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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-09-28 · 39 (28.9.1915) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
39 (28.9.1915)
Date
1915-09-28
Page
– (sequence 19)
Language
German
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'Jlr. 39 Dr. Bloch's Wochenschrift 'XiU 731 eine Thorarolle erinnerte. Ich sprang vom Pferde und trautemeinen Angen kaum, als ich vor mir tatsächlich eine Sefer-Thora sah, die ^^3)111111^ und zertreten im Straßenrain lag. Das teure und heilige Kleinod in dieser Umgebung aufheben, es an meine Brust Lücken und in meine Tasche hinter dem Sattel zu binden, war das Werk eines Augenblicks. Ich verwahrte den teuren Findling auf meinen iveiteren Zügen ins Innere Rußlands, bis ich es dann bei Gelegenheit meines jetzigen Feiertagsurlaubes hierhergebracht habe." Das unter so seltenen Umständen gefundene Sefer, dein man auf einer Stelle noch die Fußtritte roher russischer Soldaten oder hastig flüchtender Menschen ansieht, ist etwa 70 Zentimeter hoch und weift eine sonderbar schöne Schrift auf. An den verflossenen hohen Feiertagen ist daraus bereits bei einem Privargottesdienste in Saybusch vorgelesen worden. Äsistrhto asa dem Judestam vom 12. bis 18. September 1915. Ehrlich Salomon, Friseur, geb. 19 August 188! in Lemberg, V.. Nikoisdorf rslraße 29. Fischer Georg Dr., Konzipient, geb. 12. April 1885 i > Frag, 111., U itere Viaduklgasse 57. Glatzer Siegfried. Student, geb. 10. September 18915 in Wien, IX., Müllnorgisse 14. Herschmana Anna. Primate, geb. 1. September 1896 in Friinn, IX., Mariannengasse 2. Loew Friedrich, absolv. Gymnasiast, geb. 13. Juni 1897 in Wien, 111., Untere Viaduktgasse 35. Oberländer Hermine, Schneiderin, geb. 8. Oktober 1891 in Wien, XIV., Felberstraße 60. Podwinetz Margarethe, Private, geb. 23. August 1893 in Wien, XX., Pasettistraße 83. Pollatsek Walter, Kaufmann, geb. 11. Mai 1893 in Wien, III., Geusaugasse 49. Qnittner Paula, Private, geb. 15. Februar 1885 in Wien, IX., Porzellangasse 44. Reach Cornelia, geh. Grünhut, Private, geb. 22. November 1887 in Wien, III., Arenbergring 7. Schulhof Elisabeth, Sängerin, geb. 31. August 1890 in Friedland (Böhmen), IX., Wähüngerstraße 12. Swetlik Irma, geh. Weiß, Private, geb. 1891 in Wien, XIII., Missindorfstraße 25. Kaiserfest. Auch im kleinen ungarischen Dörfchen Beretttioszeplak, der gegenwärtigen Garnison des Landsturmbezirkskommalldös Nr. 22, fand am 18. August l. I. eine den Ortsverhältnissen angemessene Kaiserfeier statt. In allen Gotteshäusern wurden.feierliche Gottesdienste abgehalten, an denen die betreffende Mannschaft unter Führung von Offizieren teilnahm. Int jüdischen Bel- Hause erschienen um 10 Uhr die jüdischen Soldaten des Kommandos, der Vorbeter rezitierte den Hanossen teschuo ln-jMelochim, worauf der beim Kommando eingeteilte Rechnnngsunteroffizier 1. Klasse S. Wininger eine patriotische Festrede hielt. Baden. Um der großen Anzahl von Soldaten mosaischer Konfession, die sich gegenwärtig hierorts befinden, genügende Gelegenheit zn geben, an den hohen Feiertagen ihre Andacht abhallen zu können, mietete der Kultusvorstand einen geräumigen Saal im Hotel Kolbe, wo von geeigneten Vorbetern der Gottesdienst abgehalten wurde. Der hier weilende Gutsbesitzer und promovierte Rabbiner Dr. Samuel Rapaport aus Lemberg, erbaute am Versöhnungstage die Andächtigen mit einer gehaltvollen Predigt, die bei allen Anwesenden großen Anklang gefunden hat. Am Äusgange des Jom Kippur arrangierte der Kultusvorstand für sämtliche Soldaten ein Nachtmahl, sie wurden außerdem auch mit Geld als Zugabe beteilt. Klosterneuburg. Fern von ihrer Heimat und ihren Angehörigen, befinden sich in den hiesigen Militärspitälern mehrere verwundete jüdische Soldaten. An dem letzten Jom Kippur waren deren dreißig in unserem Tempel. Es war ein rührender Anblick, ungarische Honvedsoldateu in Uniform in den Fußsockeu, mit Kittelhaube, den Talles über den Kopf, in ihre Gebetbücher ver funken zu sehen, lieber Veranlassung des dortigen Ein wohners Hermann Erber hatte sich eine Anzahl als Wohltäterinnen bekannter Damen gefunden, die es sich nicht nehmen ließen, diese dreißig jüdischen Soldaten am Jom Kippur-Abend reichlich zu bewirten, lieber Ansuchen des Herrn Hermann Erber beim k. k. Regie rungskommissär der landesfürftlichen Stadt Klofterueu bürg wurde von Seite der löblichen Stadtgemeinde Klosterneuburg das zum Backen benötigte Riehl in liebens würdigster Weise beigestellt. Hilfsbereiu für jüdische .Handwerker Mähr.-Ostcau. An Eltern, Vormündern und Waisenlmusverwaltungen! Ter jüdische Handwerker Hilssverein für Mähr. Osirau und Umgebung hat einige Lehrstellen bei jüdischen Handwerksmeistern zu besetzen. Der Verein übernimmt die Obsorge über die Lehr liuge durch die Lehrzeit, wacht über das moralische Be trage» derselben und kümmert sich um das Fortkommen der ihm anvertrauten Jungen. Mittellose erhalten nach Tunlichkeit Aushilfe in Kleidung und Wäsche. Wünsche bezüglich der Wahl des Handwerie-.. werden nach Möglichkeit berücksichtigt. Anmeldungen und Anfragen sind zu richten an den Obmannstellvertreter Julius Landes, Schneidermeister, Mähr.-Ostrau. Mislitz. So wie viele andere Städte und OU'mnitden, hat auch die Stadtgemeiude tEhr.s Mistig einen Wehrschild in Eisen zur Gründung, resp. zur .Kräftigung eines Witwen- und Waisenfonds für gefallene Krieger errichtet, dessen Enthüllung am 5. September d. I. unter großer Beteiligung des Publikums stattfand. Unter den vielen Notabilitäteu war auch unser Herr Rabbiner Dr. Bela Diamant geladen, der nach dem Einschlagen des ihm zugeteilten Ehrennagels eine bemerkenswerte Vfn ■ spräche hielt, die vielen Beifall fand und einen liefen Eindruck hinterließ. Bisen.;. (D a n k s a g u n g.) Das Spitalskommaüdo des hiesigen k. u. k. Reservespitals hat an den Vorsteher der hiesigen Kultusgemeinde, Herrn I. H. H e r b a t schek, folgendes Dankschreiben gerichtet: „Das gefertigte Spitalskommando nahm gerne Kenntnis non der anläßlich der hohen Feiertage erfolgten kostenlosen rituellen Auejpeisung kranker und gesunder Mannschaft des hie'igen k. u. k. Reservespitales, durch welche es dieser israelitischen Mannschaft ermöglicht wurde, die Festtage entsprechend zu feiern. Diese Maß nähme zeugt von hohem politischen und menschenfreundlichem Empfinden und nimmt das gefertigte Spital-kommando gerne Gelegenheit, der löbl. israelitischen Kultusgemeinde an dieser Stelle den Dank auszusprechen." Bisenz, 21. September 1915. Dr. üötDO, Regimentsarzt, Spitalskommandant. Olmütz. Sc. Ehrwürdcu Herr Rabbiner Dr. O pp e n h e i m hat am Versöhnungstage für unseren Tempel eine Marmorgedenktafel gespendet, aus tvelcher die Namen der gefallenen Söhne und Mitglieder nuferer Gemeinde verewigt werden. Auch gab er die Anregung, die gewiß anderweitig Nachahmung finden wird, diese Helden in die Haskarah auszunehmen und au den Maskirtage.n namentlich vorzulesen. Olmütz. Den jüdischen Aerzten vom Baracken fpi-al in Sternberg spreche ich für die mir übersandte Spende für die im Felde erblindeten jüdischen Krieger den Herz lichsten Dank aus. Dr. B. Oppenheim, Rabbiner in Olmütz.

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