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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-09-10 · 37 (10.9.1915) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
37 (10.9.1915)
Date
1915-09-10
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 686 Dr. Bkoch's Wochenschrift Nr. 37 munifizente Spende eines Klavieres von Seiten des Herrn Ludwig Medag an die „Gute Herzen"), deklamatorisch und handarbeitlich (zahlreiche Shawls für Arme wurden gestrickt) in der vorzüglichen Art des Ferienheims geschult werden in den Hallen und dem Waldgarten der „Guten Herzen", zwei Vereine, jeder gebend, jeder nehmend, jeder lehrend, jeder lernend, jeder dem anderen Einblick in seine Arbeit gewährend. Es lebe die Zweiherrschast auf der Hochhalde des Wienerwaldes! Noch aufopfernder stellte Frau Dr. Norbert Tis chler ihr gemütliches Privatheim, ihr Dienstpersonal, ihren, schönen Privatgarten für je dreiunddreißig Kinder in drei Monaten zur Verfügung; von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends sind die Kinder draußen, in dem durch Schnitzler in ganz Europa bekanntgewordenen Wald- und Wieseugründen von Neustift am Wald; vorzügliche vier Mahlzeiten werden ihnen gereicht, freie Fahrt hat ihnen die Munifizenz des Bürgermeisters gewährt; würden sich viele Mädchen und kinderlose Frauen das Glück dieser jungen Frau und Mutter an dieser Arbeit ansehen, wahrlich nichteine, zwanzig solcher Tageserholungsstätten müßten in den Villen unserer Besitzenden der Sektion „Kinderfürsorge" im nächsten Jahre erstehen. Wer damit war es der unermüdlich schaffenden Sofie Grünfeld nicht genug. Wieviele arme Kinder konnten weder hier noch dort untergebracht werden. Dazu wurden in diesem Blatte und anderwärts Aufrufe erlassen, damit uns wohlhabende Schulkinder Lebensmittel für arme spenden. In dreimaligem Turnus wurden sechzig der ärmsten und kinderreichsten Familien vornehmlich des 2. und 20. Bezirkes mit den wichtigsten Nahrungsmitteln versehen; das Ferienheim stellte seine schönen Ausspeisungslokalitäten, die Damen Laura K r e n b e r g e r als Vorsteherin, Josefine K ö n i g (Hietzinger Verein), Frau Dr. Emilie Weiß und ihr ganzer Stab, Frh Jenny Löwy (Kaiser Franz Josefs- Kinderhort) ihre bewährte Arbeitskraft, die Frauen W a l l t u ch, Professor T h c u m a n n, N o b l, Z i r n e r. Dr. Kahn ihre Schnorrtalente zur Verfügung. So war es möglich, meist mit geschenkten Waren auszukommen, wenn auch einige hundert Mo vom Ferienheim käuflich erworben werden mußten. Es ist der unter der mütterlichen Führung der Frau Baronin Charlotte von König smarter und der zielbewußten Leitung der Frau Regine Ulmann vom gastlichen Hause Schur arbeitenden „Weiblichen Fürsorge", die in der von Frau Dr. G r u n w a l d ins Leben gerufenen Kartoffelaktion so schönes geleistet hat, nur zu wünschen, daß sie sich für alle Zweige des Wohlfahrtsmcsens in Sektionen gliedert, denen eine Präsidentin von der Organisationskraft einer Sofie G r ü n f e l d, Hilfen wie Sofie Quittner und Adele Zins, die als unermüdliche Kinderfee sich an allen drei Aktionen beteiligte, zu Gebote stehen. C. Benedikt. Das Hilfswerk für Palästina. Frankfurt a. M., 1. September 1915. Unter den vielen Leiden und Opfern, die der Weltkrieg einem großen Teil der Menschheit gebracht hät und noch täglich bringt, nehmen diejenigen, welche die Armen des Heiligen Landes betreffen, wohl die erste Stelle ein. Sie sind auch in nornralen Zeiten auf die Hilfe des Auslandes angewiesen, die aber sofort bei Ausbruch des Krieges durch den unterbrochenen Verkehr völlig aufhörte. Die Notlage, die dadurch geschaffen wurde, hat geradezu die Bedeutung einer Katastrophe, die alles zu zerstören droht, was die heilige Menschenliebe der gesamten jüdischen Diaspora seit vielen Jahren dort geschaffen hat. Die Judenheit hat ohne Unterschied der Parteien, angesichts dieses Massenelends es als ihre Pflicht erkannt, nicht stille zu stehen beim drohenden Untergang dieser Aermsten der Armen. Die deutschen Palästinatage haben durch ihre rege Beteiligung und den schön«: dadurch erzielten Erfolg iu herzerhebender Weise ihre nichtermüdende Opferwilligkeit aufs neue bewährt. Ein soeben erschienener Rechenschaftsbericht der Deutsch-Holländischen Palästinaverwaltung bringt darüber hochinteressante Mitteilungen. Es ist ihm trotz der Schwierigkeit der Verhältnisse in der Berichtszeit bis gegen Ende Mai gelungen, die ansehnliche Summe von 250.000 Mark durch Vermittlung des Kaiserlichen Deutschen Generalkonsuls in Jerusalem sowie durch den Botschafter der Vereinigten Staaten in Konstantinopel und durch die Deutsche Bank in Berlin irr einzelnen Raten und Zeitabständen ihrer Bestimmung zuzuführen. Sie hat damit ihre eigenen Schulen sowie ihre segensreich wirkenden hygienischen und wirtschaftlichen Institutionen unterstützt und so ermöglicht, daß sie ihren Betrieb nicht einstellen mußten. Sie hat außerdem, um der dringendsten Not abzuhelfen, Verteilungen von Mehl und Brot an Tausende Familien, die Speisung Hunderter armer Schulkinder und die Errichtung von Notküchen in die Hand genommen, in denen schon heute über dreitausend Personen täglich gespeist werden, sowie den Witwen und Waisen, Greisen und Greisinnen ihre besondere Fürsorge zugewandt. Für die Kranken hat sie durch Bezahlung von Armenärzten und Verteilung von Medikamenten gesorgt und sich die materielle Unterstützung kleiner Kaufleute und Handwerker durch Gewährung von zinsfreien Darlehen auch für den Bau billiger Wohnungen in überaus wirksamer Weise angelegen sein lassen. Die Fürsorge der Verwaltung erstreckte sich auch auf die brotlos gebliebenen Lehrer der städtischen Talmud-Thora-Schulen, die seit Allsbruch des Krieges won ihren Leitungen keinen Gehalt erhielten. Diese sowohl wie die notleidenden Familien der Thoragelehrten erhalten nronatliche Unterstützungen, die für die in Betracht kommenden Kreise von lebcns rettender Bedeutung sind. Eine besondere Fürsorge verlangte die Unterstützung solcher Familien, deren Ernährer zuln Kriegsdienste einberufen wurden. Diese wenigeil aus der Vielseitigkeit des großzügigen Hilfswerkes herausgegriffenen Momente zeigen, wie große Summen erforderlich sind, um dem allgemeinen Notstand auch nur mit einigem Erfolg entgegenzutreten. So waren z. B., nnl den Aermsten die Feier des Pessachfestes zu ermöglichen, 50.000 Franken erforderlich. Die Deutsch-holländische Palästinaverwaltnng, diese älteste Wohlfahrtseinrichtung zum Besten unserer darbenden Brüder und Schwestern im Heiligen Lande, hat sich bei dieser Aktion in überaus anzuerkennender Weise bewährt, was sich aus jeder Seite ihres jüngsten Rechenschaftsberichtes ergibt, der kostenlos durch die deutsche Zentrale der Deutschcholländischen Palästinaverwaltung in Frankfurt a. M. zu beziehen ist. Wir sind überzeugt, daß angesichts der täglich wachsenden Not auch die unermüdliche jüdische Hilfsbereitschaft nicht erkalten, sondern sich in ihrer ganzen achtunggebieteilden Weise fort und fort bewähren wird. Ein aufmerksames Studiillil dieses Berichtes wird dazu sicher in der erwünschten Weise beitragen. Die Einweihung eines k. u. k. Militärfriedhoses. Eine pietätvolle und menschenfreundliche Einführung, die in letzter Zeit in unserer Armee in schönster und hervorragendster Weise gepflegt wird, ist die Errichtung eines Mflilärfriedhofes. Jedermann stimmt es traurig und macht auf ihn einen erschütternden Eindruck, zu sehen, wie die irdischen Ileberreste gefallener Helden vereinsamt und zerstreut auf weiter Flur bestattet werden müssen. Nach vollzogener Schlacht, wenn d'e Truppen abmarschieren, ist auch keiner vorhanden, der dem Grabe eine gebührende und pietät-

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