Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 39 (28.9.1915)
- Date
- 1915-09-28
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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, .;»:«*>-=* Seite 730 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 36 frohen und ungetrübten Festtag wünschen ilnd damit den weiteren Wunsch verbinden, es möge ihm im Kreise seiner Kinder, aus dem freilich zu ihrer aller Schmerz in frühen Jahren die Gattin und Mutter gerissen wurde, und im Kreise der vielen Freunde durch ein gnädiges Geschick noch eine lange Reihe froher und rüstiger Lebensjahre beschieden sein. Das Doppeljubiläum der Kantors Philipp Bassel. Die Feier seines 70. Geburtsfestcs und des 40jäbrigen Amtsjubiläums als Kantor des Temprlvereines Wieden-Margarethen fand am 1. ^ukkothtage an der Stätte seines Wirkens im Kaiser Franz Josef Regi^ru: gZubiklums-Temp.'k, 5. Bez., Sieb.mbrnnnengasic, in besonders festlicher Weise statt. Der Sitzplatz des Jubilars war festlich geschmückt, das Gotteshaus von einer andächtigen Menge, insbesondere Frauen, dicht besetzt. Der Jubilar, mit der ihm anläßlich des Festes vom Rabbinate verliehenen Morenu als Schelischi zur Thora gerufen, las, umgeben von dem gesamten Vereinsvorstande, den Thoraabschnitt vor. Ein vom Oberkantor Weiß verfaßter und meisterhaft vertonter Mischeberach, ebenso ein vom Gemeinderabbiner Prof. Reich sinnig verfaßter und gesprochener Mischeberach wurden vom Jubilar in tiefer Rührung beantwortet. In der darauffolgenden Predigt schilderte der Prediger den Jubilar als Scheliach Zibur im L-inne unserer Gotteslehre. Nach Schluß des Gottesdienstes versammelten sich der gesamte Vorstand und die Ehrengäste im Zcrcmonicnsaale um den Jubilar. Der Präses Adolf Hofmann beglückwünschte den Jubilar in herzlichen Worten namens des Vorstandes und überreichte ihm das ansehnliche Ehrengeschenk des Vereines und des Vorstandes. Amtsleiter Meißner überbrachte die Glückwünsche der Kultusgeme'.ndr; ebenso gratulierte im Namen der Bezirkskommission der Obmann-Stellvertreter Herr Jakob S. Straßberg. Namens des Kantorenvereines und im eigenen Namen sprach Oberkantor Simon Weiß, der stimmbegabte Kollege des Jubilars, derzeit in Kriegsdienste stehend, worauf der Jubilar, umgeben von seiner Gattin und einem der vier in Kriegsdiensten stehenden Söhne, welchem ein kurzer Urlaub gewährt war, in tiefster Rührung seinen Dank allen abstattete. Vom israelitischen Frauenverein erhielt der Jubilar zwei kostbare Silberleuchter nebst herzlichem Schreiben. Zahlreiche telegraphische und schriftliche Glückwünsche und Ehrengaben sind ein beredtes Zeugnis für die Beliebtheit und das Ansehen des Jubilars. Kaifer-Huldigungs-Werk der freiwilligen Pflegerinnen der Kriegsjahre 1914/15. Die Idee dieses Kaifer-Huldigmrgs-Wcrkes, das in Wort und Bild ein Monumcntalwerk der Fürsorge der freiwilligen Pflegerinnen der Kriegsjahre werden soll, hat allenthalben lebhaftes Interesse hervorgerufen. Dem Kuratorium des Werkes, das zugunsten der unter dem Protektorate des Erzherzogs Friedrich stehenden k. k. Gesellschaft vom Weißen Kreuz erscheinen wird, gehören u. a. an: Prinzessin Ernestine Auersperg, Prinzessin Irma E ß t e r h ä z y, Fürstin Eleonore Fugger, Prinzessin Marie zu Hohenlohe-Schillingsf ü r st, Fürstin Johanna R o h a n, Prinzessin Elfe z u S ch a u m b u r g - L i p p e, Herzogin von Württemberg. Es ergeht hiemit an alle Frauen und Mädchen, die im .Pflege- oder Labedienst tätig sind oder lvaren, die Aufforderung, ihre Adressen brieflich der „Verwaltung des Kaiser-Huldigungs-Werkes zugunsten der f. k. Gesellschaft vom Weißen Kreuz", Wien, 9. Bezirk, Pramergasse 1, mitzuteilen. Wien. (Pflegerinnenheim.) Im Kaiserin Elisabeth-Institut für israel. Krankenpflegerinnen (18. Bez., Währingergürtcl 99) werden ab Mitte Oktober Schülerinnen, welche mindestens Bürgerschulbildung besitzen und sich dauernd dem Pflegerinnenbcrufc widmen wollen, ausgenommen. Auch Externistinnen können an den: praktischen und theoretischen Unterrichte gegen Bezahlung teilnehmen, erlangen aber keinen Anspruch auf eine Bestätigung über ihre Lehrzeit. Schriftliche oder mündliche «Wochentags 2 Uhr), aber nicht telephonische, Auskünfte bei Professor Tr. Zappert, 8. Bez., Skodagasse 19. Wien. Herr Sigmund Haber wurde als Gerichtsdolmctsch für die hebräische und jüdische Sprache bestellt and beeidet. Bei dieser Gelegenheit hat der Vertreter des k. u. k. Armeeoberkommandos und des k. u. k. K riegsrninisteriums seine Tätigkeit in der Leitung der hebräischen Zensurgruppe als sehr ersprießlich bezeichnet und ihn des weitgehendsten Vertrauens würdig erklärt. Wien. Herr B. L. Priesner, welcher seit Dezennien im Spitale der isr. Kultusgemeinde als Vorbeter fungiert, feiert am 2. Oktober d. I. seinen 80. Geburtstag in voller geistiger und körperlicher Frische. Wien. Montag, am 20. d. M., fand im Seitenstettentempel die feierliche Jnanguration des neuen Schuljahres für die polnischen Mittelschüler aus Galizien statt. Die Festrede hielt in polnischer Sprache k. k. Gymnasial-Rrligionslehrer aus Lemberg Benjamin Silberschütz, welche auf die zahlreich anwesenden Schüler und Gäste einen tiefen Eindruck machte. Wiedereröffnung des „Jüdischen Museums". Das Kuratorium des „Jüdischen Museums" gibt hiermit bekannt, daß das „Jüdische Museum", 2. Bez., Malzgasse 16, 3. Stock (Haltestelle des Straßenbahnwagens C), ab Sonntag, den 3. Oktober 1915, wieder eröffnet werden wird. Das Museum wird, tvie gewöhnlich, an Samstagen und Sonntagen zwischen 11 und 1 Uhr bei freiem Eintritt der Allgemeinheit zugänglich sein. — Schulen, Korporationen oder größere Gesellschaften können nach vorhergegangener schriftlicher Verständigung mit dem Bureau jederzeit die Sammlungen besichtigen. (Die jüdischen Zeitungen lverdett um Abdruck dieser Notiz gebeten.) Erster Wiener Jüdischer Turnverein, Wien, 9. Bez., Liechtensteinstraße 20. Der Erste Wiener Jüdische Turnverein hat auch in der Kricgszeit feinen Betrieb aufrechterhalten. Derselbe eröffnet wie alljährlich auch Heuer den neuen Betrieb am 1. Oktober mit folgenden Turnzeiten: Damcnabteilung: Mittwoch- und Samstagabend von halb 7 bis 8 Ahr. von halb 8 Us 9 Uhr; Herren- und Zöglingsabteilung: Montag- und Donnerstagabend von halb 7 bis 8 Uhr, von halb 8 bis 9 Uhr. Behördlich konzessionierte Kinder-Turnschule unter der bewährten Leitung des Herrn Prof. Mar Guttmann. Hygienisches Männerturnen für alle Altersklassen. Der monatliche Mitgliedsbeitrag beträgt in der Damen- und .Herrenabteilung Kr. 2.20, in der Zöglingsabteilung Kr. 1.60, in der Kinderabteilung Kr. 4.— und in der Abteilung für Hygienisches Männerturnen aller Altersklassen Kr. 8.—. Ein Zuschauerraum steht dem P. T. Publikum zwecks- Besichtigung des Tnrnbetricbes zur Verfügung. Etwaige Auskünfte werden dem P. T. Publikum an den Turnabenden im Turnlokale erteilt. Eine Sefer-Thora als Findling. In das „Jüdische Museum" iu Wien, II., Malzgasse Nr. 16, wurde dieser Tage von einem Freunde das Mänlelchen einer Thorarolle eingeliefert, welche bei der Einnahme von Brest-Litowsk auf offener Straße unweit eines Gotteshauses aufgesunden wurde. Der Finder und derzeitige Besitzer dieser Seser-Thora, der Sanitäter des 56. Infanterieregiments Moritz Gntter, recte Goldstein, aus Saybusch (Galizien), erzählte darüber folgendes: „Es war am 26. August, als ich vom Stabsarzt unserer Abteilung den Auftrag erhielt, zu Pferde hinter den zuerst in die brennende Stadt einrückenden Truppen einherzureiten, um eventuelle Vorfälle sofort zu seinem Standort am Bahnhof zu melden. Als ich hierauf etwa nach einer halben Stunde Reitens dem Ringplatz der Stadt mich näherte, bemerkte ich irr der Nähe eines Hauses, aus dessen Fenstern soeben die hellen Flammen schlugen, einen länglichen Gegenstand, der nn'ch stark an