Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-09-03 · 36 (3.9.1915) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
36 (3.9.1915)
Date
1915-09-03
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3022142-3022179--24448-3049697
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 36 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 673 eine Wallfahrt itad) Mariazell unternommen habe, um dort die Muttergottes zu bitten, daß ihr bei der Verhandlung nichts geschehe. — Bezirksrichter Edlauer: „Glauben Sie, daß das Ihrer Tochter nützen wird? Ick) gebe Zhrwrr den Rat, daß Sie Ihrer Tochter nahelegen, sich sofort bei ihrer Rückkunft beim hiesigen Gericht zu melden, sonst müßte ich sie vom Markte weg verhaften lassen." Hierauf wurde die Verhandlung vertagt. Der Rothe Mögen Dovid. Die vielfältigen Bedürfnisse religiöser Natur, besonders in bezug auf Beschaffung von Ritualien, Betgelegenheiten, Feiertagsruhe rc. für die Gefangenen und Internierten aller Länder haben eine Gruppe von jüdischen Philantropen in der Schweiz veranlaßt, ein Komitee zu gründen, dessen Sitz in der Schweiz ist. Zu gleichen Zwecken sollen in allen kriegsführenden Staaten Landeskomitees gegründet werden, die sowohl im eigenen Lande als durch die Schweizer Zentrale im feindlichen Ausland nach dieser Richtung segensreich wirken können. Auszug aus den Statuten. 1. Der „Rote Mögen David", welcher durch den jetzigen Weltkrieg seine Daseinsberechtigung gefunden hat, befaßt sich mit der jüdischen Seelsorge für jüdische Kriegsgefangene und Internierte. 2. Das Hauptorgan des „Roten Mögen David" ist dessen Zentralkomitee, welches aus sieben Mitgliedern besteht und in der Schweiz seinen Sitz hat. Dieses Komitee kann nur aus Angehörigen neutraler Staaten bestehen. 3. In jenem der kriegführenden Staaten konstituiert sich ein Landeskomitee, welches mit dem Zentralkomitee durch einen Vertreter in Verbindung steht. 4. Auch in nicht kriegführenden Staaten können Landeskomitees errichtet werden. ' Es wird zum Beitritt zu dem zu gründenden Lesterr.-ungar. Landeskomitee ausgefordert. Anmeldungen provisorisch erbeten an den Verein der „Sabbatfreunde", Wien, 2. Bez., Kleine Schiffgasse Nr. 10. Sobald eine Anzahl von Anmeldungen zum Landeskomitee vorliegen wird, wird eine Versammlung behufs Bestellung eines Exekutivkomitees einberufen werden. Die hohe Wichtigkeit der zu verfolgenden Ziele berechtigt zu der Hoffnung zahlreicher Beitritte. Jene geehrten Glaubensgenossen, welche dem Komitee nicht beitreten wollen oder können, das Komitee jedoch materiell unterstützen wollen, belieben dies gleichfalls an obige Adresse mitzuteilen. _ Jüdischer Schulverein für den 9. Bezirk Seegasse Nr. 16 a. Der Jüdische Schulverein für den 9. Bezirk, Seegasse 16 a, beehrt sich höflichst anzuzeigen, daß ein Gottesdienst an den hohen Feiertagen in den Vereinslokalitäten stattsinden wird. Kartenverkauf täglich von 9—11 Uhr vormittags und von 4—7 Uhr nachmittags. Die Einschreibungen der Schüler und Schülerinnen finden auch in derselben Zeit statt. _ Wien. (Todes' fal l.) Am 23. August starb hier Herr Emanuel Hohenberg, Mitglied des israelitischen Tempelvereines im 20. Bezirk. Der Heimgegangene, der ein Alter von 72 Jahren erreicht hat, erwarb sich durch seinen Charakter und durch sein stilles, humanitäres Wirken Achtung und Wertschätzung in 'weiten Kreisen. An seiner Bahre trauern um einen liebevollen hingebenden Gatten und Vater seine Gattin, mit der er 41 Jahre in ungetrübter Ehegemeinschaft gelebt hat, zwei Söhne, von welchem der eine im Felde vor dem Feinde für das Vaterland kämpft, fünf Töchter, drei Schwiegersöhne, eine Schwiegertochter und eine zahlreiche Eukelschar. Die Teilnahme an der Beerdigungsfeierlichkeit, die am 25. v. M. stattfand, war ein Zeugnis der Achtung, die der Heimgegangene sich erworben hat. Oberkautor B a s s e r rezitierte die Trauerpsalmen, worauf eitle Freundesschar die irdischen Ueberreste des Verblichenen zur letzten Ruhestätte geleitet hat. Wien-Mariahilf. Samstag, den 28. August, beging der verdienstvolle Funktionär des Mariahilfer Tempels Herr Salomon L i p p a mit seiner Gattin Amalie, geb. Friedländer, in beneidenswerter körperlicher und geistiger Frisck)e das goldene Hochzeitsfest. Der Jubilar, der sich beim Publikum und Vorstand mit Reckst großer Beliebtheit erfreut, wurde als Schischi. zur Thora ausgerufen und verlas mit verständnisvoller Betonung seinen langen Thoraabschnitt, worauf von Herrn Oberkantor Dünmann ein selbstverfaßter inhaltsreicher Mischeberach meisterhaft vorgetragen wurde. Hierauf hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Dobrinsky eine ungemein herzliche wirkungsvolle Ansprache an oas Jubelpaar, in welche er die Gelehrsamkeit, Tüchtigkeit und das hervorragende Pflichtgefühl dieses allezeit treuen „Diener des Tempels" gebührend hervorhob und den Segen des Himmels auf das Haupt des greistm Jubelpaares erflehte. Schließlich beglückwünschte in Stellvertretung des beruflich verhinderten Präsidenten Herr Adolf Freund namens des Vorstandes in herzlichen Worten das goldene Hochzeitspaar. Tags vorher war ein Beamter des Magistrats-Präsidiums in der Wohnung des Jubilars erschienen, um ihm mit den Glückwünschen des Herrn Bürgermeisters ein Ehrengeschenk der Gemeinde zu überreichen. Patriotische Huldigung einer jüdischen Dame. Zum 85. Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers hat Fräulein Amalie Gold stein in Wien das Bild Seiner Majestät des Kaisers auf der einen Seite und das Bild des Thronfolgers auf der anderen Seite in einem kunstvollen Perlenrahmen eingestickt, darstellend das Zionswappen, der Kabinettskanzlei überreicht. Die Dame wurde huldvollst empfangen und das Kunstwerk sehr belobt und dem Kämmereramt überwiesen. Der Herr Kämmerer hat seiner Befriedigung Ausdruck gegeben über den patriotischen Sinn, der sich in allen Kreisen der Juden kundgibt. Festgottesdienst für die Mitglieder der Lemberger isr. Kultusgemeinde. Die Bethausverwaltung der Lemberger Israel. Kultusgemeinde veranstaltet auch in diesem Jahre für die jüdischen hohen Feiertage einen Festgottesdienst in den Ronachersälen, Wien, 1. Bezirk, Himmelpsortgasse 25. wo auch Sitz- und Eintrittskarten täglich vormittags zwischen 9 und 12 Uhr zu haben sind. Dazu wird uns geschrieben: Anläßlich der hohen Feiertage wird im Ronachersaale ein feierlicher Gottesdienst abgehalten werden, bei dem der bekannte Kanzelredner, Sr. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Dr. Caro aus Lemberg, die Rabbinatsfunktionen und der, durch seine Tätigkeit in derselben Stadt im besten Rufe stehende Oberkantor Z a i tz, begleitet von einem geschulten Chor, die kantoralen Funktionen versehen wird. Wir machen auf diesen Gottesdienst darum besonders aufmerksam, weil derselbe nicht nur den strengsten Anforderungen heiliger Andacht entsprechen, sondern auch vollauf den Ansprüchen jenes Teiles des Publikums genügen wird, der eine künstlerische Wiedergabe der Gesänge und Gebete wünscht und im Gotteshause Nahrung für Geist, Herz und Ohr sucht. Wir hoffen, daß alle den Betsaal in gehobener Stimmung und befriedigt verlassen werden. Eine sensationelle Ansichtskarte. In den nächsten Tagen erscheint im Verlag des „Schwarzgelben Kreuz" eine Ansichtskarte, die geeignet erscheint, das lebhafte Interesse der gesamten Judenheit in Österreich und Ungarn zu erwecken. Die Ansichtskarte zeigt im Nachdruck eines vorzüglichen Ölgemäldes eine allegorische Darstellung der Botschaft des Thronfolgers Erzherzog Karl Franz Joses an die Juden. Unsere Leser haben diese Botschaft in der Nummer 32 unseres Blattes vom 6. August d. I. gelesen. Der Text dieser Botschaft, so wie unser Blatt ihn übermittelte, ist der Karte in hebräischer und deutscher Sprache aufgedruckt. Nachdem die Botschaft eine ebenso bündige, wie umfassende Anerkennung des jüdischen Patriotismus war, haben Juden das größte Interesse

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.