilen an den tiefgeverwien Vater: Geehrter Herr! Im Namen des Offizierskorps des k. u. I. 50. Infanterieregimentes drücke ich Ihnen und Ihrer Familie mein tiefstes Beileid aus, zu dem Verluste, welchen Sie durch den Heldentod Ihres tapferen Sohnes erlitten haben. Als einer der ersten stürmte er vor seiner heldenmütigen Truppe gegen den Feind mit solchem Heldenmule, vor welchem das ganze Regiment sich mit Bewunderung verbeugt. Sein Name wird für ewige Zeiten in -der Geschichte des Regimentes mit goldenen Lettern verzeichnet sein. Wir sind stolz darauf, daß er zu uns gehörte. Der tapfere Sohn seines glorreichen Vaterlandes und der Stolz seines Regimentes ruht in einem nahen schönen Walde. Möge dies den Eltern in ihrem Schmerze zum Tröste gereichen. Hochachtungsvoll Karl S i m a c e h, Oberst, Regimentskommandant. („Egyenlöseg.") Verzeichnis der in der Zeit vom 1. August bis 15. Oktober 1915 auf dem Zcutralfriedhofe, isr. Abt. bestatteten Offiziere und Mannschaft. Beerdigt 2. August Eugen Wcitzner, Infanterist des Infanterieregimentes Nr. 32; „ 3. Alfred Kodier, Landsturminfanterist; » 6. Zalman Groß, Landsturminfanterist dcs Infanterieregimentes Nr. 80; " 9. Dr. Ludwig Wilhelm Berger, k. u. k. Oberleutnant; " 13. .. Leoe Spielmann, Infanterist des Infanterieregimentes Nr. 40; Berthvld Ordner, Infanterist des Infanterieregimentes Nr. 4; Paul Müller, k. u. k. Leutnant des Feldjägerbataillons Nr. 20; " 15. " 17. Beerdigt 18. August Leon W e i n st o ck, Einjahrig-Freiwilliger des Infanterieregimentes Nr. 55; 19. Dr. Hans Katz, k. k. Oberarzt; 19. Edmund Werner, Einjahrig-Freiwilliger, Titular-Zugsführer dcs Infanterieregimentes Nr. 4; Israel Isak, Infanterist des Infanterieregimentes Nr. 45; 20. 25. Nathan Beckmann, k. k. Korpora! dcs Landsturmbataillons Nr. 8; 5. September Nathan K o l l m a n n, Infanterist des Infanterieregimentes Nr. 90; 15. ' .. Josef Z i n n e r, Landsturmgefreiter; Joses Löwy, Einjahrig-Freiwilliger, Titular-Korporal des Infanterieregimentes Nr. 1; 20. 24. Richard Baiersdorf von E r d ö s, kgl. ung. Oberleuinant; 26. Moriz A u s f r e s s e r, Landsturm-Bauwerkmeister; 26. Maier Frankel, Landsturm'nfanlerist des Infanterieregimentes Nr. 80; 27. Hermann Stöckerles, Gefreiter des 3. Obober 5. 7. 10. 11. 14. Infanterieregimentes Nr. 45; toalomon Plutzer r. Trauring, Infanterist des Infanter'eregimentes Nr. 77; Berthvld Rothkopf, Landsturminfanterist des k. k. Ersatzbataillons Nr. 53 (Musiker); Fritz H e r l i t s ch k a, Einjahrig-Freiwilliger Korporal d. Ulanenrezimcnt' Nr. 2; Jakob B r a u n st e i n, Kadettaspirani- Feldwebel d. Infanterieregiments Nr. 12; Emil EdeIstein, Zugssührer, Rechnungsunteroffizier 2. Klasse; Isak Weiner, Infanterist des Infanterieregimentes Nr. 41; Isidor Quart n e r, Kadettasp'.rant; Bernhard Gesang, Stabsarzt. Soldatenvrieft. Z. Zt. Eilenburg, 22. st. 15. Der Jude als Friedensvrrmittler zwischen Protestant und Katholik. Es war um die Osterzeit. .Ich hatte den ehrenamtlichen Auftrag vom Kreisausschuß, Soldatenadressen im Orte zu sammeln, weil die Kreisangehörigen im Felde von diesen Liebesgaben erhalten sollten. Da komme ich in das Haus einer Kriegerfrau, die in einer armseligen Stube mit zwei kleinen, Kindern wohnt, einhalb und eineinhalb Jahre alt. Sie spricht nur französisch, denn sie ist Belgierin; ihr Mann aber kämpfte gegen Belgien. Er ist in unserm Orte geboren, also Deutscher. Bei Ansbruch des Krieges war er zufällig nicht in Belgien. Ihr gelang es, mit den Kindern dem Hasse der Belgier zu entwischen und über Holland nach Deutschland zu kommen. In unserem Orte wohnen des Mannes Eltern. Aber diese sind evangelisch, während die Schwiegertochter und ihre Kinder katholisch sind. Das ärgert die Eltern; sie hätten viel lieber eine evangelische Schwiegertochter gehabt. Und die Frömmigkeit der Eltern ist gar eigener Art. Wohl halten sie es mit ihrer Frömmigkeit vereinbar, der Schwiegertochter dieser zustehende öffentliche Unterstützungen zu unterschlagen, aber sie sind so „fromm", daß sie es für unrecht.halten, daß ihr Sohn eine Andersgläubige genommen. Und aus „Frömmigkeit" verleumden sie die Schwiegertochter bei dem im Felde stehenden Manne: sie verkehre mit fremden Männern und mißhandele ihre kleinen Kinder. Und wer find die Ehebrecher? Der Beamte, der der Kriegerfrau, die von 31 Mark monatlich mit ihren Kindern sich ernähren und Wohnungsmiete zahlen muß, eine städtische Unterstützung bringt; denn, so argumentieren sie: für nichts wird er doch nichts Gutes an der Frau tun. — Und Vor allem kommt für den „Verkehr" der.„Jude-Pastor" in Betracht, der doch auch nicht umsonst was für sie tun wird. — Sogar eine Schwester des Mannes, die