Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 36 (3.9.1915)
- Date
- 1915-09-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 666 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 36 Train in Serbien, gegenwärtig kämpft er in Galizien. Johann Schaffer, Kaufmann, dient beim 36. Infanterieregiment, ist am 15. Februar eingerückt. Elias Schaffer, Kaufmann, dient beim 86. Infanterieregiment, rückte am 27. Juli 1914 ein. Er wurde ausgezeichnet mit dem Range eines Zugssührers. Als ausgebildeter Sanitätsmann kam er auf den russischen Kriegsschauplatz, wo er sich durch seine nützlichen Dienste die Anerkennung seines Regimentsarztes erworben hatte. Gegenwärtig befindet er sich auf dem italienischen Kriegsschauplatz. Adolf Schaffer, Kaufmann, Zugssührer beim 4. Pionierbataillon des k. u. k. 86. Infanterieregimentes, wurde für seine Geschicklichkeit vielfach ausgezeichnet. Josef Schaffer, Kauftnann, ist am 1. Mai eingerückt und wird in einer Maschinengewehrabteilung ausgebildet. Desider Schaffer, 22 Jahre alt, das jüngste Mitglied der Familie, ist am 15. November 1914 eingerückt und wurde auf dem nördlichen Kriegsschauplätze schwer verwundet. Die 70 jährige Matrone, die nun allein zurückblieb in dem vereinsamten Hause, hat von ihren Söhnen die Geschäftsführung übernommen und wartet nun ängstlich der Heimkehr ihrer Heldensöhne. Moritz Großmann, Obermagazineur der kgl. ung. Staatsbahnen, hat drei Söhne und einen Schwiegersohn seit Kriegsausbruch auf dem Kriegsschauplätze. Elemer, Einjährig-Freiwilliger beim 44. Infanterieregiment, hat an sieben Gefechten teilgenommen und kam, nachdem er bei Schabatz verwundet worden war, nach Hause. Nach seiner Genesung war er abermals in Lodz 50 Tage lang 'im Schützengraben, kam von dort in die Karpathen, wo er bei Grodek abermals eine Schußwunde erhielt und nach Hause gebracht werden mußte. Am 27. Juli meldete er sich zum drittenmale bei seinem Kader. Ladislaus, 21 Jahre alt, Freiwilliger, hat während des ganzen Winterfeldzuges an den Kämpfen in der Bukowina teilgenommen, bis er am 10. Mai mit mehreren anderen in russische Gefangenschaft geriet. Alexander, Fähnrich ging im August vorigen Jahres mit seinem Regiment nach Galizien. Am 8. September erhielt er in der Schlacht bei Komarno einen Lungenschuß, woran er 9 Wochen lang lag. Am 1. Februar 1915 hatte er sich neuerdings gemeldet. In der Schlacht an: 28. Februar gelang es ihm, als Kompagniekommandant, seine Kompagnie zum Sturme zu führen, für welche Tat er die goldene Tapferkeitsmedaille erster Klasse erhielt, welche ihn Erzherzog Josef persönlich! an die Brust heftete. Nach der Schlacht vom 21. März wurde er abermals für eine Auszeichnung vorgeschlagen. Der Schwiegersohn, Eugen Goldschmied, Kadettfeldwebel, befindet sich ebenfalls seit Kriegsausbruch auf dem 'Kriegsschauplätze und wurde bereits zweimal belobt. _ („Egyenlöseg.") Jüdische Krauen öeim Laöedrerrst. Frau Johanna Grünberger hat für ihre Verdienste um den Labedienst die silberne Ehren Medaille vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration erhalten. Frau Dr. Gottlieb aus Lemberg und die freiwillige Pflegeschwester Fräulein Rudolphine Zreglcr in Wien sind Mit der Silbernen Ehrenmedaille von: Roten Kreuz mit Kriegsdekoration ausgezeichnet worden. Auf dem Ietde der Khre gefallen. Der 21jährige Korporal Franz Taussig, Sohn des Herrn Konsuls Alfred Taussig und Enkel des gewesenen Kultusvorstehers Herrn Gottlieb Taussig, ist an einer tückischen Krankheit, die er sich am nördlichen Kriegsschauplätze zugezogen, in Novigorod gestorben. ' ' LeutnanL Gustav Sebes. Gustav Sebes, der heldenmütige Leutnant des 5. Infanterieregimentes, ist auf dem nördlichen Kriegsschauplätze in heldenhaftem Kampfe gefallen. Die Mutter des gefallenen Offiziers, Frau Ludwig Sebes in Nagymaros, erhielt über diese Tragödie den folgenden Brief: Im Felde, am 10. Juni 191t>. Als Kompagniekommandant Ihres Sohnes, Herrn Leutnant der Reserve Gustav Sebes, erfülle ich schweren Herzens eine traurige Pflicht. Ihr Sohn ist gestern in treuer und aufopferungsvoller Erfüllung seines Dienstes durch eine feindliche Kugel gefallen. Er starb als leuchtendes Beispiel der Tapferkeit für die von ihm geführten Soldaten den Heldentod für sein Vaterland, das er so heiß liebte, das ihm das höchste steiner Güter als Einsatz nicht zu hoch dünkte. Gnädige Frau! Sie haben einen unersetzlichen Verlust erlitten, mögen Sie einen Trost darin finden, daß das Andenken an Ihren Sohn von allen die ihn kannten, als das eines Helden hoch gehalten wird. Wir alle hasten durch seinen Tod verloren. Seine Soldaten einen vorzüglichen Führer und hilfsbereiten Vorgesetzten, wir Offiziere einen selbstlosen lieben und hochgeschätzten Kameraden. Herr Leutnant Sebes fiel gestern am 20. Juni, um 6 Uhr abends, durch einen Schuß ins Herz, im Begriffe seine Mannschaft noch näher an den Feind zu führen. Sein Tod trat sofort und ohne Schmerzen ein. Seine braven Leute haben seine Leiche geborgen und aus deni Bereiche des Feindes getragen. Wir haben ihn heute mit den einem Helden gebührenden Ehren der Erde übergeben. Sein Grab befindet sich beim Folw. Zamczyska, nordöstlich Horyhlady am Dnjstr. Die in seinem Besitze befindlichen Habseligkeiten wurden in Verwahrung genommen und werden Ihnen durch den Feldgeistlichen des Regimentes zugesandt werden. Genehmigen Sie, gnädige Frau, die Versicherung der herzlichsten Anteilnahme aller Kameraden des Regimentes, denen sich anschließt Ihr sehr ergebener Oberleutnant Richard F r i e m e l m. p. 5. Infanterieregiment, 12. Kompagnie, Feldpost 92. Die beiliegenden Karten schrieb Ihr Sohn eine Stunde vor seinem Tode. Leutnant Sebes ist als Held gefallen und werde ich alles unternehmen, um diesen Helden das Zeichen der Tapferkeit zu verschaffen. S t r e m p l m. p. Hauptmann, Bataillonskommandant. Außerdem erhielt Frau Sebes auch von den: Leutuant Dr. Robert Palagyi ein sehr warmempfundenes Beileidschreiben. („Egyenlöseg.") Aer Hob des Landsturmmannes Spih. „Egyenlöseg" schreibt: In unserer Nununer von: 25. Juli gedachten wir der Auszeichnung des heldenmütigen Philipp Spitz. Der fromme Jude, der brave Soldat hat seitdem durch seinen Heldentod den: Vaterlande seinen Tribut gezollt. Sein Hauptmaiu: hat st me Frau mit folgenden Zeilen hievon verständigt: 23./7. 1915. Geehrte Frau! Auf Ihre Frage teile ich Ihnen ii: tiefer Trauer mit, daß Ihr lieber Mann, Landsturm-Zugsführer Philipp Spitz, am 5./7. 1915 in Rußland nördlich der Gemeinde Wirmanka durch, einen Schrapnellschuß an: Kopfe schwer verwundet wurde und am anderen Tage in: Militärspitale starb. Er ist in der Gemeinde Ludmulofka begraben. In'Ihrem tiefen Schmerze» :nöge Sie das Bewußtsein trösten, daß Ihr lieber Mann ein Musterbild des braven, tapferen Soldaten war und zu den ersten Helden des Regimentes gehört hat. Er hat auch! für seine Tapferkeit die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse erhalten. Sowohl Sie, wie auch Ihr Kind können auf ihn stolz fein. Ergeben Sie sich in den Willen Gottes, er hat sein Leben für unser geliebtes Vaterland geopfert. Indem ich auch das Beileid des Offizierskorps des Regimentes verdolmetsche, bleibe ich mit patriotischem Gruß Karesay m. p. Hauptmann.