Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 41 (15.10.1915)
- Date
- 1915-10-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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Nr. 41 Dr. Bloch's Wochenschrift reite 773 Die von dem verstorbenen Gatten der Frau Frankel ins Leben gerufene „Julius Fränkel-Ltiftung für arme Studierende an der Wiener Universität israelitischer Konfession", deren 1,200.000 Kronen betragendes Vermögen mit dem lebenslänglichen Fruchtgenuß der Erblasserin belastet war, wird in naher Zeit ihre Wirksamkeit beginnen. Dem Verein zur Erhaltung der Tuberkulosenheilanstalt „Alland" 12.000 Kronen, dem Kaiserin Elisabeth- Lehrmädchenhort 3000 Kronen, dem Mädchenunterstützungsverein in der Kaiser Josefstraße 5000 Kronen, der Poliklinik 3000 Kronen, der Freiwilligen Rettungsgesellschaft 3000 Kronen, dem Israelitischen Kindergarten in der Brigittenau jährlich 600 Kronen, iniolange dieser Kindergarten bestehen wird, dein Asyl für Obdachlose jährlich 600 Kronen, insolange dieses Asyl bestehen wird. Dien. (Todesfall.) Ende August fand hier untergroßer Beteiligung zahlreicher Glaubensgenossen die Beerdigung des im vorigen Jahre aus Rzeszow hierher nach Wien geflüchteten Menachem Mendel H o r o w i tz statt. Der Verblichene genoß in seiner Heimat ein hohes Ansehen und allgemeines Vertrauen. Der Sohn einerjüdischen Gelehrtenfamilie, Enkel des berühmten Oberrabbiners von Hamburg Rabbi Jsak Horowitz, war er selber im Talmud und in der rabbinischen Literaturaußerordentlich vertrant und vermöge seines Charakters und seiner Rechtlichkeit genoß er besondere Wertschätzung. Jahre hindurch wirkte er als Vorsteher der Kultusgemeinde und als Mitglied der städtischen Feuerkommission. So kam es denn, daß an dem Leichenbegängnis aus dem Kreise der Flüchtlingskolonien in Wien sich zahlreiche Persönlichkeiten beteiligten, um denl verehrten Mann das letzte Geleite zu geden. 'An der Bahre sprach der Sohn des Verewigten, Herr Maier Horowitz, rührende Worte des Dankes und des Abschiedes, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck hervorriefen. Dem tranernderl Sohne Herrn Maier H o r o w i tz, der ebenfalls über ein umfangreiches rabbinisches Wissen verfügt, sind aus Anlaß dieses Trauerfalles zahlreiche Kundgebungen des Trostes und der Sympathie zugekommen. Wien. Die Einschreibungen für die Lehrknrse: Deutsch, S t e n o g r a p h i e, für Anfänger und für Vorgeschrittene, sowie Anfangsgründe der kaufmännischen Wissenschaft finden in der Toynbeehalle, 20. Bezirk, Denisgasse 33, Montag, den 18., Dienstag, den 19., und Mittwoch, den 20. Oktober, 6—7 Uhr abends statt. Herr A. Lonbetzky veranstaltet in dieser Saison wieder eine Reihe jungjüdischer Abende. Der erste findet Montag, den 18. Oktober, 8 Uhr abends, im Jüdischen Theater, 2. Bez., Taborstraße 12, statt. Zur Aufführung gelangen: ..Zurückgekommen" von Schalom Asch, und „Die Schwester", Einakter von Percz. Karten ü Kr. 3.—. 2—, 1.50 und —.80 sind zu haben in der Buchhandlung Löwit, 1. Bez., Rotenturnlstraße 22, und an der Abendkasse des Jüdischen Theaters. Wien. (D o p p e l j u b i I ä u m.) Der bekannte Musikprofessor und Violinpädagoge Herr Mar Adler vollendete am 29. September d. I. seinen 50. Geburtstag, gleichzeitig auch seine 35jährige Tonkünstlerlehrtätigkeit. Geboren in Gajar (Ungarn), erhielt er den ersten 'Musikunterricht bei dem Organisten Janczy B a n j a r und bildete sich später bei dem berühmten Altmeister Prof. Jakob Do nt in Wien zum Violinpädagogen aus; Harmonielehre und Komposition bei dem weltberühmten Altmeister Prof. Anton B r u ckn e r. Er wirkte in vielen Wohltätigkntskonzerten mit und veranstaltete auch selbst solche u. a. zugunsten der unter dem Protektorate des Herrn Erzherzogs Karl Ludwig stehenden Versorgungs-Beschäftigungsanstalt für erwachsene Blinde. Sein fünfundzwanzig- und dreißigjähriges Tonkünstlerjubiläum brachten ihni große und wohlverdiente Ehren. Seine Skalen- und AUordstudieu für d'e Violine bezeichnet die Kritik dieses Werk als „geradezu unentbehrlich", welches sich „würdig an die Werke des größten Violinpädagogen Meister Jakob Toni anreiht". Das bekannte Lied „Das gehört zum bon ton". Tert von Isidor Fuchs, in welchem ein prächtiges Flügelhoriolo vorkommt, ist im Repertoire der Wiener Musikkapellen ausgenommen. Seitens eines Komitees von Freunden und Verehrern wird aus Anlaß dieses seltenen Jubiläums ein großes Wohltütigkeitskonzert zugunsten des Roten Kreuzes — zu welchem bereits namhafte Künstler ihre Mitwirkung bereitwilligst zugesagt haben — veranstaltet werden. Seine Mu'ik schule im 9. Bezirke, Porzellangasse Rr. 49 a, hat viele schone Erfolge zu verzeichnen und seine Schüler rekrutieren sich aus den besten Wiener Bürgerhäusern. Er ist Vorstandsmitglied des Gremiums der'konzeffionierten Musikschulen Wiens, Mitglied des Oeiterr. Musckpädagog'schen Reichsverbandes usw. Austritte aus dem Judentum vom 3. bis 9. Oktober 1915. Deutsch Adolf, k. k. Kadett, geb. 3. Mai 1892 in Wien, XVII.. Hernalser Hauptstraße 23. Fischer Mina, Lehrerin, geb. 17. September 1888 in Wiuogrod, Galizien, VIl., Lerchenfelderstraße 13. Galizeustein Rudolf, k. u. k. Oberleutnant, geb. 19. November 1877 in Wien, l., Teinfaltstraße 6. Haff Philipp, Genossenschasrssekretär, geb. 12. Dezember 1884 in Jezopol, l!., Praterstraße 64. Hauser Emil, Musiker, geb. 17. Mai 1893 in Budapest, lll., Uchatiusgasse 5. Kämpf Karl, Optiker, geb. 31. Dezember 1886 in Wien, XVIIL, Herbeckstraße 67. Pollitzer Ernst Stefan, Gpmuasiast. geb. 3. Februar 1901 in Wien, VI., Magdaleucustraße 1. Reach Harry Hermann, Privatbeamter, geb. 28. Oktober 1883 in Wien, HL, Areubergriug 7. Satzberger Marie, geb. Espenschidt. Bücherausträgersgattiir, geb. 2. März 1890 in Wieseuberg, Galizien, XX., Adalbert Srisrergaffe 22—26. Steiaberg Elfriede, geb. Weinreb, Private, geb. 22. Jänner 1888 in Wien, I., Werdertorgasse 5. Tnrteltaub Ella. Private, geb. 9. Juli 1892 in Wien, IV., Schönburgstraße 20. Baden. Eine lange Zeit hindurch hat es in unserer Gemeinde einen steten Wechsel von Kantoren gegeben. Sie war nämlich diesbezüglich sehr verwöhnt, denn sie hatte Künstler auf diesem Gebiete gehabt. Run endlich scheint die Gemeinde den richtigen Mann gefunden zu haben. Es ist zu den hohen Feiertagen Herr Ferd. Jura als Kantor akzeptiert worden und hat an denselben allgemeinen ausgezeichneten Beifall gefunden. Herr Jura ist übrigens auch in den musikalischen Kreisen wohlbekannt, da er als Kouzertsänger, bis vor zwei Jahren, da er sich dem Kantorat gewidmet hat, in den verschiedensten Großstädten Europas mit Erfolg aufgetreten ist. Er sieht auch als Kantor einer großen Zukunft entgegen. M. K. Drohobycz. Unser Rabbiner hat nachstehende Mitteilung erhalten: „Militärkommando in Drohobycz. ^eine Majestät danken herzlich für die Allerhöchst denselben in beredter treuer Anhänglichkeit zum Namenstage dargebrachten Glückwünsche. Im Allerhöchsten Aufträge G. d. K. Graf Paar. K. u. k. Militär-Stadtkommando. An Se. Hochwürden den Herrn Rabbiner Tr. M argul i e s zur gefälligen Kenntnis. Iacubeur, Oberstleutnant." Wfetin. Freitag, am 1. d. M., wurde ein hochachtbares Mitglied unseres Kultusvereines, Herr Moritz Donath, zu Grabe getragen. Herr Moritz Donath, war bis zum Beginne seiner schweren Krankheit Obmann unseres Vereines und vertrat denselben stets ehrenvoll und in der selbstlosesten Weise. Infolge seines biederen und edlen Charakters war er eine allgemein beliebte Persönlichkeit in der ganzen Stadt, was sich auch durch die Teilnahme aller Konfessionen an dem imposanten Leichenbegängnisse zeigte. Sowohl der Herr Bezirkshauptmann als alle Spitzen der politischen Behörden samt dem Eemeinderat waren anwesend und bekundeten der schwer betroffenen Tochter ihr inniges Mitgefühl. Die Trauerfunktionen versah Herr Religionslehrer Blau. Sodann nahm Herr Jakob S a r als Obmann unseres Vereines von seinem Vorgänger im Amte und treuen Mitarbeiter nochmaligen Abschied. Birovitiea. Dir israelitische Gemeinde in Birovitiea in Grmünschast mit dem Herrn Bezirksrabbiner Dr. H. Kauf m a n n haben dem Grafen Jankovich jr. als Präsidenten des Lokalkomilees des Roten Kreuzes an Thoraspenden K 500. — für das Reservespital des Roten Kreuzes in Birovitiea, überwiesen. Przemysl. Am 4. d. M. hat in der hiesigen Hauptsynagoge der israelitischen Kultusgemeinde ein feierlicher israelitischer Militär-Festgottesdienst für die ganze Gar-