Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 41 (15.10.1915)
- Date
- 1915-10-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41 Dr. Blechs Wochenschrift Seite 759 und Leopold tWeinwurm; ferner Oberingenieur Robert Stricker, Dr. Karl Pollak, vom Verein „Machsike hadath“, die Vorsteher Jak. März, Herrn. Sporer und Emil Pomerauz, sodann die kaiserliehen Räte Sachs v. Sachsenhall, Moritz Waizner, Paul Leinberger, Steinhttbl, eine Abordnung der Israelitischen Allianz, für den Verein „Kinderschutz“ Notar Dr. Permann und Gemahlin, die Industriellen Karl Lemberger, Matthias v. Löbl, Dr. D. Schwarzmann, Kremenetzky und Julius Wolf, die Kommerzialräte Moritz Hacker, Gottlieb Kantor und 8. Rosenzweig, in Vertretung des Vereines der Fortschrittsfreunde Obmann Konstantin Xoske, Obmann-Stellvertreter Dr. Skrein. Max Hitler und Schriftführer Löwen,- berg, eine Abordnung des Kantoreuverein.es unter Führung des Oberkantors Dauer, die Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Moritz Ascher, Dr. Theodor Baumgarten, Dr. Julius Baumgarten Dr. Karl .Berneck, Dr. Jakob Ehrlich. Dr. 'S. Elias, Dr. Albert Kuh, Dr. Pappenheim, Dr. Alois Ruziczka, Dr, Schnepp, Dr. J. Schallt, Direktor Fischer der israelitischen Kinderbewahranstalt, Schuldirektor B. Planer, der Vize- Direktor Glücksthal, Generalinspektor Artner, Chefarzt Dr. Schnepp, Dr. J. Schallt, Schuldirektor B. Planer, der Vizepräsident der Zionistischen Vereinigung Josef II. Waltuch, Professor Josef Sulzer, Professor Nasche, der Obmann des kaufmännischen Kaiser Franz Josefs-Jubiläumswaisenhauses Benedikt Knina, Generalkonsul Hirsch, ferner waren folgende Frauenvereine vertreten: Weibliche Fürsorge (Frau Doktor Feuchtwang und Frau Dr. Grunwald), Erster Frauenverein (Frau Dr. Steiner und Prof. Roth in Vertretung der Frau Baronin Charlotte v. Königswarter), Mädchenunterstützungsverein (Frau kaiserliche Rat Schütz und Frau Direktor Ulmann), Wöchnerinnenverband (Frau Dr. Herzl), Israeli-, tische Volksküche (Frau Oberrabbiner Dr. Güdemann und Frau Kadisch), Kinderbewahranstalt (Frau Kauder und Herr Dir. Fischer), Kaiser Franz Josefs-Ferienheim (Vizepräsidentin Rosa Frevberg, die Vorstandsdamen Zins und Deutsch), ferner Frau Kopstein und Bettelheim, von Goldberger, Frau Dr. Gelbhaus und Tochter, Martha Stiaßny und Benedikt für den „Frauenhort“, dem die Gattin des Verewigten als Vorsteherin angehört, Bri ge Genauer Verein (Frau Doktor AVeiß), Frau Doktor Hopfinger (Zuflucht), Frau Ida Berliner (Ausspeisungsverein), Kaiser Franz Josef-Jubiläums- Frauenverein im 2. Bezirke (die Frauen Weinwurm und Nathansohn), „Philanthropie.“ (Frau Amalie Beck und Nobl), Floridsdorf er Verein (Frau Grünwald), Frau Doktor Taglicht (Fünfhauser Frauenverein), Kinderschutz (Frau Julie Zerner), Providentia (Frau Hofrat Löwner), Kurfürsorge (Frau Dr. Stein), Kranken-, besuch (Frau Waltuch und Frl. Bondi), Franz Josefs-Kinderhort (Frau Dr. Frischauer), Währinger Verein (Frau Hoffmann), Dr. Leopold Stern, k. u. k. Hof- und Kammerphotograph 8. Weitzmann, k. k. Oberarzt Dr. Isidor L. Braun, für den Verein „Kinderstütze“ Obmann Philipp Blau. Ferner waren erschienen: In Vertretung Sr. Exzellenz des Herrn Ministers für Kultus und Unterricht Dr. Ritter von Hussarek, der Ministerialrat Doktor Sigismund Pilat, Kultusgemeinde Graz (Simon Rendi), Kultusgemeinde Tropoau Dr. Isidor Wolf), Kultusgemeinde Wr.-Neustadt (Vorsteher A. Weiß), Kultusgemeinde Amstetten (Rabbiner Bertisch), Kultusgemeinde Preßburg (Vorsteher Kraus und Ungar), Tempelverein „Adass Jisroel“ (Dr. Reininger, Wolf Pappenheim), Tempelverein Pazmanitengasse (Ohm. kais. Rat Adolf Schramek), Tempelverein Wieden und Margarethen (Franz Frankl, Adolf Hoffmann, Ignaz Taussig), Tempelverein für den 6. und 7. Bezirk (Dr. Jakob Engel), Tempelverein 8. Bezirk (kaiserlicher Rat Albert Frankl, Adolf Beck, Tempelverein „Chewra-Beth-Hatefilah“ (Doktor Schnepp, Ludwig Lazar), Tempelverein für den 13. Bezirk (Doktor Krenberger), Tempelverein 19. Bezirk (Rudolf Lion, Ludwig Pekarek, Doktor Jakob Kohn, M. Müller), Tempelverein „Beth Israel“ (Obmann Alexander Landau, Stellvertreter Dr. Leo Landau, C. Pommeranz, I. Weichselbaum, Adolf Schick), Bethamidrasch Talmud-Thora (Obmann Leopold Hirsch), Jüd. Schulverein 10. Bezirk (Jakob Straßberg, Moriz Faltitschek), C’hewra-Kadischa 15. Bezirk (Hermann Weinberger und Ivom.-Rat Alex. Simon), Schul verein für den 9. Bezirk (Max Pappenheim, 8. Samuely, Ignaz Weiß), L. D. Königsberg'sches Mädchen-Erziehungs-Institut (Frau Pauline Kauder, Direktrice Frau Henriette Lipschiitz mit den Zöglingen des Institutes), Kaiserin Elisabeth Lehrmädchen- und Arbeiterinnen-Heim (Präs. kais. Rat Dr. 8. Krüger, 10 Schützlinge des Heimes mit der Heimoberin), Wiener Frauenverein zum Schutze armer verlassener Kinder Frau Dir. Laura Krenberger, Gisela Zirner-Zwieback, Josefine Honig, Franziska Birmann), Bezirkskommission für den 4. Bezirk (Kommerzialrat M. Hacker), Frauenverein für den 20. Bezirk (Frau Präs. Emilie Weiß), Verein „Brockensammlung“ (Obmann Bauer), Tempelverein Wahrheit und Friede (Obmann Aberbach. Vorsteher Adolf Kohn), Kaiserin Elisabeth-Institut für Israel. Krankenpflegerinnen (Schwester Hertha). Verein Thora Ez Chaiim (Isidor Frommer). Verein „Einheit" (Obmann- Bernhard Hofbauer, M. Felsenburg, Max Hofbauer), Verein „Theologia“ (Dr. S. Margulies, Dr. Schärfmesser, Karl Mieß). Galiziseher Hilfsverein (Vizepräsident Mor. Sonnenschein), kaiserlicher Rat S. Pollak, Bezirksrat Hofmann, Dr. Edwin Schlager, k. k. Statthaltereirat Josef Guttmann, Ingenieur Egon Quittner, Friedr. Allmeder. Philipp Kohn, Karl Freund, Direktor M. Friedeberger, Cafetier Herz, Josef Sittig, Arch. Fr. Schön, Heinrich Meiull. Job. Papofc, kais. Rat. Dr. H. Redlich, Dr. H. Bachrach und Frau, Gemeindorat. Dr. Schwarz-Hi 11er, Feldrabbiner Dr. Tauber, Dr. Edmund Kohn, Maler Prof. Dawid Kohn, Jakob Karpeles, Inspektor Professor M. Kauitz, kaiserlicher Rat Alfred Winter, Herr und Frau kaiserlicher Rat Karl Hirsch. Sulomou Farcliy, Markus Bondi, Rabbiner kaiserlicher Rat. Lew in aus Sambor, Rabbiner Sclnuelkes aus Przemysl, Rabbiner Rath aus Cliorostkow, die Herren Bankier Thumim aus Przemysl, Bankier Steinberg aus Rzeszow. Um 11 Ehr wurde der einfache weiße Holzsarg gehoben und unter Absinguug der Trauerpsalmen vor das Sterbehaus getragen und auf dem vierspännigen offenen Glaswagen gestellt; die Witwe Frau Leono re Kohn, die Kinder und die übrigen Familienmitglieder folgten. Nun setzte sieh der Zug in Bewegung. Der Zug bewegte sieh zur Seiten-» stettengasse vor das Tempelgebäude. Hinter dem Galawagen schritten zahlreiche rekonvaleszente Soldaten, zum Teil auf Stöcken gestützt. Der Zug bewegte sich langsam am Tempelgebäude vorbei mul durch die Kohlmessergasse auf den Kaiser Ferdinadsphit-z. Dort löste er sich auf. Ein großer Teil der Teilnehmer an dem Kondukte bestieg die Wagen; für die weitaus größere Zahl standen eine Reihe von Sonderwagen der städtischen Straßenbahnen bereit, die nach dem Zentralfriedhofe fuhren. Auf dem Friedhöfe langte der Zug tun- 1 Uhr nachmittags an. Der.Sarg /wurde {Lu die Zeremonien-, halle getragen, wo Oberkantor Don Fuchs, begleitet von den Kantoren J u r b e r g e r und M a t y a s, die zeremoniellen Trauergesänge vortrug, worauf Oberrabbiner Doktor G ii d e m a n n die Trauerrede hielt. Oberrabbiner Tr. M. Güdemann. Es hat Gott gefallen, den vielverdienten und in den weitesten Kreisen hochgeschätzten Ersten Vizepräsidenten unserer Gemeinde, den Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Gustav Koh n, aus einem arbeitsreichen Lehen abzuberufen. Der Ruf, der einst an Abraham erging: „Ziehe hinweg aus deiner Heimat“, ein Ruf, der in anderem Sinne schließlich keinem erspart bleibt, er hat nun auch ihn ereilt, in hohem Alter zwar, aber viel zu früh für seine Familie, wie für unsere Gemeinde, die ja nur seine größere Familie war. Durch tausend Fäden war er mit unserer Gemeinde verknüpft und Tausende sind es, die seinen Tod schmerzlich empfinden und tief beklagen, denn in seiner unerschöpflichen Menschenfreundlichkeit und Herzensgute war er allen ein Freund und vielen ein Vater. Er hat zahlreiche Aemter bekleidet. und eine Menge von Pflichten auf sieh genommen, aber er widmete sich jeder Aufgabe mit solchem Eifer, daß man meinen konnte, sie sei seine einzige. In den An-, gelegenheiten des Gottesdienstes, des Religionsunterrichtes, der Verteidigung unserer Rechte und der Armenfürsorge, überall füllte er seinen Platz ganz aus, überall hinterläßt er eine fühlbare Lücke. Damit an diesem lichtvollen Bilde auch der Schatten nicht fehle, füge ich hinzu, daß manche meinten, er wäre zu gut. Aber wer sollte nicht wünschen, daß es viele unter uns gäbe, an denen man diesen Fehler auszusetzen hätte? Für ihn war seine seltene Herzensgüte ein Freuden- und Lebensquell und es hat nicht leicht einen Menschen gegeben, an dein wie an ihm das Wort des biblischen Spruehdichters sieh bewährt hätte: „Eine prächtige Krone ist das hohe Alter, sie wird auf dem Wege der Wohltätigkeit gefunden.“ Soll ich nun neben seinen öffentlichen Tugenden seine häuslichen erwähnen? Nicht jedem gelingt es, beide zu vereinen. Er war zu Hause, wie in der Oeffentlichkeit. Wie er ein guter Gatte seiner vortrefflichen Frau war, so war er ein zärtlicher Vater seiner guten Kinder und ein ebenso treuer Sohn und Bruder. Im Schoße seiner Familie fand er die Ruhe nach den Mühen des Tages, den Lohn seiner Arbeit, den Frieden nach dem Kampfe. Nun ist er eingegangen in den ewigen Frieden, in einem Augenblicke, da die Welt in Waffen starrt und die Menschheit nach Frieden schmachtet. Er ist dem Frieden vorausgeeilt und wir werden ihm lange naehblicken als dem unersetzten und vielleicht auch unersetzlichen, leuchtenden Bilde und Vor bilde unermüdlicher, menschenfreundlicher und segensreicher Lebensarbeit.