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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-10-15 · 41 (15.10.1915) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
41 (15.10.1915)
Date
1915-10-15
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 772 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 41 Mar Ornstein, Brünn, 1 Dunam „ 50.— Adolf Fremillig, Lanzindorf, 1 Dunam ,, 50.— kaiserlicher Rat Leopold Weiß, Brünn, 1 Dunam „ 50.— Verein „Machsike hadath“ 2. Bez., Obere Augartenstraße 40. Zugunsten der Ausspeisungsaktion für die notleidenden Flüchtlinge, sind dem Verein nachstehende Spenden zugekommen: „Israelitische Allianz" zu Wien als Subvention Kronen 200.—, Frl. Anni Miefto, Sammlung 50.—, Frau Abend, Sammelblocks 50.—, Hotelier Aron Barschak 50.—, Firma W. A. Richter u. Sohn 30.—, Sammlung „Liwies Chen" 25.—, A. Katz 25.—, Frau kais. Rat Toni Rosenfeld, Lemberg, durch Frau Kurzer 20.—, M. Josesowicz, Pötzleinsdorf 10.—, kais. Rat Lewin durch Frau Sternberg 10. — , Lokale Sammlung „Liwies Chen" 10.—, Hof- und Gerichtsadvokat Tr. Siegmund Adler 10.-, Ludwig Zwieback u. Bruder 10.—, B. Mayer 10.—, Tischgesellschaft Restaurant Barschak 10.—. Duldig 5.—, Ernst Hirschseld 5.—, Gruschka 4.—, Frau kais. Rat Dr. Lewin durch Frommer 2.16, Juermann, Buczacz 2.—, Jakob Bardach, Lemberg, durch Edelstein 2.—, Josef Ncumann durch Goldschmidt 2.—, M. Morin, Przemysl 2.—, Frau Rosa Lipschütz 2.—, Gisela Sprecher durch Frau Kurzer 5.- : zusammen Kr. 551.16. Spenden für unseren Verein werden durch unseren Kassier Herrn Emil Pomeranz, ll., Rembrandtstraße 39 oder durch Postsparkassen- Erlagschein 106318 cntgegengcnommen. Trauerkuudgebung der bynagogensänger für Dr. Gustav K o h n s. A Montag, den 12. d. M. abends fand im Zeremoniensaale des Stadltempels eine Trauerfeier des Wiener Sy lagogensänger-Vercines für den verewigten Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn statt, welche auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Der Obmann des 'Bereites, Herr Armenrat Salo Lemberger, hielt folgenden Nachruf: Liebe Kollegen! Ein überaus trauriger Anlaß ist es, der uns heute zur feierlichen Sitzung hier versammelt hat. Ein unerbittliches Schickial hat dem nimmermüden segensreichen Schaffen eines der edelsten Menschen plötzlich und unerwartet ein grausames Halt geboten und die kalte Ha-id des Todes hat ein von echtester Menschenliebe erfülltes Herz zum Stillstände gezwungen. Und wenn auch das schwere blutige Ringen der Völker vielleicht uns etwas weniger empfindlich gemacht hat gegen Schmerz, Not und Tod, hat doch der Tod dieses einzigen Mannes Tausende und aber Tausende und nicht zuletzt die Wiener Tempelsänger aus tiefste erschüttert. Die E.'klärung hiefür liegt in dem Zauber dieser Persönlichkeit, dem sich niemand entziehen konnte, liegt in dem herrlichen Auge, das so mild und heiter blicken konnte, liegt in der bezwingenden Güte eines großen edlen Herzens, das leider viel zu früh zu schlagen aufgehört hat. Es kann nicht meine Aufgabe sein, die Bedeutung Dr. Gustav K o h n s für den Vorstand der Wiener Israelitische Kultusgemeinde, zu deren hingebungsvollster Kenntnis und arbeitsreichsten Mitgliedern er fast drei Dezennien hindurch gehörte zu schildern, noch getraue ich mich die rastlose Betätigung dieses unerschrockenen Kämpfers für die Interessen des Judentums in Wien, ganz Oesterreich und über die Grenze Europas hinaus auch nur annähernd zu würdigen. Aber eines kann ich sagen: Die Wiener Armen haben ihren Vater verloren und es gibt keinen unter uns, dem er nicht ratend, helfend, fördernd und unterstützend zur Seite gestanden wäre. Deshalb ist unsere Trauer keine konventionelle sondern, eine in tiefstem Herzen empfundene, wahre und echte. Tauw schem mischemen tauw. Ein guter Name ist besser, denn köstliches Oel. Und wahrlich es gibt wenige Namen, die so gut und so nachhaltig klingen werden wie der Name Dr. Gustav Kohn. Und wenn jemals das Wort secher zadik liwrocho Berechtigung hatte, so war Dr. Gustav Kohn einer der größten Zadlkim, denn Zcdoko war ihm Lebensinhalt war ihm Leitmotiv war ihm schönste Religionsübung. Und so war sein L-den ein Segen für die Kranken, die Schwächen ung Notleidenden, das man in die wunderbaren Worte Goethe zusammenfasscn kann: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Dies ist das Bild, das wir in diesem Augenblicke als bleibendes Denkmal aufrichten in unserem Herzen zur Ehre des Andenkens an unseren unvergeßlichen und unersetzlichen Präsidenten Dr. Gustav Kohn. Amen. Mit Sulzer's wehmütigem, von echter Rührung durchzitterten Schiwisi schloß diese würdige Trauerfeier. Wien. (Hebräischer Konversationsklub des I. H. V.) Samstag den 16. d. M., 8 Uhr abends, findet im Lokale des Jüdischen Handlungsgehilfen-Verbandes, II., Obere Donaustraße 65, Hochparterre, ein Vortrag des Herrn Redakteurs Jsak Rappaport in hebräischer Sprache statt. Thema: „Die gegenwärtige Lage der Juden." Gäste willkommen. Spenden. Für galizische Flüchtlinge: Sammlung Frl. Anna Lachmaon, Breslau, K 17.— Für das Zionistische Ambulatorium vrn Ignaz G-ünberg, k. u. k. Niko.ivaleszei tenheim Nr. 1 in Przeworsk, K 5.-. _ Bet-Hamrdrasch. Die Mifchnah-Vo rlesungen des Herrn Rektors Prof. Dr. A. Schwarz finden jeden Samstag von 6—7 Uhr abends im Hörsaale der israelitisch-theologischen Lehranstalt, Wien, II., Tempelgasse 3, 1. Stock, statt. Hofrat Professor Dr. Adam Politzer. Dem Hofrat Professor Dr. Adam Politzer kamen zu seinem 80. Geburtstage eine große Anzahl Glückwünsche zu. Unter den Adressen und Kundgebungen befand sich auch ein Radiotelegramm des Königs Ferdinand von Bulgarien, das folgenden Wortlaut hat: „Hofrat Professor Adam Politzer, Wien! In dankbarer Erinnerung an vergangene Zeiten sende ich Ihnen meine wärmsten Glückwünsche zu Ihrem achtzigsten Geburtstage. Ferdinand Rex." Unter den Gratulanten befanden sich ferner Unterrichtsminister Dr. Ritter v. Hussarek, der argentinische Gesandte in Dien Dr. Perez, der Rektor der Wiener Universität 'Hofrat Professor Doktor Menzel, das Präsidium der Gesellschaft der Aerzte, das Medizinische Doktorenkollegium usw. Wien. (M ä d ch e n - U n t e r st ü tz u n g s v e r e i n.) An der Frauengewerbeschule für Weißnähen und Kleidermachen, die dieser humanitäre Verein in seinem Schulhause, 9. Bezirk, Seegasse 16 A, unterhält, sind noch einige Plätze zu vergeben. Der Unterricht wird durchaus unentgeltlich erteilt. Aufnahmswerberinnen — unbemittelte israelitische Mädchen, die der Schulpflicht genügt haben — können sich daselbst in Begleitung ihrer Obsorgcr und unter Mitnahme des Geburts-, Entlassungs¬ und Wiederimpszeugnisses an Wochentagen .zwischen halb 11 bis halb 1 Uhr melden. Das Testament der Frau Betti Frankel. Wie wir berichtet, hat die Beerdigung der verstorbenen Philanthropin Frau Betti Fränkel unter zahlreicher Beteiligung weitester Kreise stattgefunden. Die Trauergesänge bei der Beerdigung rezitierte Herr Oberkantor Morgenstern mit dem Chor von dem israel. Tempel der Leopoldstadt. Frau Betty Fränkel hat ihr warmes Interesse für alle Werkeder Nächstenliebe auch durch igre letztwilligen Verfügungen betätigt. Zur Universalerbin ihres bedeutenden Vermögens hat sie eine zu schassende „Julius und Betty Fränkel-Stiftung" berufen, deren Erträgnisse dazu dienen sollen, Wiener Wohltätigkeits- und Humanitätsanstalteu auszugcstalten Und zu fördern. Das der Stiftung züsallende Kapital, welches allerdings teilweise mit Mentenlegaten belastet ist, dürfte eine Million Kronen übersteigen. Ferner hat Frau Fränkel folgende Legate angenordnet: Der Wiener israelitischen Kultusgemeinde einen Betrag von 300.000 Kronen zur Errichtung einer Kinde rambulanz im 20. Bezirke Wiens; den Armen der Stadt Wien 20.000 Kronen, welche durch den Polizeipräsidenten nach freiem Ermessen verteilt werden sollen; den israelitischen Armen in Wien 10.000 Kronen. Der schon bestehenden Julius und Betty Fränkel- Stiftung für arme Schulkinder und andre Bedürftigein Reichenau hat sie 10.000 Kronen ausgesetzt. Dieser letzteren Stiftung soll auch der Erlös aus dem zu verkaufenden wertvollen Besitz in Reichenau zufallen.

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