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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-09-03 · 36 (3.9.1915) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
36 (3.9.1915)
Date
1915-09-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 674 Dr. BLoch's Wochenschrift Nr. 36 daran, der allegorischen Darstellung dieser Botschaft die weiteste Verbreitung zu geben und nachdem das eminent human wirkende „Schwar-gelbe Kreuz" den Reinertrag aus dem Verkaufe dieser Karte bezieht, haben Juden, zugleich willkommenen Anlaß, ihrem Wohltätigkeitssinn beredten Ausdruck zu geben. Mögen unsere Kultusgemcinden, denen ein Gewinn in dem Verkauf zugcsichert wird, recht viele Tausende dieser Karte verbreiten, möge diese Karte einen Schmuck des jüdischen Salontisches bilden. Wir werden damit unseren Kindern und Enkeln eine verkörperte Darstellung der wichtigen Botschaft zeigen, die der Thronerbe des Habsburger Kaiserthrons in der schweren Kriegszeit den Juden Österreich-Ungarns übermittelt hat. „Tefilas Haneorim." Der Jugendgottesdienst für die hohen Feiertage findet statt: Für die männliche Jugend: 1. Bez., Seitenstettengasse 4 (Religionsschule), 2. Bez., Tempelgasse 3 (Bibelschule); für die weibliche Jugend: 2. Bez., Ferdinandsstraße 23 (Beth Hamidrasch); für Knaben und Mädchen: 19. Bez., Probusgasse 2—4. Diese Gottesdienste sind für die Jugend von 12 bis 17 Jahren bestimmt. Die Kartenausgabe findet statt: 2. Be^, Tempelgasse 3 (auch für Ferdinandsstraße), Sonntag, den 5. September, von 9 bis 11 Uhr vormittags; 1. Bez., Seitenstettengasse 4 (Religionsschule), Sonntag, den 5. September, von 2 bis 3 Uhr nachmittags. Austritte aus dem Judentum vom 22. bis 28. August 1915. Gustav Balban, Kaufmann, geb. 8. August 1897 in Döslau, 2. Bez., Taborstraße 28. Can-illo Castigkioni, geb. 22. Oktober 1879 in Triest, 4. Bez., Wohllebengasse 7. Julie Endre, geb. Poliak, Private, geb. 30. November 1666 in Szentes, 8. Bez., Lerchenfelderstraße 46. Vika Engel, Opernsängerin aus Sisak. Katharina Glatz, geb. Wenger, Private, geb. 16. Oktober 1880 in Wien, 20. Bez., Dammstratze 18. Berta Horvath, Private, geb. 16. April 1832 in Hoszufalu, Ungarn, 4. Bez., Große Neugasse 44. Asoisia Maria Königstein, geb. Schenk, Private, g.'b. 4. März 1892 in Wien, 3. Bez., Weißgärberlände 42. Wilhelm Nutzbaum, geb. 3. Jänner 1888 in Wien, 9. Bez., Schlickgasse 4. Eugenia Silbermann, Kontoristin, geb. 7. Februar 1894 in Lemberg, 2. Bez., Haidgasse 7. Alma Schmerz,-Schneiderin, geb. 7. Dezember 1897 in /Wien, 2. Bez«, Veremsgasse 28. Sigmund Thalberg, Generalkonsul von Kolumbien, geb. 27. August 1865 in Wien, 1: Bez., Stadiongasse 5. Baden. Herr Medizittalrat Doktor L u d w i g Schreiber, der langjährige Hausarzt des Erzherzogs Rainer und der Erzherzogin Marie, wurde mit dem Orden der Eisernen Krone dritter Klasse ausgezeichnet. Medizinalrat Dr. Schreiber ist auch seit vielen Jahren der ärztliche Leiter des Todesko-Stiftungshauses in Baden, das gegenwärtig der Pflege verwundeter und kriegskranker Soldaten gewidmet ist. Etsdorf sm Kamp. Am 23. August d. I. verschied hier Herr Simon Schafranek, Kaufmann und Hausbesitzer in Etsdorf am Kamp. Er wurde nach Krems an der Donau überführt und auf dem dortigen israelitischen Friedhofe beerdigt. Zur Trauerfeier war die Freiwillige Feuerwehr mit der Fahne und die Gemeindevertretung von Etsdorf mit dem Bürgermeister an der Spitze sowie der größte Teil der Ortsbevölkerung erschienen. Vom Friedhofe aus gaben der gesamte Vorstand der Kultusgemeinde Krems ihrem Mitgliede das letzte Geleite. Diese außerordentliche Beteiligung aus allen Kreisen zeigt von der Beliebtheit ti:ses ehrenwerten Kaufmannes. In einem warmempfundenen Nachruf nahm Rabbiner Dr. Mährer Abschied von dem Verblichenen. Karlsbad. Freitag, den 13. August, wurde der wegen seiner Schlichtheit und Bescheidenheit allseits beliebte Hosschn ider Julius Eisner, Chef der gleichnamigen Firma auf der „Alten Miese" unter zahlreicher Beteiligung der jüdischen und christlichen Bevölkerung zu Grabe getragen. Herr Rabbiner Dr. Ziegler entwarf eine glänzende Charakteristik des Verblichenen, Herr Dr. K l e mperer hielt als Präses der B. Brilh-Loge einen gediegenen Nachruf dem Bundesbruder. Namens der Verwandten nahm Doktor Sicher, derzeit Feldrabbiner in Olmütz, in bewegten Worten von seinem Schwager Abschied. Budapest. (Amtsjubiläum.) In dieser erlisten Kriegszeit wird mit Recht jede Festlichkeit auf das geringste Maß reduziert, wenn die Veranlassung nicht im Zusammenhang mit dem großen Weltringen steht. Amtsjubiläen festlich zu begehen, ist daher nicht all der Tagesordnung. Es gibt jedoch, solche, über welche nicht stillschweigend hinweggegangen werden kann, ohne das jüdische Empfinden zu verletzen, weil sie auf die Züt einer großen Wirksamkeit Hinweisen. Zu diesen gehört das Ämtsjubiläum Sr. Ehrwürden, des königlichen Rate s, des Herrn O b e r r a b b i n e r Koppel Reich von der orthodoxen Gemeinde Zu Budapest. 25 Jahre werden es vor diesem jüdischen Neujahr, daß derselbe sein schwieriges, verantwortungsreiches Amt angetreten hat und seine Gemeinde mit seiner rabbinischen Autorität, seiner großell Gelehrsamkeit und seiner meisterhaften Eloquenz zum Range einer Hauptgemeiude der Residenz emporgehoben und für das traditionelle jüdische Leben im Lande an der Spitze desselben Großes geleistet hat. Während seines gegenwärtigen Kuraufenthaltes wurde ihm daher auch ein ausführliches und herzliche Liebe atmendes Glückivunschtelegramm zugesendet, welches im Namen des Gesa m tvorstandes von dem Präsidenten Herrn Abraham von F r e u d i g e r gefertigt war. Wir schließen uns demselben mit denk aufrichtigen Glückwünsche an, daß Seine Ehrwürden — einer der ersten unter den G e o n i m der Jetztzeit — Kraft und Gesundheit zu seiner ferneren, das. Judentum verherrlichenden Tätigkeit von: Allgütigen verliehen werden möge: „Ad meoli we-essrim schonde!“ Oefscntliches Realgymnasium in Storozynetz (Bukowina). Der Unterricht an dieser Anstalt wird anr 15. September 1915 wieder ausgenommen. Die Anstalt umfaßt sechs Klassen. Die Aufnahms-, Wiederholungs- und Privatisten Prüfungen werden am 15., 16. und 17. September, von 8—12 Uhr vormittags und von 3—6 Uhr nachmittags, abgehalten werden. Anmeldungen nimmt entgegen und Auskünfte erteilt Der Direkt» r. Wer Weiß- Infanterist Jietzl Friedmann, Reservespital Nr. 11, V., Eastelligasse Nr. 25, 3. Stock, Zimmer 66, sucht seine Mutter Scheindl Perl Friedmann aus Belz, Bezirk Sokal. Feuilleton. Episode vom Kaisertag. (Apokalypse Daniels, Kap. 2 und 7.) Von Oberrabbiner W. Reich in Baden bei Wien. - Die bilderreichen Offenbarungen Daniels sind in ihrer Art und Form von beit Prophetien der heiliget: Schriften ganz unterschieden; sie sind der Urtypus der spateren Apokalypsen, wie sie sich in den religiösen Schriften späterer Zeit gebildet haben. Sie sind eben dem chaldäischen Milieu angepaßt worden, in welchem die Exulanten lebten. Diese Offenbarungen sind auch in den aufgeregten Zeitereignissen öfters als 'Basis zu Deutunge:: heran-- gezogen worden, welche auf das A c h a r i t h - li a j am i io,, vom Erzvater Jakob angefangen, bis zu dem letzten der Propheten, für die vollkommene Erlösnngszeit angewendet worden ist.

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